Was waren eure Aktien-Glücksgriffe?

  • Ein (manchmal) verpöntes Thema hier im Forum: Einzelaktien.

    Was waren eure Investments, die über Jahre vor sich hingedümpelt und dann innerhalb kürzester Zeit explodiert sind? Hattet ihr sowas schon mal?

    Hintergrund meiner Frage: Bin bei Trade Republic zufällig über die Top Movers gestolpert und habe dort "AXT" (ISIN: US00246W1036) entdeckt. Über Jahre nahezu keine Veränderung, eher leichte Tendenz südwärts und die letzten Monate ein imposantes Wachstum.

    Ich bin weder Finanzprofi noch gebe ich Anlageberatungen.
    Meine Beiträge sind als Impulse zu verstehen, um sich selbst zu informieren.

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  • Moin PerAnnum

    Ich hatte in den 90er Jahren mal ein paar Einzelaktien. Keine Totalausfälle, aber auch keine Gamechanger. Aber: das Beobachten und Tracken von ZDF ist halt ziemlich aufwändig. Und ich als Kleinaktionär bekomme die Infos ja erst, wenn der Drops gelutscht ist.

    Beruflich habe ich 5 Jahre bei einem DAX Konzern gearbeitet und eine im Vgl. zu meinem Depot Mini Aktien Position gehalten. Weil das schon vor über einer Dekade war, und ich auch erst mit der Festanstellung am Ende der Zeit am Aktienprogramm teilnehmen konnte, haben sich allein die Dividenden gelohnt.

    Wenn ich heute ins Depot gucke, muss ich immer an die Zeit bei der Firma denken. Also eher nostalgische Position.

    Mein zweiter Einzelwert die Aktie meines aktuellen Arbeitgebers. Hier nehme ich schon seit über 10 Jahren am Aktienprogramm teil und erhalten auch zwei Aktienkomponenten i.R. der variablen Vergütung.

    Leider legt die Aktie u.a. durch geopolitischen Themen (COVID / TRUMP etc.) regelmässig nicht unerhebliche Capriolen hin, so dass ich da schon mehrfach mit satten Sprüngen in beide Richtungen unterwegs bin.

    Um es kurz zu machen: ich verkaufe da jetzt peu a peu meine Positionen und schichte um.

    Klassisches Bsp. für Einzelaktien Investor: Tim Schäfer. Clever. Super schlau oder mit einigen seiner Ten Bagger einfach nur Glück gehabt? Ich denke eher letzteres.

    Am Ende ist für mich die Anlage in ETFs v.a. unter Zeit-ökonomischer Betrachtung unschlagbar.

    Prost :)

  • Ah, und zu dieser AXT Aktie - kann weiterlaufen wie Rheinmetall, Silber, Gamestop und Co. Hat aber auch enormes Draw Down Potential. Aktuell vermutlich einfach viel Momentum.

    Mit einer Position mal Gambeln, why not. Zwei Fragen: wenn sich die Aktie in 1 Jahr verzehnfacht hat, wirst du fluchen, warum du statt 10k nur mit 1k reingegangen bist. Ist die die Aktie in einem Jahr wieder stark zurückgelaufen und du hast aus deinen 1k vielleicht noch 250-500 Euro, was würdest du dann machen und wie würde sich das anfühlen.

    Gibt es noch mehr Einzeltitel, wo es dich in den Fingern juckt?

    Bei mir ist diese Sturm und Drang Phase irgendwie schon vorbei... Es geht aber auch immer ums experimentieren, lernen und Erfahrungen sammeln. Unbezahlbar.

  • Bei AXT juckt es mich 0,0 in den Fingern. Klar kann noch weiter steigen aber auch massiv wieder sinken. Aus dieser Fear of Missing Out Phase die ich am Anfang hatte, bin ich zum Glück fast komplett raus ^^

    Danke für deine Schilderungen Finanzschlumpf :)

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  • Auf der anderen Seite auch schon mal keine so cleveren Entscheidungen getroffen und mit Verlust verkauft oder immer noch im Depot

    Das hat ja nichts mit Cleverness oder Können zu tun, sondern war reines Glück.

    Ich bin mittlerweile klug genug, das nicht wiederholen zu wollen. Vor 20 Jahren habe ich mal mit Hebelprodukten rumgespielt. Das hat ein oder zweimal gut geklappt. Beim dritten Mal war das Geld dann futsch.

    Dann hatte ich während der Finanzkrise mal die Idee, dass die Commerzbank definitiv unterbewertet sein müsse. Das hat dann bis vor Kurzem gedauert bis ich die wieder verkauft habe. Da ich Steuern bezahlt habe, muss ich sogar mit Gewinn verkauft haben. Eigentlich waren die schon abgeschrieben.

    Und ich hatte mal das zweifelhafte Vergnügen als Minderheitsaktionär an einem Squeeze-out teilzunehmen. Daher rührt mein Aktienverlustverrechnungstopf, der mich hin und wieder dazu verleitet darüber nachzudenken, Einzeltitel zu handeln. Diesen Monat bin ich halt einmal schwach geworden und hatte Glück.

  • Hab am anfang als ich das depot aufgemacht hab einiges mit einzelaktien gespielt, neben meinem sparplan auf nen klassischen etf.

    Hab 2022 einige aktien eingesammelt, meist für 100-200€. Wollte testen probieren zocken.

    Topmover waren/sind:

    cherry mit -96%

    General mills mit -45%

    Games workshop mit +149%

    Sma solar mit 170%

    Fresenius lief noch gut. Hab da mit nem sparplan auf die Restrukturierung gewettet. Bei ca. +50% die halbe Position verkauft. Seitdem gings bergab und bin 'nur' vei +30%

    Dazwischen ist viel was über die Jahre mit +/-0 abzüglich inflation sehr dünn war. An viele erinnere ich mich auch nicht mehr richtig.

  • Wir haben einige ING-Aktien. Für knapp 500 EUR gekauft, stehen aktuell bei gut 1.250 EUR.

    Das Portfolio sagt, TTWOR Inkl. Dividenden 213,05%. ^^

    Ich habe es an anderer Stelle schonmal gesagt, wir haben eine Handvoll Einzelaktien aus Anfängerzeiten, einfach zum Spaß. Getradet wird da nicht, sie liegen eben da, etwaige Dividenden gehen in den Welt-ETF und machen zusammen irgendwas um die 5% des Depotvolumens aus. Wir könnten sie verkaufen, aber lassen sie bisher liegen. Als Mahnmal, aus Nostalgie... einen signifikanten Anteil des Portfolios machen wie jedenfalls nicht aus (und der wird auch immer geringer werden, weil nur noch der ETF bespart wird).

    Beim Kurs ist bezogen auf den Kaufkurs von -32% bis +155% alles vertreten. Einzelaktien sind einfach unberechenbar.

  • Airbus, durchschnittlicher Kaufkurs 10€

    2001 war der Verlust an einem einzigen Tag 45% und vom Börsenparkett wurde berichtet, die Kleinaktionäre würden zu lange an ihren Minuspositionen festhalten.

    Die gezahlten Dividenden übersteigen den Kaufwert.

    Die bis jetzt aufgelaufenen Gewinne, ca. 1250%, sind steuerfrei.

  • Ich bin von Frosta überrascht worden. Sollte eigentlich nur mal was deutsches im langweiligen Basiskonsum-Buy&hold sein und ist etwas mehr ein Jahr später von knapp 60 auf über 100 Euro gegangen. Mittlerweile sind Einzelaktien generell deutlich reduziert und in so Listen wie "Top Movers" sehe ich eher einen Unterhaltungs- als einen Informationswert.

    Woran ich mich auf jeden Fall erinner: Etwas mit solchen prozentualen Zuwachs zu verkaufen fällt einem ja bald noch schwerer, als etwas rotes oder mit +5% abzustoßen.

  • Woran ich mich auf jeden Fall erinner: Etwas mit solchen prozentualen Zuwachs zu verkaufen fällt einem ja bald noch schwerer, als etwas rotes oder mit +5% abzustoßen.

    Ich hatte den Fall noch nie, aber das denke ich mir auch. Wenn man +300% hat, was man dann macht? Gewinne mitnehmen oder packt einen die Gier, dass es noch mehr wird.

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  • Bedaure, dass ich bei 48% + die Nikes nicht verkauft habe. Aber das war ganz am Anfang und noch keine Peilung, dass auch Qualitätsaktien große Dips haben. Danach habe ich Siemens Energy bei 30% + losgelassen.....:rolleyes:

    Sie hätten eben auch wieder auf -50% oder noch tiefer fallen können. Wissen tut man es erst hinterher.

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