Erfahrungen mit Brinell Finance

  • Hallo!

    ich habe mich bei Brinell Finance bzgl. Versicherungen und privater Altersvorsorge beraten lassen.

    Nun bin ich am überlegen, dort die empfohlenen Produkte abzuschließen, bin mir jedoch noch unsicher.


    Das Maklerunternehmen ist wohl noch relativ neu am Markt, weshalb ich noch keine vernünftigen Erfahrungsberichte im Internet finden konnte.

    Habt ihr Erfahrungen mit Brinell Finance gemacht?
    Insbesondere würde mich eure Meinung interessieren, ob es sich bei Brinell Finance um einen Strukturvertrieb, wie bei TauRes, DVAG, etc., handelt?


    Vielen Dank für Euer Feedback!

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  • AlinG 28. April 2026 um 09:29

    Hat das Thema freigeschaltet.
  • Spannend ist eher die Frage, was dir konkret vorgeschlagen wurde und ob das was taugt.

    Private Altersvorsorge in Verträgen wird als eher negativ gegenüber ETF gesehen, weil die Kosten höher sind und die Rendite oft kaum vorhanden ist.

  • Habt ihr Erfahrungen mit Brinell Finance gemacht?

    Moin und Herzlich Willkommen hier im FT-Forum

    Leider keine Erfahrung.

    grundsätzlich bin ich bei Berater immer ein wenig skeptisch und würde mir die Frage stellen: cui bono (vielleicht doch eher Verkäufer ?).

    Magst du uns noch ein wenig mehr zu den vorgeschlagenen Produkten erzählen. Soll es unbedingt eine Versicherung sein. Was spricht gegen eine Altersvorsorge DIY.

    Warme Empfehlung: das "neue" Buch von FT.

  • Hallo zusammen,

    vielen Dank schonmal für die Antworten!

    Hier nochmal ein paar konkretere Infos zu dem Produkt:

    Das Produkt ist myLife Invest Rente - Tarif FRIN. Es handelt sich dabei um eine Nettopolice.

    Kosten des Produktes: 60€ + 0,45% p.a.

    Kosten des Honorarberaters: 4900€ einmalig für Beratung und Finanzanalyse + 0,55% p.a. Servicegebühr.

    Das Produkt hat einen geringen garantierten Rentenfaktor von nur 19,63€, allerdings ist die Idee, dass die Auszahlung per Halbeinkünfteverfahren erfolgen soll, womit der Rentenfaktor irrelevant ist.

    Investiert werden soll in ETFs.

    Argumente des Beraters für die Altersvorsorge im Versicherungsmantel sind:

    - keine Vorabpauschale

    - Sparerpauschbetrag kann für andere Anlagen verwendet werden

    - Steuerersparnis, da Besteuerung im Alter mit dem persönlichen Einkommensteuersatz statt der Abgeltungssteuer


    Wie würdet ihr diese Empfehlung/Beratung beurteilen?


    In den letzten Tagen habe ich mich etwas schlauer über die DIY Vorsorge gemacht. Grundsätzlich spricht nichts dagegen, außer der Aufwand der selbst betrieben werden muss. Da scheint mir das Buch eine guter Guide zu sein, danke für den Tipp!

  • Ich würde das Angebot sehr kritisch sehen.

    Grundidee (ETF im Versicherungsmantel) ist in der Werbung immer okay, aber die Kosten sind schlicht zu hoch:
    Du zahlst effektiv ca. 1% p.a. laufend + 4.900€ am Anfang. Das ist für eine ETF-Strategie sehr viel und frisst dir langfristig einen großen Teil der Rendite weg.


    Für was möchtest du dieses Geld eigentlich überhaupt bezahlen?
    Warum willst du jemandem freiwillig so viel Geld geben?

    Die steuerlichen Vorteile klingen gut, werden aber oft zu positiv dargestellt:

    Keine Vorabpauschale ist nett, aber ein typisches Lockargument, um wieder jemanden in die Geilheit des Steuerspsrend zu bekommen

    Steuerstundung bringt nur was, wenn die Kosten niedrig sind

    Ein niedriger Steuersatz im Alter ist nicht garantiert

    Der Rentenfaktor ist außerdem ziemlich schwach – und zu sagen, er sei „egal“, halte ich für zu kurz gedacht. Das hört sich eher wie ein müder Scherz an.

    Meine Empfehlung: Finger weg!

    informiere dich in den nächsten Monaten ganz entspannt über die Realitäten bei solchen Geldgeschichten. Bitte hier genannten Literatur und auch den guten Seiten von zum Beispiel Hartmut Walz kommst du schnell dahinter, was das Problem an diesen Nettopolicen ist.

    Dem Verkäufer oder der Verkäuferin sagst du einfach ganz gemütlich, dass du vor dem Herbst überhaupt keine Entscheidung dazu treffen kannst, weil du dich erst in Ruhe informieren willst. Und zwar unabhängig.

    Das aber nur, wenn du mit dem oder der persönlich bekannt bist.

    Ansonsten einfach gar nicht mehr reagieren

  • In den letzten Tagen habe ich mich etwas schlauer über die DIY Vorsorge gemacht. Grundsätzlich spricht nichts dagegen, außer der Aufwand der selbst betrieben werden muss.

    Nun ja, der "Aufwand" ist sooooo groß nicht, wenn man es einfach hält. Theoretisch (und auch praktisch) würde ein ETF auf den MSCI World oder einen ACWI bei einem kostenlosen Anbieter vollkommen reichen. Sparplan drauf und fertig. Die 4900 Euro kannst du dann gleich als Einmalanlage einbringen :-).

    Du bist der Herr über deine Anlage und kannst im schlimmsten Fall sogar zwischendrin (was du natürlich nie tun solltest!!!) einen Teil entnehmen. Zudem wärst du bei deinen Sparraten und Einmalanlagen maximal flexibel.

    • Hilfreichste Antwort

    Argumente des Beraters für die Altersvorsorge im Versicherungsmantel sind:

    - keine Vorabpauschale

    Wenn man allein die 4900 € nimmt, die der "Berater" will, kann man dafür ziemlich viel Steuer auf die Vorabpauschale zahlen. Als Anhaltspunkt hättest du zum Jahresbeginn 2025 ein Depotvolumen von 1,5 Mio Euro benötigt, um Anfang 2026 diesen Betrag als Steuer auf die Vorabpauschale zahlen zu müssen.

    - Sparerpauschbetrag kann für andere Anlagen verwendet werden

    Nehmen wir an, du hast ein Tagesgeldkonto mit 100.000 €. Bei 2 % Zinsen sind das 2000 € im Jahr. 1000 € sind freigestellt. Auf die anderen 1000 € zahlst du unter 300 € Steuern (Kapitalertragssteuer + Soli + Kirchensteuer).

    300 € von 100.000 €. 0,3 %!

    Der Berater geht also ernsthaft hin und sagt, dass 1 % Kosten auf sein Produkt ein Verkaufsargument sind und du ein Produkt mit 0,3 % "Kosten" nicht nehmen sollst?

    - Steuerersparnis, da Besteuerung im Alter mit dem persönlichen Einkommensteuersatz statt der Abgeltungssteuer

    Ich hab mal was von Günstigerprüfung gehört. Der "Berater" auch? ;)

    All diese Geschichten über die Besteuerung in der Auszahlungsphase sind eine Wette in die Zukunft. Je nach deinem Alter wettest du darauf, dass die Besteuerung in 30-40 Jahren immer noch so ist wie heute.


    Und zum Halbeinkünfteverfahren: Ich bin da kein Experte, also bitte Vorsicht. Entnimmt man das Kapital und versteuert die Hälfte mit dem persönlichen Steuersatz?

    Mag ja sein, dass man mit der gesetzlichen Rente unter den 25 % für Kapitalerträge liegt. Wenn man aber die Altersvorsorge entnimmt und zusätzlich zur Rente versteuern muss, liegt man vielleicht nicht mehr unter den 25 %.


    Hier gehts genau um eine solche Nettopolice dieses Anbieters:
    https://www.expertenmarkt.de/magazin/mylife…gt-kennen-musst


    Noch ein bisschen Rechnerei auf https://www.zinsen-berechnen.de/fondsrechner.php.

    Angenommen du zahlst monatlich 200 € ein und hast eine jährliche Rendite von 5 %, wirst du nach 30 Jahren Kapital von 164.000 € haben.

    Nehmen wir diese 1 % Kosten an, wirst du weitere 16500 € an den Berater gezahlt haben und dein Kapital ist entsprechend weniger (136.500 €).

    Nehmen wir an, dass der Bericht in dem Link stimmt und für ETF in anderen Währungen als Euro nochmal 0,5 % Kosten anfallen, ist dein Kapital bei 125.000 €.

    Du siehst, dass in dem Beispiel ein Unterschied von fast 40.000 € entsteht.

  • Ja beim Kauf bemerkt man die Fremdwährungskosten nicht, solange man an Börsen in Euro handelt. Bei der Ausschüttung sieht das anders aus, da steckt die Gebühr im Umrechnungskurs für den Euro drin.

    Ich denke auch, dass diese angebliche Nettopolice gar keine ist, wenn alles korrekt geschildert wurde. Altersvorsorge in Eigenregie braucht ein klein wenig initiale Mühe. Manch einem reicht zur Einarbeitung ein Wochenende, andere quälen sich etwas länger damit. Ein Einführungsbuch von Gerd Kommer, Hartmut Walz oder Saidi Sulilatu reicht völlig und wenn Fragen bei der Umsetzung kommen, melde Dich einfach noch mal.

    Wenn man die Basics einmal verstanden hat, kostet das ganze nicht mehr als 2 Stunden im Jahr oder wenn man sich ungeschickt anstellt einen ganzen Tag.

    Viel Glück und lass Dich nicht beschwatzen von dem Verkäufer. Der wird ungern seine Provision davon fliegen sehen.

  • FinnAnce 30. April 2026 um 12:19

    Hat einen Beitrag als hilfreichste Antwort ausgewählt.
  • Vielen Dank für Eure ganzen Beiträge!!

    Und zum Halbeinkünfteverfahren: Ich bin da kein Experte, also bitte Vorsicht. Entnimmt man das Kapital und versteuert die Hälfte mit dem persönlichen Steuersatz?

    So habe ich das auch verstanden. Es werden nur die Hälfte der Gewinne - 15% Teilfreistellung, somit also nur 42,5% der Gewinne mit dem persönlichen Einkommenssteuersatz besteuert. In diesem Video wird das ganz gut erklärt (8:19): https://www.youtube.com/watch?v=FmYNkN_IJ2A.

    Die sind also schon weg? :/

    Nein, zum Glück nicht. Die erste Beratung war kostenlos.

    Altersvorsorge in Eigenregie braucht ein klein wenig initiale Mühe.

    Ich denke, dass es darauf hinauslaufen wird. Aus finanzieller Sicht, spricht alles dafür.:)


    Mich würde an dieser Stelle noch interessieren, ob ihr dazu raten würdet das Altersvorsorge-ETF-Depot mit nur einem World Index aufzubauen oder mit einer Aufteilung nach World + Satellit oder World + Emerging + Europe? Ich bin noch relativ jung, weshalb ich erstmal nicht in Anleihe-ETFs investieren würde.

  • Mich würde an dieser Stelle noch interessieren, ob ihr dazu raten würdet das Altersvorsorge-ETF-Depot mit nur einem World Index aufzubauen oder mit einer Aufteilung nach World + Satellit oder World + Emerging + Europe?

    Das schöne am AVD wird ja sein, dass Änderungen an der Strategie steuerneutral sind, falls man den Wunsch danach verspüren sollte.

  • Mich würde an dieser Stelle noch interessieren, ob ihr dazu raten würdet das Altersvorsorge-ETF-Depot mit nur einem World Index aufzubauen oder mit einer Aufteilung nach World + Satellit oder World + Emerging + Europe? Ich bin noch relativ jung, weshalb ich erstmal nicht in Anleihe-ETFs investieren würde.

    Wenn man jung ist spart man sich gemütlich den ganzen Aufwand und nimmt EINEN kostengünstigen Welt-ETF.

    Dann mal konsequent durchziehen.

  • 4.900€ ist eine gewaltige Ansage. Wobei man bei hohen jährlichen Kosten auf lange Laufzeiten noch deutlich mehr bezahlen kann.

    Ich bin weder Finanzprofi noch gebe ich Anlageberatungen.
    Meine Beiträge sind als Impulse zu verstehen, um sich selbst zu informieren.

  • FinnAnce schau mal im Impressum deines angeblichen Honorar Anlageberaters.

    Da steht:


    Aufsichts­behörde nach § 34d und § 34f GewO:

    wichtig ist aber d2:

    https://hartmutwalz.de/echte-honorarberater/


    Schau dir dann die Liste von Hartmut Walz durch, da finde ich die nicht:

    https://hartmutwalz.de/honorar-finanzanlagenberater/


    Also such dir mal einen aus der Liste und lass dir da mal ein Angebot machen und berichte wie teuer das dann ist.

  • Kosten des Honorarberaters: 4900€ einmalig für Beratung und Finanzanalyse + 0,55% p.a. Servicegebühr.

    Moin,
    allein da würde ich schon extrem skeptisch werden. Die Kosten für Beratung und Finanzanalyse erscheinen mir extrem hoch!
    Nehmen wir mal an, der Berater berechnet einen Stundensatz von 160€. Dann wären dass rund 4 komplette Arbeitstage. :/
    Das erscheint mir für eine solche Analyse extrem viel Aufwand. Zumal Du hier im Ergebnis ja nur von einer Nettopolice sprichst. Die reine Vermittlung einer ETF-Nettopolice bekommst Du z.B. bei http://www.fiseba.de ab ca. 300€! Und selbst mit einer kleinen Beratung werden es kaum mehr wie 500€.
    Und mehr sollte die reine Vermittlung einer ETF-Nettopolice auch bei keinem Anbieter nicht kosten.

    Auch habe ich bei einer Honorarberatung noch niemals von einer jährlichen Servicegebühr gehört!:/
    Der Link auf die Liste der Honorarberater von Hartmut Walz wurde ja bereits gegeben.

    Bei Hartmut Walz findet sich auch ein wirklich objektiver Vergleich von ETF-Sparplan vs. ETF-Nettopolice: https://hartmutwalz.de/fondspolice-oder-etf-sparplan/

    Ich würde jedem empfehlen, bevor es um eine ETF-Nettopolice geht zunächst dafür zu sorgen, dass der eigene Sparerfreibetrag zunächst vollständig durch eine freie Kapitalanlage ausgeschöpft wird!
    Und dann kann man überhaupt erst darüber nachdenken, ob eine ETF-Nettopolice als ein Baustein in der Alterssicherung einen Sinn ergibt. Zumal es ja ab 01.01.27 mit dem Altersvorsorgedepot eine weitere Option gibt.

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