Altersvorsorge mit fast 30 endlich richtig starten.

  • Hallo liebe Community,

    nachdem ich in den letzten Monaten meine bisherigen (schlechten) Finanzentscheidungen (private Rentenversicherung gekündigt, BAV Arbeitnehmeranteil auf 0% reduziert) angepasst habe, habe ich das Thema Vermögensaufbau für das Alter streifen lassen.

    Ich möchte das jetzt endlich starten.

    Folgende Ausgangslange

    29 Jahre

    2000€ Netto

    Ich wohne aktuell zuhause (Eltern) und habe relativ niedrige Unkosten.

    Ich habe die letzten Jahre mein gespartes Geld auf das Tagesgeldkonto vergammeln lassen. Als jetzt zusätzlich ein Erbe dazukam, kam der Impuls, endlich langfristig das Geld in einen ETF zu stecken.

    Aktuell habe ich 13.000€ auf meinen Girokonto liegen und auf meinen Tagessgeld 65.000€.

    Bitte nimmt mich nicht zu sehr in die Mangel, dass ich das so lange dort versauern habe lassen.

    Meine Idee ist aktuell folgendes:

    ich würde gerne 50.000€ einmalig in einen ETF legen:

    Ich schwanke aktuell zwischen dem SPDR MSCI ACWI IMI (IE00B3YLTY66), der ja auch im ETF-Vergleich auf Platz 1 empfohlen.

    Die Alternative habe ich vor ein paar Tage auf Instagram gesehen: Der ETF ist relativ neu, soll auch 99% Marktkapitalisierung haben und investiert noch in mehr Firmen als der erstgenannte: Vanguard FTSE Global All-Cap UCITS (IE000VAHT5T0).

    Soweit mein laienhaftes Verständnis es hergibt, sind die Verteilung der Firmen ja relativ nah beieinander. Der TER liegt bei 0,07% und damit weniger als der erstgenannte, der bei 0,17% liegt, aber das Auflagedatum ist mit August 2026 sehr neu.

    Meine noch aktuell laufene Riester-Renter würde ich nächstes Jahr umwandeln in das staatliche Altersvorsorge-Depot und ab 2027 dann 1800€ jährlich (150€ monatlich) einzahlen, um die maximale Förderung zu bekommen. Zeitgleich würde ich dann auch die monatliche Sparrate in einen der oben genannten ETFs starten (Summe noch nicht sicher).

    10.000€ möchte ich gerne nutzen, um in Einzelaktien zu investieren. Eventuell erwischt man da ja eine gute Aktie...

    Wie findet ihr grundsätzlich den Plan? Gut, schlecht und welche Tipps hättet ihr für mich?

    Sollte ich wichtige Infos unterschlagen haben, reiche die diese gerne nach.

    Vielen Dank und liebe Grüße

    Kenneth

  • 10.000€ möchte ich gerne nutzen, um in Einzelaktien zu investieren. Eventuell erwischt man da ja eine gute Aktie...

    Wie findet ihr grundsätzlich den Plan? Gut, schlecht und welche Tipps hättet ihr für mich?

    Hi Kenneth , alles gut durchdacht, bis auf den letzten Punkt: Einzelaktien. Kann man machen, aber man sollte dich dann auch bewusst sein und sich selbst gegenüber ehrlich sein: es ist Zockerei. Unter dem Label "Altersvorsorge" hat es dann nichts zu suchen, sondern unter Spielgeld/Zockerei.

  • Klingt nach einem guten Plan.

    Detais zum Riester kannst Du noch nachliefern, aber wird vermutlich passen.

    Zusätzlich zur Einmalanlage solltest Du überlegen, ob Du eine feste Sparrate definieren möchtest.

    Ja, wahrscheinlich wird die Sparrate zwischen 200-250€ fallen, sodass ich in beiden ETFs 400€ pro Monat investieren werde.

    Riester werde ich noch nachreichen.

    Hi Kenneth , alles gut durchdacht, bis auf den letzten Punkt: Einzelaktien. Kann man machen, aber man sollte dich dann auch bewusst sein und sich selbst gegenüber ehrlich sein: es ist Zockerei. Unter dem Label "Altersvorsorge" hat es dann nichts zu suchen, sondern unter Spielgeld/Zockerei.

    Das diente auch nur als reine Information, dass 10.000€ von der Gesamtsumme bereits aktuell anderweitig verplant sind.

  • Das diente auch nur als reine Information, dass 10.000€ von der Gesamtsumme bereits aktuell anderweitig verplant sind.

    Das sind mehr als 10 % des aktuell anlegbaren Betrages - scheint mir etwas viel für "Spielgeld". Eigene Erfahrung aus jahrelangen Einzelaktienkäufen: noch Glück gehabt, nämlich so etwa mit plusminus Null rausgekommen, während die ETFs zugelegt haben. In ETFs wäre das Geld also deutlich besser angelegt gewesen.

  • Ein Geheimnis verrate ich Dir - bekommst Du heute komplett umsonst: Definiere eine Sparrate, die zu Beginn des Monats investiert wird. Damit gewöhnst Du Dich automatisch an weniger, spartst aber über die Zeit erhebliche Summen.

    Am Ende des Monats das zu sparen, was noch übrig ist, geht schief - es wird nichts übrig sein...

  • Gedankenexperiment:

    Wenn das AVD gut ist, warum weniger als das Maximum einzahlen?

    Wenn das AVD nicht so gut ist, warum dann soviel einzahlen, dass die Förderquote von 50% auf 30% sinkt?

    Die Mischung macht es. Es ist EINE Säule der Altersvorsorge.

    Deswegen wird man da nicht alles rein werfen und auf ein Pferd setzen, auf das man bis zur Rente nicht aufsatteln kann.

    Solange 30 (bzw 25 %) > 0 % ist, macht es auch Sinn, den 31. - 150. € / Monat anzulegen.

    Das Geld darüber bleibt in meinem Bereich, das ich selbst steuern kann.

    (Wenn jemand nicht viel Geld über hat, ist mindestens die 30€/Monat meines Achtens empfehlenswert)

  • Die Mischung macht es. Es ist EINE Säule der Altersvorsorge.

    Deswegen wird man da nicht alles rein werfen und auf ein Pferd setzen, auf das man bis zur Rente nicht aufsatteln kann.

    Solange 30 (bzw 25 %) > 0 % ist, macht es auch Sinn, den 31. - 150. € / Monat anzulegen.

    Das Geld darüber bleibt in meinem Bereich, das ich selbst steuern kann.

    (Wenn jemand nicht viel Geld über hat, ist mindestens die 30€/Monat meines Achtens empfehlenswert)

    Das darfst Du für Dich gerne so handhaben, aber die Betrachtungsweise erscheint mir doch etwas eindimensional.

    Bei der bAV (zugegebenermaßen bezieht sich das auf die Entgeltumwandlung) sagt man ja auch, dass ein AG-Zuschuss von 25% da noch immer keinen No-Brainer draus macht. Bei 50% sieht die Sache etwas anders aus.

    Jetzt nur auf die Förderung (durch Zulagen) zu schauen, verkennt ja das steuerfreie Wachstum innerhalb des AVD. Über den Auszahlplan kommt man an das Geld später innerhalb von 240 Monaten wieder heran. Somit ist das AVD schon etwas flexibler als der berühmte Betonklotz.

    Daraus sollte sich ein Gesamtbild ergeben, das zu einer Entscheidung führt, die besser nicht überstürzt wird.

  • Ich überlege es mir, den Anteil für die Aktienspekulation zu reduzieren. Danke für die "Warnungen".

    Kleines Gedankenexperiment:

    Wenn das AVD gut ist, warum weniger als das Maximum einzahlen?

    Wenn das AVD nicht so gut ist, warum dann soviel einzahlen, dass die Förderquote von 50% auf 30% sinkt?

    Kannst du mir das bitte nochmal erläutern? Ich weiß nicht genau was du meinst bzw.:

    Also klar, bevor ich 150€ in das Altersvorsorgedepot packe, um die maximale Förderung zu bekommen, schaue ich mir 2 Komponenten:


    A) Sind die ETFs, die angeboten werden, mindestens genauso gut wie in meinem anderen Fond oder zumindest keine schlechten.


    B) Sind die Kosten beim Anbieter (Wahrscheinlich ING, außer ein andere Anbieter ist weitaus besser) passend zum Produkt.

    Waren dahingehend deine Gedanken gemeint?

    Passend zu B habe ich heute folgendes entdeckt:

    https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/alt…orge-li.3560560


    Weitere Frage:

    Zu welchen der beiden Fonds würdet ihr raten?

    Das Volumen ist schon geringer beim neuen Fond. Ist das problematisch? Wie steht man zu einen neu aufgesetzten ETF? Unproblematisch?


    Vielen Dank und Grüße

    Kenneth

  • Weitere Frage:

    Zu welchen der beiden Fonds würdet ihr raten?

    Die Fonds müssen AFAIK zertifiziert werden. Es wird daher darauf ankommen, welche Fonds/ETF der jeweilige Anbieter konkret für das eigene AV-Depot anbieten bzw. zertifizieren lassen wird.

    Scalable Capital hat eine erste Liste veröffentlicht: https://media.scalable.capital/rentenbonus-etfs.pdf
    Ob das dann aber nachher wirklich alle ETF sein werden, die bei Scalable im Rahmen des AV-Depot bespart werden können wissen wir aktuell noch nicht!
    Aber ein späteres Umschichten zu anderen Fonds wird ja im AV-Depot kostenfrei möglich sein.
    Die Liste würde aber m.E. grundsätzlich ausreichen.

  • Die Fonds müssen AFAIK zertifiziert werden. Es wird daher darauf ankommen, welche Fonds/ETF der jeweilige Anbieter konkret für das eigene AV-Depot anbieten bzw. zertifizieren lassen wird.

    Scalable Capital hat eine erste Liste veröffentlicht: https://media.scalable.capital/rentenbonus-etfs.pdf
    Ob das dann aber nachher wirklich alle ETF sein werden, die bei Scalable im Rahmen des AV-Depot bespart werden können wissen wir aktuell noch nicht!
    Aber ein späteres Umschichten zu anderen Fonds wird ja im AV-Depot kostenfrei möglich sein.
    Die Liste würde aber m.E. grundsätzlich ausreichen.

    Danke für die Antwort, aber die Frage bezog sich gerade mehr auf meinen "eigenen" ETF, also nicht im Rahmen der staatlichen Altersvorsorge.

    Der erstgenannte ist ja aus der Empfehlungsliste (Platz 1) und der andere ist ein neuer August.

    Er hat zwar ein kleineres Geldvolumen,aber mehr Firmen (und auch 99% Abdeckung) und einen geringeren TER.

  • Danke für die Antwort, aber die Frage bezog sich gerade mehr auf meinen "eigenen" ETF, also nicht im Rahmen der staatlichen Altersvorsorge.

    Der erstgenannte ist ja aus der Empfehlungsliste (Platz 1) und der andere ist ein neuer August.

    Er hat zwar ein kleineres Geldvolumen,aber mehr Firmen (und auch 99% Abdeckung) und einen geringeren TER.

    Natürlich kannst du den auch selbstverständlich nehmen. Völlig problemlos.

  • Sorry, Du hattest die auf das AV-Depot bezogen, da wusste ich nicht, dass Du dann zu Deinem Eingangspost eine Frage hast.;)

    Ich habe jetzt den SPDR MSCI ACWI IMI seit 2 Jahren bespart. Ab November gehen meine Sparraten in den neuen Vanguard Global All Cap. Schlichtweg weil der ETF günstiger ist (TER).
    Ist dann ETF Nr. 5 in meinem Depot.

  • Sorry, Du hattest die auf das AV-Depot bezogen, da wusste ich nicht, dass Du dann zu Deinem Eingangspost eine Frage hast.;)

    Ich habe jetzt den SPDR MSCI ACWI IMI seit 2 Jahren bespart. Ab November gehen meine Sparraten in den neuen Vanguard Global All Cap. Schlichtweg weil der ETF günstiger ist (TER).
    Ist dann ETF Nr. 5 in meinem Depot.

    Ja super, der genannte Vanguard scheint ja auch der zu sein, den ich meine.
    Ihr schichtet dann nicht um (wegen Steuer), sondern ändert einfach die Sparraten auf den neuen, richtig?

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