Hilfe der Crash kommt... (bald?)

  • bislang sah ein Crash meistens so aus, dass es ein Pik nach unten gab und dann die Kurve schnell wieder nach oben gehen. Also als V.

    Zu dem "schnell wieder nach oben gehen" und dem besagten Verlauf eines "V": Dabei dürfte es sich nicht um eine feste Regel (in Sinne eines Naturgesetzes des Aktienmarkts und der Börsen) handeln.

    Aber wäre es nicht auch denkbar, das ist ein Crash nach unten gibt und die Erholung sehr sehr lange dauert?

    Das ist nicht nur "denkbar" - sondern schon passiert.

    Erinnere mich beispielsweise gut an zwei Protagonisten in meinem damaligen näheren Umfeld, die sich in 1998 erstmalig an die Börsen gewagt hatten und dabei durchaus "lege artis" vorgegangen sind (mit regelmäßigen monatliche Beträgen, Buy and Hold, kein Market Timing).

    Es folgte kurz darauf das Platzen der Dotcom-Blase (2000ff) - mit dem "Beschleuniger" der Terroranschläge "9/11" im September 2001 in den USA - und danach relativ alsbald die Weltfinanzkrise (2008ff). Im Jahr 2014 ist zumindest einer der beiden börsentechnisch vollumfänglich "ausgestiegen" (zu dem anderen hatte ich keinen Kontakt mehr und weiß daher nicht, wie dieser sich verhalten hat). Der "Aussteiger" sprach davon, daß er nach nunmehr 16 Jahren "die Nase voll hat von der Börse und Aktien". Die Ergebnisse seines langjährigen Börsenengagements waren (selbst über einen so langen Zeitraum) ziemlich bescheidene - inflationsbereinigt noch bescheidener.

    Mein Zureden unbedingt "dabei zu bleiben" war damals kein Erfolg beschieden. Ob er jemals an die Börse zurückgekehrt ist, weiß ich nicht, da wir nicht mehr in Kontakt stehen.

    Es kann also auch "sehr, sehr lange dauern", bis es zu einer wirklichen "Erholung" kommt.

    Last but not least: Der Aspekt "subjektive Risikobereitschaft" sprich die individuelle "Risikotoleranz" (inklusive Ausdauer und Geduld) sollte beim Thema Aktien zuvor sorgfältig geprüft werden.

  • Sovereign : vielen Dank für deinen Beitrag.

    Ja, das ist genau das, wovor ich mich auch ein wenig fürchte. Das Hoch der Vergangenen Jahre haben wir einer ungezügelten Globalisierung zu verdanken. Und jetzt sehen wir seit einigen Jahren das Gegenteil davon. Da muss doch auch irgendwann mal die Abrechnung kommen...

  • Hab kein Problem mit Dellen und scheints auch nicht mit Salamicrashs. Festgeld wird frei und geparkt. Falls es noch crashiger wird, dann ist es Zeit für Zukauf. Passt gerade zur Zinssituation.

    Als die Inflation nach Corona so arg war, habe ich erstmalig ausgerechnet, was das bedeuten könnte, nur weiter klassisch zu sparen (samt einer konkreteren Ahnung, was ich durch Unkenntnis von ETF versäumt habe....).

    Wenn es in 15 Jahren netto eine Rendite von 2%+3% ergäbe, wärs auch ok.

  • Das kommt drauf an, wie es abläuft. Ein lange andauernder Konflikt mit Abnutzungskämpfen dürfte ein Problem sowohl für die Weltwirtschaft, als auch die chinesische Wirtschaft werden.

    Sollte China aber ein schneller und erfolgreicher Schlag gelingen und sie Taiwan schnell unter die eigene Kontrolle bekommen, ohne dass es große Schäden an den Chipfabriken gibt, wird die chinesische Wirtschaft kaum etwas merken. Zumal man dann die Fabriken kontrolliert und auch die heimische Wirtschaft am Festland bevorzugen kann. Die anderen Länder können dann auch nicht zu viel machen. Sie brauchen die Chips und dürfen es sich daher nicht mit China verscherzen. Also wird es am Ende zähneknirschend hingenommen, um die jeweils heimische Wirtschaft nicht zu gefährden.

    China mag zwar Taiwan unter Kontrolle bekommen können, aber nicht die Produktionsstätten von TSMC. Die dort betriebenen EUV-Belichter sind extrem komplexe Maschinen, die praktisch nur mit Remote-Unterstützung durch den Hersteller ASML betrieben werden können. ASML hat der US-Regierung zugesichert, die Maschinen stilllegen zu können, falls China Taiwan angreift.

    Falls China in Taiwan einfällt: ASML hat "Kill-Switch" für Lithografie-Systeme | heise online

    Im Falle eines chinesischen Angriffs würde es daher zu einen echten Crash kommen, da ein großer Teil der Weltproduktion von High-Tech-Chips ausfallen würde. Immerhin lassen Firmen wie Apple, AMD, NVidia und zum Teil auch Intel ihre Prozessoren bei TSMC fertigen. Dagegen wäre wohl markttechnisch gesehen der Iran-Krieg ein laues Lüftchen.

  • Sovereign : vielen Dank für deinen Beitrag.

    Ein höheres Alter hat Vor- und Nachteile. Zu den Vorteilen kann sicherlich gerechnet werden, daß man über ein bißchen Erfahrungen verfügt und schon so einiges erlebt hat (siehe Nr. 4241 und das konkrete Beispiel).

    Der wichtige Aspekt "subjektive Risikobereitschaft" sprich "individuelle Risikotoleranz" läßt sich vorab nur gedanklich (simuliert) sprich fiktiv durchspielen. In der Realität kann diese Simulation manchmal dem Praxistest nicht standhalten (Nr. 4241). Beim Aspekt "objektive Risikotragfähigkeit" ist das zumindest etwas einfacher und zuverlässiger zu definieren.

    Ja, das ist genau das, wovor ich mich auch ein wenig fürchte.

    Furcht oder gar Angst sind selten gute Ratgeber - das gilt auch im Bereich "private Finanzen". Überlegungen anstellen oder sich Gedanken machen den eigenen Finanzplan betreffend, halte ich aber für sinnvoll.

    Das Hoch der Vergangenen Jahre haben wir einer ungezügelten Globalisierung zu verdanken. Und jetzt sehen wir seit einigen Jahren das Gegenteil davon.

    Auch nach meinen Dafürhalten hat sich das globale sozusagen "Grand Design" bereits deutlich verändert ("geopolitisches Setting" - siehe auch Nr. 4.219).

    Für meinen Teil habe ich - jedenfalls bislang - meine Finanzaufstellung nicht geändert, da ich diese für ziemlich solide, robust und resilient halte. Obwohl ich meine Mittel aktiv bewirtschafte (Direktanlagen) verfolge ich eine kontinuierliche und ruhige Linie die Asset-Allocation betreffend. Die letzte signifikante Veränderung diesbezüglich habe ich Ende der 90er vorgenommen mithin liegt das also bereits über eine Vierteljahrhundert zurück.

    Da kann und muß aber jede(r) für sich die für sie/ihn "richtige" sprich passende Variante in Sachen "seiner" Asset-Allocation" finden.

    Da muss doch auch irgendwann mal die Abrechnung kommen...

    Apropos "Abrechnung": Der eigentliche Auslöser (oder Funken am Benzintank) kann auch aus einer anderen Richtung kommen als dem Aktienmarkt. Stichwort: Globale Verschuldung und die Anleihemärkte - um nur ein Beispiel aus diversen zu nennen.

    Nach meinen Beobachtungen sind die Leute (finanziell gesehen) am besten gefahren, die sich einen für sie stimmigen Finanzplan gemacht hatten - und diesen über die Jahrzehnte hinweg durchgezogen (durchgehalten) haben.

    Nur bei (ganz) wesentlichen "internen" Veränderungen (Mikroebene sprich "privater Bereich") oder "externen Veränderungen" (siehe das veränderte globale Grand Design) empfiehlt sich eine Überprüfung des Finanzplans inkl. der Asset-Allocation. Ob diese Überprüfung dann auch zu Veränderung beispielsweise der Asset-Allocation führt, hängt vom Einzelfall ab und insbesondere auch der Sichtweise und Einstellung des jeweiligen Protagonisten.

  • Sovereign : nun sind wir aber genau so schlau wie vorher.

    Wie schlau oder nicht schlau "wir" sind, muß sich denknotwendig meiner Kenntnis entziehen.

    Wenn Deine Erwartung diesbezüglich war,

    Ja, das ist genau das, wovor ich mich auch ein wenig fürchte. Das Hoch der Vergangenen Jahre haben wir einer ungezügelten Globalisierung zu verdanken. Und jetzt sehen wir seit einigen Jahren das Gegenteil davon. Da muss doch auch irgendwann mal die Abrechnung kommen...

    daß Dir meine Wenigkeit (oder jemand anders hier) den genauen Auslöser samt dem genauen Zeitpunkt für die "Abrechnung" (um Deine Formulierung zu verwenden) nennen kann, dann war vorprogrammiert, daß "Du nun genau so schlau wie vorher bist" ...

  • Ok, ist bei mir halt ein Mischportfolio.

    Knapp 60% Aktien-ETFs (50% USA, 25% Europa, 12,5% EM, 12,5% Japan/Asien, Übergewichtung SC, Untergewichtung China). Im Aktienteil -2,3% seit Jahresanfang.

    Ca. 40% EUR-Anleihen. Im Zinsteil -1,4%.

    Ca. 1% Zockerprodukte, aktuell insbes. S&P-Put und Magnificent7-Short (A4ANZ4). Seit Ende Januar +51% :love:

  • Was habt ihr alle mit Crash? Mein MSCI-World-ETF steht aktuell gerade mal 7% unter dem All Time High. Im Vergleich zu vor einem Jahr ist er gute 5% im Plus. Zum Zoll-Tief im letzten Frühjahr fehlen noch 18% Minus.

    Ja, es gäbe genug Gründe, dass es runtergeht, aber aktuell ist doch quasi nichts passiert.

  • Was habt ihr alle mit Crash? Mein MSCI-World-ETF steht aktuell gerade mal 7% unter dem All Time High. Im Vergleich zu vor einem Jahr ist er gute 5% im Plus. Zum Zoll-Tief im letzten Frühjahr fehlen noch 18% Minus.

    Ja, es gäbe genug Gründe, dass es runtergeht, aber aktuell ist doch quasi nichts passiert.

    Ja eben, es ist bisher (zu) wenig passiert, das ist (bisher noch) kein Crash.

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