Gold behalten/verkaufen?

  • Guten Tag,

    Wir haben 2020 eine kleine menge Gold geschenkt bekommen. So um die 250g 22k. Das ist ja jetzt ordentlich gestiegen und keiner weiss was mit dem Goldpreis noch passiert. Ich will einfach nur mal ein paar gedanken von euch hören. Eventuell haben da manche mehr Erfahrungen und erwähnen etwas was ich nicht auf dem Schirm habe. Ich habe mal bei dem gold.de rechner nachgeschaut und es wäre ja schon eine ordentliche summe die man bekommen und woanders imvestieren könnte.


    Was wäre am besten? Soviel wie mögöich verkaufen und wirklich nur die Stücke behalten die einem ans Herz liegen?


    Gesamtportfoliowert berechnen und dann ca 10% von dem Gold im Portfolio behalten und rest verkaufen?


    Den erlös dachten wir entweder in unseren Etf stecken oder spliten und 50/50 in etf und btc. Das wissen wir noch nicht.


    Das Problem ist auch die Lagerung. Ein Schließfach mit Zusatzversicherung kostet auch geld. Viele Banken geben auch nur die Fächer an Girokunden. Wir sind aber eher bei Neobanken Kunden. Und daheim Gold zu lagern fühlt sich falsch an muss ich sagen.


    Was haltet ihr von dem allem und hättet ihr ein paar nützliche Informationen und Tipps?

  • Oder eine ganz andere Option, garnichts Verkaufen? Wir sind uns da noch unsicher.....

  • Oder eine ganz andere Option, garnichts Verkaufen? Wir sind uns da noch unsicher.....

    Die Frage ist doch, was man erreichen will. Wenn Du/Ihr dieses Gold als langfristige Versicherung gegen den Doomsday betrachtet, solltet Ihr das Gold behalten.
    Wollt Ihr einen gewissen Prozentsatz Eures Gesamtvermögens in Gold halten um damit Schwankungen im Gesamtvermögen auszugleichen, muss man halt regelmäßig rebalancen. Und das bedeutet eben verkaufen/kaufen des Assets damit der Anteil am Gesamtvermögen wieder passt.
    Eigentlich ganz einfach und doch so schwer.

  • Bei Deiner Angabe "so um die" bedeutet, dass es sich nicht um 1 Barren handelt, sondern um mehrere Unzen, Münzen, ... wie auch immer?

    Wir haben aktuell drei Unzen im Schließfach liegen, wie es der Zufall will haben wir drei Neffen/Nichten (unsere Erben) :S und die bekommen zu ihren 30. oder zur Hochzeit jeweils einen Kinebarren. Finden meine Frau und ich origineller als einen Betrag x zu schenken.

    Vielleicht passt sowas bei Euch ja auch...

    Es ist fast wie im richtigen Leben, deswegen heißt das hier auch Erde und nicht Paradies.

  • monstermania ich befürchte wenn besagter Doomsday kommt, dann werden wir ganz andere sorgen haben als das uns das bisschen Gold vor irgendwas rettet. Dann doch wirklich alles was keine schöne erinnerung/geschichte hat verkaufen und in etf stecken. Das wären so 200g die weggehen würden. BTC seit ihr keine Fans von denke ich? 😅

  • BTC seit ihr keine Fans von denke ich? 😅

    Gold hat sich halt als langfristige Krisenwährung bewehrt. Und zwar seit Jahrtausenden. BTC ist halt noch recht jung.
    Nach dem 3. WK wird man evtl. ein erstes Urteil fällen können. :/

    PS: Ich habe kein Gold außer etwas Schmuck. Und ich habe auch nicht vor in Gold zu investieren so lange ich kein höheres 6-stelliges Vermögen besitze. Wird in diesem Leben wohl eher nix mehr werden.

  • 250g 22k hört sich nach 8 Krügerrands an. Die Lagerung zuhause sollte da doch wohl kein Problem darstellen. Die angeblich so problematische Lagerung, die gerne von bestimmter Seite beschworen wird, ist reine Panikmache. Kleine Mengen, wie du sie besitzt, kann man in jeder Wohnung so unterbringen, dass sie in dem extrem seltenen Fall eines Einbruchs nicht entdeckt werden. Im schlimmsten Fall sind Beträge in der für dich relevanten Höhe (ca. 34.000 EUR) durch jede bessere Hausratversicherung abgedeckt. Davon mal abgesehen, ist es eine gute Idee, nicht darüber zu reden, dass man Gold besitzt.

    Du denkst also darüber nach, dein Gold zu verkaufen, weil du der Meinung bist, dass der Goldpreis aktuell hoch ist, und du befürchtest, dass er wieder fallen könnte? Aus meiner Sicht ist Gold kein Spekulationsobjekt. Wenn man welches besitzt, verkauft man es nur, wenn es unbedingt sein muss oder vererbt es irgendwann. Ein nicht zu unterschätzender Vorteil von Gold ist, dass niemand wissen muss, dass man es besitzt. Insbesondere nicht unser nimmersatte Staat.

    Wenn ich deinen Beitrag lese, habe ich jedoch den Eindruck, dass du dich mit dem Gold nicht wohlfühlst. Wenn das so ist, dann verkaufe das Gold und investiere es woanders. Aber immer daran denken: investiere nur in Sachen, die du auch verstehst. Versteht du Kryptowährungen?

  • Sich eine Obergrenze für die Position Gold zu setzen, macht für mich Sinn. Ich betrachte es als eine Art Doomsday Versicherung und bedaure rückblickend lediglich, dass ich nicht kleinteiliger gestückelt habe. Zugleich hat eine Portion Gold auch einen ausgleichenden Effekt im Depot was die Volatilität angeht. Mit 3 % fühle ich mich wohl, könnte aber auch mit 5 % noch gut leben. Über 10 % fände ich jetzt schon eine deutliche Wette.

  • Wie macht man eigentlich dem FA klar wenn der erlös auf dem konto landet und fragen gestellt werden, dass das gold zur Hochzeit geschenkt wurde vor 6 jahren und somit steuerfrei ist. Man hat ja keine Belege dafür. Es gibt ein Video von der Hochzeit.

  • Physisches Gold ist unpraktisch.

    Das mit dem "unpraktisch" wird im Auge des Betrachters liegen.

    Mein im Jahr 1999 wegen des Währungsexperiments "Einheitswährung Euro" - ein sozusagen weiteres Experiment im seit 1971 laufenden Experiment "Fiat-Money-System" sprich deckungsloses staatliches Papiergeld - gekauftes Gold als "Versicherung" gerade gegen dieses Experiment - hat sich gegenüber dem "Esperantogeld" Euro immerhin um den Faktor 16 oder 17 im Preis erhöht.

    Dabei wird es ebenfalls im Auge des Betrachters liegen, ob Gold nun wirklich so viel teurer geworden ist - oder das "Esperantogeld" Euro einfach immer wertloser geworden ist, so daß es immer mehr Einheiten "Euro" benötigt, um die gleiche Menge Gold zu erwerben.

    Das kann ich jedenfalls nicht als "unpraktisch" wahrnehmen.

    Auch mußte Gold meines Wissens - im Gegensatz zur Einheitswährung Euro (siehe 2010 ff) - nicht mit großem Aufwand vor dem Untergang gerettet werden ...

    Noch "praktischer" ist - aus meiner Sicht (und nicht nur der meinigen) -, daß diese "Versicherung" (Gold) - als sozusagen "stilles" und/oder "geräuschloses" Vermögen (könnte man auch als eine "Notreserve" ansehen) zudem eine Art Schutz vor einer immer übergriffiger werdenden und agierenden Obrigkeit dienen kann (Stichwort: Bestrebungen der EU zu einem EU-Vermögensregister - um nur ein Beispiel aus diversen zu nennen). "Conditio sine qua non" dabei natürlich: Das Gold wurde damals in physischer Form gegen Bargeld anonym erworben ohne Identifikationspflicht - aber natürlich mit Kaufbeleg (die Aufbewahrung desselben empfiehlt sich generell aber insbesondere auch aus steuerlichen Gründen).

    Zur Erinnerung: Diese Grenze (Identifikationspflicht) wurde übrigens seitens der Obrigkeit beim Goldkauf in den letzten Jahren sukzessive immer weiter abgesenkt (angefangen von 15.000 über dann 10.000 bis schließlich runter auf 2.000 €).

    Die Lagerung ist heikel, unsicher ...

    Aber doch eher nur in der Eurozone ... ?!

    Absolute Sicherheiten existieren im Bereich "private Finanzen" nicht. Nach meinen sehr langjährigen Erfahrungen sind da nur drei Sachen wirklich "sicher": Die Inflation, die Steuern und die mit jedem Investment verbundenen (mehr oder weniger hohen) Kosten sprich Gebühren.

    Für sehr geringe Mengen an Gold ist die Verwahrung meist das geringste Problem (Wertdichte).

    Für relevante Größenordnungen gilt: Es kann schon denknotwendig nur darum gehen, eine "möglichst" am wenigsten "unsichere" und "möglichst" am wenigsten "heikle" Verwahrung zu wählen. Dazu zählt auch eine "möglichst rechtssicherer" Region. Die Eurozone kann - nach meinem Dafürhalten (siehe den Umgang mit den die Währung betreffenden eigenen EU-Verträgen) - darunter schon lange nicht mehr subsumiert werden.

    Zum Thema Gold gibt es eben sehr unterschiedliche Einschätzungen und Haltungen.

    Zum Glück greift meines Erachtens auch da:

    Paragraph Eins - jeder macht Seins


    Dir nichtsdestotrotz weiter ganz viel Glück mit Deinen privaten Finanzen !

  • Wie macht man eigentlich dem FA klar wenn der erlös auf dem konto landet und fragen gestellt werden, dass das gold zur Hochzeit geschenkt wurde vor 6 jahren und somit steuerfrei ist. Man hat ja keine Belege dafür. Es gibt ein Video von der Hochzeit.

    Warum meinst du, dem Finanzamt etwas klar machen zu müssen? Nach dem Verkauf bekommst du eine Überweisung der XY GmbH auf dein Konto. Eine Überprüfung der Bank auf Geldwäsche dürfte negativ verlaufen. Für den unwahrscheinlichen Fall, dass die Bank nachfragen sollte, zeigst du denen den Verkaufsbeleg der XY GmbH. Weil immer wieder dieser Unsinn verbreitet wird: weder beim Kauf noch beim Verkauf von Gold meldet irgend jemand etwas an das Finanzamt.

    Auch schaut das Finanzamt nicht auf dein Konto. Du brauchst den Verkauf auch nicht bei deiner Einkommensteuererklärung anzugeben, da in diesem Fall nichts zu versteuern ist.

  • Glückwunsch zu dem tollen Geschenk und der überragenden Wertentwicklung!

    BTC seit ihr keine Fans von denke ich?

    Entscheidend ist: Versteht ihr, was ihr da kauft – und könnt ihr die Schwankungen aushalten? Pauschal den Ratschlag zu geben, in BTC zu investieren, halte ich für falsch. Investiert nur in Dinge, die ihr verstanden habt.

    Wenn ihr einen Teil in Bitcoin umschichten wollt, dann nicht aus FOMO oder weil es gerade gut klingt, sondern weil ihr euch bewusst für ein volatiles, langfristig gedachtes Asset entscheidet. Aktuell liegt Bitcoin rund 50 % unter dem letzten Allzeithoch. Antizyklisch betrachtet ist das kein schlechter Einstiegsbereich. Aber es kann auch noch weiter runtergehen – das muss man emotional aushalten können, ohne nervös zu verkaufen. Basierend auf historischen Daten und der Zyklustheorie, wird Bitcoin vermutlich noch ungefähr bis Mitte / Ende des Jahres weiter korrigieren. An dieser Stelle kann es helfen, in Tranchen zu investieren.

    Wichtig: Bitcoin bringt Volatilität ins Portfolio. Das ist weder per se gut noch schlecht – es erhöht Chancen, aber eben auch Schwankungen. Wenn ihr also einen Teil des Goldes umschichten wollt, dann in einer Größenordnung, bei der euch selbst ein weiterer deutlicher Rückgang nicht aus der Ruhe bringt. Wenn ihr bei -50 % ruhig schlafen könnt und das langfristige „Big Picture“ für euch schlüssig ist, kann eine Beimischung Sinn ergeben. Wenn nicht, lasst es lieber.

    Das wertvollste Produkt, das man sich mit Geld kaufen kann, ist ein leerer Kalender.

  • Ich würd sie behalten...8 Münzen sind - wie oben schon geschrieben - sicher in Eurer Wohnung so sicher zu verstecken, dass ein potentieller Einbrecher diese nicht in weniger als 1 Stunde findet. Ich schätze am Gold die zusätzliche Diversifikation des Vermögens, die zudem noch unkorreliert mit anderen Anlage formen (ETFs etc.) ist.

    Gold hat eine extrem hohe Wertdichte und lässt sich im Fall der Fälle sehr leicht transportieren...

  • Ich würd sie behalten...8 Münzen sind - wie oben schon geschrieben - sicher in Eurer Wohnung so sicher zu verstecken, dass ein potentieller Einbrecher diese nicht in weniger als 1 Stunde findet

    Das finde ich sehr naiv. Versierte Einbrecher dürften die meisten dieser totsichereren Verstecke kennen.

    Zudem muss man ja auch noch für einen selber halbwegs praktikabel sein. Unter'm Fußboden oder im WC-Spülkasten verstecken dürfte damit eher ausscheiden.

    Zitat

    Gold hat eine extrem hohe Wertdichte und lässt sich im Fall der Fälle sehr leicht transportieren...

    Ja, davon profitieren auch diejenige, die sich auf spontane Besitzsübertragungen spezialisiert haben.

  • Das finde ich sehr naiv. Versierte Einbrecher dürften die meisten dieser totsichereren Verstecke kennen.

    Kommt das nicht darauf an wie man wohnt? In einer 1-Zi-Wo kann das Versteck zur Herausforderunge werden. In einem Haus ist es dann eher die Herausforderung sich zu erinnern wo man es todsicher versteckt hat.

    Ich bin mir sicher, mancher Eigentümer würde mit dem Einbrecher halbe-halbe machen, wenn nur endlich wieder die verflixten Goldmünzen auftauchen würden. ;)

  • Die Goldmünzen hinter einem 500€ Schein verstecken. Der ist dann zwar weg überstrahlt aber das Gold. ;)

    Bei den Verstecken fängt es ja schon an:

    Man meint schlauer zu sein als der Einbrecher.

    Ist das nicht so ähnlich wie mit Einzelaktien?

    Man meint schlauer zu sein als der Markt.

    Ich bin nicht schlau. Kaum Gold und kein Versuch den Markt zu schlagen.