Einmalanlage ETF mit 55 noch sinnvoll

  • Hallo,

    ich habe das Forum ein wenig durchstöbert aber finde mich nicht 100% wieder unter den sehr kompetenten Informationen, daher möchte ich meine Situation kurz beschreiben.

    Ich bin 56, im Moment mit Abfindung in einer TG und möchte in dieser Zeit erneut einen neuen Arbeitsplatz finden. Ziel ist Rente mit 63 mit entsprechenden Abschlägen. Worst Case Szenario wäre keine Arbeit finden, mit 58 2 Jahre ALG , danach die 3 Jahre aus eigenen finanziellen Mitteln überbrücken. Das würde finanziell klappen, wäre aber nicht die bevorzugte Lösung.

    Die finanzielle Situation sieht folgendermaßen aus:

    Ich habe folgende ETF`s als Sparplan mit den monatlichen Raten:

    Consors: Gesamtvolumen aktuell 50k

    • XTR.STOXX EUROPE 600 1C DBX1A7 mit 102,50 €
    • XTR.DAX ESG SCR.1D DBX0NH mit 102,50 €
    • X(IE)-MSCI WORLD 1C A1XB5U mit 500 €
    • XTR.MSCI WORLD SWAP 1C DBX1MW ruhend

    Smartbroker: Gesamtvolumen 15k

    • iShares MSCI ACWI UCITS ETF A1JMDF ( Einmalanlage )

    Es liegen ca 100k als Notgroschen auf dem Tagesgeldkonto und 200k mehr oder weniger länger ( max 3 Jahre auf diversen Langzeitkonten ). Ich weiß dass dies als Geldanlage weniger sinnvoll ist, da ich mit etwas Glück max. den Inflationsverlust ausgleichen kann.

    Ich würde gerne die Abfindung ( 150k ) in einen ETF investieren und dann frühestens ab 63 jährlich jeweils die empfohlenen 3% aus dem ETF entnehmen. Später mit zunehmendem Alter dann mehr, da mein letztes Hemd auch keine Taschen hat und auch niemand da wäre an den ich sonst denken müsste ( Soweit man das eben planen kann ).

    Nun zu meinen Fragen, macht das Sinn aus Expertensicht, oder habe ich einen schweren Fehler in meiner Denke ?

    • Macht es Sinn den gesamten Betrag direkt zu investieren oder zu parken und auf einen Einbruch , wie z.B.: DAX im vorigen Jahr zu warten und dann zu investieren, das Geld in der Zwischenzeit auf Tagesgeldkonten zu parken ?

    Aber wer weiß wann der nächste Einbruch kommt, im Moment ist die ganze Welt ja Irre und es passiert nicht viel. Das Einzige was mir jetzt einfallen würde wäre die KI Blase ( oder auch keine Blase ) und Taiwan.

    Empfohlen wird ja wenn Einmalanlage dann direkt, alles was danach kommt wird in den kommenden 10-15 Jahren wieder mehr als ausgeglichen.

    • Würdet Ihr die Summe Tagesgeld , Festgeld reduzieren und auch in einen ETF stecken ? 100k möchte ich mindestens frei zur Verfügung haben.
    • Smartbroker vs Consors: Smartbroker habe ich gewählt, weil ich mit kleineren Beträgen spekulieren wollte und habe dort auch einen ETF Einmalkauf getätigt. Ich bin sicher, dass Smartbroker seriös ist, trotzdem denke ich manchmal, hmm was ist wenn die ne Bruchlandung hinlegen, bin ich dann 100% Safe bei der Baader Bank ?
    • Sollte ich einen der Besparten wählen für die Einmalanlage oder wäre ein weiterer ETF sinnvoll, falls ja welcher und warum wäre er besser ?

    Viele Grüße

    Ratber

  • Kater.Ka 3. Januar 2026 um 16:21

    Hat das Thema freigeschaltet.
  • Wenn ich alles richtig verstehe (TG steht für Transfergesellschaft?), hast du jetzt 65.000 Euro in Aktien-ETFs und 300.000 in Tagesgeld und Festgeld. Das würde für die Komplett-Investition in einen ETF sprechen. Ob auf einmal oder in Tranchen, sagen dir dein Kopf und dein Bauch. Die Wissenschaft sagt: alles auf einmal.

    Was ich nicht weiß: Wie sind deine Chancen auf einen neuen Job? Kannst du was Nachgefragtes? Oder würdest du auch unter deiner Qualifikation arbeiten? Die Antwort auf diese Fragen bestimmt die Rahmenbedingungen für deine Geldanlage.

  • Wenn ich alles richtig verstehe (TG steht für Transfergesellschaft?), hast du jetzt 65.000 Euro in Aktien-ETFs und 300.000 in Tagesgeld und Festgeld. Das würde für die Komplett-Investition in einen ETF sprechen. Ob auf einmal oder in Tranchen, sagen dir dein Kopf und dein Bauch. Die Wissenschaft sagt: alles auf einmal.

    Was ich nicht weiß: Wie sind deine Chancen auf einen neuen Job? Kannst du was Nachgefragtes? Oder würdest du auch unter deiner Qualifikation arbeiten? Die Antwort auf diese Fragen bestimmt die Rahmenbedingungen für deine Geldanlage.

    Genau, Transfergesellschaft.
    Die Chancen kann ich selbst noch nicht genau abschätzen, aber das vorherige Gehalt werde ich nicht erreichen können.
    Qualifikation ist gut, aber das Alter nicht vorteilhaft, mal schauen.
    Danke und viele Grüße

  • Willkommen im Forum!

    Ich würde

    a) das Tages- und Festgeld auf 100.000 Euro reduzieren (das von Dir definierte Minimum). Ist eh ein ziemlich hoher Liquiditätspuffer, mit dem Du die Inflation voraussichtlich nicht kompensieren wirst. Als Alternative käme evtl. noch ein Geldmarkt-Fonds in Betracht.

    b) den gesamten Rest kannst Du entweder auf Deine bestehenden Aktien-ETFs verteilen und eine persönliche Gewichtung vornehmen (Deutschland-Europa-Industrieländer-Industrieländer + Schwellenländer); ich persönlich würde den gesamten Rest in den ACWI packen, denn dann bist Du so ziemlich in der gesamten Weltwirtschaft dabei.

    c) und über die Frage wie Du Deine Gelder am besten anlegen sollst das LEBEN nicht vergessen.

    Ich wünsche Dir viel Erfolg bei der Arbeitssuche und nach Deinem Berufsleben einen guten Übergang in den Ruhestand.

    Einmal editiert, zuletzt von ESch (3. Januar 2026 um 19:41)

  • Ich bin 56, im Moment mit Abfindung in einer TG und möchte in dieser Zeit erneut einen neuen Arbeitsplatz finden.

    Komm einfach heraus aus Deiner Tiefgarage, dort unten findest Du garantiert keinen neuen Arbeitsplatz!

    Ziel ist Rente mit 63 mit entsprechenden Abschlägen. Worst Case Szenario wäre keine Arbeit finden, mit 58 2 Jahre ALG , danach die 3 Jahre aus eigenen finanziellen Mitteln überbrücken. Das würde finanziell klappen, wäre aber nicht die bevorzugte Lösung.

    Die finanzielle Situation sieht folgendermaßen aus:

    Ich habe folgende ETFs ...

    Consors: Gesamtvolumen aktuell 50k
    Smartbroker: Gesamtvolumen 15k

    Es liegen ca 100k als Notgroschen auf dem Tagesgeldkonto und 200k mehr oder weniger länger (max 3 Jahre auf diversen Langzeitkonten).

    Du bist also Sicherheitssparer.

    Ich würde gerne die Abfindung (150k) in einen ETF investieren und dann frühestens ab 63 jährlich jeweils die empfohlenen 3% aus dem ETF entnehmen. Später mit zunehmendem Alter dann mehr, da mein letztes Hemd auch keine Taschen hat und auch niemand da wäre an den ich sonst denken müsste (Soweit man das eben planen kann).

    Nun zu meinen Fragen, macht das Sinn aus Expertensicht, oder habe ich einen schweren Fehler in meiner Denke?

    Ich plädiere regelmäßig dagegen, wenn ein Sicherheitssparer ruckartig in Aktien investieren will. Hättest Du in Aktien investieren wollen, hättest Du das schon viele Jahre tun können.

    Aber wer weiß, wann der nächste Einbruch kommt, im Moment ist die ganze Welt ja irre.

    Ein entscheidendes Moment für ein Aktieninvestment ist die Risikotoleranz des Anlegers. Wie hoch ist Deine? Wie weit (glaubst Du jetzt) dürfte ein Aktiendepot einknicken, bevor Du das Flattern bekommst?

  • Ein entscheidendes Moment für ein Aktieninvestment ist die Risikotoleranz des Anlegers. Wie hoch ist Deine? Wie weit (glaubst Du jetzt) dürfte ein Aktiendepot einknicken, bevor Du das Flattern bekommst?

    Es ist für einen Menschen in diesem Alter quasi völlig unmöglich solch eine hohe Summe auf einmal in einen Aktienmarkt zu stecken.
    Zumal dieser angeblich überbewertet ist.

    Ich würde aus psychologischen Gründen die Finger von so etwas lassen.

    Wenn erst einmal innerhalb von zwei Tagen 70.000 € verschwinden… nennen wir das mal Buch-Verluste, weil die Volksrepublik China Taiwan besetzt, gibt es schlaflose Nächte.

  • Ich würde gerne die Abfindung ( 150k ) in einen ETF investieren und dann frühestens ab 63 jährlich jeweils die empfohlenen 3% aus dem ETF entnehmen.

    Punkt 1 verstehe ich, Punkt 2 bei den vorhandenen Rücklagen und der Annahme, dass Du diese nicht (fast) vollständig vor Rente aufbrauchen musst, nicht (außer, es waren "die" ETFs gemeint). Aber natürlich kennst nur Du Deinen Bedarf in der Rente oder gar im Worst Case (oder ggf. auch mit Arbeit) vorher. Dass Du, ohne Kinder, beim ALG nur ca. 60% Deines letzten Nettos bekommst (das dürfte nach 2 Jahren Transfergesellschaft nur 60% des dortigen Lohns sein) ist Dir vermutlich klar.

    Den Rest hat Achim schon zusammen gefasst: es geht um Deine Risikotoleranz, wenn das Einmalinvest doch temporär einbricht.

    Genauso wirst Du wissen, warum Du neben einem Weltindex nicht nur Europa höher gewichtest, sondern zusätzlich auch noch Deutschland inkl. ESG (34 statt 50 Positionen).

    Ich würde bei meinem Risikoprofil und solchen Rücklsagen auf TG/FG die gesamte Abfindung in den iShares MSCI ACWI packen. Dann bin ich bei der Weltwirtschaft dabei, die m.M.n. auch dann weiter Gewinne einfährt, wenn sich Trump ganz Amerika einverleiben wird oder wenn sich die KI als nutzloser für viele Bereiche heraus stellen sollte wie bisher noch erhofft.

    Was soll Dir ein Abwarten bringen, falls Du wirklich investieren möchtest? Der dann wohl erhoffte Marteinbruch (warum dann nicht heute alle ETFs auflösen und beim Einbruch wieder investieren?) kann morgen oder erst in 5-7 Jahren kommen. Und wenn er so kurz ist wie im April, dann musst Du schon live vor der App sitzen und Dich trauen, genau im richtigen Moment zu kaufen. Warum kaufst Du dann, obwohl der Kurs noch weiter fallen könnte.

    Parallel würde ich, wenn nicht schon getan, prüfen, ob ich Teile des Tagesgeldes in Geldmarktfonds packe. Aber schon das hängt von der konkreten Tagesgeldanlege ab.

  • Mir ist die Situation noch nicht ganz klar. Versuche im ersten Schritt eine transparente Übersicht über Dein Vermögen und zukünftige Einkünfte zu machen. Da gehören auch so Sachen mit rein wie Rentenansprüche, Betriebsrenten, Lebensversicherungen, selbst bewohnte Immobilie, etc. Falls noch nicht geschehen eine Kontenklärung bei der GRV machen.

    Wie hoch wäre Dein Bedarf p.a., wenn Du tatsächlich drei Jahre bis zur Rente überbrücken musst?

    Wie hoch werden Deine Ausgaben im Alter sein und welche Rentenlücke erwartest Du?

    Insbesondere wenn noch eine Immobilie im Hintergrund existiert, wäre der Aktienanteil aktuell sehr niedrig und man könnte die Abfindung komplett in Aktien investieren. Das setzt natürlich voraus, dass Du diese Schwankungen ertragen kannst. Zum Glück hast Du schon ein wenig Erfahrung damit. In jedem Fall sollte genügend Geld sicherheitsorientiert angelegt werden, dass Du die Zeit zwischen Arbeitslosigkeit und Rente überbrücken kannst. Was mit dem Rest sinnvollerweise passieren kann, sollte man sich überlegen, wenn man einen kompletten Status kennt.

  • Danke Euch erst einmal für die zahlreichen und wertvollen Rückmeldungen !! Ja, ich war immer sehr sicherheitsorientiert mit Gürtel und Hosenträgern, bzw. scheinbar auch zu lange blauäugig was die Zeit nach dem Erwerbsleben betrifft, daher jetzt ein bisschen Risikobereiter. Immobilienbesitz ist keiner vorhanden.

    Rein rechnerisch beträgt die Rentenlücke ca 1000 € bei 80% vom letzten Netto im Worst Case Szenario. Mein "realer" berechneter Bedarf max 500€ ( so gut wie möglich ermittelt, hochgerechnet bis 85 mit jährlichem Puffer theoretischer Sonderausgaben und geringfügigem jährlichen Anstiegs des Bedarfs als Inflationsausgleich. )

    Tomarcy Warum unmöglich ? Ein paar Jährchen habe ich noch um zu sparen und Geld auszugeben ;). Natürlich würde es mich nicht kalt lassen wenn ich auf einmal 70k weniger im Depot hätte, aber den Verlust habe ich ja erst wenn ich zu diesem Kurs dann verkaufen würde, das wäre ja jetzt auch mit dem aktuellen Depot in kleinerem Maßstab der Fall. Da der Plan wäre 3% zu entnehmen, ohne an die Substanz zu gehen, sollte dies sich über die Jahre ausgleichen.

    @Achim Weiss Die Tiefgarage ist noch brandneu, und raus geht es da sobald es einen adäquaten Job gibt, die Vorbereitungen laufen. Ja, ich war immer Sicherheitssparer, hatte aber auch immer schon in Aktien investiert, mal mehr, mal weniger erfolgreich. Daher ist es kein ruckartiger Wechsel, nur die Summen werden höher.

    fotoman Nein die Rücklagen brauche ich nicht vollständig auf bis zum Renteneintritt, diese sollen auch die Rentenlücke verkleinern. Den Weltindex bespare ich am höchsten mit 500€ pro Monat, Europa und Deutschland mit jeweils 102,50€. Geldmarktfond habe ich noch nicht in Erwägung gezogen, müsste mich da mal informieren.

    90 Prozent Aktien Das habe ich soweit ermittelt und adjustiere entsprechend, wenn sich Änderungen ergeben.

    Viele Grüße

    Ratber

  • Statt 80 % vom letzten Netto macht es mehr Sinn 80 % vom (Netto - Sparrate) auszugehen. Schließlich fällt im Alter die Sparrate weg und hoffentlich auch ein paar weitere Ausgaben. Es schadet nicht, das noch mal genauer anzuschauen um abzuschätzen, welche Ausgaben später entfallen.

    Hast Du bei den 500 Euro berücksichtigt, dass Du bei vorgezogener Rente Abzüge haben wirst und auch noch Krankenversicherung und Pflegeversicherung abgehen werden?

    Für 500 Euro brauchst bei einer Entnahme von 3 % ein Kapital von 200k. Wenn es 250k sind, wären noch ein Sicherheitspuffer drin. Das kannst Du schaffen vermute ich. Allerdings klappt das mit einer 3 % Entnahme nur, wenn Dein Depot auf längere Sicht auch Erträge bringt. Dazu muss ein ordentlicher Teil in Aktien stecken. Die meisten Standardempfehlungen gehen von 60 % Aktien aus, nachdem Du aber eher nicht so risikobereit bist, kannst Du es auch mit 50 % versuchen. Dann wäre es aber besser wenn Dein Kapital etwas oberhalb von 200k liegt bei Rentenbeginn. Kannst Du Dir das vorstellen?

  • 90 Prozent Aktien Du hast Recht, die Sparrate müsste ich nicht mehr berücksichtigen. Im Moment wäre das Depot ja 215k wenn ich die Einmalzahlung in einen ETF investieren würde, dazu kommen dann noch bis 63, reine Sparraten ( ohne Berücksichtigung der Performance ) 59k ( 84x700€), was in der Summe dann 274k im Depot wären.

    Abzüge sind mit 14,4 Prozent berücksichtigt, KK und PV ebenso, nach aktuellen Werten. Das ist natürlich auch ein Unsicherheitsfaktor, da sich vermutlich mit der kommenden möglichen Rentenreform etwas ändern wird. Was genau wissen wir ja noch nicht, aber dass das Ganze nicht vorteilhafter wird, in Bezug auf diese Planungen, davon ist wohl auszugehen.

    Die Entnahme wollte ich dynamisch gestalten, eine Entnahme von 3% im Schnitt, aber monatlich was wirklich benötigt wird z.b: 0-500€, das wird sich zeigen. Wenn ich ohne Einschränkungen mit weniger auskommen würde, würde sich der Puffer ja erhöhen, bzw. wären die Auswirkungen einer zeitweisen negativen Entwicklung des Depots weniger schwerwiegend.

    Was wäre deine unverbindliche Empfehlung für einen passenden ETF, die Aufstockung eines der vorhandenen oder ein Anderer ?

    Hätte es aus steuerlicher Sicht einen Vorteil jährlich den Betrag zu entnehmen anstatt monatlich ?Der Steuerfreibetrag ist schon mit den anderen Zinseinnahmen TG und FG ausgeschöpft.

    Viele Grüße und Danke

  • Was wäre deine unverbindliche Empfehlung für einen passenden ETF, die Aufstockung eines der vorhandenen oder ein Anderer ?

    Hätte es aus steuerlicher Sicht einen Vorteil jährlich den Betrag zu entnehmen anstatt monatlich ?Der Steuerfreibetrag ist schon mit den anderen Zinseinnahmen TG und FG ausgeschöpft

    Die Wahl des ETF ist gar nicht so wesentlich, solange er kostengünstig und breit aufgestellt ist. Ich würde kurz vor dem Rentenalter einen mit Ausschüttungen bevorzugen. Das ist in der Entnahmephase günstiger. Man muss zwar auch mindestens so viel versteuern wie bei dem Thesaurierer, aber der Vorteil ist, dass man nach der Ausschüttung über den Nettobetrag direkt verfügen kann. Mein aktueller Favorit wäre der IE0000QLH0G6 Invesco FTSE All World.

    Nachdem mehr als die unbedingt notwendigen 200k im Investitionsteil zur Verfügung stehen können, ist die Frage wie hoch Deine Reserve sein soll. Je nach Risikobereitschaft könnte das alles über den 200k sein oder sogar noch ein wenig mehr (defensive Ausrichtung). Als Untergrenze würde ich den Bedarf für drei Jahre sehen also knapp 20k zuzüglich eines Notgroschens von vielleicht noch mal 10k. Wo Du Dich da einsortieren willst, musst Du selbst entscheiden.

    Ergänzend zu den Ausschüttungen würde ich in guten Börsenjahren mindestens einmal im Jahr die Reserve aufstocken. In schlechten Börsenzeiten würde ich vorrangig von der Reserve entnehmen ohne umzuschichten. Ein Auszahlplan würde das stur durchführen ganz egal, ob Du gerade Geld benötigst oder nicht und auch egal, ob gerade die Börse abgesackt ist. Steuerlich sind beide Lösungen gleichwertig. Ich würde einen Auszahlplan lediglich aus Gründen der Bequemlichkeit oder bei Gefahr von Senillität sehen.

  • Für 500 Euro brauchst bei einer Entnahme von 3 % ein Kapital von 200k. Wenn es 250k sind, wären noch ein Sicherheitspuffer drin. Das kannst Du schaffen vermute ich. Allerdings klappt das mit einer 3 % Entnahme nur, wenn Dein Depot auf längere Sicht auch Erträge bringt. Dazu muss ein ordentlicher Teil in Aktien stecken. Die meisten Standardempfehlungen gehen von 60 % Aktien aus, nachdem Du aber eher nicht so risikobereit bist, kannst Du es auch mit 50 % versuchen.


    Nicht wirklich. 3% p.a. Entnahme reichen ohne Erträge für 33 Jahre. Wegen des Renditereihenfolgerisikos in der Entnahmephase sollte der Aktienanteil niedrig sein falls man das Geld wirklich entnehmen will, z.B. weil man es braucht. Ich würde eher 30% Aktienanteil bei Rentenbeginn sehen, und dann linear abnehmend über die nächsten 30 Jahre.

    Bei einem höheren Aktienanteil darf man weniger entnehmen, wegen des Risikos eines crashes zu Beginn der Entnahmephase. Diese geringere Entnahme führt aber dazu, dass am Ende wahrscheinlich viel Geld übrigbleibt und man zum Reichsten auf dem Friedhof wird.

  • Kapitalist Mit einem Aktienanteil von 30 % schafft man auf lange Sicht gerade mal die Inflation auszugleichen. Steuern musst Du aber auch noch zahlen. Deine 33 Jahre stimmen nicht. Reicht dem TO das? Kann er sich das leisten? Wie willst Du den Ausgleich der Inflation für die Entnahme erwirtschaften? Mit jeder Entnahme wird das Kapital von Anfang an schrumpfen.

    Die meisten seriösen Finanzberater reden von 40-80 % Aktien im Alter. Bei generationenübergreifenden Vermögensplänen sind auch 100 % denkbar. Bei entsprechenden wissenschaftlichen Untersuchungen kommt in aller Regel etwas um 60 % bis 80 % Aktienanteil heraus als guter Kompromiss. Die Abhandlung von Cederburg empfiehlt extreme 100 %.

    Ein Puffer von mindestens 3 Jahren deckt mehr als 80 % aller Krisen ab. Wenn man in solchen Zeiträumen seine Ausgaben einschränkt reicht dieser Puffer dann sogar für 4-5 Jahre. Wenn man noch keine neuen Höchststände sieht, haben sich die Kurse nach der Zeit fast immer spürbar erholt. Wenn Du ein noch höheres Sicherheitsbedürfnis hast nimm meinetwegen 5 oder 6 Jahre von Anfang an. Damit hast Du dann 95 % aller Krisen ausgesessen und mit Einschränkung der Ausgaben wirst Du auch 8 Jahre überstehen, ohne die Aktien anfassen zu müssen.

  • Kapitalist Mit einem Aktienanteil von 30 % schafft man auf lange Sicht gerade mal die Inflation auszugleichen. Steuern musst Du aber auch noch zahlen. Deine 33 Jahre stimmen nicht. Reicht dem TO das? Kann er sich das leisten? Wie willst Du den Ausgleich der Inflation für die Entnahme erwirtschaften? Mit jeder Entnahme wird das Kapital von Anfang an schrumpfen.

    33 Jahre * 3% = 100%. Ohne Erträge wie ich schrieb. Praktisch gesehen wird er über Erträge am Geldmarkt die Inflation gerade so ausgleichen. Ob ihm das reicht muss er selber wissen. Natürlich schrumpft das Kapital durch die Entnahme. Am Ende sollte es bei 0 angelangt sein, das ist i.d.R. das Ziel des Entnahmeplans denn das letzte Hemd hat keine Taschen usw.

    Die meisten seriösen Finanzberater reden von 40-80 % Aktien im Alter. Bei generationenübergreifenden Vermögensplänen sind auch 100 % denkbar. Bei entsprechenden wissenschaftlichen Untersuchungen kommt in aller Regel etwas um 60 % bis 80 % Aktienanteil heraus als guter Kompromiss. Die Abhandlung von Cederburg empfiehlt extreme 100 %.

    Mit 80% Aktienanteil im Alter und 3% Entnahme ist das Risiko hoch, dass das Geld früh ausgeht (Renditereihenfolgerisiko). Kann man nur machen wenn man das Geld nicht braucht oder etwas für die Erben übriglassen will. Wer das Kapital aufbrauchen will und muss, braucht mehr Planungssicherheit.

  • Mit 80% Aktienanteil im Alter und 3% Entnahme ist das Risiko hoch, dass das Geld früh ausgeht (Renditereihenfolgerisiko).

    Wie hoch ist es denn (Wenn Du schon weißt, daß es hoch ist)?

    Mit 80% Aktienanteil im Alter und 3% Entnahme ist das Risiko hoch, dass das Geld früh ausgeht (Renditereihenfolgerisiko). Kann man nur machen, wenn man das Geld nicht braucht oder etwas für die Erben übriglassen will. Wer das Kapital aufbrauchen will und muss, braucht mehr Planungssicherheit.

    Darüber kann man lang diskutieren und auch Bücher schreiben.

    Wer sein Lebtag lang ausreichende Beträge in Aktien investiert hat, hat zum Eintritt in den Ruhestand vermutlich so viel mehr als ein Sicherheitssparer, daß er sich eine gewisse Unsicherheit leisten kann, also eher von seinem Bedarf ausgehen kann als von dem Betrag, den er sich leisten kann. Das sieht beim Sicherheitssparer anders aus, vermutlich schon deswegen, weil er weniger hat als der Aktionär. Aber der Sicherheitssparer ist ja schon gewöhnt daran, wie er mit festen Zinssätzen kalkuliert.

    :)

Passende Ratgeber für Dich

Von Finanztip-Experten fundiert recherchiert

Was Finanztip ausmacht
Finanztip Bewertungen