Ausschüttender oder thesaurierender ETF in der Entnahmephase?

  • Also jetzt gehöre ich zu der einen Gruppe, wenn ich alt bin zu der anderen. Es bleibt bei der Frage, wie das praktisch umgesetzt werden soll, ohne umzuschichten und dadurch große Steuerereignisse auszulösen. Die Frage stellt sich doch nur, wenn ich "kurz" vor der Rente größere Summe zusätzlich erwarte und vor einer Anlageentscheidung stehe. Andernfalls muss ich jetzt eine Entscheidung treffen.

    Man könnte ja auch einfach beides besparen. Im zarten Alter von 20, 30 thesaurieren und mit 50, 55 auf Ausschütter umsteigen. In der Entnahmephase dann bei Bedarf zunächst den thesaurierenden ETF verkaufen...

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  • Man könnte ja auch einfach beides besparen. Im zarten Alter von 20, 30 thesaurieren und mit 50, 55 auf Ausschütter umsteigen. In der Entnahmephase dann bei Bedarf zunächst den thesaurierenden ETF verkaufen...

    Das ist tendenziell ungünstig unter dem Aspekt FIFO. Was aber freilich geht ist, Ausschüttungen mitnehmen und den Rest nach FIFO verkaufen. Am Ende hat man dann nur noch Thesaurierer.

  • Man könnte ja auch einfach beides besparen. Im zarten Alter von 20, 30 thesaurieren und mit 50, 55 auf Ausschütter umsteigen. In der Entnahmephase dann bei Bedarf zunächst den thesaurierenden ETF verkaufen...

    Man kann sich auch eine Frikadelle ans Knie nageln... :rolleyes:
    Wer Fondsansteile (ETF) verkaufen muss, wird das hoffentlich nach LiFo-Prinzip machen. Sprich versucht die Fondsansteile mit dem niedrigsten Gewinnanteil(en) als erstes zu verkaufen.
    Geht z.B. in dem man Fondsanteile in ein 2. Depot verschiebt. Oder man hat mehrere Fonds auf den identischen Index im Depot (siehe Finanztip 3 x 10 Strategie).

    Ich verstehe auch nicht, was daran so schwierig sein soll nach möglicherweise jahrezehntelangen Sparen auch mal zu verkaufen um sich dann etwas schönes von dem Geld zu gönnen.
    Mache ich schon mein ganzes bisheriges Leben lang so. Ich spare auf etwas und wenn ich das Geld zusammen habe, kaufe ich es mir. Das ist doch der Grund, warum ich überhaupt spare. :/

  • Der Unterschied ist, dass bei den meisten Rentnern nach der Entnahme nichts mehr angespart wird. Man kann das entstandene Loch also nicht mehr auffüllen.

    Ist das nach jahrelangem Sparen für die Altersvorsorge, nicht Sinn der Sache? Warum sollte ich in der Entnahme-Phase was ansparen? Verstehe ich so nicht, läuft auf den vermögendsten Friedhofsbewohner hinaus.

  • MIr ist es wichtig, dass Cashflow von ganz alleine stattfindet, falls ich urplötzlich ausfalle und finanzielle Mittel nötig werden. Mittlerweile zeigt immerhin der Junior (29) gesteigertes Interesse an seinem eigenen Depot und der könnte dann auch mit sehr wenig Aufwand meines mitbetreuen. Einfach monatlich das Geld auf dem Verrechnungskonto einsammeln und weiterleiten.

    Das sehe ich ganz ähnlich. Bei der Diba sind übrigens anscheinend auch Daueraufträge vom Verrechnungskonto auf das Referenzkonto möglich. Habe ich noch nicht ausprobiert, aber die App bietet das an. Frage ist vielleicht, was passiert, wenn der Dauerauftrag mal nicht gedeckt ist. Bei der DKB wird gleich auf das Girokonto ausgezahlt.

  • Bei der Diba sind übrigens anscheinend auch Daueraufträge vom Verrechnungskonto auf das Referenzkonto möglich.

    Warum sollte das bei der ING (!) nicht möglich sein ? Du wählst einfach das Girokonto der ING als Ziel für Erträge und Verkäufe. Von dort geht es dann an ein anderes Girokonto per Dauerauftrag weiter.

  • Ja, aber weise ich einen Netto-Auszahlungsbetrag an oder einen Verkaufsbetrag?

    Soweit ich das verstehe, ist es ein Brutto-Entnahmeplan. Genauso, wie mir kein Broker bekannt ist, bei dem ich X€ Netto Verkaufserlös im manuellen Verkauf eintragen kann.

    Je nach ETF kann man schon froh sein, wenn man Euro-Beträge und nicht Stückzahlen angeben kann.

    Ich würde es begrüßen, wenn einige Anbieter nach dem Festzurren der Altersvorsorgedepots den Schwung nutzen, um Entsparpläne auszuarbeiten.

    Ich auch, nur wird dies nicht in dem Maß kommen, wie Du (oder vermutlich auch andere) Dir das erhoffst.

    Ich werwarte nicht, dass die Anbieter auch nur rudimentäre Strategien anbieten werden. U.U. gibt es für sowas dann robo-advisor, aber das wäre wohl wieder zu teuer für die meisten hier.

    Ist das nach jahrelangem Sparen für die Altersvorsorge, nicht Sinn der Sache?

    Es dürfte für die meisten aber auch Sinn der Sache sien, dass das selber angesparte Geld bis zum unbekannten Todeszeitpunkt bei unplanbarer Marktentwicklung reicht.

    Verstehe ich so nicht, läuft auf den vermögendsten Friedhofsbewohner hinaus.

    Wenn es nicht nur um die 1% Entnahme für die USA-Reise geht läuft die (ungeplante) Entnahme zum falschen Zeitpunkt ggf. auf ein vorzeitiges Ende des Depots heraus.

  • Jeder Euro den ich zu meinem Todeszeitpunkt noch habe ist wie ein Euro den ich nie besessen habe.

    Das Entsparen stellt ältere Menschen vor massive Mentale Probleme.

    Mehrere Jahrzehnte wurde es angehäuft für schlechte Zeiten.
    Aber ganz wenige möchten sich im Alter dann diese Schlechten Zeiten eingestehen.
    Sprüche wie: „Ach das geht noch“oder „ das muss auch so gehen“ „ habe ich früher auch nicht gebraucht“ habe ich zuhauf gehört.

    Es verursacht bei vielen Menschen fast schon körperliche Schmerzen von seinem angesparten Geld im Alter zu verbrauchen.

    Wer sich in jungen Jahren nicht schon mit der Entsparphase beschäftigt ist auf gutem Weg dahin.

    Ich empfehle zwischendurch einfach mal was zu verbrauchen und „entsparen“ zu üben. FIFO kann man dann auch sofort ausprobieren.
    Dabei natürlich nicht das Depot platt schiessen. 🤓


    Ob´s jetzt ausschüttet oder thesauriert ist da egal.

  • Eine Testphase muss man sich leisten können und ob sie auf die spätere Situation übertragbar ist, halte ich für nicht sicher. Bei der mentalen Einstimmung kann es aber durchaus helfen.

    Für mich war ein klarer Plan hilfreich, bei dem ich jedes Jahr festlege, wie viel ich in den kommenden 12 Monaten entnehmen kann und werde. In jedem Fall muss man sich überlegen, welches Anlageziel man hat. Möglichst viel verbrauchen oder einen Teil vererben/spenden? Eine Pflegereserve einplanen? In den ersten Jahren mehr entnehmen? Wie wichtig sind gleichbleibend hohe Entnahmen? Wie lange die voraussichtliche Entnahmedauer inklusive Sicherheitszuschlag?

  • Vielleicht helfen aber automatisch auf dem Konto erscheinende Dividenden den Knoten zu lösen?

    Dividenden bzw. Ausschüttungen können definitiv helfen. Es ist quasi ein sehr einfacher Plan oder primitive dynamische Entnahme. Man braucht allerdings ein etwas höheres Kapital, um ausreichend hohe Entnahmen zu erzielen und man wird sein Vermögen vermutlich vermehren im Ruhestand.

  • Vielleicht helfen aber automatisch auf dem Konto erscheinende Dividenden den Knoten zu lösen?

    Ich werde berichten, denn der Plan ist, zumindest alle Dividenden zu verbrauchen. Weil es ein größeres Depot ist, allerdings nicht im Maßstab von McProfit ;), sind das durchaus Beträge, die jährliche Fernreisen ermöglichen oder alle paar Jahre ein neues Auto.

    Die Frage bei mir ist immer, passiert das auch wirklich? ich bin ja bereits mit dem jetzigen Lebensstandard nicht unzufrieden, Konsum um des Konsum willens brauche ich nicht. Freizeit habe ich jetzt auch schon, 3-Tage-Woche lässt grüßen.

    Ich sehe eine gewisse Wahrscheinlichkeit für das Friedhofsranking, obwohl ich das Rennen nicht gewinnen werden, weil hier auch Immobilienfirmeninhaber liegen. Es juckt mich aber ehrlich nicht wirklich. Wenn man Erben hat, ist das Geld nicht verloren, es hat nur jemand anderer. Das Einzige was ich mir sofort gegönnt habe, ist ein Sportwagen. Nach Jahrzehnten Opel Corsa und Rentnergolf meines Vaters war Gönnung angesagt.

  • Das Einzige was ich mir sofort gegönnt habe, ist ein Sportwagen.

    Ja, so etwas sollte man sich gönnen, so lange man noch ohne Hilfe Ein- und Austeigen kann. Ich habe schon so manche lustige (unfreiwillig komische) Situation erlebt, wenn vorwiegend ältere Männer nur noch mit großer Mühe aus Ihrem Sportwagen heraus/herein kommen. :D

  • Jeder Euro den ich zu meinem Todeszeitpunkt noch habe ist wie ein Euro den ich nie besessen habe.

    Ich bin als Erbe ganz froh, dass meine Mutter noch genug Geld übrig gelassen hat, um u.A. Beerdigungskosten und die Auflösung der Wohnung ohne Zeitdruck zu finanzieren.

    Nach Jahrzehnten Opel Corsa und Rentnergolf meines Vaters war Gönnung angesagt.

    Wobei ein Corsa OPC oder ein Golf R32 auch nicht schlecht sein muss(te).

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