Kostenlose Mitversicherung in der GKV soll wegfallen

  • Hm, ich weiß zwar nicht was die Steuer mit der GKV zu tun hat, aber gut, würde diese Kopfpauschale auch für Kinder und Hausfrauen gelten? Und wie hoch könnte man die sich vorstellen?

    Das ist die Natur einer Kopfpauschale. Wie hoch diese sein müsste ist vermutlich relativ einfach zu ermitteln indem man die gesamten Behandlungskosten durch die Zahl der Versicherten teilt. Durch einen möglichen Steuerzuschuss kann man das relativ gut steuern und so den solidarteil abdecken.

  • Das ist doch Quatsch. Warum sollte man das verbieten. Das ist halt Marktwirtschaft.

    Nichts machen Politiker lieber, als in den Markt einzugreifen.

    Genau das ist eines der Probleme der GKV. Man könnte ja eine einheitliche Gebührenordnung etablieren und die unsägliche Budgetierung abschaffen

    Und dann wird es billiger? Die Vergütung ist doch jetzt schon lächerlich gering. Ein Arzt bekommt je nach Fachrichtung zwischen 30 und 80 EUR pro Quartal pro Patient, egal wie oft der kommt. Wenn heute alle Leistungen für GKV-Patienten nach der aktuellen GOÄ auch nur mit dem einfachen Satz abgerechnet würden, wäre die GKV morgen pleite. Ohne Privatpatienten und ohne die IGEL-Leistungen für GKV-Patienten ist kaum noch eine Praxis wirtschaftlich zu betreiben.

  • Und dann wird es billiger? Die Vergütung ist doch jetzt schon lächerlich gering. Ein Arzt bekommt je nach Fachrichtung zwischen 30 und 80 EUR pro Quartal pro Patient, ...

    Unter dem Strich kommen da dann immer noch 200k+ EUR im Jahr raus. Lächerlich gering?

    Bitte keine Politikwissenschaftler und kein Marcel Fratzscher mehr im TV.

    Satt 300k+ Neubauwohnungen brauchen wir 300k+ Abschiebungen, um schnellere Arzttermine zu ermöglichen und Stadt- und Gemeindeabgaben zu senken.

  • Und dann wird es billiger? Die Vergütung ist doch jetzt schon lächerlich gering. Ein Arzt bekommt je nach Fachrichtung zwischen 30 und 80 EUR pro Quartal pro Patient, egal wie oft der kommt. Wenn heute alle Leistungen für GKV-Patienten nach der aktuellen GOÄ auch nur mit dem einfachen Satz abgerechnet würden, wäre die GKV morgen pleite. Ohne Privatpatienten und ohne die IGEL-Leistungen für GKV-Patienten ist kaum noch eine Praxis wirtschaftlich zu betreiben.

    Wäre das wirklich so? Beim 1fachen Satz wären das mindest um den Faktor 2,3 weniger als bei der PKV. Das würde aber dazu führen, dass sinnvolle und notwendige Behandlungen gemacht werden können ohne das der Arzt das aus eigener Tasche zahlt. Wenn dann noch die Versicherten einen Selbstbehalt zahlen geht das auch meiner Sicht schon in die richtige Richtung.

  • Durch immer neue Beitrags- und Steuererhöhungen ein Fass ohne Boden stopfen zu wollen, grenzt an Wahnsinn. Eine nachhaltige Strukturreform beginnt bei der Eigenverantwortung.

    1. Alle in die gesetzliche Krankenversicherung (GKV).
    2. 30 % Eigenanteil auf alle Leistungen, damit jeder die Kosten kennt und selbst entscheiden kann, ob ein Arztbesuch wirklich notwendig ist.
    3. Härtefallregelung bei der Zuzahlung für wirklich Bedürftige.
    4. Härtefallregelung für besonders hohe Kosten.

    Man würde sich wundern, wie schnell wieder Termine verfügbar wären, die Kosten sinken würden und sich das System weitgehend selbst reguliert. Stattdessen gibt es Vollkasko für alle!

    Das würde total Sinn machen. Dann aber unabhängig vom Einkommen im Rahmen einer Kopfpauschale. Das würde die Verwaltung massiv vereinfachen, da das Einkommen nicht ermittelt werden muss. Höhere Einkommen zahlen höhere Steuern und beteiligen sich dadurch solidarisch an der Finanzierung.

    Ob es 30% sein müssen sei mal dahingestellt. Ein Eigenanteil ist aus meiner Sicht aber essenziell. In der PKV läuft es ja genauso und das führt dazu das man sich eben überlegt was man macht da es eben nicht Flatrate ist.

    Das von DancingWombat beschriebene Modell kommt mir aus irgendeiner Studie bekannt vor und ich halte es auch für einen sehr guten Ansatz. Über solche Optionen sollte die eingesetzte Kommission mal diskutieren anstatt nur irgendwo wieder an einem Stellschräubchen zu drehen um ein paar Euro Mehreinnahmen zu generieren.

    Mit einem entsprechend aufgestelltem einheitlichen Abrechnungssystem könnte man auch die Ärzteschaft zufrieden stellen, die dann eh einen geringeren Verwaltungsaufwand hätte.

  • Es würde eine bessere Risikomischung in der PKV geben (insgesamt gesündere Versicherte).

    Warum sollte jemand, der vor 20 Jahren beim Abschluss gesund war, momentan auch gesund sein? Ich kenne sehr viele Chroniker, die privat versichert sind.

    Es geht ja nicht darum einer bestimmten Gruppe eine bessere Versorgung zu verwehren, sondern darum der Allgemeinheit eine gute Versorgung zu geben.

    Dann sollte man Ärzte nicht für gute Behandlungen und viele Patienten mit Budgetierung und Regressen bestrafen.

    Man könnte ja eine einheitliche Gebührenordnung etablieren

    Man müsste sogar nur die bestehende GOÄ verwenden, statt mit lächerlichen Pauschalen um sich zu werfen.

    Taxation is not charity. It is not voluntary. As we shrink the state and make government smaller, we will find that more and more people are able to take care of themselves.

    Grover Norquist

  • Mit der Abschaffung des Ehegattensplittings sind weitere Vorschläge da, um die Bürger auszunehmen. Dazu MwSt rauf.

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  • Was für ein starker Faden: ich schlage vor, dass alle starken Redner hier im Forum mit ihren Argumenten zusammen mit Hermann und Saidi nach Berlin fahren dürfen und mit Friedrich und Nina einen fairen, transparenten und nachhaltigen Gesetzesentwurf für die Neuausrichtung des KV Systems erarbeiten können. Alles losgelöst von Lobby, Interessenkonflikten und Wählerstimmen.

  • Sehe ich nicht so. Auch vom Ehegattensplitting profitiert nur eine ganz spezielle Gruppe.

    Alleinverdienerhaushalte. Von gut bis schlecht verdienend. Von reich bis knapp bei Kasse. Mit oder ohne Kinder.

    Was willst du uns sagen?

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  • Der CSU Vorsitzende Söder hat das Thema abgeräumt: https://www.deutschlandfunk.de/csu-chef-soede…erbaen-100.html

    Wäre ja praktisch, wenn Herr Söder das Kostenproblem in der GKV auch mal 'abräumen' würde. Lieder hört man dazu wenig. Und das nicht nur von Herrn Söder.:rolleyes:

    Man könnte ja damit anfange einfach mal zu schauen wer für die höchsten Kosten im Gesundheitssystem verantwortlich ist. Und wenn man dann weiß, dass im Alter die Gesundheitskosten quasi explodieren, kann man ja mal Vorschläge machen, wie bei weiter steigendem Alter der Gesamtbevölkerung die Ausgaben zukünftig verringert werden können.
    Ich befürchte ernsthaft, dass allein eine Effizienzsteigerung des Gesundheitssystems nicht ausreichen dürfte.:/

  • Alleinverdienerhaushalte. Von gut bis schlecht verdienend. Von reich bis knapp bei Kasse. Mit oder ohne Kinder.

    Was willst du uns sagen?

    Ne, schlecht verdienend profitiert kaum vom Splitting. Die würden auch alleine fast keine Steuern zahlen. Und wenn man oberhalb des doppelten Spitzensteuersatz verdient, bringt ein Splitting auch nichts mehr

    Attraktiv ist das vor allem, wenn ein Partner am oberen Ende der Progression verdient und durch das Splitting in einer deutlich niedrigere Progression rutscht.

  • Ich befürchte ernsthaft, dass allein eine Effizienzsteigerung des Gesundheitssystems nicht ausreichen dürfte. :/

    (nachträglich gefettet von mir)

    Allein ausreichen, um die Finanz- und Beitragsanstiegsprobleme der GKV zu lösen, dürft eine Effizienzsteigerung des Gesundheitssystems mit erheblicher bis hoher Wahrscheinlichkeit nicht. Als eine Stellschraube von mehreren im Maßnahmenbündel sollte (müßte) dies dennoch angegangen werden.

    Wie ich schon mal an anderer Stelle schrieb, haben mir Kundigere als meine Wenigkeit schon vor Jahren erklärt (bin kein studierte Mediziner), daß Deutschland eines der teuersten (Ausgaben in Prozent vom BIP) Gesundheitssysteme der Welt hat (das teuerste in ganz Europa und das zweitteuerste global gesehen direkt nach den USA ... ?!) die Kosten/Nutzen-Analyse aber nur medioker ausfällt. Stichwort "Lebenserwartung" - um nur einen Aspekt zu nennen. Andere Länder erreichen da mit weniger Geld offensichtlich (teilweise deutlich) mehr. Das Thema "Prävention" beispielsweise könnte hier ein wesentlicher Ansatz sein.

  • Der CSU Vorsitzende Söder hat das Thema abgeräumt: https://www.deutschlandfunk.de/csu-chef-soede…erbaen-100.html

    Gute Punkte:


    Zitat von Sozialverbände

    Die diskutierten Pläne würden diese Haushalte überproportional treffen, denn zusätzliche Kosten von rund 225 Euro im Monat summieren sich auf etwa 2.700 Euro im Jahr und fallen unabhängig vom Einkommen an.“ Für Familien mit Mindestlohn bedeute das einen Verlust von rund 13 Prozent ihres verfügbaren Einkommens.

    Zitat von Krankenkassen

    Im Kern liegt die dauerhafte Lösung nicht in einer Erhöhung der Einnahmen, sondern in Strukturreformen, die die extreme Ausgabendynamik der letzten Jahre stoppen.

    Wenn schon die Krankenkassen gegen höhere Einnahmen sind, scheint die Idee nicht ganz ausgereift zu sein. :/

  • Allein ausreichen, um die Finanz- und Beitragsanstiegsprobleme der GKV zu lösen, dürft eine Effizienzsteigerung des Gesundheitssystems mit erheblicher bis hoher Wahrscheinlichkeit nicht. Als eine Stellschraube von mehreren im Maßnahmenbündel sollte (müßte) dies dennoch angegangen werden.

    Es gibt sicher viele Möglichkeiten, die Ausgaben zu begrenzen. Angefangen von der Abschaffung des Flatrate-Zugangs zur medizinischen Versorgung, z.B. durch das bereits vorgeschlagene Hausarztmodell bis hin zu der Frage, ob bestimmte, sehr lukrative Untersuchungen wie z.B. Herz-Katheter einen evidenten Nutzen haben. Dazu bedarf es jedoch kompetenter Gesundheitspolitiker. Was da bisher so am Start war, hatte wohl eher seine Wiederwahl und die damit verbundenen persönlichen Vorteile im Blick. Wer erinnert sich noch an Ulla "das steht mir doch zu" Schmidt oder die Koryphäen aus der jüngsten Vergangenheit wie Masken-Jens Spahn und Spritzen-Karl Lauterbach?

  • Es gibt sicher viele Möglichkeiten, die Ausgaben zu begrenzen. Angefangen von der Abschaffung des Flatrate-Zugangs zur medizinischen Versorgung, z.B. durch das bereits vorgeschlagene Hausarztmodell bis hin zu der Frage, ob bestimmte, sehr lukrative Untersuchungen wie z.B. Herz-Katheter einen evidenten Nutzen haben. Dazu bedarf es jedoch kompetenter Gesundheitspolitiker. Was da bisher so am Start war, hatte wohl eher seine Wiederwahl und die damit verbundenen persönlichen Vorteile im Blick. Wer erinnert sich noch an Ulla "das steht mir doch zu" Schmidt oder die Koryphäen aus der jüngsten Vergangenheit wie Masken-Jens Spahn und Spritzen-Karl Lauterbach?

    Das Hausarztmodell wird zwar immer wieder genannt, meiner bescheidenen Erfahrung nach sind Hausärzte in Deutschland (in der Regel Allgemeinmediziner oder Internist) aber für fast alles, was über einen Infekt und ggf. einfachere gastrointestinale Probleme hinausgeht, überhaupt nicht qualifiziert, sodass sie ohnehin lediglich zur überlasteten Überweisungsmaschine mutieren.

    Ein System wie in UK, wo man mitunter mal monatelang auf nen Hausarzt (GP) Termin wartet, damit dieser einen lediglch zu einem anderen Arzt vermittelt, zu dem man ohnehin wusste, dass man dahin muss, hilft da nicht wirklich. Das funktioniert m.E. nur bei den wirklichen Spezialisten wie Radiologen (da geht man jetzt schon nur mit Überweisung hin) oder womöglich Endokrinologen (gibt es ohnehin kaum).

    Der in den USA verbreitet "Family medicine doctor" als eine Art Facharztausbildung ist ganz anders qualifiziert als der deutsche Allgemeinmediziner (Regelfall als Hausarzt), der mehr eine Art reine AU-Austellmaschine ist.

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