Steuerreform 2027

  • Verstehe nicht, warum zur Betrachtung des Grundgehalts nicht auch die großzügigen Möglichkeiten für Beihilferegelungen und die Unkündbarkeit miteingerechnet werden. Das ist viel wert, hab das bei einer Kollegin mitbekommen.

    Nimmt man die Unkündbarkeit weg, bleibt eben der Kündigungsschutz nach TvÖD, der (was die eigentliche Frechheit ist) für Wessis schon sehr weit geht (40 Jahre alt, 15 Jahre im öD, dann ist auch der Angestellte unkündbar, sofern er nicht in Ostdeutschland arbeitet). Aber ja, das lasse ich als (wegen TVöD, aber auch KschG real doch eher kleineren) Vorteil noch gelten.

    Beihilferegelungen sind praktisch allen Änderungen der GKV recht zeitnah gefolgt. Da bin ich mal gespannt wie sich das in naher Zukunft entwickelt. Es ist eine falsche und etwas seltsame Annahme, dass die selben Gesetzgeber, die die Beschäftigten nur noch ärgern, gleichzeitig den Beamten ständig den Hintern pudern würden. Vielleicht den Ministerialbeamten mit B-Besoldung noch eher, bzw. die merken dann die Einschränkungen nicht so wie eine/r mit A9 oder A13. Gespart wird auch da. Siehe Besoldungsurteile...

    Zur Beihilfe: aktuell bleibe ich auf den ersten 300 Euro im Jahr sitzen (Kostendämpfungspauschale genannt), bekomme eine Erstattung in 6 Wochen nach Antragseingang und hab bei der PKV einen "Beihilfeergänzungstarif" abgeschlossen, weil ich die Ansicht der Versicherung teile, dass die Beihilfe doch nicht so das großzügigste der Welt ist. Auch nicht, wenn man auf das Angebot des Gesetzgebers reingefallen ist, für Wahlleistungen einen monatlichen Beitrag zu zahlen. Jede Wette, dass für diesen Beihilfeergänzungstarif bald deutliche Leistungs- und Beitragsänderungen anstehen.

    Wenn die Kollegin diesen ganzen Zauber so nicht hat, bitte verrate wohin man sich dafür versetzen lassen muss.

  • Videokurs – Finanztip Academy
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  • Sorry für Offtopic, aber ich nutze für so etwas gerne NotebookLM von Google.

    Ich weiß aber nicht, ob du grundsätzlich KI nutzen möchtest.

    Unabhängig von der Frage der KI...ich finde es immer schlecht, wenn jemand einfach nur eine externe Quelle reinknallt, ohne den konkreten Punkt zu nennen, warum er das macht. Egal ob kurzer Artikel oder einstündiges Video. Denn - ich habe das mit NotebookLM mal ausprobiert - auch mit der Zusammenfassung ist mir noch nicht ganz klar, was jetzt konkret die interessanten Aussagen sein sollen ;)

  • Inwiefern würde der Lehrerberuf attraktiver werden, wenn man die Verbeamtung abschafft? Soweit ich weiß, beklagen sich angestellte Lehrkräfte heute vor allem über die Ungleichbehandlung und die finanzielle Schlechterstellung gegenüber verbeamteten Kollegen.

    Jedenfalls gibt es diese Ungleichbehandlung für gleiche Arbeit dann nicht mehr.

    Ansonsten dürfte es leichter werden, nach einer Tätigkeit in einem anderen Job, als Lehrer zu arbeiten. Und für Lehrer wird es leichter, in andere Bereiche zu wechseln, wenn man merkt, dass es doch nicht das richtige ist oder man Abwechslung will.

  • Jedenfalls gibt es diese Ungleichbehandlung für gleiche Arbeit dann nicht mehr.

    Ansonsten dürfte es leichter werden, nach einer Tätigkeit in einem anderen Job, als Lehrer zu arbeiten. Und für Lehrer wird es leichter, in andere Bereiche zu wechseln, wenn man merkt, dass es doch nicht das richtige ist oder man Abwechslung will.

    Die Logik erschließt sich mir nicht. Nur weil dann niemand mehr verbeamtet wäre, gäbe es zwar keine Ungleichbehandlung mehr, aber warum sollte das den Beruf attraktiver machen? Das wäre in etwa so, als würde ein Arbeitgeber sagen: “Ein Teil unserer Mitarbeiter verdient bisher 5.000 Euro netto, künftig bekommen alle nur noch 3.000 Euro. Dafür werden jetzt aber alle gleich behandelt.” Ich glaube kaum, dass Bewerber darauf mit “Klasse, da bewerbe ich mich, ist super fair dort!” reagieren würden.

    Dass es leichter wird, nach einer anderen Tätigkeit in den Lehrerberuf zu wechseln, sehe ich ebenfalls kritisch, Stichwort Quereinstieg. Ich kenne einige Lehrkräfte, die sich genau darüber massiv beklagen. Fachlich sind Quereinsteiger häufig gut aufgestellt, im pädagogischen Bereich fehlen aber oft wichtige Kompetenzen. Genau diese vermittelt das Lehramtsstudium mit dem anschließenden Referendariat. Fachliche Expertise allein macht eben noch keinen guten Lehrer.

    Das wertvollste Produkt, das man sich mit Geld kaufen kann, ist ein leerer Kalender.

  • Man kann auch Quereinsteiger pädagogisch ausbilden. Man muss es nur wollen. Und ganz ehrlich...viel Praxiserfahrung sammelt man im Lehramtsstudium auch nicht. Die werden zum Referendariat faktisch ins kalte Wasser geworfen. Die Überforderung mit der handvoll Unterrichtsstunden hat ja mittlerweile fast schon Kultstatus bei Lehrern.

    Ich halte es jedenfalls für höchst problematisch, wenn man Unkündbarkeit als Hauptargument für einen bestimmten Beruf heranzieht. Wie Charlie Munger so schön sagte..."Show me the incentive and I'll show you the outcome".

  • Das wäre in etwa so, als würde ein Arbeitgeber sagen: “Ein Teil unserer Mitarbeiter verdient bisher 5.000 Euro netto, künftig bekommen alle nur noch 3.000 Euro.

    Das muss man eben anschauen, was ein angemessenes Gehalt für einen Lehrer ist.

    Dass es leichter wird, nach einer anderen Tätigkeit in den Lehrerberuf zu wechseln, sehe ich ebenfalls kritisch, Stichwort Quereinstieg. Ich kenne einige Lehrkräfte, die sich genau darüber massiv beklagen. Fachlich sind Quereinsteiger häufig gut aufgestellt, im pädagogischen Bereich fehlen aber oft wichtige Kompetenzen. Genau diese vermittelt das Lehramtsstudium mit dem anschließenden Referendariat. Fachliche Expertise allein macht eben noch keinen guten Lehrer.

    Dazu gibt es für und wider.

    Lehramtsstudenten haben kaum pädagogische Bildung. Das mag mit dem Referendariat kommen, wenn das Studium abgeschlossen ist.

    Andererseits gibt es basierend auf dieser Vorbildung extrem gute und extrem schlechte Lehrer. Und jede Abstufung dazwischen. Und das ist bei Quereinsteigern genauso. Die Quereinsteiger haben schon ein paar Berufsjahre hinter sich, sind älter, sind (hoffentlich) reflektierter darüber, was sie wollen und was sie können.

    Und da sind wieder wieder bei der Flexibilisierung durch Abschaffung des Beamtenstatus. Was macht man denn heute mit einem schlechten beamteten Lehrer? Gar nichts und das auf Kosten der Schüler. Und auch andersrum: was ist denn die Karrieremöglichkeit eines extrem guten Lehrers als Beamter? Vielleicht noch Schulleiter. Und das wars dann auch schon. (Und ein extrem guter Lehrer ist nicht zwangsläufig ein extrem guter Verwalter.)

  • Und da sind wieder wieder bei der Flexibilisierung durch Abschaffung des Beamtenstatus. Was macht man denn heute mit einem schlechten beamteten Lehrer? Gar nichts und das auf Kosten der Schüler.

    Der gleiche Lehrer im TV-L angestellt muss Wessi, Ü40 und 15 Jahre im Job sein, und du machst genauso nix mit dem.

  • Wer einen Job nur macht weil er in diesem Unkündbar ist hat den Sinn des Jobs leider nicht so richtig verstanden.

    Das hat auch niemand behauptet. Es ging um die Frage, was den Lehrerberuf attraktiv macht. Der Beamtenstatus ist dabei ganz sicher ein Faktor, nicht der einzige, aber eben ein wichtiger.

    Man kann den Beamtenstatus natürlich abschaffen. Dann muss man sich aber auch ehrlich die Frage stellen, wie man den Beruf gleichzeitig attraktiv hält. Immerhin reden wir von rund sieben Jahren Ausbildung bis zum Zweiten Staatsexamen. Wenn die Vorteile wegfallen, müssen andere Anreize geschaffen werden, zum Beispiel ein deutlich höheres Gehalt. Das kostet den Staat am Ende ebenfalls Geld.

    Zu glauben, man könne einfach die Verbeamtung abschaffen, dadurch Geld sparen und gleichzeitig genügend qualifizierte Lehrkräfte gewinnen, halte ich für ziemlich optimistisch... oder eher naiv.


    Man kann auch Quereinsteiger pädagogisch ausbilden. Man muss es nur wollen. Und ganz ehrlich...viel Praxiserfahrung sammelt man im Lehramtsstudium auch nicht. Die werden zum Referendariat faktisch ins kalte Wasser geworfen. Die Überforderung mit der handvoll Unterrichtsstunden hat ja mittlerweile fast schon Kultstatus bei Lehrern.

    Lehrer hier unterwegs? Die könne ja mal berichten, wie qualifiziert die Quereinsteiger sind und wie entspannt das Leben mit einer handvoll Unterrichtsstunden ist. Du hast dich deswegen wahrscheinlich auch für den Beruf entschieden?

    Das wertvollste Produkt, das man sich mit Geld kaufen kann, ist ein leerer Kalender.

  • Lehrer hier unterwegs?

    Genug im Umfeld. Meine Freundin, meine Schwester, Studienfreunde und noch eine Menge andere. Hängen geblieben ist mir übrigens auch die Feststellung eines Pärchens Berufsschullehrer. Die sagen, dass an ihrer Schule nur diejenigen über den Stress im Lehrerberuf jammern, die direkt von der Uni kamen (also die "richtigen Lehrer") und vorher nicht in der Wirtschaft waren.

    Und Referendare haben, gemessen in Unterrichtstunden, hier in BW eine 35-45% Stelle. Die Seminare kommen noch dazu, aber angeblich soll das ja zu unglaublichen Arbeitszeiten führen. Interessanterweise schaffen diese Referendare als reguläre Lehrer nur wenige Monate später dann das doppelte bis dreifache Pensum.

  • Hier eine aktuelle Einschätzung von Andreas Beck mit - wie ich finde - interessanten Aussagen u.a. zur Frage, wo weitere Steuereinnahmen herkommen könnten und hierzu mit Blick auf Familie, Erbschaft, Mittelstand.

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    Magst du die kurz erklären? Mir fehlt gerade die Zeit für ein Video mit 25 Minuten.

    Unabhängig von der Frage der KI...ich finde es immer schlecht, wenn jemand einfach nur eine externe Quelle reinknallt, ohne den konkreten Punkt zu nennen, warum er das macht. Egal ob kurzer Artikel oder einstündiges Video. Denn - ich habe das mit NotebookLM mal ausprobiert - auch mit der Zusammenfassung ist mir noch nicht ganz klar, was jetzt konkret die interessanten Aussagen sein sollen ;)

    Ich habe absichtlich wenig Begleittext mitgeliefert, weil ich den Fokus erst einmal auf den Inhalt von Dr. Andreas Beck's Beitrag selbst legen wollte und weniger auf meine Auswahl, Wertung oder "Rosinenpickerei" sein Video betreffend. Sonst wäre es vielleicht eher um das gegangen, was ich dazu sage, und nicht um das, was Dr. Andreas Beck im Original sagt.
    Ich finde er ist einer von denjenigen, dessen Beiträge sehr informativ sind und die es wert sind, dass man sich die Zeit nimmt, sie anzusehen.

    Ich vermute auch, dass er nicht verdächtig ist, als "Querdenker" zu gelten - wie das bei meinem Verweis auf aktuelles Video von Prof. Dr. Christian Rieck hier abgeschmettert wurde:

    KaffeeOderTee
    4. Juli 2026 um 12:24

    Zum Inhalt:

    Ich finde es ersten zuallererst bemerkenswert, dass Dr. Andreas Beck darauf hinweist, dass sowohl bei der Belastung der Arbeitnehmer mit Steuern und Sozialabgaben, als auch bei den Unternehmen "das Ende der Fahnenstange" erreicht sein dürfte. D.h. beide werden bereits vergleichsweite hoch belastet. Er kommt damit zur Frage, wo der Staat vermutlich als nächstes zusätzliche weitere Steuereinnahmen hernehmen könnte. Er unterstellt dabei, dass trotz Rekord-Steuereinahmen im vergangenden Jahr 2025, in Anbetracht der gegebenen Wirtschafts- und Finanzlage ein weiterer Bedarf vorhanden sein dürfte, weil die Schere zwischen Ausgaben und Einnahmen weiter auseinander geht.

    Und so kommt er als möglichen Kandidaten auf die "Substanzbesteuererung für Produktivkapital" bzw den "Verschonungsregeln auf Produktivkapital" - und hier wiederum angewendet konkret auf den Mittelstand und Familienunternehmen.
    Das Stichwort "Familienunternehmen" ist für ihn ein Anlaß, über moralische Überlegungen ("was wäre gerecht?") zu "Erbschaft von Produktivkapital" nachzudenken. Und dafür beleuchtet er dann auch die unterschiedliche Bedeutung des Begriffs "Familie" für a) eher sozialistisch zu nennende Denkweisen vs. b) wirtschaftsliberalen Standpunkten.

    Einschub meinerseits
    Alleine das bietet Diskussionsstoff für andere anstehende Maßnahmen der Politik, was z.B. die Abschaffung der Mitversicherung von Ehepartnern und das Bestreben angeht, möglichst viele Frauen in Arbeit zu bringen. Das ist nicht Thema in dem Beitrag von Dr. Andreas Beck, sondern fält mir dazu noch ein. Und das haben wir auch schon an anderer Stelle hier im Forum diskutiert.

    Ich will jetzt nicht den ganzen Inhalt von Dr. Andreas Beck wiedergeben. Aber auf einen Punkt - am Ende seines Videos - möchte ich doch noch hinweisen: Er stellt den 1000 Milliarden Euro Neuverschuldung im Deutschen Staatshaushalt als Vergleich das "Kapital in privatwirtschaftlicher Hand" gegenüber, das die in Form der 120 größten - Mehrwert- und Arbeitsplätze schaffenden - mittelständigen Unternehmen vorhanden ist, die in MDAX und SDAX börsennotiert sind. In Summe sind das ca 360 Milliarden Euro. Und ich habe ihn so verstanden, dass man besser beraten wäre, die 360 Milliarden Euro weiter so wirken zu lassen, wie sie es derzeit tun, als hier - mit zusätzlicher "Besteuerungen von Erbschaft von Produktivkapital" die Axt anzulegen.

  • Lange Rede kurzer Sinn. Ich sehe nicht die Notwendigkeit Erbschaften als Produktivkapital anzusehen und (nahezu) steuerfrei zu stellen. Erben sind in den meisten Fällen die schlechteren Firmeninhaber da unter ihnen Investitionen sinken und die eigene Entnahme steigt. Kann man sich 25 Minuten video schonmal klemmen.

  • Lange Rede kurzer Sinn. Ich sehe nicht die Notwendigkeit Erbschaften als Produktivkapital anzusehen und (nahezu) steuerfrei zu stellen. Erben sind in den meisten Fällen die schlechteren Firmeninhaber da unter ihnen Investitionen sinken und die eigene Entnahme steigt. Kann man sich 25 Minuten video schonmal klemmen.

    Ich glaube nicht, dass Dr. Andreas Beck oder ich gesprochen haben von einer "Notwendigkeit Erbschaften als Produktivkapital anzusehen und (nahezu) steuerfrei zu stellen".
    Er hat nicht dafür argumentiert, alle möglichen Erbschaften allgemein und per se als Produktivkapital anzusehen. Vielmehr ging es ihm um Produktivkapital, das als solches erkannt und anerkannt wird und das dann irgendwann einmal vererbt wird und wie damit dann umzugehen ist.

    Und wenn Du hierfür schreibst:

    Zitat

    Erben sind in den meisten Fällen die schlechteren Firmeninhaber da unter ihnen Investitionen sinken und die eigene Entnahme steigt.

    Woher nimmst Du dann die Gewissheit, dass Erben "in den meisten Fälllen" die schlechteren Firmeninhaber sind? Und was leitest Du daraus ab? Dass Firmen eigentlich nicht generationsübergreifend existieren sollten? Auf jeden Fall sollte ihr Produktivkapital ruhig durch Erbschaftssteuer belastet werden, auch wenn es die Firma im Wettbewerb zurückwirft und vielleicht sogar kaputtmacht? Also jedes Individuum und auch jede personengeführte Firma soll - meinetwegen unter gleichen Startbedingungen - (wieder) bei Null anfangen?

  • Ich glaube nicht, dass Dr. Andreas Beck oder ich gesprochen haben von einer "Notwendigkeit Erbschaften als Produktivkapital anzusehen und (nahezu) steuerfrei zu stellen".
    Er hat nicht dafür argumentiert, alle möglichen Erbschaften allgemein und per se als Produktivkapital anzusehen. Vielmehr ging es ihm um Produktivkapital, das als solches erkannt und anerkannt wird und das dann irgendwann einmal vererbt wird und wie damit dann umzugehen ist.

    Und wenn Du hierfür schreibst:

    Woher nimmst Du dann die Gewissheit, dass Erben "in den meisten Fälllen" die schlechteren Firmeninhaber sind? Und was leitest Du daraus ab? Dass Firmen eigentlich nicht generationsübergreifend existieren sollten? Auf jeden Fall sollte ihr Produktivkapital ruhig durch Erbschaftssteuer belastet werden, auch wenn es die Firma im Wettbewerb zurückwirft und vielleicht sogar kaputtmacht? Also jedes Individuum und auch jede personengeführte Firma soll - meinetwegen unter gleichen Startbedingungen - (wieder) bei Null anfangen?

    Es steht wörtlich im vorher zitierten Beitrag als letzter Satz:

    "Und ich habe ihn so verstanden, dass man besser beraten wäre, die 360 Milliarden Euro weiter so wirken zu lassen, wie sie es derzeit tun, als hier - mit zusätzlicher "Besteuerungen von Erbschaft von Produktivkapital" die Axt anzulegen."

    Darauf habe ich mich bezogen, denn die Videos schaue ich mir eh nie an.


    Wenn eine gut gestaltete Erbschaftssteuer die man in konkreten Entwürfen über 20 Jahre stunden kann ein Unternehmen kaputt macht, würde das eigentlich nur bedeuten das es wirtschaftlich schwach ist. Man fängt nach dem Zahlen einer Erbschaftssteuer nicht bei Null an denn sonst würde die Steuer ja 100% auf alles betragen und bisher kenne auch keine derartige Ausgestaltung. Es geht hier um Fairness das besonders große Erbschaften nichts beitragen zu Gesellschaft.

    Ob ich jetzt 1 Mio in bar Erbe oder ein Unternehmen das 200 Mio wert ist. Mit welcher Begründung sollte ich im zweiten Fall keine Steuer zahlen? Es sind zwei Erbfälle und in beiden Fällen bekomme ich etwas wofür ich nicht mal gearbeitet habe. Auf einmal ist die viel beschworene Leistungsgesellschaft doch nicht so wichtig?

    Das folgende Generationen keine besseren Unternehmer sind sieht man immer wieder. Man kann aus den Geschäfszahlen lesen, dass die Entnahme aus dem Betriebsvermögen zunimmt und die Investitionen zurückgefahren werden.

  • Nehmen wir mal zwei verschiedene Firmen A und B, die pro Jahr änhlich hohe Erträge bzw. Gewinne erwirtschaften. Das eine Unternehmen A hat aber viel höhere Umsatzzahlen, weil es z.B. mehr oder teure Materialien hierfür einsetzt oder verarbeitet. Oder A benötigt für seine Wertschöpfung grosse Mengen an Grund und Boden.

    Da willst Du dann einer Substanzwertermittlung vornehmen und entsprechend besteuern?

  • Nehmen wir mal zwei verschiedene Firmen A und B, die pro Jahr änhlich hohe Erträge bzw. Gewinne erwirtschaften. Das eine Unternehmen A hat aber viel höhere Umsatzzahlen, weil es z.B. mehr oder teure Materialien hierfür einsetzt oder verarbeitet. Oder A benötigt für seine Wertschöpfung grosse Mengen an Grund und Boden.

    Da willst Du dann einer Substanzwertermittlung vornehmen und entsprechend besteuern?

    Ja.

    McProfit : Wenn du das verwirrend findest, verstehe ich nicht wie du bei Aktien einen psychologischen Effekt gut finden kannst und hier völlig außer Acht lässt. Allein unter psychologischen Gesichtspunkten der Gerechtigkeit ist die Haltung irgendwen nicht zu besteuern "weil es schwierig ist" nicht nachvollziehbar.

    Einmal editiert, zuletzt von Duregar (12. Juli 2026 um 10:29) aus folgendem Grund: Antwort auf die Reaktion

  • Sonntag, 12. Juli 2026, 10 Uhr

    Guten Morgen zusammen,

    lieber Forumsfreund Duregar  KaffeeOderTee  Einundzwanzig  LebenimSueden  Pfennigbaron

    mangels Tageszeitung habe ich heute Morgen ein wenig im Forum gestöbert und natürlich mit Interesse EURE Kommentare zum Thema Steuern, Erben und Schenkungen gelesen.

    Ich weiß, dass bei diesem Thema jeder seine eigene Vorstellung hat und sich davon meistens auch nicht so leicht abbringen lässt. Trotzdem will ich noch einen typischen McProfit-Kommentar loswerden – schwäbisch, einfach und ohne großes Drumherum.

    Die langjährigen Forumsfreunde kennen mich vermutlich noch. Ich bin seit über 40 Jahren aktiv an der Börse, inzwischen Ü80, war selbst Unternehmer und gehöre heute zur Gruppe der vermögenden „Privatiers“ – mit relativ hohem Vermögen und entsprechend hohem Einkommen.

    Ich zahle viel Steuern und ich zahle sie auch gerne. Wenn der Staat mehr Steuern von „den Reichen“ oder von „den Erben“ verlangt, kann ich das grundsätzlich verstehen.

    Nur: Reich ist nicht gleich reich und Erbe ist nicht gleich Erbe.

    Deshalb sollte man sich vielleicht zuerst einmal mit den Betroffenen zusammensetzen ( !!) und gemeinsam überlegen, wie man höhere Steuereinnahmen erreichen kann, ohne dabei gleichzeitig neue Ungerechtigkeiten, jahrelange Streitigkeiten und unnötige Nachteile zu produzieren.

    Da mich vermutlich niemand fragen wird, gebe ich meinen Vorschlag eben hier zum Besten.

    Mit dem Begriff REICH meint man in der Regel Menschen mit einem hohen VERMÖGEN. Dasselbe gilt beim sogenannten großen Erbe. Auch dabei geht es immer um Vermögen.

    Vermögen kann aber bekanntlich alles Mögliche sein:

    Firmen mit Gebäuden und Maschinen, vermietete oder selbst genutzte Immobilien, Beteiligungen, Auslandsvermögen, Niederlassungen, Ferienhäuser, Yachten, Flugzeuge, Luxusautos, Schmuck und Goldbarren. Aber natürlich auch Aktien, Anleihen, Festgeld oder schlicht und einfach Geld auf dem Girokonto.

    Das alles korrekt zu erfassen, vernünftig zu bewerten und anschließend gerecht zu besteuern, ist leichter gesagt als getan. Am Ende gibt es jahrelange Diskussionen, Gutachten, Einsprüche und Gerichtsverfahren.

    Bei der neuen Grundsteuer sieht man ja, wie einfach so etwas in der Praxis funktioniert – nämlich gar nicht so einfach.

    Für mich wäre die Sache deshalb wesentlich einfacher:

    Menschen mit hohem Vermögen haben in aller Regel auch entsprechend hohe Einkünfte. Das können Mieten, Zinsen, Dividenden, Kursgewinne, Firmengewinne oder andere Erträge sein. Je höher das Vermögen, desto höher ist normalerweise auch das daraus entstehende Einkommen.

    Warum also jedes Haus, jede Firma, jede Beteiligung und jeden Goldbarren mühsam bewerten?

    Man könnte schlicht und einfach die Einkommensteuer für sehr hohe Einkommen erhöhen.

    Dann muss man den vermögenden Menschen – zu denen auch ich gehöre – nicht jedes Jahr umständlich vorrechnen, wie viel ihre einzelnen Vermögenswerte gerade wert sind. Man besteuert einfach das Einkommen, das tatsächlich hereinkommt.

    Das gilt dann für Vermögende gleichermaßen, egal ob sie ihr Vermögen selbst erarbeitet, geschenkt bekommen oder geerbt haben.

    Über die Höhe der Steuersätze und vernünftige Freibeträge kann man sich vermutlich eher einigen als über den angeblich richtigen Verkehrswert eines Mehrfamilienhauses, einer Firma oder einer Beteiligung.

    Die Reichen wären deshalb nicht plötzlich arm, die weniger Vermögenden hätten vielleicht ein besseres Gefühl von Steuergerechtigkeit und der Staat bekäme zusätzliche Einnahmen.

    Dem Bundeshaushalt wird allerdings auch das nicht dauerhaft helfen. Denn dort liegt das eigentliche Problem bekanntlich darin, dass die Ausgaben regelmäßig schneller wachsen als die Einnahmen.

    Schwäbisch gesagt:

    Man kann auf Dauer eben nicht mehr ausgeben, als man einnimmt – ganz egal, wie viel Steuern man vorher eingesammelt hat.

    Das war das Wort zum Sonntag von McProfit.

  • Es geht hier um Fairness das besonders große Erbschaften nichts beitragen zu Gesellschaft.

    Das folgende Generationen keine besseren Unternehmer sind sieht man immer wieder. Man kann aus den Geschäfszahlen lesen, dass die Entnahme aus dem Betriebsvermögen zunimmt und die Investitionen zurückgefahren werden.

    Ja und? Was soll daran unfair sein? Das Geld verschwindet doch nicht. Der (schlechte) Unternehmer-Erbe wird es weder unter das Kopfkissen legen noch essen. Er investiert es oder konsumiert es. Kauft er sich eine Yacht oder einen Lamborghini von Papas Erbe, profitieren davon wiederum Unternehmen, Zulieferer und die Beschäftigten, die diese Güter herstellen. Das Geld bleibt im Wirtschaftskreislauf. Etwas Faireres und Effizienteres gibt es nicht.

    Genau deshalb verstehe ich nicht, warum der Staat an dieser Stelle noch einmal eingreifen und nach seiner eigenen Vorstellung von „Fairness“ umverteilen muss. Der Markt sorgt bereits dafür, dass Kapital investiert oder ausgegeben wird und damit anderen zugutekommt.

    Im Gegenzug entsteht ein immer größerer Staatsapparat, der aus genau diesen Steuereinnahmen finanziert werden muss, um anschließend nach seiner jeweiligen politischen Ideologie umzuverteilen. Auf diesem Weg geht durch Bürokratie, Verwaltungskosten und Fehlentscheidungen so viel Geld verloren, dass am Ende trotz Erbschaftsteuer weniger bei den Menschen ankommt, als wenn das Kapital direkt im Wirtschaftskreislauf geblieben wäre.

    Daher Steuern runter und Staat abbauen, davon profitieren am Ende alle.

    Das wertvollste Produkt, das man sich mit Geld kaufen kann, ist ein leerer Kalender.

  • Hier wird eine neue Änderung im Reformpaket genannt, die ich nicht verstehe:

    https://www.focus.de/finanzen/karri…ea9d1cff01.html

    Zitat

    Weniger Kündigungsschutz für Hochverdiener

    Arbeitnehmer mit einem Bruttoeinkommen von rund 177.000 Euro im Jahr – sogenannte Hochverdiener – sollen künftig leichter gegen Abfindung gekündigt werden dürfen. Zudem sollen Arbeitnehmer durch geringer besteuerte Abfindungen motiviert werden, nach einer Kündigung schneller einen neuen Job zu finden.

    Ist es nicht so, dass es kein Anrecht auf Abfindung gibt? Es gibt nur nicht-verpflichtende "übliche Werte", die aber reine individuelle Verhandlungssache zwischen dem AG und dem AN - und deren ggf. involvierten Anwälten - sind?

    Und wieso sollte eine geringere Besteuerung von Abfindungen dazu motivieren, schneller einen neuen Job zu finden? Oder wird die Besteuerung retro-aktiv davon abhängig gemacht, wann so jemand einen Mini-Job angenommen hat?

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