Hat jemand diese Bücher gelesen? Eure Meinung?

  • Hallo zusammen,

    Ich überlege aktuell, einige Bücher zu lesen bzw. zu kaufen, und wollte mal fragen, ob jemand von euch Erfahrungen damit hat oder sie empfehlen kann.

    1. Die Kunst, über Geld nachzudenken von André Kostolany
    2. Winning the Loser's Game: Timeless Strategies for Successful Investing von Charles D. Ellis

    Das dritte Buch ist zwar nicht direkt ein Finanzbuch, klingt für mich aber trotzdem interessant:

    1. Die Schönheit des Scheiterns: Kleine Philosophie der Niederlage von Charles Pépin

    Kennt jemand diese Bücher oder hat vielleicht eines davon gelesen? Würdet ihr sie empfehlen – gerade im Hinblick auf langfristiges Denken, Geldanlage oder auch persönliche Entwicklung?

    Danke vorab für eure Anregungen und Gedanken.

    Liebe Grüße

    Flo

  • Die Titel klingen interessant, aber wann soll ich denn die ganzen Bücher lesen, die noch auf meiner Liste stehen ;(

    Ich bin weder Finanzprofi noch gebe ich Anlageberatungen.
    Meine Beiträge sind als Impulse zu verstehen, um sich selbst zu informieren.

  • Die ersten beiden Bücher kosten gebraucht zusammen gerade mal 15,-.
    Da wir Deinen Geschmack nicht kennen, kauf sie und berichte...

    Es ist fast wie im richtigen Leben, deswegen heißt das hier auch Erde und nicht Paradies.

  • KI geniert, Zusammenfassung zu "Die Kunst, über Geld nachzudenken von André Kostolany":

    Die 20 wichtigsten Erkenntnisse

    I. Das Fundament der Märkte

    1. Börse ist eine Kunst, keine Wissenschaft: Finanzmärkte lassen sich nicht in starre mathematische Modelle pressen. Wer versucht, rein computergesteuert oder streng linear zu investieren, scheitert an der unberechenbaren Natur der menschlichen Psyche.
    2. Die fundamentale Formel ($T + P = \text{Tendenz}$): Die Richtung der Märkte wird kurz- bis mittelfristig durch den Trend ($T$) (bestimmt durch das makroökonomische Umfeld und die Zinsen der Notenbanken) und die Psychologie ($P$) der Marktteilnehmer bestimmt.
    3. Das Prinzip von Spaziergänger und Hund: Die Realwirtschaft ist der Spaziergänger, die Börse der Hund. Der Hund läuft mal weit voraus (Euphorie), mal hinkt er weit hinterher (Panik), aber am Ende kehrt er immer zu seinem Herrchen (den wirtschaftlichen Fundamentaldaten) zurück.
    4. Die Zinspolitik ist der Treibstoff: Die Zinsen der Notenbanken bestimmen die Liquidität. Niedrige Zinsen zwingen das Geld fast unweigerlich in Sachwerte wie Aktien. Steigen die Zinsen nachhaltig, entzieht dies dem Aktienmarkt das Fundament – oft mit einer Verzögerung von mehreren Monaten.

    II. Die Psychologie & Marktteilnehmer

    1. „Hartgesottene“ vs. „Zittrige“: Der Markt teilt sich in zwei Gruppen. Die Hartgesottenen besitzen die drei Gs: Geld, Geduld und Gedanken. Sie agieren ruhig und antizyklisch. Die Zittrigen sind die breite Masse, die ohne klaren Plan agiert, emotional auf jede Kursschwankung reagiert und bei Korrekturen in Panik verfällt.
    2. Das Kostolany-Ei (Zyklus-Modell): Märkte bewegen sich in zyklischen Wellen, die jeweils aus drei Phasen bestehen: Korrektur, Anpassung/Begleitung und Übertreibung. Der kluge Investor kauft antizyklisch in der Phase der totalen Übertreibung nach unten (Panik) und verkauft in der Übertreibungsphase nach oben (Euphorie).
    3. Geduld ist die wichtigste Tugend: Kostolany prägte das legendäre Zitat: „An der Börse wird das Geld mit dem Sitzfleisch verdient, nicht mit dem Kopf.“ Eine richtige Investmentidee braucht Zeit, um am Markt zu reifen. Zu häufiges Handeln vernichtet Rendite („Hin und Her macht Taschen leer“).
    4. Unabhängigkeit vom Herdentrieb: Sobald die breite Öffentlichkeit, Medien und absolut branchenfremde Personen euphorisch über Aktien sprechen, ist das Ende eines Bullenmarktes nah. Der erfolgreiche Spekulant isoliert sich gedanklich von der Masse.

    III. Anlagestrategie & Taktik

    1. Phantasie schlägt Wissen: Ein Investor muss in der Lage sein, gesellschaftliche und wirtschaftliche Trends der Zukunft zu antizipieren, bevor sie in den aktuellen Bilanzen der Unternehmen schwarz auf weiß auftauchen. Reine Vergangenheitsdaten bieten keinen Mehrwert.
    2. Die Schlaftabletten-Methode für Standardwerte: Für den langfristigen Vermögensaufbau empfiehlt Kostolany ein breit gestreutes Portfolio aus internationalen Qualitätsaktien (Blue Chips). Seine Empfehlung: Aktien kaufen, Schlaftabletten nehmen, das Portfolio ein paar Jahre ignorieren und sich später am Wachstum erfreuen.
    3. Niemals auf Kredit spekulieren: Wer auf Pump investiert, beraubt sich seines wichtigsten Gutes: der Zeit. Ein unvorhergesehener Margin Aufruf (der englische Begriff ist im Forum nicht erlaubt ^^) zwingt den Kreditnehmer im schlechtesten Moment (am Tiefpunkt einer Krise) zum Verkauf und macht ihn automatisch zum „Zittrigen“.
    4. Totale Diversifikation gegen den Ruin: Unabhängig davon, wie sicher eine Anlageidee erscheint – unvorhersehbare Ereignisse (Betrug, Geopolitik, Katastrophen) können jedes Einzelunternehmen ruinieren. Eine breite, globale Streuung ist das einzig wirksame Schutzschild.
    5. Krisen sind das Fundament für Vermögen: Große Vermögen werden in Bärenmärkten und Crashs gemacht. Wenn Sachwerte im Zuge einer Panik ohne Rücksicht auf ihren inneren Wert liquidiert werden, schlägt die Stunde der Hartgesottenen.
    6. Vorsicht vor starren Stop-Loss-Orders: Kostolany warnt vor automatischen Absicherungen. In volatilen Marktphasen führen eng gesetzte Stop-Loss-Marken oft dazu, dass man exakt am Tiefpunkt unglücklich ausgestoppt wird, kurz bevor der Markt wieder dreht.
    7. Nachrichten relativ betrachten: Eine Nachricht bewegt den Kurs nur dann, wenn der Markt nicht bereits darauf vorbereitet war. Oft fallen Kurse bei scheinbar exzellenten Nachrichten, weil Großinvestoren das Ereignis nutzen, um Gewinne zu realisieren („Sell the rumor, buy the fact“).

    IV. Charakter & Lebenseinstellung

    1. Unterschied zwischen Anleger, Spekulant und Zocker: Der Investor sucht die langfristige Anlage in Sachwerten. Der Spekulant sucht die intellektuelle Herausforderung und agiert strategisch auf mittlere Sicht. Der Zocker (oder Schlafwandler) jagt ohne Verstand jeder Kursbewegung hinterher und verliert langfristig immer.
    2. Fehleranalyse statt Verdrängung: Ein erfolgreicher Akteur an der Börse zeichnet sich dadurch aus, dass er aus falschen Entscheidungen lernt. Wer erlittene Verluste verleugnet oder auf Pech schiebt, wiederholt dieselben Fehler beim nächsten Mal.
    3. Eine distanzierte Beziehung zu Geld: Man muss Geld schätzen, darf es aber niemals vergöttern. Wer zu große Angst davor hat, Geld zu verlieren, blockiert seine rationale Denkfähigkeit und agiert an den Märkten verkrampft.
    4. Skepsis gegenüber Gurus und Analysten: Kostolany betrachtete Charttechniker und Analysten oft mit viel Ironie als „Propheten, die zurückblicken“. Niemand kann die Zukunft vorhersagen; die eigene logische Überlegung ist meistens treffsicherer als fremde Ratschläge.
    5. Die absolute Pflicht einer Strategie: Gehen Sie niemals ohne einen klaren Plan in ein Investment. Eine mittelmäßige Strategie, die konsequent durchgehalten wird, ist an der Börse um ein Vielfaches erfolgreicher als das ständige, emotionale Hin- und Herwechseln zwischen verschiedenen Trends.
  • Nummer zwei ist eines der besten Investment-Bücher, die ich gelesen habe. Sehr zu empfehlen. Sowohl, was das Mind-Set angeht, als auch konkrete Tipps für verschiedene Altersgruppen.

    Ich habe dieses Buch auch gelesen. Es ist sehr gut. Fehler vermeiden ist alles. Sehr instruktives Buch, dass zeigt, wie man es nicht machen soll.

    Kosten minimieren !!! Also heutzutage keinen ETF mit 0,45 % kaufen !! Wen ich da wohl meine von den europäischen Fondsanbietern ?

  • Kosten minimieren !!! Also heutzutage keinen ETF mit 0,45 % kaufen !! Wen ich da wohl meine von den europäischen Fondsanbietern ?

    Vielleicht ein deutscher?

    Kostolany hat meinen finanziellen Werdegang begleitet. Ein sehr unterhaltsamer Mensch, der finanzielle Themen sehr griffig machen kann. Von Ellis habe ich auch gutes gehört, es aber ebenfalls nicht gelesen. Der dritte ist mir unbekannt.

  • Nummer zwei ist eines der besten Investment-Bücher, die ich gelesen habe. Sehr zu empfehlen. Sowohl, was das Mind-Set angeht, als auch konkrete Tipps für verschiedene Altersgruppen.

    Ist schon richtig, aber wenn man sich schon eine Weile mit dem Thema beschäftigt hat, lernt man auch nicht wirklich was Neues dabei. Das finde ich eh die Krux an Finanzbüchern...die Basics sind recht schnell gelernt und der Rest ist dann halt sehr in den Feinheiten. Länderspezifisch und innerhalb der Länder gerne auch nur zeitlich begrenzt gültig.

    Die Titel klingen interessant, aber wann soll ich denn die ganzen Bücher lesen, die noch auf meiner Liste stehen ;(

    Jede gute Leseratte schiebt einen größeren Stapel vor sich her ;)

    Und das mit dem Stapel darf man durchaus wörtlich nehmen, denn auch wenn E-Books manchmal praktisch sind...Papier ist mir lieber. Nicht nur, weil sich mit Gebraucht-Büchern echt eine Menge sparen lässt, umblättern finde ich einfach sehr viel angenehmer als auf den Kindle zu tippen

  • Dann gibt es zwei von der Sorte, ich hätte einen swappenden Xtrackers im Angebot der kurz vor der Investmentsteuerreform aufgelegt wurde. War damals der absolute Renner wegen des steuerlichen Vorteils der Swapper. Bei Xtrackers wirst Du fündig für den MSCI World. Fondsvolumen rund 5 Mrd.

  • Ich kaufe prinzipiell niemals gebraucht und es geht auch nicht um den Preis, sondern vielmehr um die Zeit die man investiert.

    Gebraucht kaufe ich tatsächlich auch nicht, die Zeit allerdings ist mehr oder weniger wurscht wenn mich etwas interessiert... gerade beim Lesen, kann man nach 3 oder 4 Kapiteln zur Not abbrechen.
    Ich muss aber zugeben, dass ich alle Bücher (mein Genre sind ausschließlich Sachbücher, (Auto)Biographien, etc. zu Ende gelesen habe.

    Es ist fast wie im richtigen Leben, deswegen heißt das hier auch Erde und nicht Paradies.

  • Nummer zwei ist eines der besten Investment-Bücher, die ich gelesen habe. Sehr zu empfehlen. Sowohl, was das Mind-Set angeht, als auch konkrete Tipps für verschiedene Altersgruppen.

    Super danke damit kann ich etwas anfangen. Das ist bisher tatsächlich auch mein Favorit der drei.

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