Steuererklärung Frist

Am 31. Juli endet die Frist für die Steuererklärung

Udo Reuß Stand: 01. Februar 2019
Das Wichtigste in Kürze
  • Wer verpflichtet ist, eine Steuererklärung abzugeben, muss die Formulare bis zum 31. Juli des Folgejahres beim Finanzamt einreichen.
  • Lassen Sie sich von einem Steuerberater oder einem Lohnsteuerhilfeverein helfen, verlängert sich die Abgabefrist auf den letzten Februartag des übernächsten Jahres; für die Erklärung 2018 ist es wegen Schaltjahr und Wochenende sogar erst der 2. März 2020.
  • Versäumen Sie die Frist, müssen Sie mit Sanktionen rechnen. Möglich sind Verspätungszuschlag, Zwangsgeld, Steuerschätzung und Zinsen.
  • Ab 2019 werden Fristverstöße strenger verfolgt. Geben Sie die Steuererklärung 2018 erst im März 2020 oder später ab, dann müssen Sie für jeden verspäteten Monat mindestens 25 Euro Verspätungszuschlag zahlen.
So gehen Sie vor
  • Prüfen Sie zunächst, ob Sie eine Steuererklärung abgeben müssen. Falls nicht, haben Sie vier Jahre dafür Zeit und müssen auch keinen Verspätungszuschlag fürchten.
  • Hindert Sie eine längere Krankheit oder haben Sie einen ähnlichen triftigen Grund, beantragen Sie beim Finanzamt schriftlich eine Fristverlängerung. Bei der Formulierung hilft Ihnen unser Musterbrief.

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  • Geben Sie unbedingt bis spätestens Ende Februar des übernächsten Jahres Ihre Steuererklärung ab.
  • Merken Sie, dass Sie alleine nicht weiterkommen, dann können Sie einen Steuerberater oder, wenn Sie Arbeitnehmer oder Rentner sind, stattdessen einen Lohnsteuerhilfeverein beauftragen.

Der 31. Mai hat sich über Jahrzehnte bei Steuerzahlern als festes Datum eingeprägt. Ab 2019 dürfen Sie sich dauerhaft ein neues Datum merken: den 31. Juli. Das ist die neue allgemeine Abgabefrist für jährliche Einkommensteuererklärungen. Doch für die zwei Monate mehr Zeit gibt es im Gegenzug Verschärfungen bei einer verspäteten Abgabe.

    Wer muss eine Steuererklärung abgeben?

    Diese Abgabefrist gilt nur für Bürger, die zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet sind. Dazu gehören 

    • diejenigen, die einen individuellen Freibetrag haben, der die Lohnsteuer senkt, die sie monatlich abführen müssen (Ausnahme: Behinderten-Pauschbetrag);
    • ein zusammenveranlagtes Paar, das die Steuerklassenkombination 3 und 5 beziehungsweise 4 mit Faktor hat oder von denen einer die Steuerklasse 6 hat;
    • Steuerpflichtige, die mehr als 410 Euro an Lohnersatzleistungen wie Arbeitslosen-, Kranken-, Eltern- oder Kurzarbeitergeld erhielten oder
    • Arbeitnehmer, die neben dem Arbeitslohn weitere Einkünfte von mehr als 410 Euro haben, zum Beispiel Vermietungseinkünfte und
    • Selbstständige.

    Dies kann auch für Rentner gelten, wenn ihre steuerpflichtigen Einkünfte den Grundfreibetrag übersteigen.

    Auch wenn Sie das Finanzamt dazu auffordert, eine Erklärung einzureichen, müssen Sie die gesetzte Frist einhalten. Wenn Sie dann nicht pünktlich Ihre Unterlagen abliefern, droht Ihnen ein Verspätungszuschlag.

    Im ersten Schritt sollten Sie daher prüfen, ob Sie eine Einkommensteuererklärung abgeben müssen. Der Ratgeber Abgabepflicht hilft Ihnen dabei. 

    Falls Sie nicht dazu verpflichtet sind, dann haben Sie deutlich mehr Zeit und müssen weder Verspätungszuschlag noch Zwangsgeld oder Steuerschätzung fürchten.

    Wann müssen Sie die Steuererklärung abgeben?

    Erstmals für Steuerklärungen, die ab 2019 abzugeben sind, gelten neue Abgabefristen

    Abgabefrist 31. Juli ohne Berater 

    Für die Steuererklärung 2018 endet die allgemeine gesetzliche Abgabefrist für Steuerpflichtige, die sich nicht vom Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein beraten lassen, am 31. Juli 2019. Bis dahin muss die Steuererklärung beim Finanzamt eingetroffen sein.

    Das gilt unabhängig davon, ob Sie Papierformulare ausfüllen oder die Erklärung elektronisch übermitteln. Dazu können Sie das kostenlose Programm Elster-Formular der Finanzverwaltung oder ein anderes Steuerprogramm nutzen. Sie müssen die komprimierte Steuererklärung ausdrucken und unterschrieben bis zum 31. Juli 2019 beim Finanzamt abgeben.

    Alternativ können Sie als registrierter Nutzer Ihre Steuererklärung im Portal „Mein Elster“ erstellen und authentifiziert übermitteln, also elektronisch unterschrieben. Das ist dann komplett papierlos und auch kostenlos. Doch auf Steuerspartipps und Komfort müssen Sie dort weitgehend verzichten. Anders ist dies mit Steuersoftware, die Sie bereits zum regulären Preis ab 15 Euro kaufen können. Sie entscheiden, ob Sie die Erklärung elektronisch via Elster oder postalisch versenden.

    Spätere Abgabefrist mit Berater 

    Überfordert Sie die Erstellung und rechtzeitige Abgabe der Steuererklärung, dann ist eine professionelle Unterstützung eine Möglichkeit. Ein Steuerberater darf alle beraten, ein Lohnsteuerhilfeverein hingegen nur Arbeitnehmer und Rentner.

    Wer sich professionelle Hilfe beim Steuerberater oder einem Lohnsteuerhilfeverein holt, bekommt automatisch sieben Monate Aufschub. So gilt grundsätzlich der letzte Februartag des übernächsten Jahres als Abgabefrist für Steuerpflichtige, die sich beraten lassen. Für die Steuererklärung 2018 gilt der 2. März 2020 als Abgabefrist. Schließlich haben wir 2020 ein Schaltjahr und der 29. Februar fällt auf ein Wochenende, sodass sich das Fristende auf den folgenden Montag verschiebt.

    Allerdings darf das Finanzamt vorab vom Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein die Abgabe einer Steuererklärung verlangen. 

    Und grundsätzlich kann die Behörde schriftlich einen individuellen Termin setzen. So kann sie beispielsweise einen Rentner anschreiben und ihn zur Abgabe bis zur gesetzten Frist auffordern. Solche Fristen sind verbindlich.

    Die neuen Abgabefristen gelten für die Einkommen-, Körperschaft-, Gewerbe- und Umsatzsteuer. Sie wurden im Steuermodernisierungsgesetz festgelegt.

    Lässt sich die Abgabefrist verlängern? 

    Noch mehr Zeit gibt es nur in Ausnahmefällen. Können Sie absehen, dass Sie den Termin nicht einhalten können, sollten Sie vorher beim zuständigen Finanzamt schriftlich eine Fristverlängerung beantragen

    Sie sollten Ihren Antrag begründen und einen neuen Termin nennen. Eine längere Krankheit, fehlende Belege oder ein Umzug sind Gründe, die Finanzbeamte normalerweise akzeptieren. Bitten Sie das Finanzamt, die Fristverlängerung zu bestätigen. Sie sind allerdings auf die Kulanz angewiesen und haben keinen Anspruch darauf.

    Bekommen Sie zeitlichen Aufschub, dann geben Sie bis dahin die Steuererklärung ab. Sobald die Frist abgelaufen ist, sind Sie im Verzug und müssen mit Sanktionen rechnen.

    Um eine Fristverlängerung zu erhalten, sollten Sie den Antrag begründen. Unser Musterbrief kann Ihnen bei der Formulierung helfen.

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    Was passiert, wenn Sie die Frist versäumen?

    Die späteren Abgabefristen haben ihren Preis. Der Fiskus wird strenger, wenn Sie den Termin nicht einhalten. Bislang hatten Finanzbeamte einen großen Ermessensspielraum, ob sie einen  Verspätungszuschlag festsetzen und wie hoch dieser ausfällt. Das ändert sich. Die neuen Regeln gelten für Steuererklärungen, die ab 2019 abzugeben sind; also erstmals für die Einkommensteuererklärung 2018. 

    Ein Verspätungszuschlag ist eine Geldstrafe des Finanzamts, wenn Sie eine Steuererklärung nicht oder zu spät abgeben. Diesen müssen Sie zusätzlich zur fälligen Steuer bezahlen. Gesetzlich geregelt ist der Verspätungszuschlag in Paragraf 152 Abgabenordnung

    Demnach gibt es den Ermessensspielraum nur noch dann, wenn Sie die Steuererklärung spätestens innerhalb von 14 Monaten nach Ablauf des Steuerjahres abgegeben haben. Bis dahin kann, danach muss das Finanzamt einen Verspätungszuschlag verlangen. Und auch die Höhe ist gesetzlich geregelt: Der automatische Verspätungszuschlag beträgt 0,25 Prozent der festgesetzten Steuer, aber mindestens 25 Euro pro angefangenem Monat.

    Beispiel: Ein Steuerzahler muss bis zum 31. Juli 2019 eine Einkommensteuererklärung 2018 abgeben. Er beantragt keine Fristverlängerung und reicht die Erklärung erst im März 2020 ein. Von August 2019 bis März 2020 sind es acht Monate Verspätung. Das Finanzamt muss deshalb mindestens 200 Euro als Verspätungszuschlag festsetzen.

    In bestimmten Fällen darf das Finanzamt selbst entscheiden: Ergibt der Steuerbescheid, dass Ihnen eine Steuerstattung zusteht, die Steuer mit 0 Euro festgesetzt wird oder Ihre Abgabefrist verlängert wurde, kann das Finanzamt auf den Verspätungszuschlag verzichten. 

    Es kann darüber hinaus noch weitere Sanktionen verhängen: Zwangsgeld, Steuerschätzung und Verspätungszinsen.

    Sie können sich mit einem Einspruch innerhalb eines Monats wehren. Auch bei einer Steuerschätzung bleiben Sie weiterhin verpflichtet, eine Steuererklärung abzugeben.

    Bis wann können Sie eine freiwillige Steuererklärung abgeben?

    Was viele nicht wissen: Viele Arbeitnehmer sind gar nicht dazu verpflichtet, eine Steuererklärung abzugeben. Das betrifft beispielsweise Ehepartner, die beide die Steuerklasse 4 haben. In solchen Fällen bleiben vier Jahre Zeit, eine freiwillige Steuererklärung abzugeben.

    Dazu ein Beispiel: Für das Jahr 2018 gilt Silvester 2022 als Stichtag. Bis dahin muss die Steuererklärung beim Finanzamt eingetroffen sein, entweder als Papierformular im Behörden-Briefkasten oder elektronisch via Elster. Im Finanzamts-Deutsch ist von der vierjährigen Festsetzungsverjährungsfrist die Rede. Wer diese versäumt, kann danach keine Steuererstattung mehr erwarten. 

    Die freiwillige Steuererklärung heißt im Formular übrigens „Antragsveranlagung“. Diese nannte sich früher Lohnsteuerjahresausgleich. Den gibt es zwar noch, doch heute ist damit ein anderes Verfahren gemeint: eine Korrektur der tatsächlich abgeführten Lohnsteuer, die der Arbeitgeber mit der Lohnabrechnung im Dezember durchführt.

    Tipp: Die späte Abgabe einer Steuererklärung kann sich besonders lohnen, wenn Sie zusätzlich zur Steuererstattung auch mit Zinsen vom Finanzamt rechnen können. Oft erhalten Steuerpflichtige erst nach Jahren zu viel bezahlte Steuern zurück, beispielsweise nach einem Finanzgerichtsurteil, das zu ihren Gunsten ergangen ist.

    15 Monate nach Ablauf des Kalenderjahrs, in dem die Steuer entstanden ist, beginnt der Fiskus stattliche Zinsen auf die Steuererstattung zu zahlen: 0,5 Prozent für jeden vollen Monat, also 6 Prozent im Jahr. Aber Achtung: Diesen Zinssatz müssen auch Sie zahlen, wenn das Finanzamt Sie zu Nachzahlungen verdonnert.

    Autor
    Udo Reuß

    Stand: 01. Februar 2019


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