6 Jahre auf Tagegeldkonto parken oder dann aus ETF Depot ziehen?

  • Das klingt doch schon sehr solide.

    Da würde ich es glatt riskieren, die 184k stehen zu lassen und nunmehr durchaus riskanter anzulegen. Wenn die Aktien in 6 Jahren schlecht stehen, muss man eben nochmals neu abschließen. Hauptsache die Darlehenssumme ist dann nicht mehr so groß.

    Das Geld, welches fristgerecht benötigt wird, gehört in eine Bundesanleihe mit der entsprechenden Endfälligkeit.

    Aaah, deswegen ja überhaupt der Post. Jetzt komm ich wieder ins Schwanken. War gerade sehr von Festgeld überzeugt.

    Bei mir spielt da der Kopf so eine große Sache. Wenn ich mir jetzt vorstelle, dass wir aus irgendeinem Grund die Mittel in sechs Jahren doch nicht zur Verfügung haben und wir den Kredit weiterlaufen lassen müssen, das fühlt sich gar nicht gut an. Aber es fühlt sich auch nicht gut an, dass unser Depot nahezu den gleichen Stand wie vor dem Hauskauf hat. Und es fühlt sich auch schlecht an, wenn sich das jetzt nach Jammern anhört, weil ich weiß, dass wir in einer ziemlich guten Situation sind...

  • Ich denke auch, dass mit sicheren Anlagen wie Tagesgeld, Festgeld und Geldmarkt-ETF kein positives Zinsdifferenzgeschäft möglich ist, von kurzfristigen Lockangeboten abgesehen.

    Sondertilgungen würde ich daher soweit möglich ausschöpfen. Für den großen Batzen Tagesgeld eine möglichst lukrative Parkmöglichkeit suchen (Vorschläge kamen ja schon)

    Namoni könntet ihr den Tilgungssatz erhöhen, also die monatliche Rate? Bei unserem Kredit war das einmal während der Laufzeit möglich. Wenn ihr sicher seid, deutlich mehr tilgen zu können, könntet ihr so im Laufe der Jahre den ein oder anderen Euro an Zinsen sparen.

    Wir sind schon recht hoch mit der monatlichen Rate. Klar, würde mehr gehen. Da ich selbstständig bin, traue ich mich das nicht. Manchmal läuft es super, aber irgendwas geht ja immer schief. Deswegen soviel Sondertilgung wie möglich.

  • Wir nutzen erst seit zwei Jahren die maximale Sondertilgung. Vorher war das nicht möglich, weil beim Haus noch Arbeiten anstanden. Von dem Geld das wir hierfür eingeplant hatten (wir haben tatsächlich mit mehr gerechnet) plus geschäftlichem Erfolg, der vorher nicht einplanbar war, ist die Ansparsumme entstanden. Beim Hauskauf war ich gerade frisch Mutter geworden und konnte nicht absehen, ob meine Selbstständigkeit weiterhin wirtschaftlich ist. Ging dann aber alles doch.

    Festgeld auf 5 Jahre ist jetzt auch der Weg, den ich dank euren Beiträgen hier am sinnvollsten finde. Und deine Idee mit der vorzeitigen Kündigung, also nicht nach den zehn Jahren, kam mir auch schon. Danke für dein Rechenbeispiel, ich denk da viel zu kompliziert! Das könnte tatsächlich eine Option sein. Die letzten Jahren liefen ja viel besser, als wir kalkuliert hatten ;)

    Danke dir vielmals!

  • Restschuld sind dann 220000. 184000 haben wir bereits. Jährliche Sondertilgung schaffen wir jährlich zu sparen und würden eben auch noch den Betrag bis zur Restschuld schaffen anzusparen. Zinssatz 2.5%

    Ist die Rechnung denn so, dass ihr nach 10 Jahren die übrigen 220.000€ angespart/sondergetilgt habt oder könnten diese auch schon früher erreicht sein?
    Ich bin im Team safety first und würde so lange in sichere Produkte sparen bis ich mit den noch fälligen Zinsen auf Guthaben sicher die Restschuld beisammen habe und dann erst auf ETF wechseln.

    Es liest sich ja so, dass dir dass auch lieber wäre, anstatt einen neuen Kredit aufnehmen zu müssen, weil der Aktienmarkt gerade im Keller ist.

  • Mal an alle hier, die hier so tolle Beiträge leisten!

    Vielen lieben Dank für euren ganzen Input!

    Mir ist jetzt einiges viel klarer geworden und ich werd mich am Wochenende mal hinsetzen und das alles angehen. Ich mag es halt bequem und hab seit Jahren alles bei der ING.

    Aber der grobe Plan steht: Festgeld auf 5 Jahre. Und das freigewordenen Extrakonto werde ich dann für monatliche Einzahlungen zum Ansparen der jährlichen Sondertilgungen nutzen. Einfach nur, damit es bisschen übersichtlicher ist.

    Danke nochmal!!!

  • Da ich selbstständig bin, traue ich mich das nicht. Manchmal läuft es super, aber irgendwas geht ja immer schief. Deswegen soviel Sondertilgung wie möglich.

    Dann wirklich besser Tages-/Festgeld.

    Wir waren in der gleichen Situation und haben alles auf das Hausdarlehen geworfen, obwohl einige im Bekanntenkreis das für dusselig hielten. Wäre es rückblickend gesehen finanziell sinnvoller gewesen, das Geld in den Aktienmarkt zu stecken? Keine Ahnung, hab's nie ausgerechnet. Möglicherweise nicht, denn die Sache ist schon 'ne Weile her. Aber in all den Jahren des Sparens und Sondertilgens gab es keine Panikattacken beim Blick auf den Aktienmarkt und das ist auch was wert.

    Ich würde es jederzeit wieder so machen.

    P.S. Hat sich sich mit Namonis Beitrag überschnitten. Trotzdem mal überlegen, ob Du nicht bloß treppenartig festlegst, also auf einen mittelfristigen Zinsanstieg spekulierst.

  • Ist die Rechnung denn so, dass ihr nach 10 Jahren die übrigen 220.000€ angespart/sondergetilgt habt oder könnten diese auch schon früher erreicht sein?
    Ich bin im Team safety first und würde so lange in sichere Produkte sparen bis ich mit den noch fälligen Zinsen auf Guthaben sicher die Restschuld beisammen habe und dann erst auf ETF wechseln.

    Es liest sich ja so, dass dir dass auch lieber wäre, anstatt einen neuen Kredit aufnehmen zu müssen, weil der Aktienmarkt gerade im Keller ist.

    Also, das Zehn-Jahre-Sonderkündigungsrecht ist bei uns im Jahr 2032. Wenn wir wie bisher weitersparen und unsere Sondertilgungen machen, beläuft sich die Restschuld auf die 220000, die wir bis dahin - eigentlich problemlos - angespart haben.

    @Meins23 hat das auch geschrieben mit dem vorzeitigen Kündigen. Daran hatte ich so gar nicht gedacht, aber ich denke, das wäre eine wunderbare Option, die ich mir jährlich nochmal genauer anschauen müsste.

    Und wir sind Team safety first auf höchstem Niveau! Aufrunden bei Ausgaben, Abrunden bei Einnahmen und alle möglichen worst cases mit einkalkulieren ;)

  • Also, das Zehn-Jahre-Sonderkündigungsrecht ist bei uns im Jahr 2032. Wenn wir wie bisher weitersparen und unsere Sondertilgungen machen, beläuft sich die Restschuld auf die 220000, die wir bis dahin - eigentlich problemlos - angespart haben.

    Ah ok. Also die 220.000€ sind schon abzüglich möglicher Sondertilgungen.
    Aber wenn ihr die problemlos ansparen könnt, ist doch alles top. Sehr komfortabel.

    Dann einfach solange weitersparen bis der Betrag erreicht ist, dann auf ETFs wechseln und ggf. früher kündigen. Ist doch ein schöner und vor allem beruhigender Plan.

  • Da muss jeder für sich den Weg finden, der passt. Ich habe selbst die Situation, dass in knapp 6 Jahren meine Festzinsvereinbarung ausläuft (1,4%) und mich dafür entschieden, während der Laufzeit keinen einzigen Cent Sonderzahlungen zu machen. Dafür habe ich eine feste Sparrate, die (in meinem Kopf) nur für dieses Darlehen reserviert ist und in einem weltweiten Aktien-ETFs läuft.

    In 6 Jahren schaue ich mir die dann aktuelle Lage an. Heißt also: aktueller Gegenwert meines ETFs und aktuelle Zinsangebote für ein weiteres Darlehen.

    Mit hoher Wahrscheinlichkeit (außer wenn die Zinsen bis dahin nochmal deutlich ansteigen) werde ich einfach eine Anschlussfinanzierung wählen und parallel weiterhin den ETF besparen, weil er tendenziell mehr Rendite abwirft als das Darlehen kostet.

    Ich verstehe den Ansatz, schnell schuldenfrei zu sein. Wenn ich auf der anderen Seite aber ein sattes Depot habe, das eine gute Wertentwicklung abwirft, schmerzt mich so ein Immobiliendarlehen da ziemlich wenig.


    Aber wie gesagt; da muss jeder für sich den Weg finden, mit dem er sich wohl fühlt. Das ist entscheidender als der letzte Cent Performance-Optimierung.

  • Da muss jeder für sich den Weg finden, der passt. Ich habe selbst die Situation, dass in knapp 6 Jahren meine Festzinsvereinbarung ausläuft (1,4%) und mich dafür entschieden, während der Laufzeit keinen einzigen Cent Sonderzahlungen zu machen.

    1,4% sind bezüglich Sondertilgung ja auch eine völlig andere Ausgangslage.
    In ETFs würde das Geld bei mir dennoch nicht fließen.

  • Ich bereue in der Tat ein bisschen, damals nicht weiter über Optionen nachgedacht zu haben. Aber ich war so fixiert darauf die Schulden möglichst schnell abzuzahlen. Im Nachhinein wäre es wesentlich intelligenter gewesen, statt möglichst viel Eigenkapital einzusetzen und dann für 0,9x% zu finanzieren deutlich mehr Schulden aufzunehmen. Selbst wenn der Zins dadurch auf 1,x% gestiegen wäre. Über 10-15 JAhre hätte das Eigenkapital am Aktienmarkt mit Sicherheit mehr Rendite erwirtschaftet.

  • 5325 und Micha-1

    Man kann natürlich lieber finanzieren und parallel in einen ETF investieren. Es muss einem aber klar sein, dass es ein Aktieninvest auf Pump ist. Das Zinsdifferenzgeschäft kann gut ausgehen, es kann aber auch nach hinten losgehen. Und bitte nicht vergessen, dass bei steigenden Zinsen der Aktienmarkt tendenziell nachgibt. 200k im ETF bei 2% Einlagenzins können bei einem Einlagenzins von 4% vielleicht nur noch 170k sein.

    Namoni macht aber ziemlich klar deutlich, dass sie eher vorsichtig unterwegs ist und sich zu den Sicherheitssparern zählt. Da ist eine Empfehlung, das Geld in den ETF zu schieben eher kontraproduktiv.

  • Artikel kommt gerade passend:


    Was sollten Anleger konkret prüfen, bevor sie in einen Cash-ETF investieren?

    Balzanella: Ich empfehle, auf drei Dinge zu achten.

    Erstens: Ist das Produkt ein regulierter europäischer Geldmarktfonds? Das steht im Prospekt oder im KIID. Wer dem europäischen Regulierungsrahmen für Geldmarktfonds unterliegt, muss strenge Vorgaben einhalten. Das ist der wichtigste Filter.

    Zweitens: Wie hoch ist die gewichtete Durchschnittslaufzeit des Portfolios? Bei einem echten Geldmarktfonds sind das maximal 60 Tage. Liegt dieser Wert höher, handelt es sich um einen Kurzläufer-Fonds – mit entsprechend mehr Zinsänderungsrisiko.

    Drittens: Was hält der Fonds wirklich? Nur Staatsanleihen? Unternehmensanleihen? Oder ein Sicherheitenkorb mit Aktien?

    https://www.dasinvestment.com/vanguard-euro-…&UID=rb8h9cgkjx

    (Anmeldung mit einer Mailadresse)

  • Ja, genauso ist die Situation. Wir gehen beide gern auf Nummer sicher und Schulden ist so gar nicht unser Ding.

    Danke dir!

    Ich persönlich ticke da zwar anders, aber ich kann euch da auch verstehen. Wenn einen fallende Kurse an der Börse schlaflose Nächte bereiten, dann lässt man besser die Finger davon.


    In diesem Falle würde ich dann von meinen Tipps gar nichts annehmen ;)

    Festgeld / Festgeldtreppe und gut is.

  • Ich mag es halt bequem ......

    Dann würde ich dir, bezogen auf Tages-/Festgeld, Raisin empfehlen. Man bekommt möglicherweise nicht immer das allerbeste Angebot, brauche ich persönlich aber auch nicht. Es ist jedenfalls super bequem weil man mit wenigen Klicks einfach das Konto wechseln kann(beim Festgeld natürlich erst nach Ablauf der Frist) und bin seit einigen Jahren sehr zufrieden :) Festgeld 5 Jahre aktuell bestes Angebot 2,97% über die Achmea Bank (Niederlande)

  • Festgeld 5 Jahre aktuell bestes Angebot 2,97% über die Achmea Bank (Niederlande)

    Da würde ich mir lieber gleich beim Neo-Broker für 1 Euro eine europäische Staatsanleihe kaufen. Belgien bringt sogar mehr für 5 Jahre und im Zweifelsfall Bundesanleihe mit 2,7 %,

    Warum: totale Flexibilität. Festgeld für fünf Jahre ist doch einfach Unfug.

  • Warum: totale Flexibilität. Festgeld für fünf Jahre ist doch einfach Unfug.

    Ich persönlich würde auch kein Festgeld über 5 Jahre anlegen aber TE war/ist ja davon überzeugt. Eine Festgeldtreppe kann Sinn machen wenn man Sicherheit bevorzugt und man sowieso nicht eher an das Geld muss.

    War aber auch nur auf Fest-/Tagesgeldanlagen im allgemeinen bezogen. Keine Antwort/Empfehlung auf die ursprünglich gestellte Frage.

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