Vanguard FTSE Global All-Cap UCITS ETF

KI-Zusammenfassung

: Soll der neue Vanguard FTSE Global All-Cap UCITS ETF mit 0,07 % TER direkt gekauft oder bespart werden, oder bei etablierten Welt-ETFs bleiben? Wichtig sind fehlende Historie, anfängliche Handelbarkeit und mögliche Kosten eines Wechsels.

Soll der neue Vanguard FTSE Global All-Cap UCITS ETF mit 0,07 % TER direkt gekauft oder bespart werden, oder bei etablierten Welt-ETFs bleiben? Wichtig sind fehlende Historie, anfängliche Handelbarkeit und mögliche Kosten eines Wechsels.

  • Mehrere Beiträge werten die breite Marktabdeckung inklusive Small Caps als günstigen Vorteil, andere erwarten gegenüber FTSE All-World oder ACWI IMI nur geringe Renditeunterschiede.
  • Aus der Community gibt es praktische Hinweise zu anfangs hohen Spreads, uneinheitlicher Sparplanfähigkeit, Sampling sowie Steuer- und Transaktionskosten bei Verkäufen.
  • Die Community-Tendenz trennt neue Einzahlungen von bestehenden Positionen, denn viele sehen eine Sparplanumstellung als vertretbar, während Verkäufe steuerpflichtiger Altbestände umstritten bleiben.

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  • Würdet ihr den Wechsel vornehmen oder hättet ihr Bedenken wegen der anfangs fehlenden Historie?

    Nein, ich hätte da keine Bedenken wegen fehlender Historie. Den ETF selbst bietet Vanguard ja schon seit langer Zeit an. Halt nur nicht als UCITS-konformer-ETF in der EU.
    Und wenn Du den Wechsel selbst kostengünstig durchführen kannst, würde ich das auch machen.

  • In deinem konkreten Fall ist das sinnvoll. Bedenken hätte ich keine. Der Fonds wird sehr sicher der größte Fonds von Vanguard A.M. Ltd. werden und vermutlich unter den größten 3 ETF in Europa landen.

    Reines Interesse: Wie hast du es geschafft mit dem FTSE All-World im Minus zu landen? :/

    Vielen Dank für deine Einschätzung. Ein Wechsel wäre jetzt sicherlich sinnvoll, da erst eine Sparrate gelaufen ist und somit keine Steuern beim Verkauf anfallen würden. Mein Sparplan wurde am 05.08. ausgeführt, und aktuell befinde ich mich mit 158,00 € im Minus. Ich hätte nicht damit gerechnet, dass der Global All-Cap mit dieser günstigen TER und vor allem so schnell gelauncht wird – sonst hätte ich die knapp drei Wochen noch gewartet.

    Eine „Gefahr“ sehe ich allerdings noch beim unlimitierten Verkauf über „Best Execution“. Der Verkauf als Limit-Order schlägt mit 0,95 € + 0,25 % vom Ordervolumen zu Buche. Für mich ist das alles noch Neuland, deshalb die Unsicherheit.

  • Nachdem dann am Ende alle Rechenfehler korrigiert wurden war das Ergebnis gleich.

    Was ja auch die Absicht hinter der VAP war. Hast du mir einen Link zum entsprechenden Thread? Wie wurden denn da die Jahre ohne VAP aufgrund negativer Kursentwicklung eingerechnet?


    Wartet ihr bei solchen Neuauflagen 2–3 Jahre auf reale TD-Daten oder vertraut ihr direkt dem Vanguard-Sampling?

    Tracking Difference ist eine reine Vergangenheitsbetrachtung, die meiner Ansicht nach viel zu viel Relevanz beigemessen bekommt. Wenn Fonds A letztes Jahr 0,05% bessere TD hatte als Fonds B, kann er trotzdem nächstes Jahr schlechter stehen. Gute TD in der Vergangenheit garantiert keine gute TD für die Zukunft, vor allem bei sehr kleiner TD. Selbst ein absolutes Dickschiff wie der Vanguard FTSE All-World mit 80 Milliarden Volumen hat nur rund 89% der Aktien tatsächlich gekauft. Da ist eine Menge Potential für kleine Sampling-Fehler, die in beide Richtungen gehen können.

  • Denke ich auch, denn wenn Du ihn verkaufst und damit die 158 Euro Verlust realisierst, wie lange müsste das Geld dann in dem neuen ETF mit der niedrigeren TER liegen, um die 158 Euro durch gesparte TER wieder rauszukriegen? Wirst Du so alt?

    Der realisierte Verlust von aktuell 158€ kann mit zukünftigen Kursgewinnen verrechnet werden. Ein 'Verlust' sollte also gar keine Rolle bei der Betrachtung spielen.
    Es geht in diesem Fall allein um die Kosten, die einmalig anfallen (Transaktionskosten).
    10.000€ kosten bei einer TER von 0,14% 14€ pro Jahr.
    Bei 0,07% sind es dann Kosten von 7€ die anfallen.

    Wenn die Transaktionskosten sich im Rahmen halten, hat man das Geld für die Transaktion in wenigen Jahren wieder raus.

    Anders würde es sich darstellen, wenn bereits hohe Gewinne aufgelaufen wären und entsprechende Steuern zu zahlen sind. Ist aber nicht der Fall.
    Jetzt kann man noch kostengünstig umswitchen.

  • Ich möchte noch weitere 60.000 € investieren (in monatlichen Tranchen von je 10.000 €) und danach per Sparplan meine „normale“ monatliche Sparrate von 1.400,00 € fortführen. Vielleicht hilft das etwas bei der Einordnung. Ich bin jetzt 41 Jahre alt, habe also noch eine lange Ansparphase und insgesamt einen weiten Anlagehorizont.

    Das bedeutet, der realisiete Verlust würde meine zu zahlende Steuer auf die Vorabpauschale im mindern, richtig?

  • Das bedeutet, der realisiete Verlust würde meine zu zahlende Steuer auf die Vorabpauschale im mindern, richtig?

    Genau. Der Broker hält den realisierten Verlust im Verlusttopf vor und verrechnet diesen dann mit zukünftigen Gewinnen.

    BTW: Ob 2027 überhaupt eine Vorabpauschale für Dein Depot anfällt ist ja noch nicht sicher. Zunächst mal musst Du in diesem Jahr überhaupt Kursgewinne erzielt haben, damit eine Vorabpauschale fällig wird. Kann ja sein, dass bis Ende 2026 gar keine Kursgewinne mehr für Dich anfallen.
    Und wenn bis Ende des Jahres noch einen Börsencrash gibt, könnte die Vorabpauschale 2027 sogar für uns alle entfallen. ;)

  • Ob 2027 überhaupt eine Vorabpauschale für Dein Depot anfällt ist ja noch nicht sicher. Zunächst mal musst Du in diesem Jahr überhaupt Kursgewinne erzielt haben, damit eine Vorabpauschale fällig wird. Kann ja sein, dass bis Ende 2026 gar keine Kursgewinne mehr für Dich anfallen.
    Und wenn bis Ende des Jahres noch einen Börsencrash gibt, könnte die Vorabpauschale 2027 sogar für uns alle entfallen. ;)

    Das ist so nicht richtig. Da müssen wir wieder richtig tief in dieses gruselige Fachgebiet einsteigen.

    Es wird nämlich stur geschaut wie sich der ETF im Kalenderjahr 2026 entwickelt hat.
    Auch wenn er mit seinen im September/Oktober gekauften ETF-Anteilen zum Jahresende persönlich im Minus liegst, kann für 2026 trotzdem eine Vorabpauschale zur Besteuerung anfallen. Maßgeblich ist nämlich nicht der persönlicher Einstandskurs, sondern grundsätzlich die steuerliche Wertentwicklung des Fonds im Kalenderjahr. Bei einem unterjährigen Kauf wird die Vorabpauschale allerdings zeitanteilig gekürzt (September-Kauf 3/12, Oktober-Kauf 2/12). Für 2026 beträgt der Basiszins 3,20 %, der steuerliche Zufluss der Vorabpauschale erfolgt am 4. Januar 2027.

    Auch wenn es zum Jahresende noch mal richtig runtergeht, heißt das erst mal gar nichts. Der ETF kann trotzdem noch ordentlich im Plus sein.

  • Ich möchte noch weitere 60.000 € investieren (in monatlichen Tranchen von je 10.000 €)

    Der Einmalkauf kostete Dich 0€, der Verkauf aber 25,95€?

    Ich komme mit einem Kauf am 05.08. (FTSE All-World Acc) bei ca. 167,80€ und einem aktuellen Kurs von ca. 166,80€ auf ca. 60€ Kursverlust, nicht auf 158€.

    Sollten in den 158€ die Gebühren mit eingerechnet sein, dann sind diese unwiderbringlich verloren.

    Ich würde an Deiner Stelle den FTSE All-Wolrd liegen lassen und den FTSE All-Cap für das nächste Investemtn nutzen. Außer bei einem (m.M.n. zeitgemäßen) Broker, bei dem der Verkauf nur 1-2€ kostet.

  • Der Einmalkauf kostete Dich 0€, der Verkauf aber 25,95€?

    Ich komme mit einem Kauf am 05.08. (FTSE All-World Acc) bei ca. 167,80€ und einem aktuellen Kurs von ca. 166,80€ auf ca. 60€ Kursverlust, nicht auf 158€.

    Sollten in den 158€ die Gebühren mit eingerechnet sein, dann sind diese unwiderbringlich verloren.

    Ich würde an Deiner Stelle den FTSE All-Wolrd liegen lassen und den FTSE All-Cap für das nächste Investemtn nutzen. Außer bei einem (m.M.n. zeitgemäßen) Broker, bei dem der Verkauf nur 1-2€ kostet.

    Mein Sparplan über 10.000,00 € wurde am 05.08.2026 zu einem Kaufkurs von 168,345 € (59,4017 Anteile) ausgeführt. Die ETF-Sparpläne werden beim S Broker kostenlos ausgeführt. Die Sofortorder für 0,95 € würde ich bei einem eventuellen Verkauf nutzen, da eine Limit-Order sonst Ordergebühren von 0,95 € + 0,25 % vom Ordervolumen kostet. Ich hoffe, ich konnte alle Unklarheiten ausräumen und es richtig darlegen. :)

    Hat das Liegenlassen der Anteile aus eurer Sicht wesentliche Vor- oder Nachteile? Wenn ich sie einfach halte, hätte ich im Depot sowie in meiner Excel-Liste (Depot-Tracker) dauerhaft zwei Zeilen. Dafür würde ich mir die Ordergebühren und den Spread beim Verkauf sparen und müsste den Verkauf nicht extra in meiner Excel-Tabelle erfassen. Bei einem Verkauf hingegen würde das Depot übersichtlicher und aufgeräumter bleiben. Mir sind Ordnung und Übersichtlichkeit wichtig, weshalb ich noch hadere.

  • Mir sind Ordnung und Übersichtlichkeit wichtig, weshalb ich noch hadere.

    Das ist grundsätzlich eine positive Denkweise, aber bei deinem Anlagehorizont und den in den kommenden Jahrzehnten zu erwartenden neuen Produkten wird es ziemlich sicher nicht bei 1 Zeile in deiner Excel bleiben ;) Vielleicht bekommen wir bald noch Geld raus bei negativer TER ;) Vielleicht drückt dir ein zukünftiger Arbeitgeber auch mal Mitarbeiteraktien oder so auf - man weiß nie was kommt.

  • Maßgeblich ist nämlich nicht der persönlicher Einstandskurs, sondern grundsätzlich die steuerliche Wertentwicklung des Fonds im Kalenderjahr.

    Jetzt machst du aber aus einer Mücke einen Elefanten. Wer schon ein paar Jahre spart, hat den allergrößten Teil des Depots nicht in diesem Jahr gekauft. Und wer gerade erst angefangen hat, hat in der Regel so wenig investiert, dass er mit den Freibeträgen problemlos hinkommt.

    Wirklich relevant ist das Thema allenfalls für jemand, der unterjährig mit großen Summen einsteigt. Das sind sehr wenige

  • Jetzt machst du aber aus einer Mücke einen Elefanten. Wer schon ein paar Jahre spart, hat den allergrößten Teil des Depots nicht in diesem Jahr gekauft. Und wer gerade erst angefangen hat, hat in der Regel so wenig investiert, dass er mit den Freibeträgen problemlos hinkommt.

    Wirklich relevant ist das Thema allenfalls für jemand, der unterjährig mit großen Summen einsteigt. Das sind sehr wenige

    Nö, weder Mücke noch Elefant. Ist auch Wurscht, wie viel Leute das 'Problem' haben. Tomarcys Erklärung hilft beim Verstehen der Mechanismen.

  • Das ist grundsätzlich eine positive Denkweise, aber bei deinem Anlagehorizont und den in den kommenden Jahrzehnten zu erwartenden neuen Produkten wird es ziemlich sicher nicht bei 1 Zeile in deiner Excel bleiben ;) Vielleicht bekommen wir bald noch Geld raus bei negativer TER ;) Vielleicht drückt dir ein zukünftiger Arbeitgeber auch mal Mitarbeiteraktien oder so auf - man weiß nie was kommt.

    Das heißt ja nicht, dass man sich jetzt schon gehen lassen muss ;)

    Ich kann das gut nachvollziehen.

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