Einzug ins Eigenheim des Partners: Was gibts zu beachten

  • Mein Partner hat 2020 ein Haus gebaut, das er selbst bewohnt. Ich wohne zur Miete in einer Wohnung. Wir beide haben ein geregeltes Einkommen. Er zahlt natürlich aktuell den Kredit ab.

    Wir möchten zusammenziehen. Da es für ihn nicht in Frage kommt, sein Haus an Dritte zu vermieten, werde ich dort einziehen.

    Das Haus bleibt dabei sein Eigentum. Ich beteilige mich nicht an der Tilgung oder Instandhaltung. Nun habe ich folgende Fragen:

    1. Sollten wir ein gemeinsames Konto eröffnen?
      • Wir wollen die Nebenkosten 50/50 aufteilen. Die Frage ist, ob es irgendwelche Nachteile hat, wenn ich meinen Teil der Nebenkosten direkt an ihn überweise? Der Aufwand alle laufenden Kosten von seinem Girokonto auf das gemeinsame Konto umzustellen erscheint uns unnötig, wie seht ihr das?
      • Ratet ihr mir zu einem gemeinsamen Konto um Einkäufe, Restaurantbesuche oder Ausflüge/Urlaube davon zu bezahlen, oder bringt das Nachteile mit sich?
    2. Sollten wir einen Mietvertrag abschließen?
      1. Wir sind uns einig, dass ich eine kleine Miete (irgendetwas zwischen 250 und 500€) an ihn bezahle um sozusagen die "Abnutzung" des Hauses zu bezahlen. Ich habe gehört, dass die regelmäßigen Zahlungen vor dem Finanzamt als Schenkung angesehen werden können. Schenkungssteuer wollen wir natürlich vermeiden. Ist da was dran?
      2. Ist ein Mietvertrag möglich, wenn die Kaltmiete weit unter dem Mietspiegel unserer Region liegt? Oder ergeben sich für den Vermieter (meinen Freund) daraus dann Probleme?
      3. Würdet ihr mir zu einem Mietvertrag raten, damit ich, falls die Beziehung in die Brüche geht, nicht sofort auf der Straße sitze? Aktuell erscheint mir das Risiko tragbar denn: 1. Meine Eltern wohnen im selben Ort und ich könnte jederzeit übergangsweise wieder dort einziehen. 2. Sollte die Beziehung nicht halten würde ich sowieso nicht dort wohnen bleiben wollen, sondern mich sofort nach einer neuen Mietwohung umsehen. Ich schätze meinen Freund so ein, dass er in so einem Fall eine kurze Übergangszeit, bis ich eine neue Wohnung gefunden habe, akzeptiert und mich nicht auf die Straße setzt.
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  • Kater.Ka 8. September 2026 um 16:52

    Hat das Thema freigeschaltet.
  • Ich würde bei dieser Konstellation JETZT nicht extra ein Gemeinschaftskonto anlegen.

    Ich würde hier Eigentum und gemeinsame Lebensführung klar trennen.

    Ein gemeinsames Konto ist nicht erforderlich. Für was auch ? Für die laufenden Haushaltskoste überweist Du Deinen vereinbarten Anteil direkt an ihn mit entsprechendem Vermerk. Wichtig ist nur, dass klar dokumentiert ist, dass damit lediglich gemeinsame Lebenshaltungskosten bzw. Nebenkosten bezahlt werden.

    Bei der Tilgung des Kredits oder größeren Investitionen ins Haus würde ich mich an Deiner Stelle nicht beteiligen. Das hast du ja auch so vor. Das ist sein Vermögen.

    Einen Mietvertrag würde ich in Eurer Konstellation nicht unbedingt abschließen. Ihr bewohnt das Haus gemeinsam als Paar, und Du mietest ja nicht einen abgegrenzten Teil des Hauses von ihm. Wenn Ihr allerdings bewusst eine rechtliche Absicherung für Dich wollt, kann man auch einen Mietvertrag über die von Euch gemeinsam bewohnte Immobilie gestalten. Das sollte dann aber sauber geregelt werden.

    Die Zahlung von 250–500 € monatlich ist nicht automatisch eine Schenkung. Wenn Ihr sie als Miete vereinbart, sollte sie auch tatsächlich als Miete vereinbart und entsprechend dokumentiert werden. Steuerlich kann eine sehr niedrige Miete allerdings beim ihm als Eigentümer Fragen aufwerfen.

    Was mir aus Deiner Sicht als Frau viel wichtiger wäre: Klärt schriftlich, wer bei einer Trennung wie lange im Haus bleiben darf bzw. welche Übergangsfrist gilt. Denn selbst wenn Du im Alltag davon ausgehst, dass Dein Partner Dich nicht sofort vor die Tür setzen würde, würde ich mich auf eine solche mündliche Zusage oder so eine Hoffnung nicht verlassen.

  • Ein Gemeinschaftskonto kann viele Diskussionen im Keim ersticken. Ihr zahlt beiden nach Leistungsfähigkeit oder 50:50 - je nach Gutso - darauf ein und davon werden gemeinsame Ausgaben wie Haushalt, Essen gehen, Urlaub, etc bezahlt. Mit dem Rest kann dann jeder sein Ding machen, Sparen, Hobby, Autos, whatever. Ohne das es dann heißt "du gibst unser ganzes Geld aus"

  • Keine offizielle Miete.

    Wenn dann einfach eine monatliche Überweisung mit einem aussagekräftigen Überweisungstext. Gemeinschaftskonto für die alltäglichen Gemeinschaftsausgaben? Finde ich gut.

    Wenn beide Teile dafür monatlich ihren Anteil reinbuttern, ist doch alles ok. Ansonsten eben auf Vertrauensbasis die Ausgaben gerecht aufteilen. (z.B. Mal zahlt der eine den Wocheneinkauf, mal der andere usw., so dass es sich eben ungefähr gut aufteilt. Sobald eine "Strichliste" ins Spiel kommt, wirds meiner Meinung nach kleinkarriert und man streitet sich womöglich um ein "paar Euro" die der andere zu viel in der Beziehung bezahlt hat.)

    Am Ende des Tages müsst ihr das mit euch ausmachen wie ihr das am besten empfindet. Da gibt es kein richtig oder falsch. Quatscht es einfach mal durch und wenn eure Idee so nicht funktioniert, dann ändert sie einfach..... Es müssen sich ja damit beide wohlfühlen!

  • Vor unserer Ehe, haben wir mehrere Jahre zusammen gelebt, alle laufenden Kosten, damals unter anderem Miete, habe ich bezahlt. Meine jetzige Frau hat mir monatlich per Dauerauftrag ihren Anteil überwiesen. Es gab nie etwas schriftliches, bis wir geheiratet haben. Das hat auch nie ein Finanzamt interessiert.

  • Ein Mietvertrag in einem gemeinsam vermieteten Haus dürfte nach meinem Verständnis keine Sicherheit geben, dass man im Fall der Trennung nicht trotzdem sehr kurzfristig auf die Straße gesetzt werden kann.

    Wenn man gemeinschaftlich für Mietkosten aufkommt ist das etwas anderes als wenn der eine Partner dem anderen "Miete" zahlt. Ich sehe auch eine Steuerproblematik, aber vielleicht irre ich mich ja.

  • Vor unserer Ehe, haben wir mehrere Jahre zusammen gelebt, alle laufenden Kosten, damals unter anderem Miete, habe ich bezahlt. Meine jetzige Frau hat mir monatlich per Dauerauftrag ihren Anteil überwiesen. Es gab nie etwas schriftliches, bis wir geheiratet haben. Das hat auch nie ein Finanzamt interessiert.

    Aber klar, war immer eine Frage von gegenseitigem Vertrauen.

    Das kann man natürlich nicht voraussetzen und ich weiß nicht wie das ausgegangen wäre, wenn unser Beziehung sich verändert hätte. Heute sind wir verheiratet und bewohnen ein gemeinsames Haus.

    Ich fände es jetzt ein wenig absurd, dass hier ein Steuerfall kreiert werden würde.

  • Das Problem ist, dass nicht existierende Kosten (Miete etc.) geteilt werden sondern einer von beiden quasi oder tatsächlich eine Miete bekommt. Es muss nicht steuerrelevant sein aber ich wäre mir nicht sicher.

    Hier ein Beitrag zu dem Thema https://www.ihre-vorsorge.de/finanzen/nachr…-versteuern-ist

    Demnach wird es kritisch, wenn man einen Mietvertrag macht.

    Hier noch eine Quelle, dies anders sieht.

    https://www.haufe.de/steuern/rechts…166_493954.html

    1. Sollten wir einen Mietvertrag abschließen?
      1. Wir sind uns einig, dass ich eine kleine Miete (irgendetwas zwischen 250 und 500€) an ihn bezahle um sozusagen die "Abnutzung" des Hauses zu bezahlen. Ich habe gehört, dass die regelmäßigen Zahlungen vor dem Finanzamt als Schenkung angesehen werden können. Schenkungssteuer wollen wir natürlich vermeiden. Ist da was dran?

    Gegen die anteilige Zahlung von Nebenkosten ist nichts zu sagen, wenn ein Betrag für die "Abnutzung des Hauses" gezahlt werden soll, ist das meiner Meinung nach eine Mietzahlung, warum also keinen Mietvertrag? Das Finanzamt ist natürlich mit dabei, denn dein Partner müsste die Mieteinnahmen natürlich versteuern, bei dieser Art von -ich nenne es mal inkorrekt- Untervermietung/WG sagt das Finanzamt wohl nichts über eine zu geringe Höhe. Die Kündigungsfristen gelten dann natürlich für beide, auch wenn Du überstürzt aussziehen solltest nach einer Trennung (aber welcher Ex-Partner würde hier wohl mit einem Vollstreckungstitel und dem Gerichtsvollzieher kommen ... kann man natürlich erst hinterher sagen, wie arschig jemand bei einer Trennung werden kann ...).

  • Bevor wir die Neubauwohnung (da noch unverheiratet) gemeinsam gekauft haben, wohnte ich auch zur Miete und meine Freundin hat für die Wohnung nichts bezahlen müssen.

    Im Gegenzug hat sie mal Einkäufe oder Essen gehen bezahlt.

    Da war nichts mit vertraglich regeln oder die Ausgaben aufwiegen. Hat für uns beide so gepasst und an eine Trennung haben wir nicht gedacht... das Glas war und ist stets halbvoll ;)

    Es ist fast wie im richtigen Leben, deswegen heißt das hier auch Erde und nicht Paradies.

  • Es sind ja nicht nur die Wohnkosten, sondern auch die Lebenshaltungskosten (Lebensmittel) u.a., die hinsichtlich der Aufteilung geregelt werden sollten.

    Wohnkosten nach Einkommen und Lebensmittel nach Körpergewicht (mit monatlichem Wiegen!) ^^

    Eine Santander, Deutsche Bank, Postbank, Noris Bank oder Klarna möchte ich nicht als Vertragspartner.

  • Die für mich einfachste Lösung wäre ein gemeinsames Konto für gemeinsame Ausgaben, hier zahlst du die Summe, auf die ihr euch einigt, monatlich mehr ein und bestreitet damit euer Leben. Ob man da noch zusätzlich einen Mietvertrag braucht, liegt bei euch. Ihr beide müsst euch wohlfühlen und niemand anderes.

  • Bei einem gemeinsamen Giro unter nicht verheirateten Partnern sollte man vor allem zusehen, dass beide den selben Betrag einzahlen. Ansonsten kann das FA das als Schenkung vom Mehrzahler zum Minderzahler ansehen.
    Das ist bei einem Freibetrag von 20k € dann je nachdem auch schneller erreicht als einem lieb ist.
    Wenn dort aber wirklich kein Geld angesammelt wird und nur die laufenden Kosten gezahlt werden, ist man eigentlich trotzdem im grünen Bereich.

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