Inflation und Kaufzurückhaltung zurück —> leider auch bei der Altersvorsorge

  • Ich bin auch erschüttert zu lesen, wieviele hier im Forum offenbar meinen, die AfD hätte für die Rente, Gesundheit, Steuern, Investitionen, Außenpolitik, Europapolitik, Entwicklungshilfe oder Verteidigung geeignete Ansätze und man hätte deshalb Verständnis für die Umfragewerte dieser Partei (oder es gäbe nichts anderes mehr).

    Bei allem Verständnis für die Herausforderungen, vor denen wir stehen und die leider etwas komplexer sind als „nichts mehr an das Ausland zahlen“ oder „die Rente erhöhen“, habe ich dafür überhaupt kein Verständnis.

    Die Teilung Europas 1945-1990 und Deutschlands hatte ihre Ursache in genau diesem Denken („unsere letzte Hoffnung - Hitler“) und viele Probleme die wir heute haben (gerade im Osten) lassen sich noch direkt auf 1933 und die Folgen zurückführen.

    Heute leben wir vor allem vom Export in die EU und den Rest der Welt. Wir sind auf Rohstoffe aus aller Welt, freie Handelswege und Absätzmärkte angewiesen wie kein anderes Land.

    Dass ausgerechnet ein Ingenieur in diesem Forum das nicht bedenkt, wundert mich.

    Wir zahlen keine Gelder an Spanien, um spanische Renten zu erhöhen (Falschbehauptung!), sondern wir beteiligen uns am EU-Haushalt, aus dem u.a. Energieinfrastruktur und andere Infrastrukturprojekte in den Mitgliedsstaaten finanziert werden, von denen wir potenziell und langfristig auch profitieren können (Solar-, Windenergie, transeuropäische Netze, Stärkung des Binnenmarktes, Anschluss benachteiligter Regionen etc.). Auch der deutsche Osten profitiert von EU-Geldern.

    Peru hat riesige Rohstoffvorkommen, Sudan liegt an der strategischen Handelsstraße durch das Rote Meer (neben Somalia und Jemen), die schon einmal durch Piraterie und Terror de facto geschlossen war - wie jetzt die Straße von Hormuz. Sudan hat auch riesige Ölvorkommen und leidet seit Jahrzehnten an Bürgerkriegen und Chaos.

    Wir haben ein existenzielles Interesse an der Stabilität dieser Regionen (für Handel, Vermeidung von Kriegen und Fluchtbewegungen) genauso wie wir Interesse am Ausbau der Beziehungen mit Südamerika oder dem Bestand der Ukraine gegenüber einem imperialistischen und kolonialistischen Russland haben.

    Gott bewahre uns vor den Vereinfachern und (Pseudo-)Nationalisten, die nicht mal verstehen, was das nationale Interesse ist!

    Trump und Brexit machen uns vor, wie falsch verstandener nationaler Egoismus zu Isolation und Irrelevanz führt. China freut sich und füllt die Lücke….

    Einmal editiert, zuletzt von Wanderslust (17. Mai 2026 um 13:28)

  • Wir zahlen keine Gelder an Spanien, um spanische Renten zu erhöhen (Falschbehauptung!), sondern wir beteiligen uns am EU-Haushalt

    EU-Gelder sind in der spanischen Rentenkasse gelandet...

    Es ist richtig, dass die EU-Gelder nicht für sowas vorgesehen sind, dennoch machen es die EU-Mitgliedsstaaten. Wir als Nation sind einer der größten Geldgeber.

    Dass ausgerechnet ein Ingenieur in diesem Forum das nicht bedenkt, wundert mich.

    Ich sehe, wie unsere Wirtschaft mit unseren Geldern in anderen EU-Ländern gefördert und hier abgebaut wird. MAN schließt in DE ein Werk, baut mit EU-Geldern in Polen ein Neues. Die großen Automobilfirmen (VW, Audi, BMW, Mercedes, ...) haben in Ungarn mit Steuergeldern große Werke hingebaut - dafür in DE Arbeitsplätze reduziert.

    Wir im Ingenieursbereich müssen beim Gehalt uns fast täglich vorwerfen lassen, dass wir zu teuer sind und man mit den Lohnpreisen aus China konkurrieren müssen - ergo Gehaltskürzungen - trotzdem die Qualität und Erfüllung aller bürokratischen Maßnahmen erwartet wird. Ich sehe wie jeden Tag mein Arbeitsplatz noch gefährdeter ist, als am Tag zu vor - und aktuell ist es unklar wie lange dieser Arbeitsplatz besteht, ob er das Jahr überlebt. Ich sehe das Problem, dass unsere Regierung die Sorgen und Ängste der Menschen nicht mehr wahrnimmt und entgegen wie du es auch einfach mal sachlich erklärt - ohne in jedem 2. Satz sie als "faul" oder "zu teuer" zu bezeichnen. Darum, vielen Dank!

    von denen wir potenziell und langfristig auch profitieren können (Solar-, Windenergie, transeuropäische Netze, Stärkung des Binnenmarktes, Anschluss benachteiligter Regionen etc.)

    Benachteiligte Regionen sind wir in DE auch, Menschen im ländlichen Raum. Solar- und Windenergie. Dafür wird bei uns fröhlich der Wald gerodet um in "Niedrigwindbereichen" hochsubventionierte Windräder zu bauen, dafür Tonnen von Stahlbeton in den Boden pumpen und am Ende das Windrad aufgrund der nicht vorhandenen Netzinfrastruktur nicht anschließen.

    Ich bin bei dir, wir würden und müssen die erneuerbaren Energien, sowie Infrastruktur deutlich ausbauen und verbessern. Uns unabhängiger von den Staaten wie Sudan oder Südamerika machen, bzw. die Rohstoffe die wir dort benötigen für "sinnvolles" verwenden, anstatt täglich in den Tank zu kippen. Dafür bräuchte es einen Fahrplan, Meilensteine, ein strukturiertes, transparentes Vorgehen seitens unserer Regierung. Dokumentationen zeigen das Gegenteil.

    Auch der deutsche Osten profitiert von EU-Geldern.

    ...trotzdem ist er meilenweit abgehängt und wir von unserer Regierung nicht "wahr genommen". Die Insolvenzwelle dort drüben rollt fleißig voran, ebenso in allen anderen Bereichen in DE. Industrie streicht munter fröhlich Stellen, Kurzarbeit. Anstatt das Geld über die EU in unseren Osten zu schieben, könnte man auch direkt dort Projekte fördern. Dafür brauchen wir keine Erlaubnis der EU.

  • Ich nicht.

    Es gibt Tausende andere Optionen.

    Ja, aber inzwischen haben fast alle etablierten Parteien in den letzten 10 Jahren schon mal richtig Mist gebaut und somit werden sie für immer mehr Leute unwählbar.
    Am Ende geht es dann darum, wer noch nicht verbrannt ist, der wird dann gewählt (und baut dann auch Mist).

  • Es gibt Tausende andere Optionen.

    Die Wahl des kleineren Übels liefert leider seit 20 Jahren keine anderen Alternativen.

    Die einzige Alternative (auch wenn sie von Hmpf im 2. Beitrag schon abgelehnt wurde), führt immer weniger zum Erfolg. Selber dafür zu sorgen, dass einen die immer größeren Dängelungen (=Umverteilung) von der Regierung in Zukunft nicht so sehr betreffen werden, obwohl man in D bleibt, wird immer schwieriger. Hauptsache demente Politiker bleiben starffrei.

    Verstehen kann ich die AFD Wähler trotzdem nicht.

    Wo ist denn die wählbare Partei (den Wunsch nach wählbar kann man auch streichen, au fdie für mich nicht wählbarne haben keine passenden Konzepte), die schon nur ein tragbares Konzept für das Ausgangsproblem hat und es auch durchsetzen würde?

    Aber man frage sich mal ernsthaft, ob wirklich jemand Überstunden machen würde, wenn er vom Mehrverdienst 95% abgezogen bekommt?

    Das habe ich mich schon vor 20 Jahren bei knapp 50% Spende an den Staat zum freien Verschenken durch ihn. Bis auf die Dienste, die ich machen musste, um meinen Job nicht zu verlieren, haben ich (und auch einige Kollegen) das abgelehnt.

    Genauso geht es mir seit einigen Jahren mit den immer weiter steigenden Sozialabgaben, ohne dafür eine passende Gegenleistung zu erhalten. 1000€ im Monat für die GKV? Also wurde alles soweit umverteilt, dass es zu meinen Ansprüchen passt.

  • Ich werde mir jetzt nächste Woche die Mühe machen, die Entscheidungsträger:innen bei Finanztip anzuschreiben und auf diese Problematik im Finanztip-Forum hinzuweisen.

    Liebe Finanztip-Entscheidungsträger,

    bitte ändern sie die Forenregeln dahingehend, das politische Überlegungen, die Bezug zur Finanzwelt haben, nur dann gepostet werden dürfen, wenn sie eher linksorientiert sind. Das Posten von Umfragen, Statistiken oder Fakten ist bitte auch nur dann zulässig, wenn die Yoga-Gruppe ihre Zustimmung äußert. Durch diese Vorgaben wird das Forum dazu beirragen, die Demokratie in Deutschland umgehend zu retten und insbesondere das Wählerpotential der AfD draußen in dieser doofen realen Welt spürbar zu reduzieren. Das klappt ja mit solchen Sichtweisen und politischer Umsetzung seit ca. 20 Jahren schon super.

    Gruß und Kuss...

    Der Entwurf kann natürlich gerne noch angepasst werden. Aber man will ja helfen wo es geht.

  • Es gibt Tausende andere Optionen.

    Beispielsweise? In den Ortsverein der Partei X eintreten, die Welt bei Abstimmungen über Zebrastreifen auf der Seitenstraße im kommunalen Rat verbessern, sich hocharbeiten bis in den Bundesvorstand und dort alles viel besser machen, in X oder YY Jahren?

    Vorher mal Parteitagsbeschlüsse beeinflussen, die dann aber wegen Koalitionskompromiss oder Vorstandwillnicht keinerlei Wirkung haben?

    Was sind die anderen 998 Optionen?

  • Beispielsweise? In den Ortsverein der Partei X eintreten, die Welt bei Abstimmungen über Zebrastreifen auf der Seitenstraße im kommunalen Rat verbessern, sich hocharbeiten bis in den Bundesvorstand und dort alles viel besser machen, in X oder YY Jahren?

    Vorher mal Parteitagsbeschlüsse beeinflussen, die dann aber wegen Koalitionskompromiss oder Vorstandwillnicht keinerlei Wirkung haben?

    So funktioniert nun mal Demokratie: Es geht darum, die völlig unterschiedlichen Interessen von 80 Millionen Bürgern miteinander zu vereinbaren. Das erfordert Kompromisse und ist oft mühsam. Aber das als wirkungslos abzutun, nur weil man nicht zu 100 % Recht bekommt, greift zu kurz. Konstruktive Mitarbeit ist eben anstrengender als reines Meckern im Forum.

  • Richtig. Das hat System und ist beabsichtigt. Das permanente Posten von Umfragen zur „Sonntagsfrage“ ist beabsichtigt.

    Ich werde mir jetzt nächste Woche die Mühe machen, die Entscheidungsträger:innen bei Finanztip anzuschreiben und auf diese Problematik im Finanztip-Forum hinzuweisen.

    Satire bitte kennzeichnen.

    Das wertvollste Produkt, das man sich mit Geld kaufen kann, ist ein leerer Kalender.

  • Es geht darum, die völlig unterschiedlichen Interessen von 80 Millionen Bürgern miteinander zu vereinbaren.

    Theoretisch ja. In der Praxis: Muhahahaha!

    Sind "die" erstmal gewählt, zählen nur noch die eigenen Interessen. Politiker sind alles andere als selbstlose Idealisten, ganz im Gegenteil. So ein dickes Fell, wie es in der Politik braucht, haben nur Ego- und Narzissten.

  • Konstruktive Mitarbeit ist eben anstrengender als reines Meckern im Forum.

    Bis es ansatzweise da wirkt, wo man die politische Arbeit halbwegs leidlich beeinflussen könnte, geht sehr viel Zeit ins Land. Und noch einige Wahlen. Das als Option gegenüber einer Wahlentscheidung zu sehen, ist daher in meinen Augen Unsinn. Soll man so lange nichtwählen, oder Kleinstparteien, oder doch GroKo das Gefühl geben alles sei aus Wählersicht wunderbar?

  • Liebe Finanztip-Entscheidungsträger,

    bitte ändern sie die Forenregeln dahingehend, das politische Überlegungen, die Bezug zur Finanzwelt haben, nur dann gepostet werden dürfen, wenn sie eher linksorientiert sind. Das Posten von Umfragen, Statistiken oder Fakten ist bitte auch nur dann zulässig, wenn die Yoga-Gruppe ihre Zustimmung äußert. Durch diese Vorgaben wird das Forum dazu beirragen, die Demokratie in Deutschland umgehend zu retten und insbesondere das Wählerpotential der AfD draußen in dieser doofen realen Welt spürbar zu reduzieren. Das klappt ja mit solchen Sichtweisen und politischer Umsetzung seit ca. 20 Jahren schon super.

    Gruß und Kuss...

    Der Entwurf kann natürlich gerne noch angepasst werden. Aber man will ja helfen wo es geht.

    Eventuell hast Du Haltung und Framing gewisser Kreise und Protagonisten noch nicht vollumfänglich verstanden ... ;)

    Das könnte so aussehen, daß alles, was nicht politisch links und/oder links-grün ist - oder noch weiter links oder links-grüner - per se rechts ist. Entscheidend dabei: Und rechts ist automatisch immer ganz schlecht, ganz böse und ganz schlimm. Konservativ als Einstufung beispielsweise scheint gar nicht mehr zu existieren ... Siehe beispielsweise auch die "Omas gegen rechts", die offensichtlich (nomen est omen) gegen alles antreten und kämpfen, was nicht links ist sprich SPD oder die Grünen und links davon ... Also auch gegen die CDU, CSU, FDP, Freie Wähler usw. kämpfen. Ansonsten müßten sie sich ja "Omas gegen die AfD" nennen ... Von rechts zu rechtsextrem (oder gar einem überzeugten Nazi) dürfte es auf Basis dieser Haltung dann kaum noch einen Unterschied geben - oder ggf. ist das bereits identisch ... ?

    Die Demokratie wird auf Basis dieser Haltung übrigens nicht dadurch "gerettet", indem die Probleme gelöst werden auf denen solche Parteien zum Erfolg reiten - sondern, indem einfach ein Verbot einer demokratisch gewählten Partei angestrebt wird ...


    Nach meiner Beobachtung und Einschätzung ist hierzulande seit sehr vielen Jahren eine starke politische Linksverschiebung zu konstatieren. Was u. a. nicht ohne Folgen für die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Landes blieb. Parallel dazu lief auch eine linke gesellschaftspolitische Agenda (Wokeness, Political Correctness, Cancel-Culture, Gendersprech, LGBTQ+ usw.). Was mich schon vor vielen Jahren gewundert hatte: Wie lange es auf nationaler (aber auch internationaler) Ebene gedauert hat, bis es zu einer signifikanten Gegenbewegung kam. Zu dieser ist es auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene schließlich aber doch gekommen. Was bei oben genannten Kreisen und Protagonisten naturgemäß auf Entrüstung stößt.

    Fraglos ist die AfD eine unleidige Partei - aber offensichtlich als Sammelbecken für viele Unzufriedene und Protestwähler eine unvermeidliche. Sollte auch diese Regierung es nicht schaffen die Rahmenbedingungen so zu setzten, daß die Wirtschaft (endlich) wieder etwas an Fahrt gewinnt, dürfte die Polarisierung zu den politischen Rändern eher noch zunehmen.

    Um einen langjährigen Bekannten und Journalist zu zitieren:

    "Die Koalition kann noch Jahre so weitermachen. Dann ist Sachsen-Anhalt nur ein Vorspiel"

  • Beispielsweise? In den Ortsverein der Partei X eintreten, die Welt bei Abstimmungen über Zebrastreifen auf der Seitenstraße im kommunalen Rat verbessern, sich hocharbeiten bis in den Bundesvorstand und dort alles viel besser machen, in X oder YY Jahren?

    Vorher mal Parteitagsbeschlüsse beeinflussen, die dann aber wegen Koalitionskompromiss oder Vorstandwillnicht keinerlei Wirkung haben?

    Was sind die anderen 998 Optionen?

    - den lokalen Abgeordneten schreiben, was ihr Abstimmungsverhalten konkret auslöst

    - in die Sprechstunden der lokalen Abgeordneten gehen.


    Jetzt du :)

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