Hilfe für Selbstständige & Unternehmen während der Corona-Krise

Corona: Wie Selbstständige und Unternehmen die Krise überbrücken

Dirk Eilinghoff Stand: 05. Juni 2020

Jede neue Woche bringt zurzeit weitere Lockerungen bei den Corona-Beschränkungen. Für die meisten Selbstständigen und Unternehmer bedeutet das, dass sie ihre Leistungen und Produkte inzwischen wieder anbieten können. Noch allerdings erschweren die Abstands- und Hygieneregeln den Geschäftsbetrieb. Bis die Umsätze wieder auf Vor-Corona-Niveau sind, dürfte noch einige Zeit ins Land gehen. In der Zwischenzeit helfen die milliardenschweren Programme des Bundes und der Länder die finanziellen Engpässe zu überbrücken.

Auch das umfangreiche Konjunkturpaket, das die Regierungskoalition in dieser Woche beschlossen hat, enthält eine Vielzahl wichtiger Hilfen. Etwa für kleine und mittelständische Unternehmen, die coronabedingt seit April massive Umsatzeinbußen erlitten haben:  Unternehmen bis zu zehn Mitarbeitern sollen bis zu 15.000 Euro erhalten. Einzelheiten über das Programm finden Sie im Abschnitt zu den Sofort- und Überbrückungshilfen des Bundes und der Länder am Ende dieses Ratgebers. Entsprechende Antragsformulare gibt es allerdings noch nicht.

Welche Hilfen können Selbstständige und Unternehmer zurzeit bekommen? Wer ist der richtige Ansprechpartner? Finanztip gibt Ihnen einen aktuellen Überblick.

Die Corona-Hilfen in der Übersicht

Zuschüsse als Sofort- und Überbrückungshilfe

Wenn Ihnen wegen der Corona-Maßnahmen Aufträge und Umsatz weggebrochen sind, springt der Staat bereits seit März unter bestimmten Voraussetzungen mit einem Zuschuss ein. Der Vorteil: Einen Zuschuss müssen Sie nicht zurückzahlen. Er belastet also Ihr Unternehmen nicht zusätzlich, wenn die Corona-Krise irgendwann vorbei ist. Für das erste Zuschussprogramm (Soforthilfe) stellte der Bund insgesamt 50 Milliarden Euro zur Verfügung. Allerdings konnten Sie diese Hilfe nur bis zum 31. Mai 2020 beantragen. Für die Monate Juni bis August ist ein weiteres Programm gerade in Vorbereitung. Beachten Sie daher die Hinweise zu den Sofort- und Überbrückungshilfen am Ende dieses Beitrags.

Günstige Kredite für Selbstständige und Unternehmen

Etwas weniger vorteilhaft als Zuschüsse sind staatlich geförderte Kredite: Dabei bekommen Sie zwar ebenfalls Geld in die Hand, doch müssen Sie einen Großteil davon später zurückzahlen. Die Kreditprogramme werden im Normalfall über Ihre Hausbank abgewickelt. Nutzen können die Kreditprogramm der KfW alle Unternehmen: Freiberufler, Selbstständige und kleine Gewerbebetriebe, aber auch mittelständische und große Unternehmen. Der Staat übernimmt über die KfW oder die Bürgschaftsbanken der Länder 80 bis 90 Prozent des Rückzahlungsrisikos für diese Kredite.

Als besondere Hilfe vergibt die KfW seit Anfang April zudem sogenannte KfW-Schnell-Kredite, die sie zu 100 Prozent garantiert. Auf eine sonst übliche Risikoprüfung verzichtet Ihre Hausbank daher. Eine detaillierte Aufstellung von Kreditprogrammen finden Sie ebenfalls am Ende dieses Beitrags.

Bürgschaften

Eine weitere Form der staatlichen Hilfe sind Ausfallbürgschaften. Mit diesen Bürgschaften übernehmen Förderbanken einen großen Teil des Risikos, wenn eine andere Bank einen Kredit vergibt. Das soll es gerade kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) sowie Freiberuflern erleichtern, einen Kredit von ihrer Hausbank zu bekommen.

Kurzarbeit wegen Corona

Neben diesen Finanzierunghilfen ist es wichtig, die Ausgaben Ihres Unternehmens zu verringern. Wichtigstes Mittel, wenn Sie Arbeitnehmer haben, ist Kurzarbeit. Damit passen Sie Ihre Personalkapazitäten (und -kosten) an den verringerten Bedarf an. Laut Zahlen der Bundesagentur von Anfang Juni erhielten im März 2020 bereits 2,02 Millionen Arbeitnehmer sogenanntes konjunkturelles Kurzarbeitergeld gezahlt. Da die wichtigsten Corona-Einschränkungen erst in der zweiten Märzhälfte eingeführt wurden, dürften im April und Mai noch einmal wesentlich mehr Personen diese Unterstützung erhalten haben.

Als zusätzliche finanzielle Erleichterung für Unternehmen hat die Koalition Ende April außerdem beschlossen, das Kurzarbeitergeld in der Krisenzeit anzuheben: Wer Kurzarbeitergeld für eine um mindestens 50 Prozent reduzierte Arbeitszeit bezieht, kann bis zu 80 Prozent des Nettolohns erhalten (87 Prozent für Haushalte mit Kindern), allerdings längstens bis Ende 2020. Außerdem werden die Hinzuverdienstmöglichkeiten erweitert. Die häufigsten Fragen und Antworten zum Kurzarbeitergeld beantwortet das Bundesarbeitsministerium in diesem Papier

Weiterführende Links zur Kurzarbeit finden Sie am Ende dieses Beitrags.

Steuern

Ein wichtiger Hebel bei der Ausgabenkürzung sind Ihre Steuerzahlungen. In der Krise sollten Sie möglichst kein Geld unnötig aus der Hand geben. Bei den Steuern heißt das: Passen Sie die Vorauszahlungen an Ihren geänderten Gewinn an und bitten Sie um Stundung (Aufschub) absehbarer oder bereits fälliger Steuern. Diese beiden Maßnahmen können Sie direkt mit dem Finanzamt oder mit Ihrem Steuerberater auf den Weg bringen. Von sich aus verzichten die Finanzämter bis Ende des Jahres darauf, überfällige Steuerschulden zu vollstrecken.

Zusätzlich zu diesen Maßnahmen hat das Bundesfinanzministerium einen Weg geöffnet, wie Sie sich bereits gezahlte Steuervorauszahlungen für das Jahr 2019 zurückholen können. Dafür müssen Sie oder Ihr Steuerberater pauschal einen Verlust für das Jahr 2020 ermitteln. Einzelheiten zu dieser Möglichkeit finden Sie auf der Seite des Bundesfinanzministeriums unter dem Stichwort Liquiditätshilfe für Handel, Kultur und kleine Unternehmen.

Soforthilfen des Staates müssen zwar versteuert werden, aber erst mit der Steuererklärung 2020, die Sie frühestens im Sommer 2021 abgeben werden. Weitere Informationen zu steuerlichen Maßnahmen gibt das Bundesfinanzministerium. Am 20. März 2020 hat das Ministerium diese Maßnahmen auch in einem BMF-Schreiben erläutert.

Zu den steuerlichen Maßnahmen gehört laut dem jüngsten Koalitionsbeschluss vom 22. April 2020 auch, dass die Mehrwertsteuer für Speisen in der Gastronomie ab dem 1. Juli befristet bis zum 30. Juni 2021 auf sieben Prozent gesenkt wird. 

Lesen Sie zu den Steuerfragen auch den Abschnitt „Das sind Ihre wichtigsten Ansprechpartner“.

Entschädigung nach Infektionsschutzgesetz

Ein Sonderfall von nicht-rückzahlbarer Hilfe bietet Paragraf 56 Infektionsschutzgesetz. Wenn Sie aufgrund von Quarantäne nicht arbeiten können, steht Ihnen für den Verdienstausfall nach dieser Regelung eine Entschädigung zu. Spätestens drei Monate nach dem Ende der Maßnahme müssen Sie dazu einen Antrag bei der zuständigen Behörde Ihres Bundeslandes stellen. Unter Umständen kommen Selbstständige über diese Regelung auch indirekt zu Krankengeld, falls sie länger krank sein sollten.

Aussetzung der Insolvenzantragspflicht

Als Teil des Corona-Gesetzespakets wurde die Pflicht zur Stellung eines Insolvenzantrags bis zum 30. September 2020 ausgesetzt. Sie können also Ihr Unternehmen erst einmal auch in einer Situation fortführen, in der Sie nach bisherigem Recht bereits Insolvenz beantragen müssten. Voraussetzung auch hier: Die Insolvenzreife muss auf die Corona-Krise zurückzuführen sein. Außerdem muss Aussicht darauf bestehen, dass das Unternehmen wieder zahlungsfähig wird.

Schutz vor Kündigung von Mietverträgen

Wegen der Corona-Krise hat der Gesetzgeber die Kündigungsrechte Ihres Vermieters zeitlich begrenzt eingeschränkt. Für Wohnungsmietverträge, aber auch für Gewerbe und Pacht gilt: Wegen Mietschulden aus dem Zeitraum vom 1. April bis zum 30. Juni dieses Jahres darf der Vermieter das Mietverhältnis nicht kündigen. Vorausgesetzt, Sie können glaubhaft nachweisen, dass Sie die Miete wegen der Pandemie nicht zahlen können. Nachholen müssen Sie die Zahlungen aber später trotzdem. Weitere Informationen für Mieter in der aktuellen Situation finden Sie in einem Link am Ende dieses Beitrags.

Zahlungsaufschub bei Gas, Strom, Telefon und Krediten

Für ihre privaten Gas-, Strom- und Telefon-Verträge können Selbstständige (wie auch alle anderen Verbraucher) zeitlich befristet bis zum 30. Juni die Gegenleistung verweigern – also schlichtweg die Rechnung erst einmal nicht bezahlen – ohne dass der Versorger Ihnen kündigen darf. Kreditraten, die zwischen dem 1. April und dem 30. Juni fällig werden, können Sie für jeweils drei Monate stunden, also später zahlen. Ursache für die finanziellen Engpässe muss natürlich immer die Corona-Pandemie sein.

Leichterer Zugang zur Grundsicherung / Arbeitslosengeld II

Auch Selbstständige können bei der Agentur für Arbeit Grundsicherung beantragen, wenn sie keine Mittel haben, um den Lebensunterhalt für sich und ihre Familie zu sichern.

Als Teil des Corona-Maßnahmenpakets wurde der Zugang zur Grundsicherung erleichtert. Im Rahmen dieses sogenannten Sozialschutz-Pakets gelten besondere Regeln für Freiberufler, Solo-Selbstständige oder Kleinunternehmer, die aufgrund der Corona-Krise einen Großteil ihrer Aufträge verloren haben:

Wer zwischen dem 1. März und dem 30. Juni 2020 Grundsicherung beantragt, muss sein Vermögen nur dann im Einzelnen nachweisen, wenn er (oder genauer gesagt die „Bedarfsgemeinschaft“, also etwa auch Ehepartner und Kinder) „erhebliches Vermögen“ hat – in der Praxis geht es um eine Summe über 60.000 Euro. Selbstgenutztes Wohneigentum zählt nicht. Außerdem dürfen Sie Ihr Erspartes in den ersten sechs Monaten, in denen Sie die Leistungen erhalten, behalten, wenn Sie unter der Höchstgrenze für erhebliches Vermögen bleiben.

Sie liegen unter dieser Grenze, wenn Sie etwa aus Girokonten, Sparbüchern, Schmuck, Aktien, Lebensversicherungen höchstens 60.000 Euro an Vermögen haben. Für Partner und Kinder liegt dieser Betrag bei 30.000 Euro. Liegen Sie darüber, können Sie unter Umständen immer noch die Grundsicherung erhalten, müssen aber im Einzelnen aufführen, was Sie an Vermögen haben. Dann reicht also nicht mehr der vereinfachte Antrag. Weitere Informationen finden Sie direkt auf der Seite Corona-Grundsicherung bei der Bundesagentur für Arbeit.

Im Rahmen des Konjunkturpakets vom 3. Juni soll dieser vereinfachte Zugang zur Grundsicherung nicht mehr nur bis 30. Juni möglich sein, sondern bis zum 30. September 2020.

Unterstützungspaket für Start-ups

Start-ups können grundsätzlich dieselben Programme wie andere Unternehmen nutzen. Allerdings sind sie häufig noch nicht lange am Markt und können auch keine Gewinne ausweisen. Daher erfüllen sie die üblichen Anforderungen der Banken an Kreditnehmer meist nicht. Deshalb hat der Bund ein gesondertes Unterstützungsprogramm für Start-ups und kleine mittelständische Unternehmen aufgelegt. Für diesen Start-up-Schutzschild stehen zwei Milliarden Euro bereit. Kern des Programms ist eine sogenannte Corona-Matching-Fazilität, bei der Wagniskapitalfonds zusätzliche öffentliche Mittel erhalten, um Start-ups zu finanzieren.

Corona und Selbstständige – das sind die wichtigsten Ansprechpartner

Bei den vielen Ankündigungen und Programmen den Überblick zu behalten, ist nicht einfach. Im Grunde sind es aber nur eine Handvoll Personen und Institutionen, die Sie ansprechen müssen.

Bank und Bankberater

Lassen Sie sich jetzt nicht von Erfahrungen in der Vergangenheit abschrecken. Ihre Hausbank ist in dieser schwierigen Situation einer der wichtigsten Ansprechpartner, der Ihnen helfen kann, diese schwierige finanzielle Situation zu überbrücken.

Besonders wichtig: Die Anträge für die Programme der staatlichen Förderbank KfW und der Förderbanken der jeweiligen Bundesländer laufen fast immer über die Hausbank. Mit den entsprechenden Bürgschaften der Förderbanken sollte sich die Hausbank wesentlich leichter tun, Kredite auszugeben. Sie trägt dadurch kaum ein Risiko.

Bei dem im April eingeführten KfW-Schnellkredit 2020 trägt die Hausbank sogar gar kein Risiko mehr. Der Kredit wird über die KfW zu 100 Prozent vom Steuerzahler garantiert. Eine klassische Bonitätsprüfung ist nicht mehr vorgesehen. Die Zinsen sind allerdings etwas höher als bei anderen, und den Kredit erhalten nur Selbstständige und Unternehmen, die mindestens zehn Mitarbeiter haben.

Zur Vorbereitung des Kreditantrags hat die KfW inzwischen eine eigene Seite eingerichtet, auf der Sie prüfen können, welches Programm für Sie und Ihr Unternehmen in Frage kommt.

Steuerberater und Finanzamt

Ihr Steuerberater kann Sie nicht nur dabei unterstützen, die fälligen Steuerzahlungen anzupassen. Zum Angebot eines Steuerberaters gehört in der Regel auch die betriebswirtschaftliche Beratung. Er kann also für Sie berechnen, welchen Finanzbedarf Sie bei verschiedenen Szenarien in der Corona-Krise haben und welchen Kreditbedarf Sie dementsprechend bei der KfW und anderen Förderbanken anmelden sollten. Außerdem hilft er Ihnen bei der Bereitstellung der notwendigen Unterlagen. Wenn Sie einen Steuerberater haben, klärt er direkt die Themen mit dem Finanzamt.

Sind Sie dagegen als Freiberufler oder Solo-Unternehmer ohne Steuerberater unterwegs, können Sie die Steuerzahlungen auch direkt mit Ihrem Sachbearbeiter beim Finanzamt besprechen. Aber auch, wenn Ihr Banker und Ihr Steuerberater gut sind: Besser im Bild sind Sie, wenn Sie sich vorab selbst einen Überblick verschaffen. Programme, die Sie für passend halten, können Sie dann gezielt ansprechen.

Weitere Ansprechpartner

Außer mit dem Banker und dem Steuerberater sollten Sie in dieser kritischen Situation mit all jenen sprechen, die für das Überleben Ihres Unternehmens wichtig sind: Das sind besonders Mitarbeiter, Kunden und auch Lieferanten.

Gerade in kleineren Unternehmen spielt auch der Vermieter eine Rolle. Beachten Sie, dass der Gesetzgeber auch in diesem Bereich bereits Erleichterungen beschlossen hat.

Vergessen Sie in dieser Krisensituation die örtlichen Medien, die Verwaltung, Ihre Kammern und Verbände sowie die politischen Mandatsträger auf Bundes- und Landesebene nicht. Je genauer diese wissen, wie stark die Folgen von Corona die lokale Wirtschaft treffen, umso besser. Suchen Sie also das Gespräch mit allen, die an politischen Entscheidungen mitwirken oder den Auftrag haben, Ihre Interessen zu vertreten.

Hier finden Sie weitere Informationen

Sofort- und Überbrückungshilfen des Bundes und der Länder

Wichtigster Zuschuss in der ersten Phase der Corona-Hilfsprogramme war die sogenannte Soforthilfe des Bundes für Kleinstunternehmen und Solo-Selbstständige und Angehörige der Freien Berufe. Die Soforthilfe bestand aus nicht-rückzahlbaren Zuschüssen zu den Betriebskosten. Allerdings war eine Antragstellung für die Soforthilfe nur bis zum 31. Mai möglich. Anträge, die bis zu diesem Datum gestellt wurden, werden von den zuständigen Behörden weiter bearbeitet.

Für die Monate Juni bis August hat die Regierungskoalition am 3. Juni ein Anschlussprogramm als Überbrückungshilfe beschlossen. Für dieses Programm stellt der Bund bis zu 25 Milliarden Euro bereit.

Wie sieht die neue Überbrückungshilfe für Selbstständige aus? Die Überbrückungshilfe sieht folgende Zuschüsse vor, einmalig, für die Monate Juni bis August und als Zuschuss zu den Betriebskosten:

  • für Unternehmen mit bis zu fünf Beschäftigten: einmaliger Zuschuss bis zu 9.000 Euro.
  • für Unternehmen mit bis zu zehn Mitarbeitern: einmaliger Zuschuss bis zu 15.000 Euro.
  • In begründeten Ausnahmefällen (siehe Berechnung der Erstattung) kann der Betrag sogar höher ausfallen.
  • Größere Unternehmen können sogar bis zu 150.000 Euro erhalten.

Wer bekommt die neue Überbrückungshilfe des Bundes? Mit dem Zuschuss unterstützt der Bund branchenübergreifend kleine und mittelständische Unternehmen. Das Eckpunktepapier nennt beispielhaft eine Reihe von Branchen, darunter etwa das Hotel- und Gaststättengewerbe, Caterer, Kneipen, Clubs und Bars, Jugendherbergen, Reisebüros, Schausteller und Messeveranstalter.

Die Hilfe ist allerdings kein Ersatz für den „Lohn“ des Unternehmers, sondern dient der Abdeckung der laufenden Betriebskosten (zum Beispiel der Miete für die Gewerberäume oder Leasingraten). Sie ist nicht gedacht für Personalkosten oder die Deckung der Kosten für die Lebenshaltung. Wer also etwa als Solo-Selbstständiger nur geringe Betriebskosten hat, kann über diesen Topf seine Umsatz- und Honorareinbußen nur zu einem kleinen Teil ausgleichen.

Unter welchen Bedingungen können Sie die neue Überbrückungshilfe erhalten? Die Corona-Krise muss für Sie und Ihr Unternehmen zu massiven Umsatzeinbußen geführt haben. Antragsberechtigt sind Sie, wenn:

  • Ihr Umsatz coronabedingt im April und Mai 2020 um mindestens 60 Prozent gegenüber den Vorjahresumsätzen zurückgegangen ist und
  • die Umsatzrückgänge in den Monaten Juni bis August 2020 weiterhin mindestens 50 Prozent betragen.

Wie hoch ist die Erstattung für den entgangenen Umsatz? Die Überbrückungshilfe ersetzt einen größeren Teil der fixen Betriebskosten Ihres Unternehmens. Die Hilfe ist wie folgt gestaffelt:

  • Die Überbrückungshilfe beträgt bis zu 50 Prozent der fixen Betriebskosten, wenn der Umsatzrückgang mindestens 50 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat beträgt.
  • Bis zu 80 Prozent der fixen Betriebskosten gibt es, wenn der Umsatzrückgang bei mehr als 70 Prozent liegt.

Die Antragsfrist für das Programm endet spätestens am 31. August 2020. Das Geld soll bis zum 30. November 2020 ausgezahlt werden.

Wie kommen Sie an die Corona-Mittel? Zu der neuen Überbrückungshilfe gibt es bisher nur das Eckpunktepapier. Eine Antragstellung ist daher noch nicht möglich (Stand: 5. Juni). Allerdings zeichnet sich bereits ab, dass dieselben Behörden in Ihrem Bundesland zuständig sein werden, bei denen Sie auch die Soforthilfe des Bundes beantragen konnten.

Welche Behörde in Ihrem Bundesland zuständig ist, sehen Sie in der folgenden Tabelle (rechts auf den Pfeil gehen).

Corona-Soforthilfe: Übersicht über die zuständigen Behörden

Programme der KfW

Die staatliche Förderbank KfW hat angesichts der Krise das Sonderprogramm 2020 aufgelegt, dessen Mittel grundsätzlich unbegrenzt sein sollen. Unternehmen, die aufgrund der Krise vorübergehend in Finanzierungsschwierigkeiten geraten sind, erhalten so finanzielle Unterstützung. Mit dem Programm können sowohl Betriebsmittel als auch Investitionen finanziert werden. 

Anträge für die Programme der KfW können zum Teil bereits seit Ende März über die Hausbank gestellt werden. Eine Übersicht und weiterführende Links zu den Merkblättern einzelner Programme finden Sie beim Bundesfinanzministerium auf der Seite zu Hilfsprogrammen. Für wen welches Programm passt, zeigt auch diese Übersichtseite zur Corona-Hilfe bei der KfW.

Landeseigene Förderbanken

Auch diese Banken passen ihre bestehenden Programme an die Herausforderungen der Corona-Krise an und legen zum Teil Sonderprogramme auf. Einen einfachen Zugang zu den Förderbanken bietet diese Übersicht.

Bürgschaftsbanken

Im Zuge der Corona-Krise erweitern die Bürgschaftsbanken ihre Unterstützung für Unternehmen: Die Entscheidungen sollen besonders schnell getroffen werden, die Bürgschaftsobergrenze steigt von 1,25 auf 2,5 Millionen Euro. Eine Finanzierungsanfrage können Sie direkt über das Finanzierungsportal der Bürgschaftsbanken stellen. Sinnvoller dürfte es aber sein, sich bei der zuständigen Bürgschaftsbank zunächst zu informieren und mit diesen Informationen dann in das Gespräch mit der Hausbank zu gehen. Welche Bürgschaftsbank es in Ihrem Bundesland gibt, erfahren Sie hier.

Kurzarbeitergeld

Eine wichtige Maßnahme zur Bewältigung der Corona-Krise sind Verbesserungen beim Kurzarbeitergeld, die seit April in Kraft sind: Unternehmen können Kurzarbeit anmelden, wenn 10 Prozent der Beschäftigten vom Arbeitsausfall betroffen sind. Vorher waren dazu 30 Prozent Ausfall nötig. Außerdem wird die Bundesagentur für Arbeit die Sozialversicherungsbeiträge künftig vollständig erstatten. Beim Kurzarbeitergeld erhält der Arbeitnehmer rund 60 Prozent seines ausgefallenen Nettolohns ausgezahlt; wer Kinder hat, erhält 67 Prozent. Eine Übersichtsdarstellung über die Kurzarbeiter-Regeln in der Corona-Zeit finden Sie bei der Agentur für Arbeit.

Zusätzlich zu diesen Maßnahmen hat der Bundesrat abschließend am 15. Mai 2020 zugestimmt, dass das Kurzarbeitergeld unter bestimmten Bedingungen befristet bis zum Jahresende 2020 erhöht wird, wenn die Kurzarbeit länger andauert: Arbeitnehmer, die aufgrund von Kurzarbeit mindestens 50 Prozent weniger arbeiten, erhalten ab dem vierten Monat 70 Prozent beziehungsweise 77 Prozent (mit Kind) des Nettolohns als Kurzarbeitergeld. Ab dem siebten Monat erhöht sich dieser Prozentsatz noch weiter, auf 80 Prozent beziehungsweise 87 Prozent (mit Kind).

Die wichtigsten Fragen, die Selbstständige und Unternehmer zur Kurzarbeit haben, beantwortet die Agentur für Arbeit auf dieser Übersichtsseite.

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Die wichtigsten Fragen zusammengefasst

Welche Hilfen gibt es für Selbstständige & Unternehmen während der Corona-Krise?

Wer sind die wichtigsten Ansprechpartner?

Welche Hilfen gibt es speziell für kleine Betriebe?

Autor
Dirk Eilinghoff

Stand: 05. Juni 2020


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