Ist Dir die BU zu teuer, gibt es Möglichkeiten, bei den Beiträgen zu sparen. Kannst Du Dir die Beiträge für eine Berufsunfähigkeitsversicherung generell nicht leisten, solltest Du prüfen, ob eine Alternative infrage kommt, die allerdings weniger Schutz bietet.
Bruttobeiträge vergleichen
Im Vertrag einer Berufsunfähigkeitsversicherung finden sich fast immer zwei verschiedene Preise: der Netto- und Bruttobeitrag. Den Nettobeitrag, auch Zahlbeitrag genannt, bezahlst Du ab Start der BU-Versicherung. Die Versicherung kann diesen Beitrag bis zur Bruttoprämie erhöhen. Das darf sie tun, wenn sie weniger Überschüsse erwirtschaftet hat als erwartet. Dies kann passieren, wenn mehr Versicherte berufsunfähig werden und die Versicherung dadurch höhere Kosten hat.
Manche Versicherer locken mit niedrigen Zahlbeiträgen bei hohen Bruttobeiträgen – denn kaum einer schaut auf den Bruttobeitrag. Eine große Spanne zwischen den Beiträgen birgt aber ein Risiko für deutliche Beitragserhöhungen in der Zukunft.
Schaue vor allem auf den Bruttobeitrag, denn das ist der Preis, den Du im Zweifel zukünftig zahlen musst. Entscheide Dich eher für einen etwas höheren Nettobeitrag, wenn dafür der Bruttobeitrag niedriger ist als bei anderen Versicherungen.
Geringere Laufzeit wählen
Beiträge sparen kannst Du, indem Du die Vertragslaufzeit verkürzt. Bei der BU wird zwischen der Versicherungsdauer und der Leistungsdauer unterschieden.
Die Versicherungsdauer meint die Laufzeit eines Vertrags. Das ist die Zeit, in der Du Beiträge zahlst und über die BU abgesichert bist. Die Leistungsdauer bestimmt, wie lange Du maximal eine BU-Rente bezahlt bekommst, wenn Du berufsunfähig wirst.
Im Idealfall sollten Versicherungs- und Leistungsdauer bis zum Ende Deines Erwerbslebens laufen. Für viele angestellte Personen ist das der 67. Geburtstag. Je länger die Laufzeit ist, desto höher sind aber die Versicherungsbeiträge.
Um Beiträge zu sparen, kannst Du Dich notfalls nur bis zum 65. Geburtstag versichern. Das bedeutet, dass Versicherungs- und Leistungsdauer mit 65 Jahren enden. Oder Du entscheidest Dich dafür, dass nur die Versicherungsdauer früher endet. Was das bedeutet, zeigt folgendes Beispiel: Bea entscheidet sich dafür, ihren BU-Vertrag bis zum 65. Geburtstag abzuschließen. Leistungen würde sie aber bis zum 67. Geburtstag bekommen. Dafür muss sie aber bis zum 65. Geburtstag berufsunfähig werden. Wird sie erst mit 66 Jahren berufsunfähig, muss sie die Zeit bis zur Regelaltersrente mit Erspartem oder einer Erwerbsminderungsrente überbrücken.
Besser keine Karenzzeit vereinbaren
Versicherungen bieten sogenannte Karenzzeiten an, um beim Beitrag zu sparen. Das bedeutet: Die Versicherung zahlt nicht sofort, sobald die Berufsunfähigkeit festgestellt wird, sondern erst nach einer bestimmten Wartezeit. Diese kann sechs Monate betragen, aber auch zwei Jahre, je nachdem, was im Vertrag vereinbart ist. Der Versicherer spart durch diese Vereinbarung Geld, denn er muss ja erst mit Verspätung die BU-Rente zahlen. Dafür gibt es einen Nachlass auf die Beiträge.
Wir raten jedoch generell von solchen Karenzzeiten bei der Berufsunfähigkeitsversicherung ab. Denn in der Zeit bis zum Beginn der Rentenzahlung musst Du Deine laufenden Kosten weiterhin begleichen. Dazu kommen unter Umständen die Beiträge für die Berufsunfähigkeitsversicherung. In einigen Tarifen musst Du diese auch während der Karenzzeit weiterzahlen. Welche Vor- und Nachteile diese Wartezeit hat, erfährst Du in unserem Ratgeber zum Thema Karenzzeit.
Verzicht auf Rentensteigerung
Günstiger wird die Versicherung zudem, wenn Du bei Vertragsbeginn auf eine Leistungsdynamik verzichtest. Diese garantiert Dir eine Rentensteigerung, wenn Du schon eine BU-Rente beziehst. Die Vereinbarung einer Leistungsdynamik ist nicht unbedingt notwendig, wenn Du gleichzeitig eine Beitragsdynamik vereinbarst. Dabei zahlst Du jährlich etwas mehr in Deinen Vertrag ein und passt damit stetig Deine BU-Rente an die Inflation an.
Andere Absicherung suchen
Wer keine bezahlbare Berufsunfähigkeitsversicherung bekommt, kann auch über Alternativen wie eine Erwerbsunfähigkeits- oder Grundfähigkeitsversicherung nachdenken. Sie bieten jedoch einen geringeren Schutz und sind nicht in jedem Fall günstiger. Welche dieser Versicherungen für Dich infrage kommen könnte, liest Du im Ratgeber zu Alternativen zur Berufsunfähigkeitsversicherung.