6 Jahre auf Tagegeldkonto parken oder dann aus ETF Depot ziehen?

  • Namoni

    Wie lange wäre denn der Zinssatz von 2,5% garantiert?

    Weitere 5 Jahre?

    Allgemein finde ich 2,5% als Zinssatz gut, ich persönlich würde da einen Teil in Festgeld bzw sogar in iBonds/target maturity in Euro als Währung anlegen. Aber auch einen Teil in weltweite ETFs.

    Aber das ist nur meine persönliche Risikobereitschaft.

    Ich lese heraus, dass ihr das Haus gerne so schnell wie möglich abbezahlt haben wollt.

    Manche Menschen haben ungern Schulden.

    Das wäre für mich ein valides Argument, so viel Geld wie bereits möglich passend zum Termin in sechs Jahren sicher verfügbar zu haben. Ihr müsst euch dabei schließlich wohl fühlen.


    Allgemein muss man noch sagen, dass ihr bei diesen Zahlen (bereits 184k angespart) in einer sehr komfortablen Situation seid.

    Ihr könnt euch quasi kaum wirtschaftlich ruinieren. Egal, wie ihr das Geld anlegt.

    Gutes Gelingen :)

  • Würde mir erst in den letzten 3 Jahren einen Kopf um Sicherheit machen.

    Bitte keine Politikwissenschaftler und kein Marcel Fratzscher mehr im TV.

    Satt 300k+ Neubauwohnungen brauchen wir 300k+ Abschiebungen, um schnellere Arzttermine zu ermöglichen und Stadt- und Gemeindeabgaben zu senken.

  • Sondertilgung ergibt bei 2,5% Zinsen aber schon Sinn.

    Mit Kapitalertragssteuer musst du fast 3,5% Zinsen selber erzielen und das ist Risikolos nicht möglich.

    Also maximal Sondertilgen soviel wie geht und den Rest zwischen Sicher und Rendite aufteilen.

    Ich denke auch, dass mit sicheren Anlagen wie Tagesgeld, Festgeld und Geldmarkt-ETF kein positives Zinsdifferenzgeschäft möglich ist, von kurzfristigen Lockangeboten abgesehen.

    Sondertilgungen würde ich daher soweit möglich ausschöpfen. Für den großen Batzen Tagesgeld eine möglichst lukrative Parkmöglichkeit suchen (Vorschläge kamen ja schon)

    Namoni könntet ihr den Tilgungssatz erhöhen, also die monatliche Rate? Bei unserem Kredit war das einmal während der Laufzeit möglich. Wenn ihr sicher seid, deutlich mehr tilgen zu können, könntet ihr so im Laufe der Jahre den ein oder anderen Euro an Zinsen sparen.

  • Also die meisten Optionen haben die Mitforisten ja schon geschrieben. Und wenn ich dich richtig verstanden habe, dann nutzt ihr ja schon jedes Jahr die maximale Sondertilgung.

    Eine Frage hätte ich aber erst noch. Wieso habt ihr nicht von Anfang an eine höhere Tilgung vereinbart, wenn ihr so viel sparen könnt. Oder kommt das Geld aus einer Erbschaft, Schenkung, etc.?

    Ich würde zum einen gucken, ob ich die monatliche Annuität erhöhen kann, um so jeden Monat mehr zu tilgen. Außerdem würde ich das Geld auf Festgeld schieben. Das ist die einfachste, allerdings auch unflexibelste Lösung (Geldmarkt-ETF und Anleihen können natürlich jederzeit liquidiert werden). Auf der anderen Seite hast du keinerlei Kosten.

    Die Ayvens wurde mit 2,9% für 5 Jahre ja schon genannt und die Ayvens ist auch immer wieder Empfehlung von Finanztip. Hier musst du nur selbst die Kapitalerträge über die Steuererklärung angeben und bist somit zur Abgabe verpflichtet. Ob es vergleichbare deutsche Angebote gibt kann ich auf die Schnelle nicht sagen. Wenn hier jeder 90k auf die 5 Jahre anlegt, seid ihr auch bzgl. der Einlagensicherung auf der sicheren Seite.


    Abschließend würde ich aber noch eine andere Option in den Ring werfen. Nämlich die vorzeitige Kündigung des Kreditvertrages. Dann fällt zwar eine Vorfälligkeitsentschädigung an, diese beträgt aber bei der offenen Restschuld maximal 2.200 Euro. Hier müsste man rechnen, was sich mehr lohnt. Das Festgeld über 5 Jahre bei der Ayvens (2x 90.000 Euro) würde insgesamt 26.100 Euro Zinsen bringen, nach Steuern sind das 19.216 Euro. Jetzt müsstest du nur noch durchrechnen, wie viel Kreditzinsen ihr sparen würdet bei einer Kündigung (natürlich abzüglich der Vorfälligkeitsentschädigung). Hierfür kann ich den Annuitätenrechner vom Handelsblatt empfehlen. Da kann man zwei verschiedene Optionen parallel berechnen.

  • Hallo Naomi,

    ich würde so rechnen: ihr habt jetzt 184.000 €, die legt ihr in einem Geldmarktfonds o.ä. an zu ca. 1,9 % Zinsen. Um in 6 Jahren auf 220.000 € für die Restschuld zu kommen, müsstet ihr jeden Monat weitere 222,66 € zu 1,9 % anlegen (Sparplan in den GMF). Ich verlinke euch mal den Rechner von zinsen-berechnen.de, da könnt ihr mit den Zahlen spielen (Zins-, Steuersatz, Laufzeit, ... ändern).

    zinsen-berechnen.de

    Ich würde einmal im Jahr nach der Sondertilgung auch nach den aktuellen Zinssätzen für GMF... schauen und evtl. die Sparrate anpassen (sollten aber keine zu großen Abweichungen sein).

    Alle weiteren Sparraten können dann unabhängig von der Haustilgung je nach Risikoneigung in Aktien- und Geldmarkt-ETF angelegt werden.

  • Ui, das klingt spannend. Festgeld muss ich ja immer wieder neu anlegen, geht anscheinend nur maximal drei Jahre. Ich les mich ein, danke dir!

    Festgeld geht i.d.R. auch bis 10 Jahre (je nach Bank).

    Einfach mal hier schauen:
    https://www.finanzfluss.de/vergleich/festgeld/

    PS: Ich würde längerfristige Festgelder nur in soliden Ländern anlegen. Deutschland, Niederlande oder Österreich. Schweden/Norwegen sind zwar auch solide haben aber im Zweifel das Fremdwährungsrisiko.

  • Festgeld geht i.d.R. auch bis 10 Jahre (je nach Bank).

    Einfach mal hier schauen:
    https://www.finanzfluss.de/vergleich/festgeld/

    PS: Ich würde längerfristige Festgelder nur in soliden Ländern anlegen. Deutschland, Niederlande oder Österreich. Schweden/Norwegen sind zwar auch solide haben aber im Zweifel das Fremdwährungsrisiko.

    Länger als 3 Jahre würde ich persönlich nicht machen, nachdem ich bei meiner ersten und bisher einzigen Festgeldanlage vom Zins links überholt wurde.

  • Länger als 3 Jahre würde ich persönlich nicht machen, nachdem ich bei meiner ersten und bisher einzigen Festgeldanlage vom Zins links überholt wurde.

    Kommt immer auf den Einzelfall an. Wenn ich weiß, dass ich in genau 7, 8 oder 10 Jahren einen Immobilienkredit ablösen muss und der Zinsertrag im Vergleich zum laufenden Immobilienkredit attraktiv ist, kann man das schon machen.
    Im Nov. 23 gab es kurzzeitig 4,25% für 10 jähriges Festgeld. Wer dann 2018/19 für 1,x% eine 15-jährige Finanzierung abgeschlossen hatte und flüssige Mittel hatte, freut sich 2033/34 wohlmöglich über die komplette Ablösung seines Immobilienkredits.

    Und selbst wenn sich der Zins ändert, an den eigenen Konditionen der Immobilienfinanzierung ändert sich ja nix. Auch dann nicht, wenn Dich die Zinsentwicklung links überholt.

  • Restschuld sind dann 220000. 184000 haben wir bereits....

    Das klingt doch schon sehr solide.

    Da würde ich es glatt riskieren, die 184k stehen zu lassen und nunmehr durchaus riskanter anzulegen. Wenn die Aktien in 6 Jahren schlecht stehen, muss man eben nochmals neu abschließen. Hauptsache die Darlehenssumme ist dann nicht mehr so groß.

    Das Geld, welches fristgerecht benötigt wird, gehört in eine Bundesanleihe mit der entsprechenden Endfälligkeit.

  • Festgeld geht i.d.R. auch bis 10 Jahre (je nach Bank).

    Man hat aber genau das gleiche Zinsänderungsrisiko wie bei Anleihen am langen Ende. Wenn die Inflation anzieht und die Zinsen nach oben schießen, kann man ohne Probleme 20% und mehr mit einem langfristigen Festgeld verlieren. Mit einem Geldmarktprodukt ist das sehr unwahrscheinlich.

    Bei einem positiven Zinsdifferenzgeschäft wie es (wahrscheinlich) beim OP möglich ist, passt das schon. Ansonsten wäre ich vorsichtig mit langen Laufzeiten.

  • Ja, genauso ist die Situation. Wir gehen beide gern auf Nummer sicher und Schulden ist so gar nicht unser Ding.

    Danke dir!

  • Sondertilgung ergibt bei 2,5% Zinsen aber schon Sinn.

    Mit Kapitalertragssteuer musst du fast 3,5% Zinsen selber erzielen und das ist Risikolos nicht möglich.

    Also maximal Sondertilgen soviel wie geht und den Rest zwischen Sicher und Rendite aufteilen.

    Danke dir für die Bestätigung. Ich hab sehr viel rumgerechnet und bin zu dem Ergebnis gekommen, das weg mit den Schulden so bald wie möglich, der beste Weg ist.

  • Aufgrund der Thematik einer Darlehensablösung halte ich bis zu fünf Jahre für Festgelder für vertretbar. Ich würde die bereits beschriebene Zinstreppe bauen.

    Fünf Jahre klingt auch für mich gut. Hab mir jetzt das Festgeldkonto bei der akf genauer angeschaut. Wenn ich am Wochenende mehr Zeit habe, schau ich mir alles nochmal genauer an.

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