Sind Kinder zu teuer?

  • Manchmal frage ich mich, ob es uns zu gut geht und ob echte Not nicht doch der stärkste Motor für Erfindergeist und Leistungsbereitschaft ist.

    Zivilisationskritik vom warmen Daunenbett aus finde ich nicht sehr überzeugend. Dient wohl vor allem der Egopflege.

    Wollen Sie nicht wieder mal in Urlaub fliegen? Die Wochen ohne Beiträge waren wohltuend.

  • Der heutige als selbstverständlich empfundene Standard ist erheblich höher als vor Jahrzehnten.

    Man könnte sagen, das ist eine Folge der gestiegenen Produktivität, nur ist das eben nicht linear und nicht für jeden in gleicher Ausprägung erlebbar.

    So viele Alleinlebende gab es nie, Familie war immer auch eine Wirtschaftsgemeinschaft, teilweise über mehrere Generationen, mit Kinder betreuenden Großeltern, heute soll jeder für die selbst allein wirtschaftlich unabhängig existieren können, das wäre vor 50 Jahren gar nicht möglich gewesen. Das Mass an möglichem und gelebtem Individualismus ist erheblich gewachsen.

    Und heute scheitern gesunde Menschen trotz Unterstützung daran, sich etwas aufzubauen. Manchmal frage ich mich, ob es uns zu gut geht und ob echte Not nicht doch der stärkste Motor für Erfindergeist und Leistungsbereitschaft ist.

    Wäre dann der zynische Schluss daraus, dass wir dass wir echte Not geschehen lassen müssen um Erfindergeist und Leistungsbereitschaft zu fördern? Puh!

  • Irving das war einfach andere Zeiten.

    Der Gedanke stammt von Andreas Beck und ich fand ihn ausgesprochen erfrischend.

    In diesem Land wird ununterbrochen über das marode Bildungssystem und die angeblich fehlenden Aufstiegschancen für sozial Schwächere gejammert. Ich wundere mich, wie es so viele aus früheren Generationen geschafft haben, vermögend und erfolgreich zu werden und sogar Weltmarktführer mit zehntausenden Mitarbeitern aufzubauen. Oder einfach ,,nur" erfolgreiche Unternehmen zu erschaffen bzw. für sie leitend tätig zu sein.

    Sie kamen überwiegend aus Schulen, die aus dem letzten Loch pfiffen, oft ohne nennenswerten Zugang zu Büchern, ohne Studium, ohne Kapital. Kaum Geld und nicht selten nicht einmal genug zu essen.

    Entweder hatten damals auffallend viele Menschen außergewöhnliches Glück oder wir produzieren heute deutlich mehr Bequemlichkeit und Anspruchsdenken an die äußeren Umstände als früher.

    Auch wenn einige linke Gruppen mit Parolen wie „Wohnungsnot beenden“ durch die Straßen ziehen und andere behaupten, mehr bauen sei einfach unmöglich. Das wirkt recht ambitionslos für ein Land, das in wenigen Jahren aus einer zerbombten Mondlandschaft eines der lebenswertesten Länder der Welt aufgebaut hat.

    Vielleicht wäre es einen Versuch wert, die Beschwerden zu reduzieren und stattdessen aktiv anzupacken.:/ Das Argument „Früher war alles einfacher“ wird auf jeden Fall seit jeher von jeder Generation wiederholt. Für mich ist das nicht überzeugend und vermutlich war es das auch noch nie.

  • Ich sollte vielleicht mal wirklich tracken, was Kinder kosten, ist doch ganz interessant.

    das haben schon andere vor dir getan. Vielleicht hilft dir diese Vorlage 😜


    München, den 3. Februar 1932

    Sehr geehrte Tochter!
    Anläßlich unseres letzten Beisammenseins in München, am 5. August 31, gestatte ich mir, jetzt die Rechnung für deine Existenz zu übersenden und hoffe, dass du mit den Preisen einverstanden bist.

    Hebammenkosten, bezahlt am 21. September 1910Mk.

    20,--

    1 kleine Blechbadewanne"

    6,--

    lauwarmes Wasser 6 Jahre lang, tägl. 5 Pfg."

    219,--

    Schwammbenützung, 6 Jahre lang, tägl. 5 Pfg."

    108,50

    1 Wickelkissen und Babyausstattung"

    100,--

    Täglich 1 Liter Milch, ca. 6 Jahre lang, Semmelmus"

    438,--

    Schmerzensgeld bei Geburt, von Mutter billigst berechnet"

    100,--


    Schulzeit:
    Einschreibgebühr
    "

    2,20

    Schultoiletten"

    500,--

    Schulbücher"

    90,--

    Pause Frühstück
    Pause Nachmittagsstück m. Berücksichtigung von Samstag Nachmittag insges. 1386 Tage
    "

    29,--

    bis zu 21 Jahren tägl. Mittag- u. Abendbrot à 1,--"

    6.550,--

    tägl. bis zu ab 10 Jahre 1/2 l Bier à 30 Pfg."

    1.204,50

    Taschengeld von 7 - 21 Jahr"

    1.000,--

    5 x photographieren lassen"

    40,--

    Ärztl. Behandlung von 16 1/2 Warzen abätzen rechte Hand"

    120,--

    Kirchensteuer"

    200,--

    Schulsteuer"

    150,--

    Tägl. 1/5 l Kaffee à 15 Pfg."

    1.120,--

    Monatl. 1/2 l Wasser - unberechnet"

    -,--

    Bubikopf schneiden"

    5,--

    Kopfwaschen 6 Jahre lang, wöchentl. Mk. 3,--"

    936,--

    Barauslagen für Kino, Theaterbesuch, Bälle etc."

    3.570,--

    Kleidung vom 14. - 21. Jahr, pro Jahr Mk. 500,-- incl. Wäsche"

    3.144,--

    Unterricht Französisch, Englisch, Literatur"

    540,--

    Klavier- und Gitarreunterricht"

    700,--

    Reise nach Königsberg"

    83,--

    Briefmarken und Telephongespräche nach Königsberg"

    150,--

    Mk.

    24.625,20

    Bezugnehmend, daß du mein eigenes Fleisch und Blut bist, habe ich 10 % Ermäßigung zugestanden"

    2.462,50

    Mk.

    22.162,70

    Binnen acht Tagen zahlbar, da ich sonst zu meinem Bedauern gezwungen wäre, gerichtliche Schritte zu unternehmen.

    Mir vorzüglicher Hochachtung
    Karl Valentin

  • Wir brauchen noch jemanden, der bei dem Thema die Brücke zur korrupten EU und dem Euro als Fantasiewährung schlägt. Mein Gefühl sagt mir, da läuft sich gerade jemand am Spielfeldrand warm.

    Nee, da liegst Du falsch... bzgl. der bösen Euro-Einführung blickst besser zum bei mir minzfarbenen Immo- u. Aktienmillionär ins Ländle.

    Ich finde den € gut.

    Es ist fast wie im richtigen Leben, deswegen heißt das hier auch Erde und nicht Paradies.

  • Man kann eben nicht immer aus der Vergangenheit auf die Gegenwart und die Zukunft schließen. Zu der Zeit der Trümmerfrauen und des Wirtschaftswunders, mit denen hier Irving zu argeumentieren scheint, sind halt auch Zeiten gewesen, in denen Kinder "nebenher" funtionieren mussten. Meine Schwester (Jahrgang 1971) war im Laufgitter im Kuhstall, für ein paar Stunden alleine, als der Rest auf dem Feld oder im Werk war. Heute wäre das wohl eher undenkbar und würde das Jugendamt auf den Plan rufen ... damals war das eher verbreitet oder akzeptiert.

    Aber diese Zeiten haben sich schon in der Generation meiner Eltern (Jahrgang 1950) verändert, und so genossen deren Kinder unterschiedliche Erziehungstile, Aufmerksamtkeiten, Bequemlichkeiten und Wohlstandniveaus.

    Die Zeiten sind anders, und Kinder sind in unserer von Wohlstand und Individualismus geprägten Gesellschaft heute einfach teurer im Vergleich zur damaligen Zeit. Alleine schon deswegen, weil bei einem Doppelverdienerpaar, einer (leider meistens die Mutter) aufhört zu arbeiten oder in die Lifestyleteilzeit geht. Früher war Mutti sowieso zu Hause, weil ohne die Erlaubnis des Ehemannes weder Kono eröffnet werden konnte, oder der Ehemann ein Arbeitsverbot für die Frau ausprechen durfte ...

  • Jammern und äußere Umstände verantwortlich zu machen ist deutlich einfacher, als sich selbst kritisch zu hinterfragen und an der eigenen Situation zu arbeiten.

    Bei gesunden Menschen in Deutschland liegen die Ursachen meiner Erfahrung nach fast immer im eigenen Verhalten: Konsum, Weiterbildung, Einsatzbereitschaft.

    Wer sich aus einfachen Verhältnissen hochgearbeitet hat, empfindet dieses permanente Gejammer schlicht als schwer erträglich.

    Ich jammere nicht. Ich weise lediglich – als jemand, der selbst zu den oberen 10 % in Westdeutschland beim Haushaltsnettoeinkommen gehört – auf strukturelle ökonomische Entwicklungen hin, die langfristig allen gesellschaftlichen Schichten Probleme bereiten wird. Was nützt einem viel Geld, wenn es keine Menschen mehr gibt, die auch den Supermarkt reinigen oder dort an der Kasse sitzen?

    Natürlich spielen individuelles Verhalten, Weiterbildung und Einsatzbereitschaft eine Rolle. Das bestreitet niemand. Aber es greift zu kurz, alles auf persönliche Disziplin zu reduzieren. Wenn selbst Menschen mit mittleren Einkommen das Gefühl haben, dass reale Kaufkraft, Wohneigentum, Vermögensaufbau oder – damit wären wir wieder beim eigentlichen Thema des Threads – Kinder zu versorgen immer schwieriger werden, dann ist das ernst zu nehmen.

    Es kann aus meiner Sicht nicht der Normalzustand sein, dass Menschen gezwungen sind, ihr Erspartes, sofern überhaupt welches vorhanden ist, in riskante Assets zu investieren, nur um die Inflation auszugleichen. Andernfalls sind sie doppelt benachteiligt. Vermögenserhalt darf kein Zwang zur Spekulation sein. Aktuell ist es das aber.

    Das wertvollste Produkt, das man sich mit Geld kaufen kann, ist ein leerer Kalender.

  • Uiuiui. Immer wieder dieser aufstiegsmythos. Vom tellerwäscher zum millionär nur weil man pfiffig ist und bissl mehr arbeitet als die anderen.

    Empirisch vollkommen lächerlich, wenn man messbare Werte vergleicht. Einzelne die es geschafft haben belegen lediglich das es nicht unmöglich ist und nicht das es jeder schaffen kann.

    Sorry das ist einfach nicht richtig so wie du es schreibst.

  • Merabo : hier ist mal eine Zahl,die ich recherchiert habe:

    "Glück kann man nicht kaufen. Trotzdem kann es ganz schön teuer werden. Durchschnittlich rund 148.000 Euro kostet ein Kind bis zum 18. Lebensjahr. Das hat das Statistische Bundesamt 2018 in einer Studie ermittelt. Die Mehrkosten für eine größere Wohnung oder Verdienstausfall, wenn die Eltern ihre Arbeitszeit reduzieren, sind da noch gar nicht drin."

    Quelle: https://www.commerzbank.de/privatkunden/w…ostet-ein-kind/

    Heute endet die Unterstützung für ein Kind eher nicht, wenn es 18 Jahre alt wird. Unterhaltspflichtig sind Eltern bis zum Abschluss der ersten Ausbildung. Macht es Abitur und fängt dann ein Studium an, kann man locker bis zum 22. oder 23. Lebensjahr rechnen. Ich würde sogar bis 25 Jahre kalkulieren. Dann endet auch Zahlung des Kindergelds.

    Da die beiden ältesten eine dänische Schule besucht haben, stand ihnen auch der Weg nach Dänemark offen. So hat die zweitälteste die Gelegenheit gehabt, als junge Erwachsene mit Anfang 20 in Dänemark das Abitur und anschliessend eine Ausbildung zu machen. Sie hat bis zum Abitur eine kleine Wohnung gehabt und vom dänischen Staat monatlich 600 € SU (Statens Uddannelsesstøtte - deutsch: staatliche Ausbildungsunterstützung) bekommen. Das gab es unabhängig vom Einkommen der Eltern ohne komplizierten Papierantrag und musste auch nicht zurückgezahlt werden. Wer einmal BAFöG beantragen musste weiss, was das bedeutet.

    https://www.studieren-in-daenemark.de/110,1,daenisch…foerderung.html

    ;)

  • Zur Verwendung des Kindergeldes kann ich beitragen, das unsere 2 Kinder ab ca. dem 15. Lebensjahr das Kindergeld komplett erhalten haben. Davon waren Hobbys, Schulsachen (außer Bücher), Kleidung, Ausgehen, Urlaube etc. dann zu bezahlen. Dies hatte den schönen Nebeneffekt, das Dinge, die man sich leisten wollte, im Vorfeld angespart wurden. Den ein oder anderen Zuschuss, Geburtstags- und Weihnachtsgeschenke gabs natürlich auch noch. Mittlerweile sind beide über 30 und schon lange mit einer ordentlichen Portion Finanzwissen im Erwachsenenleben angekommen.

    Ich habe meinen 1. Hausstand mit Apfelsinenkisten und Möbel vom Sperrmüll begonnen, habe nichts geerbt und hatte keine Unterstützung von Ämtern. Nun bin ich seit bald 2 Jahren gesund in Rente, die Kinder sind groß, die eigene Altersvorsorge war ausreichend und das Sparen hält weiter an. Während der Kleinkinderzeit allerdings war es eng mit einem Einkommen bis die Kinder in die Pubertät kamen. Dann ging auch meine Frau wieder halbtags arbeiten und hat die Miete+Nebenkosten "reingeholt". Familiäre Hilfe/Unterstützung gab es aus unterschiedlichen Gründen zu keinem Zeitpunkt. Ein Zusammenrechnen von Kosten fürs Kinderhaben kam und kommt nicht infrage. Ich kann auch die Leute nicht verstehen, die aus dem Kinderkriegen eine finanzielle Glaubensfrage machen. Mein 2 Cent zu Thema. :)

    PS: Aus Gründen kam ein Immobilienerwerb für uns ebenfalls nie infrage. Rückblickend eine gute Entscheidung, denn so haben wir dann doch ganz gut gelebt. ;)

  • Ich muss immer wieder an die Nachkriegsgeneration denken, der wir das Wirtschaftswunder zu verdanken haben. Jene Generation, die dieses Land aus einem Trümmerfeld zu einer der reichsten Nationen der Welt aufgebaut hat. Zahlreiche Patente, Weltmarktführer, das „Land der Dichter und Denker“, die besten Maschinen und Autos,...

    Was das Wirtschaftswunder angeht, bin ich ganz bei Dir. Was die Nachkriegsgeneration da unter widrigsten Bedingungen geschaffen hat, ist in der Tat beeindruckend. Damit man aber nicht in eine verklärende Nostalgie verfällt, die ich dir nicht unterstelle und auch nicht bei dir rauslese, will ich daran erinnern, dass nicht nur die Nachkriegsgeneration am Wirtschaftswunder mitgewirkt hat, sondern auch ältere Generationen und dass man Deutschland ab 1933 sicher treffender charakterisieren kann, als das "Land der Dichter und Denker".

  • radikaler Marktideologe

    Um möglichst kompakt in dem Kontext ("radikale Marktideologie") einen Realitätsbezug zu den Umständen - präziser Zuständen - hierzulande herzustellen:

    Das sog. Bruttoinlandsprodukt (BIP) gilt als zentrale Messgröße wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit von Ländern und dient oftmals als Referenzpunkt in wirtschaftliche Debatten für Schuldenregeln, Staatsquoten und Verteilungsfragen. Das BIP erfasst den Gesamtwert aller in einer Volkswirtschaft produzierten Güter und Dienstleistungen. Dazu zählen aber auch Investitionen, die lediglich den Verschleiß des bestehenden Kapitalstocks ausgleichen. Diese Abschreibungen gehen vollständig in das BIP ein, stehen jedoch weder für Lohnzahlungen noch für Gewinne oder staatliche Leistungen zur Verfügung ohne die wirtschaftliche Substanz anzugreifen.

    Deutlich genauer setzt das sog. Nettoinlandsprodukt (NIP) an. Dieses zieht die Abschreibungen vom BIP ab und misst damit jene Einkommen und Einnahmen, die tatsächlich zur Verteilung bereitstehen. Lange Zeit spielt dieser Unterschied in der politischen und öffentlichen Debatte kaum bis keine Rolle. Das birgt die Gefahr die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit zu überschätzen. Für Deutschland zeigt sich dabei ein klarer Trend: Der Anteil der Abschreibungen ist signifikant gestiegen von 11,2% im Jahr 1970 auf inzwischen 20,6% im Jahr 2025. Das bedeutet: Ein immer größerer Teil dessen, was als wirtschaftliche Leistung gezählt wird, dient lediglich dem Erhalt des Kapitalstocks. Oder, wie es Ökonomen eingedampft formulieren (Beispiel: Prof. Weichenrieder, Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre (Goethe Universität Frankfurt) und stellvertretender Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats beim Bundesfinanzministerium): Das BIP überschätzt sehr häufig die tatsächliche wirtschaftliche Leistungsfähigkeit. Ein stärkerer Fokus auf das NIP kann helfen, wirtschaftspolitische Debatten realistischer und kundiger zu führen.

    Zumal via Betrachtung des NIPs sich auch andere Bezugsgrößen transparenter und realistischer zeigen. Beispiel Staatsquote hierzulande: Statt ohnehin schon sehr hoher rund 50% Staatsquote (gemäß BIP) ergibt sich au NIP-Basis ein Wert von über 62 Prozent Staatsquote. Das Ausmaß staatlicher Aktivitäten ist also deutlich größer und zwar gemessen an den Einkommen, die tatsächlich verteilt werden können. Gleichzeitig untertreibt die BIP-Staatsquote das Wachstum der Staatstätigkeit. In dem Kontext: Auch die Schuldenquoten ändern sich bei realistischer NIP basierter Betrachtung signifikant. Ein Umstand, der in fiskalpolitischen Regeln bislang nicht berücksichtigt wird.

    Brüder im Geiste?

    Vor dem Hintergrund des oben Ausgeführten:

    Welche Staatsquote erscheint Dir als Kundigem in Sachen Volkswirtschaft - im Gegensatz zu meiner Wenigkeit als Finanz-Laie - denn zielführend und damit erstrebenswert ... ? Beispielsweise 80, 90 oder 100 Prozent Staatsquote ... ?

    Und: Wer sind dabei dann Deine "Brüder im Geiste" ... ?


    Last but not least - auch wenn ich (zum Glück) nicht Irving bin

    Seid ihr nicht ehr politische Buddies, Brüder im Geiste?

    Diesen Vergleich betreffend kann ich, ganz persönlich, im konkreten Fall nur mit einem "Da sei Gott vor" beantworten. Einerseits.

    Andererseits fällt mir in dem Kontext Irvings "Zielpfad: Von 5 Millionen Euro auf ..." nur ein Bonmot des legendären Bankiers Herrmann Joseph Abs ein - den ich noch die Ehre hatte vor Ort persönlich kennenlernen zu dürfen -, welches hier vom Tenor treffend ist:

    Frage: Was würden Sie machen, Herr Abs, wenn Sie 5 Millionen hätten ?" Antwort: "Dann müßte ich mich eben einschränken" ...


    Dir nichtsdestotrotz weiter ganz viel Glück mit Deinen privaten Finanzen - und Ideen !

  • Nur der guten Ordnung halber

    dem Euro als Fantasiewährung

    Bedauerlicherweise bildet diese Terminologie weder den Sachverhalt noch die Realität ab.

    Nach allen mir bekannten Regelungen und Gesetzen (angefangen vom Vertrag über die "Arbeitsweise der Europäischen Union" (AEUV - siehe da beispielsweise Art. 128) bis hin zum BundesBankG (siehe da beispielsweise § 14) ist diese Einheitswährung - in Form "auf Euro lautender Banknoten" (sprich Bargeld) - das "einzige unbeschränkte gesetzliche Zahlungsmittel" (innerhalb der Union bzw. der Eurozone).

    Es handelt sich also de jure und de facto (leider) nicht um eine "Fantasiewährung" sondern um eine real existierende Währung - wie auch die reale Eurokrise (2010 ff) und die reale (vorläufige) Eurorettung (ab 2012 ff) zeigen. Bereits in der Schublade der EZB liegende Programme (Beispiel: "Transmission Protection Instrument" (TPI) mit dem gezielten (!) und unbegrenzten (!) Ankauf von Staatsanleihen einzelner Länder (!)) bestätigen eindrucksvoll den erforderlichen und realen Dauerrettungscharakter in Bezug auf das Experiment der Einheitswährung (oder - siehe unten - in Bezug auf das "Esperantogeld").

    Von daher bin ich - jedenfalls im Alltag und hierzulande sowie in der Eurozone - gezwungen diese Währung zu verwenden. Ein weiteres eindeutiges Indiz das gegen eine "Fantasiewährung" spricht.

    Für meinen Teil treffen Formulierungen wie europäische "Einheitswährung" oder "Währungsexperiment" daher den Sachverhalt (um Längen) besser - als "Fantasiewährung" (an die Verwendung dieser irreführenden Begrifflichkeit kann ich mich von meiner Seite daher auch nicht erinnern ... ?!).

    Alternativ bietet sich idealtypisch natürlich

    "Esperantogeld"

    an.


    Um abschließend nochmal zu Fantasien (Phantasien) zu kommen:

    Als reine Phantasie hat sich zum einen herausgestellt, daß gemeinsame EU-Verträge den heilsamen Druck der Märkte ersetzen könnten und zum anderen, daß es bis zum heutigen Tag nicht gelungen ist, die strukturellen Konstruktionsfehler der Einheitswährung zu heilen (einheitliche Währung mit ebensolcher und zentralisierte Geldpolitik (EZB) bei weiter dezentraler auf nationaler Ebene befindlichen Wirtschafts-, Finanz-, Steuer- und insbesondere Fiskalpolitik - um nur ein ganz wesentliches Beispiel aus diversen Konstruktionsfehlern zu nennen. Das permanente Auseinanderfallen von Handlung und Haftung und der permanente Bruch samt Verwässerung der eigenen EU-Verträge sind weitere solche Beispiele).


    Dir nichtsdestotrotz weiter ganz viel Glück mit Deinen privaten Finanzen !

  • Und zum Kinderbekommen zwingt mich ja auch niemand.

    Würde ich als Mann nicht unbedingt unterschreiben wollen. Ein alter Bekannter von mir musste etwas über 20 Jahre für einen One-Night Stand zahlen. Und über gemeinsame Kinder hat er sich mit der Frau vor dem Sechs mit Sicherheit nicht unterhalten. ;)
    Nicht dass ich uns Männer in Schutz nehmen will. Wer den Spaß haben will, muss auch mit den Konsequenzen leben.