Hallo zusammen,
ich überlege aktuell, eine Eigentumswohnung als Kapitalanlage zu erwerben und würde mich über eine unabhängige Einschätzung der Zahlen und der Vorgehensweise des Vertriebs freuen.
Die Rahmendaten des Objekts:
- Lage: Storkow (Mark), Brandenburg (Vertrieb argumentiert mit Nähe zum Tesla-Werk Grünheide).
- Objekt: 3-Zimmer-Wohnung, ca. 73 m², Baujahr 1978, im Jahr 2024 vollständig inkl. Stränge saniert.
- Kaufpreis: Urspüringlich 200.000 €; nach Verhandlung auf 175.000 € reduziert.
- Mieteinnahmen: Aktuell vermietet für 910 € Kaltmiete + 20 € Stellplatz = 930 €/Monat (ca. 6,4 % Bruttorendite auf den reduzierten Preis).
- Mietgarantie: 2 Jahre Mietgarantie vom Verkäufer/Vertrieb angeboten, allerdings im Gegenzug nach Kaufpreisreduktion reduziert auf 630 €/Monat.
Die Finanzierung:
- Konditionen: 4,94 % Effektivzins, 2 % Anfängliche Tilgung, 10 Jahre Zinsbindung.
- Eigenkapital: Ziel ist ein möglichst geringer bis gar kein Eigenkapitaleinsatz.
- Anlagestrategie: Haltedauer 10 Jahre, anschließender steuerfreier Verkauf zur Tilgung der Restschuld. Bruttoeinkommen ca. 88k € jährlich, da sollte dann noch ein kleiner Steuerspareffekt herauskommen.
Die Streitpunkte / Bedenken:
- Konstruktion der Kaufnebenkosten-Erstattung:
- Der Vertrieb bietet an, dass ich die Kaufnebenkosten (ca. 14.350 €) zunächst zahle und diese mir nach Beurkundung vom Verkäufer zurückerstattet werden.
- Mein Bedenken: Gegenüber der finanzierenden Bank wirkt dies wie ein Eigenkapitalnachweis, obwohl wirtschaftlich voll / zu 110 % finanziert wird. Auf meinen Vorschlag, stattdessen einfach den Kaufpreis direkt um den Erstattungsbetrag auf ~160.650 € zu senken (womit Verkäufer, Notar, Steuer und Bank volle Transparenz hätten), reagiert der Vertrieb ablehnend und verweist auf „unnötige Belastung der Partner“.
- Finanzielle Belastung / Cashflow:
- Bei 175.000 € Darlehen liegt die monatliche Rate (Zins + Tilgung) bei ca. 1.010 €/Monat.
- Dem stehen 930 € Kaltmiete gegenüber (bzw. während der Garantiephase nur 630 €, falls der Mieter ausziehen sollte oder aus sonstigem Grund die Zahlung ausfällt).
- Selbst bei Vollvermietung ist das Objekt monatlich leicht zuzahlungspflichtig – noch vor Instandhaltungsrücklage, Verwaltungskosten und Leerstandsrisiko.
- Vertriebsdruck & Unterlagen:
- Der Vertrieb erzeugt Druck („sehr stark nachgefragt“, Einwände seien „zu viele Bedingungen“) und verlangt Reservierungsgebühren, während Einsicht in Detailunterlagen (Mietverträge, Zahlungsnachweise, genaue Sanierungsnachweise) erst nach und nach gewährt wird (aber sie wurden immerhin gewährt).
Meine Fragen an die Community:
- Wie schätzt ihr den Standort Storkow (Mark) und den Preis (ca. 2.400 €/m² für BJ 1978 mit vollständiger Sanierung) ein?
- Wie bewertet ihr das Vorgehen bezüglich der Erstattung der Kaufnebenkosten im Hinblick auf Bank/Beleihungswert und Rechtssicherheit?
- Macht ein solches Setup (hoher Zins um 5 %, negative Zuzahlung trotz 6,4 % Bruttorendite) als reine Kapitalanlage über 10 Jahre aus eurer Sicht Sinn?
Vielen Dank für eure Rückmeldungen und Tipps! ![]()