Einstieg in die ETF-Welt

  • Hallo zusammen,

    wir (d.h. ich und meine Frau) sind langsam an dem Punkt angekommen, an dem wir genau überlegen müssen, was wir mit unserem "frei verfügbaren" Geld anstellen wollen. Ich habe mich vor einer Woche hier im Forum angemeldet und bin schon fleißig am lesen. Habe mir vor einigen Tagen auch ein paar Bücher zum Thema ETF bzw. Geldinvestition besorgt, würde aber gern parallel das Schwarmwissen des Forums nutzen und um Ideen bitten. Habe schon einige ähnliche Threads hier gefunden und durchgelesen. Bei keinem war die Situation der Fragenden aber wie bei uns, daher dieser Thread.

    Wir sind beide Ende 40, sind Angestellte und haben inzwischen ein überdurchschnittliches Gesamteinkommen. Unser Haus wird in einem halben Jahr abbezahlt (Wert geschätzt ca. 600k), haben eine abbezahlte Wohnung im Ausland (Wert geschätzt ca. 60K) und vor zwei Jahren haben wir eine Eigentumswohnung gekauft (Wert ca. 200k), die teilweise über die Miete abbezahlt wird. Unser Sohn ist vor Kurzem mit seinem Studium fertig und wird in Zukunft kaum/wenig finanzielle Unterstützung von uns benötigen.

    Da wir in den letzten Jahren viel Geld in die Tilgung der Hypothek gesteckt haben und sonst ein paar höhere Ausgaben hatten (rel. teueres Auto, Auslandssemester des Sohnes etc.) haben wir aktuell kaum nennenswerte Ersparnisse auf den Konten (vllt. 15k), sodass eine Einmalzahlung in ein ETF nicht möglich ist. Wir haben aber die Möglichkeit aktuell mind. 3000EUR im Monat zu investieren. Wenn die Hypothek durch ist - bis zu 5000EUR im Monat, ohne, dass wir uns einschränken müssten. Das Ziel ist es bis zum Renteneintritt (wenn es uns gegeben wird) möglichst viel Vermögen aufzubauen, um im Alter unser Lebensstandard beibehalten zu können.

    Daher komme ich langsam zu meiner Frage: wie sollten wir vorgehen, um möglichst besseres Ergebnis mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln zu erreichen.

    Habe letzte Woche bei der ING, wo wir ein Konto haben, ein Direktdepot angelegt und zusätzlich ein Depot bei Zero eröffnet. Habe aber erfahren, dass bei SC ein Tagesgeld mit 2,5% Zinsen angeboten wird. Der Plan ist einen Notgroschen in Höhe von ca. 20.000EUR bei SC zu parken (mit einem Haus ist immer mit irgendwelchen unerwarteten Ausgaben zu rechnen) und den Rest der Mittel in einen oder mehrere Sparpläne zu investieren. Was wäre sinnvoller, das komplette Geld monatlich in nur einen Sparplan (z.B. bei ING) oder doch lieber in 2-3 bei verschiedenen Broker zu stecken? Rein rechnerisch sollte es doch keinen Unterschied ausmachen, wenn ich den Zinseszinseffekt richtig verstanden habe, oder? Die Auswahl des ETFs (der ETF) wäre dann der nächste Schritt bei der Entscheidungsfindung.

    Viel Text ist es geworden :) Ich bedanke mich im Voraus für die Geduld und für die hoffentlich zahlreiche Meinungsäußerungen!

  • Kater.Ka 6. Mai 2026 um 11:29

    Hat das Thema freigeschaltet.
  • Hi Langaroth und willkommen im Forum!

    mein Mini-Teil des Schwarmwissens: ein Depot reicht (Finanztip hilft dir da bei der Auswahl). Ein ETF reicht auch, weltweit diversifiziert, ich empfehle einen ETF auf den FTSE All-World.

    keep it simple! und bleibe diszipliniert. (das ist das schwerste, weil langweiligste)

  • Hi Langaroth und willkommen im Forum!

    mein Mini-Teil des Schwarmwissens: ein Depot reicht (Finanztip hilft dir da bei der Auswahl). Ein ETF reicht auch, weltweit diversifiziert, ich empfehle einen ETF auf den FTSE All-World.

    keep it simple! und bleibe diszipliniert. (das ist das schwerste, weil langweiligste)

    Ich schließe mich da an. Ein Depot reicht, mehrere Broker machen es nur unübersichtlich. Wenn ihr eh bei der ING seid, würde ich die empfehlen, wenn nicht, habe ich mit Scalable auch gute Erfahrungen gemacht, da hättet ihr alles beisammen. Zero braucht es dann nicht auch noch.

    Bei der Auswahl des ETFs kann Finanztip helfen – oder wir. Konsens ist wohl, einen möglichst breit gestreuten Welt-ETF mit niedrigen Kosten zu nehmen, mindestens auf den MSCI World (Indurstrieländer), besser aber FTSE All-World oder MSCI ACWI (Industrie- und Schwellenländer) oder auf den MSCI ACW IMI (Industrie- und Schwellenländer inkl. kleinerer Nebenwerte bzw. Small Caps).

    https://www.finanztip.de/indexfonds-etf/etf-finder/

  • Das Wichtigste haben Buntbart und fabioso schon gesagt ... aber mir scheinen 20.000 als shit-happens-Bunker etwas knapp.

    Also wenn jeden Monat ohne Einschränkung im Lebensstil 5.000 EUR ETF-Sparrate übrig sind, finde ich 20.000 EUR Puffer nicht unbedingt zu wenig für den normalen Alltag.

    Was ich mit Ende 40 eher schonmal ins Auge fassen würde, wäre die Frage, wie ihr in Sachen Rente aufgestellt seid. Gibt es schon einen Plan, wann ihr in Rente gehen könnt / wollt? Wie sicher sind eure Jobs (und damit auch die ETF-Sparrate in der geplanten Höhe) bis dahin? Mit wieviel Rente rechnet ihr? Wie verteilt sich die Rente auf beide Ehepartner, hätte wenn der Besserverdiener verstirbt der überlebende Ehepartner noch genug zum Leben?

    Je nachdem, wann ihr vorhabt in Rente zu gehen, habt ihr eventuell nur noch 10-15 Jahre Zeit vor euch bis Rentenbeginn. Das bedeutet, es könnte z.B. sein, dass der ETF bei Rentenbeginn mehr oder weniger deutlich im Minus ist. Seid ihr dann auf das ETF-Vermögen angewiesen, seid ihr dann ggf. gezwungen, mit Verlust zu verkaufen (und das Geld geht vielleicht schneller aus als gedacht, wenn eine längere Durststrecke kommt). Beim MSCI World war der längste Drawdown bisher um die 13 Jahre lang, da muss man natürlich auch Pech haben, dass einen sowas trifft, aber ausgeschlossen ist es nicht bei Aktien-ETFs.

    Damit sollte man rechnen und das sollte man einkalkulieren (zumindest, wenn auf bestimmte feste bzw. Mindest-Entnahmen angewiesen ist). Manche Leute fangen einige Jahre vor der Rente an, einen Cash-Puffer aufzubauen, um ggf. einen Zeitraum von mehreren Jahren überbrücken zu können und nicht mit Verlust verkaufen zu müssen. Das kostet aber natürlich Opportunitätskosten, und so ganz viel Zeit habt ihr auch nicht mehr.

    Hier gibt es einen (meiner Meinung nach) ganz brauchbaren Rechner, mit dem man mögliche Renditen von Aktienfonds berechnen kann. Der Rechner rechnet mit einem linearen Zinssatz, berücksichtigt also nicht, dass es an der Börse mal 20% nach oben und mal 20% nach unten geht. Aber um ein Gefühl dafür zu bekommen, wieviel Geld je nach Sparrate möglicherweise zustande kommt, kann es ganz hilfreich sein.

    https://www.zinsen-berechnen.de/fondsrechner.p…amid=fy3e73lmx7

    Ach so, ich bin übrigens auch bei der ING, und da gibt es die Möglichkeit, bei ausschüttenden ETFs kostenlos eine automatische Wiederanlage von Ausschüttungen ab 75 EUR einzustellen. Das finde ich ganz praktisch - in der Ansparphase muss man sich nicht darum kümmern, die Ausschüttung wird direkt wieder reinvestiert, in der Entnahmephase kommt mehr oder weniger regelmäßig eine Ausschüttung direkt aufs Konto.

    Es gibt da geteilte Meinungen, welche Variante steuerlich günstiger ist, ich meine, der aktuelle Forums-Konsens ist tendenziell der Ausschütter. Gerade im Alter ist daneben aber auch ein gewisser Komfort ja vielleicht ein Argument, dass automatisch Geld aufs Konto kommt (bzw. auch das "Nicht-Kümmern-Müssen", wenn z.B. der/die Ehepartner/in zuerst verstirbt, der/die sich immer ums Depot gekümmert hat).

  • Herzlichen Dank an alle Vorredner!

    Buntbart und fabioso: die allgemeine Tendenz in diesem Forum geht, soviel ich mitbekommen habe, in die Richtung pro 1 ETF. Werden der Tendenz voraussichtlich auch folgen.

    Habe den ETF-Finder gestartet und unter den Ergebnissen fand ich die Empfehlung zu einem ETF, den ich mir bei ING bereits vorgemekt habe (IE00B3YLTY66). Etwas weiter oben in der Ergebnisliste ist ein ETF ohne IMI (IE00B44Z5B48). Habe noch zu wenig Fachwissen und kann im Moment nicht einschätzen, ob wir auch die Small Caps miteinbeziehen sollten.

    Evaluise: die von mir angegebenen 20.000 sind nur ein Richtwert für den Anfang. Es kann evtl. tatsächlich nicht schaden den Notgroschen langsam weiter aufzufüllen. Durch die noch möglichen Sondertilgungen werden wir die Hypotheke für das Haus spätestens im nächsten Januar komplett tilgen. Die Eigentumswohnung wird langsam abbezahlt. Wollen die steuerlichen Vorteile durch die Absetzung der Finanzierungszinsen ausnutzen.

    12345: so viele Gedanken über den Renteneintritt und die Rentenhöhe haben wir, ehrlich gesagt, noch nicht gemacht. Wollen einfach so schnell es geht mit dem Vermögenaufbau beginnen, weil wir eben in der letzten Zeit und in der absehbarer Zukunft deutlich mehr Einkommen haben (werden), als wir für unseren Lebensunterhalt benötigen.

    Welchen Vorschlag hättest du für den Aufbau eines Cash-Puffers? Ist das Tagesgeld bei SC aktuell nicht die beste Möglichkeiten einen Sicherheits-Notgroschen für die "schlechten Börsenperioden"?

    Falls es einen von uns früher als erhofft erwischen soll, hätte der andere jederzeit die Möglichkeit das Haus zu verkaufen und sich was kleineres zu kaufen oder eben zu mieten. Das wäre für uns der sicherste Puffer für den Notfall.

  • Habe den ETF-Finder gestartet und unter den Ergebnissen fand ich die Empfehlung zu einem ETF, den ich mir bei ING bereits vorgemekt habe (IE00B3YLTY66). Etwas weiter oben in der Ergebnisliste ist ein ETF ohne IMI (IE00B44Z5B48). Habe noch zu wenig Fachwissen und kann im Moment nicht einschätzen, ob wir auch die Small Caps miteinbeziehen sollten.

    Beides sehr gut! Es gibt hier viele, die aus Prinzip so weit wie möglich streuen. Ich sehe da keine Vorteile und würde den ohne IMI nehmen.

  • gibt hier viele, die aus Prinzip so weit wie möglich streuen. Ich sehe da keine Vorteile und würde den ohne IMI nehmen.

    Trotz aller Fans des IMI-Ansatzes: der Mehrwert gegenüber dem MSCI ACWI ist nicht erwiesen.
    Was hingegen fix ist, ist die Gebühr von 0,17 %.
    Ich würde den MSCI ACWI für 0,12 % nehmen.

    Oder den neuen FTSE All-World von Xtrackers IE000L6ZMMC4

  • aktuell kaum nennenswerte Ersparnisse auf den Konten (vllt. 15k)

    Langaroth

    herzlich willkommen hier im FT Forum.

    Und Glückwunsch zum erreichten: Vermögensaufbau, Familie, beruflicher Erfolg. Klasse!

    Ich lese abseits vom wichtigen Thema ETF und Anlage in Aktien ein Immobilienbaustein knapp unter 1 Mio. Bei so einer Immobilie ist in der Regel immer was und das kostet oft, Zeit, Geld und Nerven.

    Habt ihr losgelöst von den o.g. 15k auch Sparpläne für Instandhaltungsrücklagen laufen?

    Ich würde hier in jedem Fall eine ordentliche Portion schnell verfügbare Liquidität vorhalten, auch wenn das Rendite kostet und ihr ein hohes monatliches Einkommen habt.

    Nur als Gedankenanstoss.

    Und es ist ja möglich, ordentlich in den ETF zu buttern und parallel peu a peu eine Immo-Rücklage aufzubauen, sollte es diese noch nicht geben...

    Viel Erfolg, Finanzschlumpf

  • Langaroth

    herzlich willkommen hier im FT Forum.

    Und Glückwunsch zum erreichten: Vermögensaufbau, Familie, beruflicher Erfolg. Klasse!

    Vielen Dank! :) Am Anfang unseres gemeinsamen Lebens vor 28 Jahren, als wir beide noch studiert haben, hatten wir am Ende des Monats bestenfalls eine schwarze Null auf dem Konto gehabt.

    Unser Haus haben wir vor ca. 18 Jahren gebaut bzw. bauen lassen. Ist also noch fast ein Neubau. Kleinere Renovierungen und Modernisierungen sind laufend durchgeführt worden. Das Einzige, was evtl. in der nahen Zukunft anfallen kann, ist die Modernisierung der Heizung.

    Gestern haben wir ein Depot bzw. ein Konto bei SC eröffnet und planen dort tatsächlich langsam einen finanziellen Puffer als Tagesgeld aufzubauen.

  • 12345: so viele Gedanken über den Renteneintritt und die Rentenhöhe haben wir, ehrlich gesagt, noch nicht gemacht. Wollen einfach so schnell es geht mit dem Vermögenaufbau beginnen, weil wir eben in der letzten Zeit und in der absehbarer Zukunft deutlich mehr Einkommen haben (werden), als wir für unseren Lebensunterhalt benötigen.

    Das ist ja auch gut und richtig!

    Wenn ihr in jeder Hinsicht genug habt, müsst ihr keine "Rentenlücke" auf den Cent genau ausrechnen (mal davon abgesehen, dass das mit 15 Jahren Vorlauf ohnehin schwierig bis unmöglich wäre). Wir sind noch etwas jünger, machen das aber ähnlich. Kleineren Cash-Puffer auf dem Tagesgeld, und was monatlich übrig ist, fließt in den ETF als feste monatliche Sparrate.

    Wobei es nicht verkehrt ist, sich doch zumindest mal grob anzuschauen, mit welcher Rente man (Arbeit bis zum Renteneintrittsalter vorausgesetzt) zu rechnen hätte, und was da - nach heutigem Stand - nach Krankenversicherung und Steuer noch übrig bleibt. Dann die gleiche Rechnung nochmal machen mit x Jahre früher in Rente (wo es ja nicht nur prozentuale Abschläge bei der Rentenhöhe gibt, sondern auch deshalb weniger gibt, weil einem die x Jahre fehlende Einzahlung fehlen). Wenn dann noch die künftigen Rentenerhöhungen geringer ausfallen als die Inflation, kann es sein, dass da inflationsbereinigt ein deutlich geringeres Netto übrig bleibt als gedacht. Und darauf sollte man sich einstellen.

    Wir sind in einer ähnlichen Situation, und ich gehe auch davon aus, dass es uns in der Rente finanziell gut gehen wird. Trotzdem habe ich mal grob überschlagen und nachgerechnet, auch ein wenig eingelesen zum Sequence-of-Return-Risk, welche Entnahmerate aus einem Depot ist "sicher" usw... Einfach um etwas mehr ein Gefühl dafür zu bekommen. Aktuell sind wir noch voll in der ETF-Ansparphase. Wenn irgendwann die Rente etwas näher rückt, werde ich mich da aber auch nochmal eher zu Entnahmestrategien einlesen.

    Welchen Vorschlag hättest du für den Aufbau eines Cash-Puffers? Ist das Tagesgeld bei SC aktuell nicht die beste Möglichkeiten einen Sicherheits-Notgroschen für die "schlechten Börsenperioden"?

    Ein Tagesgeld wo auch immer kann man auf alle Fälle für den Aufbau eines Notgroschens / Cash-Puffers verwenden, klar. Wie hoch der sein sollte, das ist dann eben Geschmackssache. Ich würde auf jeden Fall immer darauf achten, dass nicht mehr als 100.000 EUR (bzw. bei einem Gemeinschaftskonto von Eheleuten nicht mehr als 200.000 EUR) darauf liegen wegen der Einlagensicherung!

    Falls es einen von uns früher als erhofft erwischen soll, hätte der andere jederzeit die Möglichkeit das Haus zu verkaufen und sich was kleineres zu kaufen oder eben zu mieten. Das wäre für uns der sicherste Puffer für den Notfall.

    Ihr habt ein Haus mit sechs- bis siebenstelligem Wert und offenbar ziemlich hohe Gehälter, insofern ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass das Geld auch in der Rente reichen wird. Aber im Haus ist das Vermögen eben gebunden, und ein Hausverkauf ist dann in der Regel wirklich nur die letzte Option im absoluten Notfall.

    Und "jederzeit" ist ja auch so eine Sache... Ich habe es gerade in meinem Umfeld mitbekommen, da ist letztes Jahr im Herbst / Winter jemand verstorben, seither zieht sich das mit dem Hausverkauf. Klar, im absoluten Notfall geht es auch schneller, aber die Zeiten, in denen man ein Haus inseriert hat, die Anzeige nach drei Stunden wieder rausnehmen musste, die Kaufinteressenten sich beim Preis überboten haben und man zwei Tage später beim Notar saß, sind - so der Eindruck aus meinem Umfeld - inzwischen vorbei.

  • Was wäre sinnvoller, das komplette Geld monatlich in nur einen Sparplan (z.B. bei ING) oder doch lieber in 2-3 bei verschiedenen Broker zu stecken? Rein rechnerisch sollte es doch keinen Unterschied ausmachen, wenn ich den Zinseszinseffekt richtig verstanden habe, oder?

    Würde gern meine eigene Frage noch einmal aufgreifen: ist meine Annahme korrekt, dass es mathematisch keinen Unterschied macht, ob man nur einen ETF mit 2000EUR bespart oder zwei mit je 1000EUR? Selbstverständlich bei der angenommenen "Gleichwertigkeit" der beiden ETF. Kommt man zum gleichen Ergebnis nach z.B. 15 Jahren?

    Hintergrund ist, dass wir uns überlegen einen separaten ETF zu besparen, den wir irgendwann unserem Sohn schenken könnten.

  • Und "jederzeit" ist ja auch so eine Sache... Ich habe es gerade in meinem Umfeld mitbekommen, da ist letztes Jahr im Herbst / Winter jemand verstorben, seither zieht sich das mit dem Hausverkauf. Klar, im absoluten Notfall geht es auch schneller, aber die Zeiten, in denen man ein Haus inseriert hat, die Anzeige nach drei Stunden wieder rausnehmen musste, die Kaufinteressenten sich beim Preis überboten haben und man zwei Tage später beim Notar saß, sind - so der Eindruck aus meinem Umfeld - inzwischen vorbei.

    Kann ich nur bestätigen.
    Der Verkauf meines Elternhauses zieht sich jetzt schon über Monate! Klar, wir hätten schon zug mal verkaufen können. Aber nur zu einem Preis, bei dem unsere Eltern wohl wieder auferstehen würden und uns die Hammelbeine langziehen würden.

  • Wie im Eingangspost beschrieben, haben wir uns noch nicht wirklich viele Gedanken gemacht, wann wir in Rente gehen (wollen) und welches Einkommen wir bei welchem Szenario haben werden. Werden das Thema aber auf jeden Fall demnächst ansprechen bzw. intensiv darüber nachdenken. Haben vor noch dieses Jahr alle Fragen rund um Lebensversicherung, Vollmächte, Testament etc. zu klären.

    Haus zu verkaufen, nur um an das fehlende Geld zu kommen, wäre tatsächlich nur in einem absoluten Notfall denkbar. Gehe aber nicht davon aus, dass wir bis zum Lebensende in diesem Haus wohnen werden. Einfach weil es irgendwann zu schwer sein wird drei Stockwerke in Ordnung zu halten bzw. die Treppen hoch und runter zu laufen ;)

  • Würde gern meine eigene Frage noch einmal aufgreifen: ist meine Annahme korrekt, dass es mathematisch keinen Unterschied macht, ob man nur einen ETF mit 2000EUR bespart oder zwei mit je 1000EUR? Selbstverständlich bei der angenommenen "Gleichwertigkeit" der beiden ETF. Kommt man zum gleichen Ergebnis nach z.B. 15 Jahren?

    Hintergrund ist, dass wir uns überlegen einen separaten ETF zu besparen, den wir irgendwann unserem Sohn schenken könnten.

    Ja, das kommt aufs Gleiche raus.

    Wir machen das übrigens ähnlich mit dem separaten ETF auf unseren Namen. Allerdings ist unser Kind noch im Vorschulalter, und wir wollen uns auch offen halten, ob wir das Geld z.B. irgendwann für Dinge wie Auslandsstudium etc. einsetzen wollen oder ihm eben irgendwann als Erwachsener übertragen, wenn er es brauchen kann.

    Zum Thema "eurem Sohn schenken": Ihr habt jeweils 400.000 EUR Schenkungsfreibetrag alle 10 Jahre. Falls ihr vorhabt, größere Beträge zu verschenken oder zu vererben, auch im Hinblick auf das Haus, kann es sinnvoll sein, das frühzeitig zu planen und ggf. auch nicht zu lange zu warten mit dem Verschenken.

    Du meintest, euer Sohn ist schon mit dem Studium fertig. Wisst ihr, wie er sein Geld anlegt? Mit solider Finanzbildung von Anfang an (z.B. Fernhalten von Bankverkäufern, Riesterverträgen, und überhaupt Strukturvertrieben à la DVAG, MLP, Tecis) macht ihr ihm ggf. ein größeres Geschenk als mit der Übertragung eines ETFs in ein paar Jahren.

  • Klar, wir hätten schon zug mal verkaufen können. Aber nur zu einem Preis, bei dem unsere Eltern wohl wieder auferstehen würden und uns die Hammelbeine langziehen würden.

    Der Markt bestimmt den Preis - an Deiner Stelle würde ich sofort verkaufen.


    Für Dich persönlich hat das Haus eine Höhe Wert, weil du das Haus mit schönen Erinnerungen verbindest.


    Der Käufer sieht nur ein altes Haus, welches evtl. Renovierungsbedürftig ist.


    Just my 2 cents

  • Habe noch eine Anfängerfrage: muss man sich Gedanken über den "richtigen" ETF-Anbieter machen?

    Ich habe mich (fast) für IE00B44Z5B48 von State Street entschieden. iShares und Vanguard, die nach meiner Recherche meistens als "besser" bewertet werden, bieten sehr ähnliche ETFs an (IE00B6R52259 bzw. IE00BK5BQT80), sind nur etwas teurer.

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