Diese Einschätzung nennt man wie?
Neoliberal!
"Man" nennt das so ... ?
Du und gewisse Kreise nennen das offensichtlich so.
Klingt übrigens fast, als würdest Du diese Begrifflichkeit als Schimpfwort framen und verwenden ... ?
Die "Soziale Marktwirtschaft" als Modell halte ich für eine sehr gute Idee und ebensolchen Ansatz. Vermutlich kann dieses Modell auch (bzw. selbst) in der heutigen Zeit überleben oder gerettet werden. "Conditio sine qua non": Der Fokus wird zumindest wieder einen Tick oder ein gutes Stück mehr auf den Teil "Marktwirtschaft" gelegt. Und damit auf Sachgesetzlichkeiten, wie "zuerst muß etwas erwirtschaftet werden (heutzutage ganz überwiegend im internationalen Wettbewerb übrigens), bevor es umverteilt und/oder für soziale Wohltaten eingesetzt werden kann" (ansonsten bleibt nur der Weg in immer noch höhere Verschuldung, die aber via Zinsbelastung die Spielräume immer weiter einschränkt; eine der typischen Teufelskreise übrigens schlecht regierter Länder ...) und "es kann nur das umverteilt werden, was zuvor erwirtschaftet wurde".
Diese Einschätzung
Das (Beitrag Nr. 458) ist nach meinem Dafürhalten keine "Einschätzung" - die Wirtschaft und Wirtschaftspolitik hierzulande verfolge ich intensiv seit deutlich über 50 Jahren -sondern eine schlichte Beschreibung der Entwicklung hierzulande (und leider auch innerhalb der EU) bis hin zum Status Quo.
Die längst überbordende (und damit im Ergebnis lähmende) Bürokratie hierzulande - wobei das Meiste in dem Bereich ja längst von Brüssel und Straßburg (EU und EU-Regulatorik) vorgegeben wird und noch on top zuzusagen obendrauf kommt, stellt die (kongruente) Kehrseite einer Medaille dar, die auf der anderen Seite von dem Hang zu Dirigismus, Interventionismus, Etatismus, Zentralismus, planwirtschaftlichen Ansätzen usw. geprägt ist.
Das mögen manche Protagonisten ja gut und begrüßenswert finden ... Die so über die vergangenen - insbesondere letzten zwei - Jahrzehnte generierten Ergebnisse sind es aber keinesfalls. Die Ergebnisse (Resultate) dieser Vorgehensweise begannen sich schon vor über 10 Jahren - mit der oft typischen zeitlichen Verzögerung - in den entsprechenden Rankings abzuzeichnen und abzubilden.
Wer damals (zum Beispiel 2015, wie meine Wenigkeit) in Brüssel oder Straßburg das Thema "Internationale Wettbewerbsfähigkeit" der EU ansprach oder gar auf dessen Bedeutung hinwies, erntete leere oder erstaunte Augen oder Kopfschütteln. Nach dem Letta-Bericht im April 2024 (zur Zukunft des EU-Binnenmarktes) und dem Draghi-Bericht im September 2024 (zur europäischen Wettbewerbsfähigkeit) ist das in der EU in nahezu jedem Gespräch "das" Thema ...
Die Inhalte der Berichte können - mit guten Gründen - an diversen Stellen kritisch gesehen werden. Dies aber vor allen Dingen, weil es im Ergebnis auf immer "noch mehr EU" hinausläuft. Eine Konstruktion, die sich in der Form als nicht besonders effizient und adäquat handlungsfähig erwiesen hat. Ein Ausweg aus dem konstruktionsbedingten Dilemma wären sicherlich die "Vereinigten Staaten von Europa" (VSE). Dies würde auch die schweren Konstruktionsfehler der "Europäischen Einheitswährung" (Euro) heilen. Nach meiner Einschätzung sind die Chancen für die Gründung der VSE - nach den gemachten Erfahrungen und Entwicklungen - aber heutzutage geringer denn je. Ein aber wieder anderes Thema.