Geplante Aktivrente - Gerecht für die Jüngeren?

  • Nach der Regelaltersgrenze kann der weiterbeschäftigte Rentner frei wählen, ob er weiter in die Rentenkasse einzahlen will. Diese sogenannte Aktivrente bringt für Rentner, die weiterarbeiten und eh bei einem Midijob keine Lohnsteuer bezahlen müssen, keinen Vorteil!

    Wenn man exakt 2000 EUR mehr verdienen darf als vorher, ohne deswegen mehr Steuern zahlen zu müssen, dann ist das kein Vorteil? :/

  • Wenn man exakt 2000 EUR mehr verdienen darf als vorher, ohne deswegen mehr Steuern zahlen zu müssen, dann ist das kein Vorteil? :/

    Wenn der Midijob für den Arbeitnehmer steuerfrei ist, kommt es für ihn doch aufs gleiche raus. Aber auch bei einem Teilzeit- oder Vollzeitjob kommt bei der Einkommensteuererklärung am Ende eine Rückerstattung raus, wenn die Rente so niedrig ist, dass er am Grundfreibetrag kratzt. Man muß nur länger auf die Rückerstattung warten.

    Und wenn die Rente üppig genug ausfällt, hat man eh keinen Anreiz zum weiterarbeiten.

    Insofern: Vollmundiges Versprechen, das dem Staat eher wenig kosten wird.

  • Wenn der Midijob für den Arbeitnehmer steuerfrei ist, kommt es für ihn doch aufs gleiche raus. Aber auch bei einem Teilzeit- oder Vollzeitjob kommt bei der Einkommensteuererklärung am Ende eine Rückerstattung raus, wenn die Rente so niedrig ist, dass er am Grundfreibetrag kratzt. Man muß nur länger auf die Rückerstattung warten.

    Und wenn die Rente üppig genug ausfällt, hat man eh keinen Anreiz zum weiterarbeiten.

    Insofern: Vollmundiges Versprechen, das dem Staat eher wenig kosten wird.

    Du meinst

    1. Geringverdiener bekommen auch eine geringe Rente
    2. Wenn sie die Aktivrente annehmen, dann werden sie auch weiterhin eine niedrig bezahlte Tätigkeit ausführen
    3. Die Summe von Rente und Lohn/Gehalt für die Aktivrente wird eher nahe am Grundfreibetrag liegen

    Dadurch wird der mit der Aktivrente angepriesen steuerlichen Vorteils für diese Leute gar nicht (relevant) zum Tragen kommen.

    Letztendlich ist die Aktivrente für diese Leute dann auch nur eine Verlängerung der Lebensarbeitzeit, so als ob man für sie das Renteneintrittsalter erhöht hätte.

    ?

  • Dadurch wird der mit der Aktivrente angepriesen steuerlichen Vorteils für diese Leute gar nicht (relevant) zum Tragen kommen.

    Letztendlich ist die Aktivrente für diese Leute dann auch nur eine Verlängerung der Lebensarbeitzeit, so als ob man für sie das Renteneintrittsalter erhöht hätte.

    Ersteres: Ja.

    Aber ab der ersten Rentenzahlung haben sie mit Teilzeit u.U. mehr Geld auf dem Konto, als wenn sie mit Vollzeitjob den Renteneintritt nach hinten schieben. Damit lässt sich dann der Notgroschen auf dem Tagesgeldkonto auffüllen, bis man den Job endgültig hinwirft.

  • Wenn der Midijob für den Arbeitnehmer steuerfrei ist, kommt es für ihn doch aufs gleiche raus. Aber auch bei einem Teilzeit- oder Vollzeitjob kommt bei der Einkommensteuererklärung am Ende eine Rückerstattung raus, wenn die Rente so niedrig ist, dass er am Grundfreibetrag kratzt. Man muß nur länger auf die Rückerstattung warten.

    Und wenn die Rente üppig genug ausfällt, hat man eh keinen Anreiz zum weiterarbeiten.

    Insofern: Vollmundiges Versprechen, das dem Staat eher wenig kosten wird.

    Das klingt jetzt arg inspirationslos, aber das darfst Du gerne so sehen.

  • Ersteres: Ja.

    Aber ab der ersten Rentenzahlung haben sie mit Teilzeit u.U. mehr Geld auf dem Konto, als wenn sie mit Vollzeitjob den Renteneintritt nach hinten schieben. Damit lässt sich dann der Notgroschen auf dem Tagesgeldkonto auffüllen, bis man den Job endgültig hinwirft.

    Ach ja, denn der parallele Bezug der Rente ist ja dann doch vorhanden.

    KaffeeOderTee
    10. Oktober 2025 um 09:14
    Zitat

    Wer profitiert von der Aktivrente?

    Die Aktivrente richtet sich gezielt an Menschen, die bereits ihre Altersrente beziehen. Laut Koalitionsvertrag betrifft diese Regelung alle, die das gesetzliche Renteneintrittsalter erreicht haben. Derzeit steigt diese Altersgrenze noch stufenweise von 65 Jahre auf 67 Jahre an. 2031 wird die Regelaltersrente für alle Jahrgänge bei 67 Jahren liegen, bei Menschen mit Schwerbehinderung bei 65 Jahren.

  • Du meinst Februar 2026, oder?

    Dein Forderungskatalog ist kurz und prägnant, wirft aber in seiner Schlichtheit viele Fragen auf.

    • Aktiv-Rente (steuerfrei) für Rentner mit kleinerer Rente wäre ein gerechter Ausgleich.

    Frage:

    Wenn der Chefarzt "normal" arbeitet, dann zahlt er viel an Steuern.

    Jetzt erreicht er die Regelaltersgrenze, arbeitet aber noch zwei Jahre weiter, beantragt dann seine Winzrente aus der gesetzlichen Rentenversicherung (aus Wehrdienst, ein wenig Hilfsjobs in der Jugend und dem Rest mit freiwilligen Beiträgen aufgefüllt) von z. B. 75 EUR.

    Die Rente aus dem Versorgungswerk soll erst später beantragt werden.


    Wäre in dieser Konstellation der zusätzliche Steuerfreibetrag durch die Aktivrente als gerechter Ausgleich zu sehen?

  • Für was sparst Du denn? Für das Leben nach dem Tod?

    Erstens, weil ich es derzeit kann, Zweitens, für die Zeit, wenn meine Frau ebenfalls in Rente geht und dann das monatliche Netto-Einkommen sinkt und Drittens möchte ich meinen/unseren Lebensstil möglichst nicht ändern, heißt, irgendwann in naher Zukunft wird auch das bis dahin angelegte Geld zur Lebensführung verzehrt.

  • Ich finde es interessant, dass trotz der umfangreichen Berichterstattung gestern und heute, diese Sache nicht einfach klar ist.

    Ist die mediale Berichterstattung etwa so schlecht oder missverständlich?

    Nein, seriöse Medien sollten halt nur Fakten wiedergeben. Die Politik bleibt zu und zu gern im Ungefähren und baut auf schnelles Vergessen beim Wahlvolk (was sehr oft funktioniert). Siehe Bürgergeld aka "neue Grundsicherung": erst war von 10 Mrd. Einsparungen die Rede, später dann 5 Mrd. und am Ende dann nur noch 2 (oder waren es 3?) Mrd.

    Ich bin geneigt Wetten anzunehmen, dass die Einsparungen in einem Jahr weit unter all diesen genannten Zahlen liegen wird. Aber hej - wird da in einem Jahr noch jemand nach fragen?

    Der Herbst der Reformen war dann ja ein voller Erfolg! ;)

  • Nein, seriöse Medien sollten halt nur Fakten wiedergeben. Die Politik bleibt zu und zu gern im Ungefähren und baut auf schnelles Vergessen beim Wahlvolk (was sehr oft funktioniert). Siehe Bürgergeld aka "neue Grundsicherung": erst war von 10 Mrd. Einsparungen die Rede, später dann 5 Mrd. und am Ende dann nur noch 2 (oder waren es 3?) Mrd.

    Frei hat von 30 Mrd. gesprochen. In Zeiten von Videos ist sowas schnell nachvollziehbar. Bas spricht jetzt von einem "sehr kleinen" Effekt.

  • Habe nur den 1. und den 17. Beitrag gelesen, warum auch immer.

    Ich bin Beamter, der für die Abschaffung des eigenen Standes ist und dessen Privilegien (vermutlich reich rechtlich nur für die nachkommende Beamtengeneration).

    Aber ich komme mir als "junger" Mensch mit 40 auch etwas verarscht vor, ich glaube auch dass die Aktivrente durchaus sinn machen würde ... sofern denn das gesanmte Rentensystem endlich mal reformiert werden würde, mit Aktienrente und Altersvorsorgedepot .... allem was dazu gehört.

    Müsste man da evtl. auch drüber sprechen Kapitalerträge miteinzubeziehen? Vermutlich, aber mal ehrlich, das alles traut sich kein Politiker. Man kann ja von Gerhard Schröder halten was man will, aber so ein bisschen Basta-Politik wäre da im Bereich der Rentenpolitik ganz sinnvoll.

  • Aber ich komme mir als "junger" Mensch mit 40 auch etwas verarscht vor, ich glaube auch dass die Aktivrente durchaus sinn machen würde ... sofern denn das gesanmte Rentensystem endlich mal reformiert werden würde, mit Aktienrente und Altersvorsorgedepot .... allem was dazu gehört.

    :thumbup:

    Die Politik scheint gerade das aber offensichtlich nicht zu können oder nicht zu wollen - was im (traurigen) Ergebnis allerdings keinen Unterschied macht.

    Vermutlich, aber mal ehrlich, das alles traut sich kein Politiker.

    Dafür spricht (leider) viel.

    Es ist bis zum heutigen Tag ja nicht einmal gelungen beispielsweise einen solchen eigentlich logischen und selbstverständlichen Rahmen seitens der Politik zu setzen; siehe hier:

    Obwohl die demographische Zeitbombe in der Gesetzliche Rente (Umlageverfahren ohne Kapitaldeckung) seit rund 40 Jahren unüberhörbar tickt (und das über die Jahrzehnte hinweg immer lauter ...) hat es der Staat bzw. die Politik (und alle Regierungen) bis heute beispielsweise nicht einmal vermocht, in der (meist langen) Vermögensaufbauphase ein für jedermann (und Frau) - jedenfalls bis zur Auszahlung/Entnahme ab einer definierten Altersgrenze (z. B. 65) - steuerfreies Depot zu schaffen und innerhalb dieser Phase auch steuerfreie Umschichtungen zu ermöglichen.

    Nennt man zielführende Rahmenbedingungen und Setzung von Anreizen ...

    In dem Kontext:

    Man kann ja von Gerhard Schröder halten was man will, aber so ein bisschen Basta-Politik wäre da im Bereich der Rentenpolitik ganz sinnvoll.

    So lange die Basta-Politik in die richtige Richtung geht (sprich einer in sich schlüssigen und kohärenten Rentenreform) - auf jeden Fall.

    Oder wie es Franz Münterfering (SPD) schon mal vor fast 20 Jahren formuliert hatte (könnte um 2006 herum gewesen sein im Kontext mit der Erhöhung des Renteneintrittsalters vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung):

    "Da muß man kein Mathematiker sein. Da reicht Volksschule Sauerland (*), um zu wissen: Wir müssen irgendetwas machen".


    (*) In den hoch gutmenschlichen Zeiten der Political Correctness: Darf man inzwischen überhaupt noch "Volksschule sagen - oder nicht eher Hauptschule, Grundschule oder irgendwas ganz anderes ... ?

  • Müsste man da evtl. auch drüber sprechen Kapitalerträge miteinzubeziehen? Vermutlich, aber mal ehrlich, das alles traut sich kein Politiker. Man kann ja von Gerhard Schröder halten was man will, aber so ein bisschen Basta-Politik wäre da im Bereich der Rentenpolitik ganz sinnvoll.

    Ich bin mir sicher, ALLE Politiker sind sich darüber im Klaren, dass es ohne ein vollkommen neu aufgestelltes Rentensystem langfristig nicht weitergehen kann. Die praktische Umsetzung ist halt viel komplexer, als man es sich in so einer Stammtischrunde vorstellt. Es gibt extreme Pfadabhängigkeiten über viele Jahrzehnte, die eine Umstellung fast unmöglich erscheinen lassen.

    In der Praxis kann es nur so funktionieren, dass das alte (umlagebasierte) und ein neues (kapitalgedecktes) System parallel existieren, bis alle Bezugsberechtigten des alten Systems verstorben sind. Wir reden hier also locker von weiteren 40 bis 50 Jahren, die das Altsystem weiterbestehen müsste - je nachdem ab welchem Geburtsjahrgang man den Cut ansetzen würde.

    Da alle Versichterten des neuen Systems ab dessen Einführung keine Beiträge mehr in das alte System leisten, gilt es eine immense Haushaltsbelastung über einen langen Zeitraum zu stemmen. Das scheint mir die größte Herausforderung zu sein. Nichtsdestotrotz muss das Thema schnellstmöglich und konsequent angegangen werden!

  • alpha_zulu
    Warum nicht beide Systeme parallel nutzen. Also Umlagesystem und kapitalgedeckte Rentenkomponente(n). Machen andere Länder auch so (z.B. die USA, Schweden).
    Die sind ja auch nicht blöd.:/

    Der Hinweis sei erlaubt, weil wir in Deutschland ja bis 1957 ein rein kapitalgedecktes Rentensystem hatten, dass sich über WK1, Hyperinflation und WK 2 eher als Rohrkrepierer erwiesen hat. Daher hat man dann ja das Umlagesystem eingeführt.

  • Das Umlagesystem entwickelt sich gerade auch zum Rohrkrepierer.

    Deutschland hat halt keine Aktienkultur. Finanzmärkte sind ein Casino, sagen viele Leute und die Politik. Währenddessen sieht man in amerikanischen Finanzforen häufig Leute mit Mitte 30 und 1 Million in ihrem 401k.

    Man könnte ein hybrides System einführen, das wird dann aber erst mal teurer. Dann steigt der Rentenbeitragssatz halt auf 22% dafür landen davon 2% in einem selbst verwalteten Depot und wenn man möchte könnte man in dieses Altersvorsorgedepot auch noch zusätzlich steuerfreundlich einzahlen.

    Da die Deutschen aber Lohnsklaven sind, wird es erstens nicht kommen und bei anderen ähnlichen Modellen dürfte man dann höchstens in Ökosozialkrams investieren.

  • Man sieht, es ist keinesfalls trivial zu lösen. Trotzdem muss es unbedingt angepackt werden, nur will sich niemand daran die Finger verbrennen.

    Wie könnte aus eurer Sicht die Lösung für dieses Dilemma aussehen? Damit meine ich nicht die eigentliche Lösung für das Rentensystem, sondern wie man das Ganze politisch anpacken müsste, um möglichst viele Beteiligte während des Prozesses hinter sich zu haben.

  • Damit meine ich nicht die eigentliche Lösung für das Rentensystem, sondern wie man das Ganze politisch anpacken müsste, um möglichst viele Beteiligte während des Prozesses hinter sich zu haben.

    Das ist wie beim Mikado. Wer sich zunächst bewegt, hat politisch verloren. Ein steuerfreies Altersvorsorgedepot ist ein erster Schritt. Die 48% kann man nicht halten. Maßnahmen können ein Land auseinander reißen, so wie etwa in Frankreich.

  • Die 48% kann man nicht halten. Maßnahmen können ein Land auseinander reißen, so wie etwa in Frankreich.

    Der neue (alte) Premierminister dort kassiert erst mal die Erhöhung des Renteneintrittalters von 60 auf 62 Jahre bis 2026, dann sind Neuwahlen terminiert. Die Sozis würden seinen Haushaltsentwurf sonst nicht mittragen.