ETF Sparplan sind schwierig

  • Ich hatte das immer so gehalten: alle 3 Monate am 1. schaute ich ins Depot, kletterten die Kurse, kaufte ich verhalten mit der üblichen Sparrate nach, vielen die Kurse kaufte ich immer ein Häppchen mehr, floss das Blut in den Straßen konnte ich mich nicht bremsen und kaufte was das Zeug hielt. Rückwirkend gesehen empfinde ich keinen Nachteil.

    Und mal nachgerechnet was gewesen wäre, wenn Du einfach immer gekauft hättest.
    Also sich nie so viel Geld 'angesammelt hätte, dass Du bei Blut in den Straßen nachkaufen konntest?
    Kann ja sein, dass es im Gegensatz zu Deiner Empfindung zumindest einen Renditenachteil gab.

    PS: Ich habe in den letzten Jahren zum Glück kein Blut in den Straßen fließen sehen. :/

  • Stelle Deine Fragen an unsere Finanztip-Experten

    ETFs 2026
    Expertengespräch am 09.07.2026

    ETFs 2026: So investierst Du am besten

    09.07.2026 - ETFs 2026

  • Du hast vergessen, dass du freiwillig eine Steuer, wie die Vorabpauschale zahlst.

    Eine Santander, Deutsche Bank, Postbank, Noris Bank oder Klarna möchte ich nicht als Vertragspartner.

  • Ich hatte das immer so gehalten: alle 3 Monate am 1. schaute ich ins Depot, kletterten die Kurse, kaufte ich verhalten mit der üblichen Sparrate nach, vielen die Kurse kaufte ich immer ein Häppchen mehr, floss das Blut in den Straßen konnte ich mich nicht bremsen und kaufte was das Zeug hielt. Rückwirkend gesehen empfinde ich keinen Nachteil.

    Hast du dein System mit Backtests verifizieren können oder beruht es auf subjektivem Empfinden? Wie oft hast du über dem letzten ATH gekauft ,wie oft unterhalb dem letzten ATH? (letzte ATH wäre immer das von vor 3 Monaten beim letzten Kaufzeitpunkt)

    Wenn der Kurs vom ETF heute bei 150 € steht, morgen bei 125 € und du dann in deinem Rhythmus kaufen würdest, hättest du mehr gekauft als gestern. Allerdings kann es sein, dass vor 3 Monaten der Kurs bei 100 € war, also hast du im Vergleich zu vor 3 Monaten deutlich teurer gekauft. Es wird immer die Fälle geben, an denen du günstiger als das ATH vor 3 Monaten kaufst, genauso aber auch Fälle in denen du teurer kaufst. Weiterhin hast du in den den 3 Monaten Oppertunitätskosten, welche du für eine sauberere Rechnung/Analyse berücksichtigen solltest. Die Intension beim Investieren ist der Gedanke an eine positive Renditeerwartung. In einer idealen Welt wäre der Kurs morgen immer höher als gestern.

    Daher würde ich einen Sparplan nicht als schlecht ansehen, denn auch diesen kann man i.d.R. quartalsweise ausführen lassen. Weiterhin - ab einem gewissen Depotvolumen ist die Sparrate irgendwann nicht mehr ausschlaggebend, sondern das investierte Kapital.

    Für die meisten sehe ich den monatlichen Sparplan aus psychologischen und disziplinären Gründen als passend. Es passt zum Rhythmus unserer Gehaltszahlungen, Buchungen usw. (Video zur Auswertung Sparplan täglich, wöchentlich, monatlich, jährlich)

    Ich selbst habe eine Mischung: Monatlich definierter Sparplan. Falls quartalsweise im Haushaltsbudget etwas über blieb (weil weniger konsumiert o.ä.), wird der Überschuss investiert.

    Viel wichtiger als der Rhythmus vom Sparplan ist für die meisten: Überhaupt anfangen zu investieren und ihre Aktien-Cash-Quote sinnvoll zu wählen. (zum Nichtinvestieren finde ich das Video sehr erleuchtend: Youtube - Notgroschen)

  • Ob Sparplan oder händisch macht keinen großen Unterschied, wenn derjenige diszipliniert vorgeht. Wer dazu neigt, mehr Geld auszugeben als er sollte, wird mit einem Sparplan gut bedient sein, weil der diszipliniert. Andere haben das Spar Gen im Blut und müssen am anderen Ende aufpassen, dass sie überhaupt noch konsumieren.

  • Ich habe mein Basisinvestment auch als Sparplan laufen. Darüber läuft der Großteil der Investitionen. Von allen "unerwarteten" Einnahmen, wie steuerrückzahlung, urlaubsgeld, usw. packen wir dann direkt einen bestimmten Anteil (meist ~40%) auf das Konto des Depots und wird dann bei Zeiten investiert. Bissl Markettiming ist dabei, aber ist definitiv nicht das Hauptaugenmerk. Meistens wird zum Rebalancing investiert, aber auch manchmal in ne böse Einzelaktie 🫢🤫

    Bri sparplan stören mich weder schlechtes Timing oder hohe Spreads, sofern sie existieren. Bei den Sparplänen die laufen von 15-175€ wäre die Orderpauschale selbst mit 1€ bei TR schon höher als die (ungünstigen) spreads bei etfs.

    Kauft man einzelaktien an ausländischen Börsen über den Sparplan, könnte man schon drauf achten das die dann auch in den Handelszeiten der jeweiligen Börse stattfinden, aber sowas hatte ich nicht und wäre eine reine Vermutung von mir die ich überprüfen würde.

  • monstermania , Julian-2 : ich habe weder Backtest noch Vergleiche angestellt, wie es gelaufen wäre wenn ich stur den Sparplan hätte laufen lassen, diese Frage wurde mir schon oft gestellt. Ich machte da nie eine Wissenschaft draus, kaufte am Tag x und Betrag y, freute mich wenn die Kurse zwischen zeitig immer mal zurück kamen. Das ist ja meist auch nur ein bis zwei mal im Jahr das die Kurse nach unten gehen, ich freute mich dann immer und kaufte mit der "Schöpfkelle" ein, mehr war/ist das nicht. Bei den kürzlichen TACO Trades war ich auch immer gerne dabei.

    Bin seit 1990 bis heute ununterbrochen investiert, Anfangs Union Fonds, die tauschte ich irgendwann in ETFs und stinklangweilige Einzelaktien, läuft prima, Depot im höherem 6 stelligem Bereich.

    Mein Hauptaugenmerk und größte Asset Klasse im Depot mit rund 60% Depotgewichtung sind aber HighYield Anleihen im Renditebereich von 6% - 12%,B und C Ranking. (Disclamer: kein Schrott, alles gute Schulnder m.E. 8)). Aber das soll hier jetzt nicht das große Thema sein.

    Und wie 90 Prozent Aktien schon schrieb, Disziplin ist die große Kunst beim händischen Kaufen, am besten emotionslos. Und gerade da sind Sparpläne interessant, die diese Disziplin eben nicht mitbringen oder sich gar groß damit beschäftigen wollen, Autopilot an und 40 Jahre laufen lassen, völlig in Ordnung.

    Wäre ich heute noch mal 20 mit dem Wissen von heute - All World ETF- Sparplan - 40 Jahre plus Fire and Forget. :thumbup:

  • monstermania , Julian-2 : ich habe weder Backtest noch Vergleiche angestellt, wie es gelaufen wäre wenn ich stur den Sparplan hätte laufen lassen, diese Frage wurde mir schon oft gestellt. Ich machte da nie eine Wissenschaft draus, kaufte am Tag x und Betrag y, freute mich wenn die Kurse zwischen zeitig immer mal zurück kamen. Das ist ja meist auch nur ein bis zwei mal im Jahr das die Kurse nach unten gehen, ich freute mich dann immer und kaufte mit der "Schöpfkelle" ein, mehr war/ist das nicht. Bei den kürzlichen TACO Trades war ich auch immer gerne dabei.

    Bin seit 1990 bis heute ununterbrochen investiert, Anfangs Union Fonds, die tauschte ich irgendwann in ETFs und stinklangweilige Einzelaktien, läuft prima, Depot im höherem 6 stelligem Bereich.

    Eine spannende Investmentreise. Hättest du Lust diese HIER detaillierte vorzustellen?

    Du hast auf jeden Fall deutlich mehr Erfahrung als ich und man darf in dem Bezug dann nicht vergessen: Damals gab es keinen ETF-Sparplan :huh: Heute ist es normal, damals nicht denkbar. Darum umso bemerkenswerter, dass du schon seit 1990 am Kapitalmarkt investiert bist. Ich habe deinen initialen Beitrag wohl etwas missverstanden: Ich dachte du machst Quartalsweise Käufe, um gezielt "Dips" mit nehmen zu können. Derweil hast du sozusagen einen quartalsweisen, manuellen Sparplan seit über 36 Jahre am Laufen! Du kaufst emotionslos am Tag X für deinen Betrag Y. Das ist ebenfalls eine Regel, und die hat dir bis heute zu deinem Erfolg beigetragen. Ich nehme an, dass du in den schwierigen Börsenzeiten dies ebenfalls durchgezogen und dich über den Kauf von mehr Anteilen erfreut hast. Ob monatlicher oder quartalsweiser Sparplan (ob automatisiert oder manuell) ist am Ende wohl nicht groß entscheidend, viel wichtiger ist das dabei-sein. Und so wie ich es lese, sind wir in dem Bezug gleicher Meinung/Einschätzung.

    Ich hoffe, dass ich ebenfalls eines Tages genauso lange investiert sein werde. Mir hilft hierbei die Möglichkeit des automatisierten Sparplans sehr. Den Sparplan zu löschen ist schon so eine Art: "Ah, Kampf gegen mich selbst". :thumbup:

    Und wie 90 Prozent Aktien schon schrieb, Disziplin ist die große Kunst beim händischen Kaufen, am besten emotionslos. Und gerade da sind Sparpläne interessant, die diese Disziplin eben nicht mitbringen oder sich gar groß damit beschäftigen wollen, Autopilot an und 40 Jahre laufen lassen, völlig in Ordnung.

    Wäre ich heute noch mal 20 mit dem Wissen von heute - All World ETF- Sparplan - 40 Jahre plus Fire and Forget. :thumbup:

    Wie du sagst, die Möglichkeiten heutzutage sind andere als damals. Das darf man nicht vergessen. Du hattest 1990 keinesfalls einen All-World-ETF mit Sparplan verfügbar. Das waren andere Zeiten, andere Herangehensweisen. Das regelbasierte, emotionslose Kaufen und dabei bleiben ist wohl der größte Stellhebel für den Vermögensaufbau. Danke dir für dein Feedback mit deiner langen Investmenterfahrung :thumbup:

    Die markierten Passagen sind aus meiner Sicht die wichtigsten.

  • Das regelbasierte, emotionslose Kaufen und dabei bleiben ist wohl der größte Stellhebel für den Vermögensaufbau.

    Ja, früher war es schon komplexer Zugang zur Börse zu bekommen, der Termin und Weg zum Bankberater war da schon Pflicht. Heute geht das gemütlich mit dem Handy am Strand und ..räusper...Toilette. ;)

    Und ja, wir sind auf einer Welle, dran bleiben, die Zeit und der Zinseszins sind die ständigen Begleiter. Die ersten 10 bis 20 Jahre steigt es je nach Sparquote mühselig bis zackig. Und ja, es gibt auch Jahre die nicht toll laufen, einfach ignorieren, stur den Sparplan durchziehen. Die ersten 100k sind die schwierigsten in meinen Augen, aber ab da sieht man wirklich die Macht des Zinseszins die unaufhörlich das Depot verdoppelt, vervierfacht usw. Da kommst du sicher auch noch hin, das ist nur ein langer Marathon der sich lohnt.

    Von daher finde ich, um bei Thema mal zu bleiben, Sparpläne nicht schwierig.:thumbup:

    Eine spannende Investmentreise. Hättest du Lust diese HIER detaillierte vorzustellen?

    Wenn ich mal die Muse habe, werde ich mich da mal "Nackig" machen und mein Depot vorstellen, und mit knapp 20 Positionen auch recht überschaubar.

  • Es ist nicht verboten, beides zu tun: Sowohl einen Sparplan laufen zu lassen für die regelmäßige, geplante Besparung, als auch zusätzlich manuelle Orders zu platzieren. Etwa wenn man den Kurs für günstig hält, oder schlicht wenn durch die Auszahlung von Zulagen/Überstunden/Weihnachtsgeld zusätzlicher finanzieller Spielraum besteht.

  • Das machen ja auch viele Menschen solche Sonderzahlungen zu machen neben dem Sparplan. Aber das ist hier eben nicht das Thema, der TO hält nichts von Sparplänen und möchte andere Meinungen dazu hören, die gegen einen Sparplan sprechen, darum geht es.

  • Es ist nicht verboten, beides zu tun: Sowohl einen Sparplan laufen zu lassen für die regelmäßige, geplante Besparung, als auch zusätzlich manuelle Orders zu platzieren. Etwa wenn man den Kurs für günstig hält, oder schlicht wenn durch die Auszahlung von Zulagen/Überstunden/Weihnachtsgeld zusätzlicher finanzieller Spielraum besteht.

    Kauf dir einfach mal die aktuelle Ausgabe von Stiftung Warentest Finanzen, da gibt es einen mehrseitigen Artikel über Fehler in Anlagen, Markttiming macht einen durchschnittlichen Verlust von 4,1%.

  • Kauf dir einfach mal die aktuelle Ausgabe von Stiftung Warentest Finanzen, da gibt es einen mehrseitigen Artikel über Fehler in Anlagen, Markttiming macht einen durchschnittlichen Verlust von 4,1%.

    Schwarmdummheit kauft immer das, was in der Zeitung steht.

    Eine Santander, Deutsche Bank, Postbank, Noris Bank oder Klarna möchte ich nicht als Vertragspartner.

  • Ich mag Sparpläne auch nicht, sind aber oft der beste Weg um Kleinstbeträge zu sparen ohne das Orderentgelte vieles weg futtern.

  • Schwarmdummheit kauft immer das, was in der Zeitung steht.

    Vielleicht ist es ja auch Schwarmintelligenz oder Schwarmwissen.

    Jeder Einzelne besitzt oft nur eingeschränkte Information über bestimmte Tatbestände. Eine Gruppe verfügt als Ganzes oftmals über sinnvolles (Teil-)Wissen, das der Einzelne eben nicht hat, ihm aber hilft, Dinge zu entscheiden.;)

  • Ich bespare 4 ETF mit Sparplänen und kaufe nach meinem allseits bekannten Bauchgefühl aus Ausschüttungen und Festgeldzinserträgen auch per Einmalbetrag nach. Mir ists völlig egal, ob ein Markettiming in die Hose gehen kann, denn bislang hatte ich dabei noch kein negatives Erlebnis. Wenn der Crash kommt, gehen sowohl die Sparplaninvestition, als auch die Einmalinvestments runter, irgendwann aber auch wieder hoch und meine Dividenden kommen trotzdem. :)

  • Ich glaube das bei market Timing gibt es vor allem 2 große Probleme.

    Das erste ist das man Ewigkeiten Geld hält das nahezu renditelos auf die Investition wartet, weil man auf einen Crash wartet.

    Das zweite wäre das man hebelt und mit großen (geliehenen) Summen auf eine bestimmte Marktsituation zockt.


    Das war hier oft als Market Timing verschrien ist, ist mMn gar kein Problem. Man wartet bei bestimmten etwas größeren Summen wie, Sonderzahlungen, Rückzahlungen, Dividenden, usw. einfach noch etwas ab und versucht zeitnah den 'besten Preis' zu ergattern. Aber hier denke ich wartet keiner jahrelang auf nen Crash, sonder versucht statt 131€ bei 130.5€ reinzugehen oder im optimalen Fall bei 128€. Dafür wartet man halt mal nach Gefühl paar Tage ab. Da sehe ich das Risiko, Renditeverlust/gewinn als ziemlich unwichtig an.

Passende Ratgeber für Dich

Von Finanztip-Experten fundiert recherchiert

Was Finanztip ausmacht
Finanztip Bewertungen