Wie würdet ihr die Krankenkassen entlasten?

  • Moin,

    HJT fragt in seiner wöchentlichen Kolumne heute, welche einzelne Massnahme aus einer Auflistung von 8 Vorschlägen man selbst wählen würde und bittet um mindestens einen weiteren Vorschlag, wo eigener Meinung nach noch Effizienzreserven im System lauern.

    Ich persönlich finde das ganz spannend und habe schon reagiert. Alle, die das Thema interessiert, die aber die Kolumne nicht kennen, möchte ich einladen, sich ebenfalls zu beteiligen.

    Machen Sie ein Kreuzchen an alle Vorschläge aus der Liste oben, die Sie vernünftig finden. Und machen Sie mindestens einen Vorschlag, wo aus Ihrer Sicht noch große Effizienzreserven im Gesundheitssystem gehoben werden können. Schicken Sie mir die Zusammenstellung.

    Ich freue mich über Ihre Vorschläge:

    1. Alle Ehegatten zahlen Beiträge

    2. Finanzminister zahlt für Bürgergeldempfänger

    3. Pharmakonzerne bekommen weniger Geld

    4. Versicherte zahlen mehr zu

    5. Mehrwertsteuer für Medikamente wird gesenkt

    6. Die Tabaksteuer wird erhöht

    7. Auch auf Aktiengewinne werden Beiträge für Krankenkassen gezahlt

    8. Beitragsbemessungsgrenze – wer mehr verdient, zahlt noch mehr

    Ihr Vorschlag für eine Effizienzreform (bitte alles an die Chefredaktion@finanztip.de)

    Viel Spass! ;)

    Quelle: https://www.spiegel.de/wirtschaft/ser…63-a53e6657a925

  • In dem Kontext und wen es interessieren sollte ...

    HJT fragt in seiner wöchentlichen Kolumne heute, welche einzelne Massnahme aus einer Auflistung von 8 Vorschlägen man selbst wählen würde und bittet um mindestens einen weiteren Vorschlag, wo eigener Meinung nach noch Effizienzreserven im System lauern.

    Auch wenn dieses TV-Format über die Jahre hinweg eher medioker geworden ist - Presseclub morgen "Im Ersten" um 12:00 mit dem Thema

    "Handlungsdruck: Wie saniert die Regierung die Krankenkassen ?"

  • Mein Lieblingsvorschlag wäre die Abschaffung der PKV. Die GKV basiert auf einem Solidarmodell, was ich zu 100% unterstütze. Das kann aber nur richtig funktionieren, wenn echte Solidarität auch eingebaut ist. Abartig Reiche sollen dann ebenfalls einbezahlen. Es haben doch alle was davon, wenn Leute gut versorgt werden, sowohl auf ideologischer, als auch auf ökonomischer Ebene. Wer gesund ist, konsumiert mehr!

  • 9. Fusionierung der meisten GKVs zu sehr wenigen.

    10. Streichung von Leistungen, die keine nachgewiesene Wirksamkeit haben.

    11. Streichung Marketingbudgets der Kassen.

    12. Information des Patienten über die abgerechnete Leistung und Kosten.

    13. Anreize für Versicherte zu sparen, z. B. Rückerstattungen ähnlich PK

    das ist noch lange nicht alles ....

  • Nun, die beiden ersteren sind Genussgifte, die man einfach weglassen kann.
    Bei Adipositas sieht das ggf. schon anders aus. Ähnlich beim Bewegungsmangel, manche können einfach nicht.

    Meine Meldung an HJT beinhaltete die Einführung einer 5% igen Zuckersteuer für zuckerhaltige Getränke.

  • 14. Einführung eines einheitlichen solidarischen Gesundheitssystems mit einer Grundversorgung für alle (Angestellte, Beamte, Selbständige, ...), welches alle notwendigen Leistungen abdeckt, also auch die komplette Bezahlung von einfachem Zahnersatz und einer einfachen Brille zur Korrektur von Fehlsichtigkeit. Extras (z. B. Zahnimplantate, hochentspiegelte Brillengläser, Einbettzimmer und Wahlarzt im Krankenhaus, Homöopathie, etc.) kann jeder auf freiwilliger Basis per Zusatzversicherung absichern. Die PKV-Versicherten werden transformiert in dieses System, indem sie aufgrund ihrer Altersrückstellungen Zusatztarife erhalten mit einem Eintrittsalter, was ihrem Eintrittsalter in die PKV entspricht. Die restlichen Alterungsrückstellungen fließen ins einheitliche Gesundheitssystem. Beitragsentlastungstarife werden in Mini-Rentenversicherungen umgewandelt.

    Ob dieses System steuerfinanziert oder beitragsfinanziert oder über Kopfpauschalen finanziert wird, sollte man vorab prüfen. Sollte es beitragsfinanziert sein, dann bitte eine Verbeitragung von allen Einkunftsarten. Zu Beginn vielleicht mit Freibeträgen, denn es gibt garantiert Selbstständige, die ihre Altersvorsorge komplett über Mieteinnahmen und Kapitaleinkünfte aufgebaut haben. Diese Freibeträge sollten dann aber im Laufe der Jahre immer weiter reduziert werden.

    Hierbei sollten gut funktionierende Gesundheitssysteme in anderen Ländern analysiert werden.

    Ziel sollte ein einfach strukturiertes, solidarisch aufgebautes und sozial faires Gesundheitssystem sein, dass weder Neid und Missgunst in der Gesellschaft aufkommen lässt, noch die Ärzte mit unnötigem Verwaltungsaufwand belastet.

  • Nur aus Interesse in dem Kontext

    Ab welchem Vermögen und/oder Einkommen zählt jemand zu den "abartig Reichen" ... ?

    Ist das identisch mit den "Überreichen" oder braucht es für "abartig reich" mehr ... ?

    Ich glaube, er stellt sich so etwas vor:

    Monaco bei Nacht: Die geheime Welt der Milliardäre in Monte Carlo – Luxus, Supersportwagen & Yachten

    Mal abgesehen von der Tatsache, dass diese Klientel, so sie aus Deutschland stammt, zahlenmäßig zu gering ist, um zu einer signifikanten Erhöhung der GKV-Einnahmen beizutragen, haben diese Menschen alle Möglichkeiten, sich solcher Steuern und Abgaben zu entziehen.

  • A) Abgaben für Alkohol und Zucker fallen mir als erstes ein. Zweckgebunden für die Infrastruktur im Gesundheitswesen wäre dann gleich doppelt wirksam. Zum einen, weil Geld für notwendige Investitionen reinkommt und zum anderen, weil später jede Menge Ausgaben wegfallen.

    B) Beim Thema Effizienz wird viel Geld nutzlos verschwendet. Wir müssen unsere medizinische Ressourcen klug einsetzen, statt uns im Dickicht von Dokumentation und sonstigen bürokratischen Hürden zu verlieren. Eine permanente Verbesserungskommission, die mit den erforderlichen Rechten ausgestattet ist, könnte kontinuierlich Kosten sparen. Zuzahlungen, die mehr Kosten als sie Erträge bringen, braucht kein Mensch nicht (nur mal als Beispiel). Ähnlich überflüssig sind monatliche Fotos im Pflegebereich.

    C) Beim Thema Diagnostik sehe ich große Defizite. Wir gehen zu oft zum Arzt, statt seltener, dafür aber gründlicher. Eine Qualitätsoffensive beim Thema Diagnostik könnte Milliarden sparen. Hier fehlt eine funktionierende Qualitätskontrolle.

    D) Die Vergütung im medizinischen Bereich setzt offensichtlich die falschen Anreize. Typisches Beispiel ist die hohe Zahl von Knie- und Hüft OPs, aber davon gibt es sicher noch viel mehr. Auch hier braucht es eine Systematik, die solche Fehlanreize verhindert oder wenigstens einschränkt.

    E) Eine Zusammenlegung von KV und PV zur Vermeidung von überflüssigem Kompetenzgerangel und Streit um Kosten.

  • 9. PKV-Versicherte werden ins Solidarsystem integriert und zahlen Beiträge gemäß ihres Einkommens in die GKV.

    Verständnisfrage als Assekuranz-Laie aber lebenslanges Mitglied der gesetzlichen "kranken Kasse":

    Indem im Bereich PKV die laufenden und rechtsgültigen Verträge zwischen dem Versicherungsnehmer und seiner Assekuranz staatlicherseits aufgelöst werden ... ?

    By the way: Die von den in der PKV Versicherten angesammelten rund 300 Mrd. € an Rückstellungen werden ebenfalls in das "Solidarsystem integriert" ... ?

  • Verständnisfrage als Assekuranz-Laie aber lebenslanges Mitglied der gesetzlichen "kranken Kasse":

    Indem im Bereich PKV die laufenden und rechtsgültigen Verträge zwischen dem Versicherungsnehmer und seiner Assekuranz staatlicherseits aufgelöst werden ... ?

    By the way: Die von den in der PKV Versicherten angesammelten rund 300 Mrd. € an Rückstellungen werden ebenfalls in das "Solidarsystem integriert" ... ?

    Genau das ist der wahre Hintergrund. Alle sonstigen Vorschläge brächten Mehreinnahmen im maximal unteren zweistelligen Bereich. Da sind die 300 Mrd. schon eine andere Hausnummer. Die würden locker zwei Legislaturperioden reichen, bis auch sie verfrühstückt sind. Für die aktuell im Amt befindlichen Politiker das optimale Szenario.

    Das Ganze kann man auch gut verkaufen. Für die Beamten gäbe es eine Sonderregelung, die restlichen 2-3 Mio. Privatversicherten, diese "abartig Reichen", kann man gut zum Ziel einer Neidkampagne machen.

  • Ich wünsche

    • wirkungsvolle Maßnahmen, damit in der gesetzlich Kasse Versicherte genug Geld für die Krankenversicherung haben
    • ein Förderprogramm für eine gesunde Lebensweise. (Stichworte sind bereits im Thread gewesen: Adipositas, Alkohol ...)

    Zusätzlich empfehle ich, Honorare für Ärzte basieren auf Genesungserfolg zu erstatten. Sind deine Patienten gesund, bekommst du Kohle. Punkt und Ende.

  • 1. Zuckersteuer massiv erhöhen

    2. Alkoholsteuer massiv erhöhen

    3. Zigarettensteuer massiv erhöhen

    4. Regelmäßige BMI Kontrolle bei Versicherungsnehmern – Versicherungsnehmer im Toleranzbereich bekommen Beitragserstattungen

    5. Praxisgebühr wieder einführen

    Das wertvollste Produkt, das man sich mit Geld kaufen kann, ist ein leerer Kalender.

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