Hilfe der Crash kommt... (bald?) reloaded

KI-Zusammenfassung

: Droht wegen des Konflikts zwischen USA, Iran und Israel und der möglichen Sperrung der Straße von Hormus ein großer Börsencrash, oder bleiben Sparpläne und langfristiges Investieren der bessere Rahmen?

Droht wegen des Konflikts zwischen USA, Iran und Israel und der möglichen Sperrung der Straße von Hormus ein großer Börsencrash, oder bleiben Sparpläne und langfristiges Investieren der bessere Rahmen?

  • Mehrere Beiträge sehen hohe Risiken für Lieferketten, Energiepreise, Inflation, Zinsen und Tech-Bewertungen, andere halten einen Crash für nicht vorhersagbar und verweisen auf bekannte Risiken in den Kursen.
  • Aus der Community gibt es praktische Hinweise zu Cash für kurzfristige Ausgaben, größeren Einmalbeträgen, langen Verlustphasen bei Welt-ETFs und Risiken von Anleihen, Gold oder Bitcoin.
  • Ein Konsens zum Zeitpunkt oder Ausmaß eines Crashs entsteht nicht, doch viele Beiträge nennen langfristiges Investieren mit weiterlaufenden Sparplänen, während die Märkte später wieder Erholungen und neue Hochs zeigten.

Unsere Finanztip-Empfehlungen zu diesem Thema

Klickst Du auf eine Empfehlung mit *, unterstützt das unsere Arbeit. Finanztip bekommt dann eine Vergütung. Empfehlungen geben wir immer nur redaktionell unabhängig und nach strengen Finanztip-Kriterien. Mehr Infos
  • 20.10.2026

    Lieber Forumsfreund Mischu  schmutzfink und andere Crash-Freunde....

    Wer schnell in die Schlagzeilen kommen will, muss nur den nächsten Börsencrash prophezeien. Mit dem Hinweis, dass Aktien langfristige Unternehmensbeteiligungen sind, schafft man es dagegen kaum in eine Fußnote. Geduld macht eben keine Schlagzeilen.

    Wer regelmäßig den Untergang ankündigt, kann damit sogar berühmt werden. Ich erinnere mich persönlich noch gut an Paul C. Martin, den „Crash-Paule“ von damals zu Beginn meiner Börsenzeit in den 1980er Jahren. Und irgendwann kam tatsächlich ein Crash. Dann heißt es: „Ich habe es doch gesagt!“ Was die Anleger in den Jahren davor an Kursgewinnen und Dividenden verpasst haben, steht meistens nicht dabei.

    Deshalb erinnere ich zum x-ten Mal daran:

    Aktien sind ebenso wie Immobilien Sachwerte. Bei dieser Art der Geldanlage stehen die laufenden Erträge im Vordergrund. Bei vermieteten Immobilien sind das die Mieten, bei meinen Aktien die Dividenden.

    Über die Jahrzehnte sind diese Einnahmen erheblich gewachsen. Gemeint ist dabei die jährliche Steigerung der Ausschüttung, nicht die Dividende. Wenn eine Dividende beispielsweise um sieben Prozent jährlich wächst, verdoppelt sie sich in rund zehn Jahren. Dazu muss ich weder weitere Aktien kaufen noch jeden Morgen nervös die Börsenkurse prüfen.

    Mein Dauerbeispiel kennen manche hier vermutlich schon:

    In den 90er-Jahren habe ich für meine Kinder McDonald’s-Aktien gekauft. Die waren damals eifrige Kunden. Da dachte ich mir: Wenn schon regelmäßig Geld zur Firma wandert, darf ruhig auch etwas zurückkommen. Schwäbischer "Ruturn-on-Invest"

    Die damalige Dividende war ca. 60 Cent je Aktie. Inzwischen entspricht die zuletzt angekündigte Ausschüttung 7 Dollar je Aktie im Jahr. Also mehr als das 10-fache. Da können nicht einmal meine Mieteinnahmen als schwäbischer Vermieter mithalten.

    Dazwischen lagen sogar einige Börsenkrisen – aber auch viele Dividendenerhöhungen.

    Mit den Jahren interessieren mich der Kaufpreis immer weniger, aber zunehmend die laufenden Einnahmen und ihre Entwicklung. Bei einem vermieteten Haus lasse ich schließlich auch nicht jeden Morgen den Makler kommen, um zu fragen, was es heute wert ist.

    An der Börse bekommt man diesen Preis leider ständig präsentiert. Da vergisst man leicht, dass hinter der flackernden Zahl ein Unternehmen steht. Entscheidend ist für mich, wie sich dessen Geschäft entwickelt und ob es seine Ausschüttungen auch in Zukunft erwirtschaften kann.

    Wer wie ich langfristig von den Erträgen leben möchte, muss deshalb nicht bei jeder Crashwarnung gleich den Verkaufsknopf suchen. Viele meiner Aktien dürfen mich bis zum Lebensende begleiten. Was danach damit geschieht, können die Erben entscheiden. Die sollen schließlich auch noch etwas zu tun haben.

    Schöne Grüße von einem heute regnerischen Urlaubstag – immerhin ohne Kurssturz beim Wetter. Viel tiefer geht es gerade kaum.

    Euer McProfit

    Fast hätte ich es vergessen: Viele Neulinge im Börsengeschäft können es kaum glauben dass es zahlreiche Weltkonzerne gibt die seit mehr als 100 Jahren regelmäßig ohne Ausnahme jedes Jahr Dividenden zahlen. Viele Davon steigern diese sogar ebenfalls seit Jahrzehnten Jahr für Jahr. Das sieht man leider nicht auf den ersten Blick im Kursteil.

  • Fast hätte ich es vergessen: Viele Neulinge im Börsengeschäft können es kaum glauben dass es zahlreiche Weltkonzerne gibt die seit mehr als 100 Jahren regelmäßig ohne Ausnahme jedes Jahr Dividenden zahlen. Viele Davon steigern diese sogar ebenfalls seit Jahrzehnten Jahr für Jahr. Das sieht man leider nicht auf den ersten Blick im Kursteil.

    Das stimmt. Viele können es allerdings auch nicht glauben, dass über 99% aller Unternehmen Pleite gehen und es die allermeisten dividendenzahlenden Unternehmen von heute in 30 Jahren gar nicht mehr geben wird. Die durchschnittliche Überlebensdauer der größten US-Unternehmen (S&P 500) liegt bei unter 18 Jahren.

    Zitat von McProfit

    Wer wie ich langfristig von den Erträgen leben möchte, muss deshalb nicht bei jeder Crashwarnung gleich den Verkaufsknopf suchen. Viele meiner Aktien dürfen mich bis zum Lebensende begleiten. Was danach damit geschieht, können die Erben entscheiden. Die sollen schließlich auch noch etwas zu tun haben.

    Das funktioniert bei dir sehr gut, weil du über so viel Vermögen verfügst, dass dir die Ausschüttungen reichen. Das dürfte allerdings für die allermeisten User in diesem Forum nie der Fall sein. Sie müssen im Alter Anteile verkaufen. Teilweise sogar alle Anteile bis zum Lebensende, um davon die Lebenshaltungskosten und die horrenden Pflegekosten bezahlen zu können. Dann spielt es schon eine Rolle, ob ihre Aktien gerade 50 oder 60% im Minus liegen oder nicht. Warum? Weil dann das Geld vielleicht nicht reicht...

  • Wer wie ich langfristig von den Erträgen leben möchte, muss deshalb nicht bei jeder Crashwarnung gleich den Verkaufsknopf suchen.

    Dem ist so. Same here - Ansatz und Vorgehensweise betreffend - übrigens. Einerseits.

    Andererseits: Bei einer strukturierten Vorgehensweise (lege artis) gilt das aber auch für (alle) anderen Protagonisten

    Sorgen und/oder Bedenken lassen sich (relativ leicht) zerstreuen, wenn die Basics zum Thema "inhaliert" sprich verstanden wurden. Dazu gehört auch sich mit dem sehr wichtigen Thema der "objektiven Risikotragfähigkeit" und der "subjektiven Risikobereitschaft" sprich Risikotoleranz - den eigenen Fall betreffend - vorab zu beschäftigen.

    Dann sollte es zum einen gut gelingen, nicht bei "jeder Crashwarnung gleich den Verkaufsknopf zu suchen" (oder sogar zu drücken) und zum anderen ist dann auch das permanente - mehr oder weniger aufgeregte - "Gackern" über - früher oder später ohnehin unvermeidliche Crashs an den Börsen - eine eher überflüssige Übung.


    Dir wünsche ich weiterhin einen schönen, wohlverdienten Ruhestand und eine möglichst eiserne Gesundheit ... !

  • Lieber Forumsfreund @St.Irving, aber auch Sovereign und Mischu

    St. Irving! vielen Dank für Deine Hinweise. Dein Einwand ist berechtigt:

    Wer im Alter regelmäßig Anteile verkaufen muss, für den kann ein kräftiger Kursrückgang zum ernsten Problem werden. Und auch eine lange Dividendenhistorie bietet nur eine hohe Wahrscheinlichkeit aber keine absolute Sicherheit.

    Ich schildere hier immer meine persönliche Anlagestrategie und meine eigenen Erfahrungen aus über 40 Jahren Börse.

    Wenn das als eine Empfehlung für jeden Leser verstanden wurde, dann hätte ich mich deutlicher ausdrücken müssen.

    Bei mir reichen (in meinem Fall) die laufenden Erträge für den Lebensunterhalt. Das verschafft mir bei Kursschwankungen eine Gelassenheit, die jemand mit notwendigen Depotentnahmen verständlicherweise nicht haben kann.

    Deshalb betone ich immer wieder:

    Die Strategie muss zur persönlichen Situation passen. Ein junger Mensch beim Vermögensaufbau hat andere Voraussetzungen als jemand, der bereits von seinem Vermögen lebt. Dazu gehören auch Immobilien, Festgeld, Anleihen sowie Renten- und Pensionsansprüche. Der Depotstand allein erzählt nur einen Teil der Geschichte.

    Ich hoffe trotzdem, dass auch meine Erfahrungen aus einem größeren Depot für andere interessant sein können.

    Über Geld offen zu schreiben, ist allerdings eine kleine Gratwanderung:

    Was als Erklärung gedacht ist, kann schnell nach Angeberei klingen.

    Falls meine Beiträge einmal großspurig oder belehrend wirken, sagt es mir ruhig. Ich diskutiere hier schließlich auch, um etwas dazuzulernen. Mit 80 braucht man dafür gelegentlich etwas länger – aber ganz geschlossen ist die Annahmestelle noch nicht.

    Euer McProfit

  • 21.10.2026

    Hallo @Börsenfeger,

    hier meine kurze Antwort an Dich aus Saint-Tropez:

    Obwohl ich noch bis Ende Oktober in Südfrankreich bin, bekomme ich vom Wettergeschehen und den Unruhen vermutlich sogar weniger mit als Du. Ich habe hier keine Tageszeitung und verbringe auch nicht den ganzen Tag vor dem Fernseher.

    Gestern Vormittag hatten wir hier tatsächlich seit Langem wieder heftigen Regen. I

    n manchen Straßen konnte das Wasser nicht schnell genug abfließen. Gegen Mittag war der Regen aber bereits vorbei, die Sonne kam durch, und Geschäfte und Straßencafés füllten sich wieder. Dass es Marseille offenbar erheblich stärker getroffen hat, habe ich selbst erst im Fernsehen gesehen.

    Von den politischen Unruhen merke ich hier an der Côte d’Azur nichts.

    Die Bilder aus Paris kenne ich genauso wie Du aus dem Fernsehen. Die Ausschreitungen und Schäden sind schlimm. Allerdings kenne ich Paris durch regelmäßige Besuche und weiß, wie riesig diese Stadt ist. Aus den Bildern einzelner betroffener Straßenzüge sollte man deshalb nicht auf die Lage in ganz Paris oder gar ganz Frankreich schließen. Wie es dort heute im Einzelnen aussieht, kann ich von hier aus allerdings nicht beurteilen.

    Ähnlich war es bei den Waldbränden vor zwei Monaten: Auch davon haben wir hier in Saint-Tropez vor allem aus dem Fernsehen erfahren. Die Lage kann eben innerhalb derselben Region sehr unterschiedlich sein.

    Das war der Bericht vor Ort von McProfit – eine persönliche Momentaufnahme

    Viele Grüße
    McProfit

    P. S.: Es ist gerade 9.40 Uhr, und die Sonne kommt wieder durch und von meinem Ferienhaus habe ich Blick auf den Golfplatz und dort sehe ich bereits die ersten Spieler wieder

  • Ich kann das nur betstätigen, was McProfit schrieb. Ich war oft in Frankreich, während in den deutschen Medien der Eindruck vermittelt wurde, das ganze Land versinkt im Chaos. Teilweise war ich in derselben Stadt und alles war ganz normal.

    Diese Exzesse sind oft sehr lokal begrenzt, auf einzelne Viertel oder Straßen mancher Städte.

  • Ich kann das nur betstätigen, was McProfit schrieb. Ich war oft in Frankreich, während in den deutschen Medien der Eindruck vermittelt wurde, das ganze Land versinkt im Chaos. Teilweise war ich in derselben Stadt und alles war ganz normal.

    Diese Exzesse sind oft sehr lokal begrenzt, auf einzelne Viertel oder Straßen mancher Städte.

    Stimmt, Mai Krawalle in Berlin interessieren mich auch herzlich wenig wenn ich bei einem guten Glas Wein in meinem Rheinland sitze.

  • Stimmt, Mai Krawalle in Berlin interessieren mich auch herzlich wenig wenn ich bei einem guten Glas Wein in meinem Rheinland sitze.

    Och, es ist bisweilen ganz witzig mit Besuchern vom Land zum 1. Mai in das Hamburger Schanzenviertel zu gehen.
    Vor ein paar Jahren saßen wir mal draußen bei Schabi Fischimbiss als eine Hundertschaft mit Wasserwerfer an uns vorbei in Richtung Rote Flora rollte...

  • Diese Exzesse sind oft sehr lokal begrenzt, auf einzelne Viertel oder Straßen mancher Städte.

    Da können die gerade nicht betroffenen Bürger und Anwohner sowie Inhaber von nicht geplünderten und/oder zerstören Läden und Geschäften und Besitzer nicht abgefackelter Autos etc. pp. ja froh (und dankbar) sein - daß dies alles nur "sehr lokal begrenzt" ist ... So wie das abgefackelte, historische Rathaus, welches nur Limoges betraf ...

    Nur am Rande aber in dem Kontext: Für "sehr lokal begrenzt" sind 1.200 Festnahmen (laut "Der Spiegel": Premierminister Lecornu prangert "entsetzliches Ausmaß" an Gewalt an) eine eher erstaunliche Zahl. "Lokal begrenzt" sollte vielleicht eher in "gezielt" umgewandelt werden: Laut dem Premierminister hätten die "massiven Ausschreitungen die Schaltzentralen des Landes zum Ziel gehabt". Weiter: "Es ist offensichtlich, daß die Machtzentralen in Paris ins Visier genommen wurden: Der Elysee-Palast, der Regierungssitz, die Nationalversammlung".

  • Lieber Forumsfreund andiii_98, und britty und @ Boersenfeger und monstermania und nicht zu vergessen Mischu

    vielen Dank für den Hinweis: Man sollte sich auf das beziehen, was jemand tatsächlich geschrieben hat.

    Meine Antwort an Boersenfeger bezog sich auf unsere Eindrücke hier vor Ort an der Côte d’Azur. Von den Ausschreitungen in anderen Städten merken wir hier auch nur etwas aus dem Fernsehen.

    Die Restaurants sind unverändert gut besucht. Am Sonntag konnten wir in einem unserer Lieblingsrestaurants sogar erst für die „zweite Schicht“ ab etwa 14 Uhr reservieren.

    Mein „hier ist alles wie immer“ beschreibt also unseren Alltag in St.Tropez. Die Schäden und das Leid der Betroffenen nehme ich selbstverständlich ernst.

    Auch nach dem heftigen Regen gestern scheint hier heute wieder die Sonne. Die Reinigungstrupps haben heute morgen bereits die Blätter und Äste beseitigt, die Straßen sind wieder blitzsauber. Wie es dagegen in Marseille aussieht, kann ich aus eigener Anschauung nicht beurteilen. Dort war ich nicht.

    Genau darum ging es mir:

    Solche Ereignisse treffen bestimmte Orte und Regionen. Bei den Fernsehbildern entsteht aber leicht der Eindruck, ganz Frankreich stehe unter Wasser. Das entspricht jedenfalls nicht dem, was wir hier erleben.

    Die Aktienkurse habe ich übrigens heute noch gar nicht angesehen. Welche Folgen solche Ereignisse für Unternehmen und Branchen haben, wäre dann wieder ein Thema für unser Finanzforum.

    Viele Grüße McProfit

  • Hallo Boersenfeger

    für einen Langfristanleger wie mich, der nicht in Jahren sonden eher in Jahrzehnten denkt, ist die Kursveränderung von Aktien eines einzelnen ages so langweilig wie der berühnmte Sack Reis der in China gerade umgefallen ist.

    Ich weiß dass es Ironie von Dir war und ich weiß auch, dass Du mich kennst, dennoch musste ich natürlich darauf hinweisen es gibt ab und zu auch ein paar Neulinge hier.

    Gruss McProfit

Passende Ratgeber für Dich

Von Finanztip-Experten fundiert recherchiert

Was Finanztip ausmacht
Finanztip Bewertungen