Krankenkassenvergleich 2020

So findest Du die passende Krankenkasse

Julia Rieder Stand: 05. Oktober 2020
Das Wichtigste in Kürze
  • Die Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen sind weitestgehend gleich.
  • Unterschiede gibt es jedoch bei Service, Zusatzleistungen und beim Beitrag.
  • Auch im Umgang mit ihren Kunden unterscheiden sich die Kassen. Etwa dann, wenn sie unkompliziert Anträge bewilligen. Oder eben nicht.
So gehst Du vor
  • Entscheide Dich für die Krankenkasse, die Dir mit Blick auf Service, freiwillige Zusatzleistungen und Beitrag am meisten zusagt.
  • In unserem Krankenkassenvergleich im Januar 2020 haben wir 26 Leistungen untersucht. Insgesamt am besten abgeschnitten haben IKK Classic und HEK.
  • Dir ist ein einzelner Bereich wie Service oder Vorsorge besonders wichtig? Dann kannst Du mit unserer sortierbaren Tabelle herausfinden, welche Kasse darin besonders gut abgeschnitten hat.
  • Die günstigste Kasse in Deinem Bundesland findest Du in dieser Liste.

Ein richtiger Fehlgriff ist bei den gesetzlichen Krankenversicherungen kaum möglich. Denn was die Kassen zahlen müssen, ist größtenteils vom Staat vorgegeben. Und trotzdem unterscheiden sich Krankenkassen: beim Service, freiwilligen Zusatzleistungen und der Höhe des Beitrags. Falls Du mit einem dieser Punkte unzufrieden bist, denke über einen Wechsel nach. Wer dabei clever vorgeht, kann mitunter einen dreistelligen Betrag pro Jahr sparen und sich außerdem die Kasse mit den individuell passenden Leistungen aussuchen.

Wann lohnt sich ein Kassenwechsel?

Wenn Du unzufrieden bist mit Deiner bisherigen gesetzlichen Krankenversicherung, solltest Du Dich nach einem neuen Anbieter umschauen – etwa mithilfe unseres Kassenvergleichs. Grundsätzlich kann jeder Versicherte seine Krankenkasse nach mindestens 18 Monaten Mitgliedschaft wechseln. Gesetzliche Krankenversicherungen dürfen niemanden ablehnen. Erhebt Deine Kasse einen höheren Zusatzbeitrag, hast Du zudem ein Sonderkündigungsrecht.

Grob gesagt gibt es drei Gründe, die Kasse zu wechseln:

Du findest Deine bisherige Kasse zu teuer

Der allgemeine Beitragssatz der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) liegt bei 14,6 Prozent des Bruttoeinkommens. Dazu kommt je nach Krankenkasse ein Zusatzbeitrag. Anfang 2020 verlangte die günstigste Kasse keinen Zusatzbeitrag, bei der teuersten lag er bei 2,7 Prozent des Einkommens. Die Höhe der Zusatzbeiträge aller Kassen findest Du in einer Liste des GKV-Spitzenverbands.

Seit 2019 zahlen Arbeitnehmer und Rentner nur noch die Hälfte des Zusatzbeitrags. Die andere Hälfte übernimmt der Arbeitgeber beziehungsweise die gesetzliche Rentenversicherung. Dadurch zahlen viele weniger für ihre Krankenversicherung. Gleichzeitig lohnt es sich aber auch weniger, die Kasse nur des Geldes wegen zu wechseln.

Ein Beispiel: Du bist angestellt, verdienst 2.000 Euro brutto im Monat und wechselst von einer Kasse mit durchschnittlichem Zusatzbeitrag (1,1 Prozent im Jahr 2020) zur günstigsten bundesweiten Kasse. Dann zahlst Du rund 85 Euro weniger im Jahr. Angestellte mit einem Monatsbrutto von 4.687 Euro (Beitragsbemessungsgrenze) oder mehr zahlen jährlich knapp 200 Euro weniger. Die tatsächliche Ersparnis fällt allerdings geringer aus. Denn wer Krankenkassenbeiträge spart, muss mehr Steuern zahlen.

Wenn Dir trotzdem der Beitrag besonders wichtig ist, haben wir Dir eine Liste der günstigsten Kassen je Bundesland zusammengestellt.

Du möchtest Zusatzleistungen, die zu Dir passen

Finanziell mehr rausholen kannst Du, wenn Du Dir eine Krankenkasse mit Zusatzleistungen aussuchst, die für Dich interessant sind. Impfungen für eine Fernreise in die Tropen können schnell einige Hundert Euro kosten. Zahlt die Kasse dann auch noch die Zahnreinigung, die Du jedes Jahr in Anspruch nimmst und gibt 100 Euro zu dem Sportkurs dazu, den Du ohnehin bald machen wolltest, kann sich das richtig lohnen. Das gilt natürlich nur, wenn Du die Zusatzleistungen dann auch wirklich nutzt.

Allerdings ist das Angebot nicht in Stein gemeißelt. Eine Kasse kann Zusatzleistungen jederzeit streichen. Ein Sonderkündigungsrecht gibt es dann nicht. Dieses gilt nur, falls die Krankenkasse den Zusatzbeitrag erhöht.

Du bist unzufrieden mit Service und Leistungsbereitschaft Deiner Kasse

Wie gut eine Krankenkasse tatsächlich ist, zeigt sich oft erst im Ernstfall. Bekommst Du kompetente Auskünfte von der Kasse? Musst Du lange kämpfen, bevor Dir die Versicherung eine Kur oder einen passenden Rollstuhl bewilligt? Viele Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung sind zwar gesetzlich festgelegt, die Kasse muss sie aber erst genehmigen. Wie schnell eine Kasse den Antrag auf eine Reha oder eine Psychotherapie bearbeitet und wie häufig sie solche Leistungen überhaupt bewilligt, kann sich je nach Anbieter unterscheiden.

Die Unabhängige Patientenberatung hat in den vergangenen Jahren mehrfach bemängelt, Kassen würden nicht immer ausreichend begründen, warum sie Leistungsanträge ablehnen und irreführende Schreiben zu Widersprüchen von Versicherten verschicken. 

Leider lässt sich nur schwer flächendeckend vergleichen, wie eine Kasse mit ihren Kunden umgeht. Zwar sammeln verschiedene Behörden und Ministerien Zahlen zu Beschwerden und Widersprüchen. Diese werden jedoch nicht für einzelne Kassen veröffentlicht. Aus diesem Grund haben wir die Krankenkassen in diesem Jahr nicht nur nach Service und Zusatzleistungen gefragt, sondern ihnen auch 15 Fragen zum Leistungsverhalten geschickt, etwa zu Widersprüchen, Sozialgerichtsverfahren gegen Versicherte und Bearbeitungszeiten von Leistungsanträgen.

Das ernüchternde Ergebnis: Nur BKK24, BKK VBU, SBK und Viactiv haben unsere Fragen zu diesem Themenkomplex ausführlich beantwortet. Immerhin einige Daten geliefert haben uns BKK Verbundplus, Energie BKK, HEK, IKK Classic, IKK Gesund Plus und Salus BKK. 7 der 17 Kassen wollten dazu überhaupt keine Angaben machen. 

Unser Tipp: Erkundige Dich im Kollegen- und Bekanntenkreis, bevor Du Dich für eine bestimmte Krankenkasse entscheidest. Vielleicht kannst Du von den Erfahrungen anderer profitieren. Und wenn die Kasse eine Leistung ablehnt, lass Dich nicht sofort entmutigen. Wie Du wirksam gegen Deine Krankenkasse vorgehst, erklären wir in unserem Blog.

Welche Leistungen bieten die gesetzlichen Krankenkassen?

Der Umfang der medizinischen Versorgung ist bei den Krankenkassen gesetzlich vorgegeben und daher bei allen Anbietern weitestgehend gleich. Die Versicherung deckt sämtliche lebenswichtigen medizinischen Bereiche ab.

Nur in drei Bereichen sind die gesetzlichen Krankenversicherungen freier: Wie sie ihren Service ausgestalten, beim Umfang der Zusatzleistungen wie Reiseimpfungen oder Homöopathie und bei der Höhe des Zusatzbeitrags.

In diesen Bereichen unterscheiden sich Krankenkassen

Für unseren Krankenkassenvergleich haben wir die freiwilligen Leistungen in folgenden Bereichen verglichen:

Service - Wie gut der Service einer Krankenversicherung wirklich ist, zeigt sich meist erst im Krankheitsfall. Doch es gibt ein paar harte Fakten, die wenigstens auf den Umfang des Serviceangebots schließen lassen. So gibt es Kassen mit ausgedehntem Filialnetz, andere setzen auf Digitalisierung und ermöglichen es Kunden, Dokumente über eine App einzureichen oder abzurufen. Weitere freiwillige Services der Kassen sind zum Beispiel eine medizinische Telefonberatung rund um die Uhr oder Hilfe bei der Vermittlung von Facharztterminen.

Vorsorge - Viele Vorsorgeuntersuchungen wie das Hautkrebs-Screening werden eigentlich erst ab einem gewissen Alter bezahlt; einige Kassen erstatten sie jedoch schon früher. Außerdem zahlen viele gesetzliche Krankenversicherungen ganz oder teilweise die für bestimmte Länder notwendigen Reiseimpfungen. Auch Kurse für Sport oder Stressabbau gehören zum Programm vieler Kassen, ebenso wie ein Zuschuss zur professionellen Zahnreinigung.

Familie - Für Schwangere und Familien haben viele Kassen Zusatzleistungen. Diese reichen von Zuschüssen für die teure künstliche Befruchtung über Hebammenrufbereitschaft bis zu zusätzlichen Impfungen oder Vorsorgeuntersuchungen für Kinder und Jugendliche.

Alternative Medizin - Dass eine Kasse homöopathische Behandlungen unterstützt, ist fast schon die Regel. Meist muss die aber durch einen zugelassenen Arzt erfolgen. Andere Naturheilverfahren werden eher selten gefördert. Für osteopathische Behandlungen übernehmen einige Kassen einen Teil der Kosten. Wie viel sie erstatten, variiert jedoch deutlich.

Darüber hinaus gibt es noch weitere Punkte, in denen sich Krankenkassen unterscheiden:

Wahltarife - Die meisten Kassen bieten Wahltarife an, in denen Versicherte entweder Beitragsrückerstattungen oder spezielle Leistungen erhalten können. Diese Tarife haben meist eine Mindestlaufzeit von einem bis drei Jahren. Abgesehen vom Krankengeld gilt aber auch bei diesen Tarifen ein Sonderkündigungsrecht, falls die Beiträge steigen.

Bonusprogramme - Von vielen Kassen bekommen Mitglieder einen Bonus, wenn sie bestimmte Anforderungen erfüllen. Die Voraussetzungen können ganz unterschiedlich sein: Oft belohnen Versicherungen Nichtraucher und regelmäßige Schutzimpfungen, andere setzen ihren Schwerpunkt auf Sport.

Die Spanne der Boni bewegt sich von 10 Euro pro Anforderung bis hin zu mehreren Hundert Euro für eine ganze Reihe von Maßnahmen. Manche Krankenkassen loben den Bonus auch in Form von Sachprämien oder Zuschüssen zu medizinischen Leistungen aus. Meist gibt es ein Bonusheft, in das der Arzt entsprechende Bestätigungen eintragen muss. Das schickst Du dann an die Kasse.

Hilfsmittel - Außerdem erstatten viele Kassen bei bestimmten Erkrankungen oder für bestimmte Gruppen zusätzliche Leistungen. Dazu zählt beispielsweise die Übernahme von Kosten für spezielle Blutzuckermesssysteme oder Anzüge für Kinder mit Neurodermitis, die das Kratzen verhindern sollen.

Falls Dir ganz bestimmte Leistungen wichtig sind, solltest Du gezielt bei den Krankenkassen danach fragen und Dir vor einem Wechsel schriftlich bestätigen lassen, dass der Anbieter die Kosten übernimmt.

Diese Kassen landeten im Finanztip-Vergleich vorn

Finanztip hat im Januar 2020 die Leistungen von 17 leistungsstarken Krankenkassen verglichen. Wir empfehlen bundesweit geöffnete Kassen, die sich durch ein breites Angebot an Zusatzleistungen auszeichnen. Wie wir beim Vergleich vorgegangen sind, erfährst Du am Ende dieses Artikels.

Neben den bundesweiten Krankenkassen gibt es auch Anbieter, die nur regional begrenzt aktiv sind. Als gesetzlich Versicherter darfst Du in jede Kasse eintreten, die in dem Bundesland geöffnet ist, in dem Du entweder wohnst oder arbeitest. In Deiner Region kann es daher unter den BKKs, IKKs und AOKs Krankenkassen geben, die mit unseren Empfehlungen mithalten können. Bei Interesse solltest Du die Leistungen dieser Kassen mit unseren Empfehlungen vergleichen.

Wer dagegen vor allem sparen will, kann in unserer Liste nach der günstigsten Kasse in seinem Bundesland suchen.

Für unseren Krankenkassenvergleich 2020 haben wir das Angebot verschiedener Kassen anhand von 26 Kategorien aus den Bereichen Service, Familienleistungen, Vorsorge und alternative Heilmethoden bewertet.

Am besten abgeschnitten haben IKK Classic und HEK. Sie boten über alle Kategorien hinweg das umfassendste Leistungsangebot. Ist Dir ein einzelner Bereich wie Service oder Vorsorge besonders wichtig, kannst Du mit unserer sortierbaren Tabelle herausfinden, welche Kassen darin besonders gut waren.

Diese Kassen haben am besten abgeschnitten

In unserem Vergleich das beste Gesamtergebnis erzielte in diesem Jahr die IKK Classic. Sie bot über alle von uns untersuchten Bereiche hinweg ein breites Leistungsspektrum. Ihr Beitrag liegt mit 15,6 Prozent leicht unter dem Durchschnitt von 2020. Allerdings gehörte die IKK Classic in unserem Vergleich zu den Krankenkassen, die uns erst auf nochmalige Rückfrage einige Daten zu unseren Fragen rund um Widersprüche und abgelehnte Leistungsanträge schickten.

Besonders stark war die IKK Classic im Bereich Familie. Auch was Prävention durch Sportkurse, professionelle Zahnreinigung oder eine sportmedizinische Untersuchung angeht, schnitt sie gut ab. Weniger umfassend waren die Leistungen etwa bei der Hautkrebsfrüherkennung unter 35 Jahre. Außerdem besitzt die IKK Classic 173 Filialen, allerdings nur in neun Bundesländern. Weitere Einzelheiten zum Leistungsangebot findest Du in unserem Artikel zur IKK Classic.

IKK Classic
Bestes Ergebnis im Krankenkassenvergleich
  • erreichte 78 % in unserem Leistungsvergleich
  • starke Zusatzleistungen besonders bei Schwangerschaft, für Kinder und Sport
  • 15,6 % Beitrag
  • weniger stark bei zusätzlicher Krebsfrüherkennung
Nur beim Anbieter abschließbar

Die Hanseatische Krankenkasse, kurz HEK, landete in unserem Vergleich knapp hinter der IKK Classic, erreichte wie in den Vorjahren aber ein sehr gutes Ergebnis. Sie verlangt ebenfalls einen leicht unterdurchschnittlichen Beitrag von 15,6 Prozent. Daten zu unseren Fragen rund um Widersprüche, Sozialgerichtsverfahren und Leistungsablehnungen wollte uns die HEK zunächst nicht zur Verfügung stellen. Letztendlich war sie bereit, uns einige Daten zu schicken.

Besonders umfassende Leistungen bot die HEK bei Impfungen und Krebsfrüherkennung sowie Vorsorgeuntersuchungen für Kinder. Weniger gut war das Ergebnis bei den Zusatzleistungen bei Familienplanung und Schwangerschaft sowie der professionellen Zahnreinigung. Zudem betreibt die HEK bundesweit nur sechs Kundenzentren. Weitere Details zum Leistungsangebot findest Du in unserem Artikel zur Hanseatischen Krankenkasse.

HEK
Zweiter Platz im Krankenkassenvergleich
  • erreichte 75 % in unserem Leistungsvergleich
  • starke Zusatzleistungen besonders bei Krebsfrüherkennung, Impfungen und für Kinder
  • 15,6 % Beitrag
  • weniger stark bei Schwangerschaftsvorsorge

Welche Krankenkasse passt am besten zu mir?

Das breiteste Leistungsspektrum über alle 26 Kriterien unseres Tests hinweg fanden wir bei IKK Classic und HEK. In einzelnen Bereichen haben aber andere Kassen ähnlich gut oder sogar besser abgeschnitten.

Die Details unseres Vergleichs zeigt die untenstehende Tabelle. Die Krankenkassen haben wir absteigend nach der Gesamtwertung sortiert. Sind Dir aber bestimmte Themen wie Vorsorge oder alternative Heilmethoden besonders wichtig, kannst Du die Sortierfunktion der Tabelle nutzen, um die Kassen ganz oben zu sehen, die in einem bestimmten Bereich am besten abgeschnitten haben. Wenn Du im Tabellenkopf zweimal auf das Dreiecksymbol neben „Familie“ klickst, erscheint die Kasse mit der besten Wertung in dieser Kategorie ganz oben. Möchtest Du beispielsweise die günstigste Kasse in unserem Vergleich ganz oben sehen, klickst Du zweimal auf das Symbol neben „Beitrag“.

Ergebnisse des Krankenkassenvergleichs 2020 in Prozent

Kasse GesamtBeitragServiceFamilieVorsorge

Alternative

Medizin

IKK Classic7815,671887386
HEK7515,681657775
HKK7214,9970518093
Viactiv7115,879746564
TK7015,3100386282

IKK

Gesund Plus

6915,2596671100
BKK Firmus6815,0459698157
BKK VBU6615,9307979100
Pronova BKK6616,173716057
SBK6615,997445946
Bahn-BKK6515,847905693

BKK

Verbundplus

6415,151806564
BKK246415,6745152100
Big Direkt6415,9¹67566957
Energie BKK6316,0661735664
Salus BKK5916,0570436929
Barmer5315,797363136

¹ Die Big Direkt hat ihren Beitrag zum 1. April 2020 erhöht. Zum Zeitpunkt unseres Leistungsvergleichs im Januar 2020 lag der Gesamtbeitrag bei 15,6 Prozent.
Werte gerundet
Quelle: Finanztip-Erhebung (Stand: 26. Februar 2020)

Die günstigste Kasse je Bundesland

Sparfüchse, denen es nur auf den Beitrag ankommt, können auch zur günstigsten regionalen Kasse wechseln. Versicherte dürfen in jede Kasse eintreten, die in dem Bundesland geöffnet ist, in dem sie entweder wohnen oder arbeiten.

Preislich besonders attraktiv ist die AOK Sachsen-Anhalt. Sie verlangt als einzige Kasse keinen Zusatzbeitrag. Mitglieder zahlen also nur 14,6 Prozent von ihrem Brutto. Ebenfalls günstig ist die BKK Euregio, die von Mitgliedern in Hamburg und Nordrhein-Westfalen 14,95 Prozent Beitrag verlangt. In allen anderen Bundesländern ist die HKK mit 14,99 Prozent Gesamtbeitrag die günstigste Kasse.

Die günstigsten Krankenkassen 2020 nach Bundesland

BundeslandKasseGesamtbeitrag
Baden-WürttembergHKK14,99 %
BayernHKK14,99 %
BerlinHKK14,99 %
BrandenburgHKK14,99 %
BremenHKK14,99 %
HamburgBKK Euregio14,95 %
HessenHKK14,99 %
Mecklenburg-VorpommernHKK14,99 %
NiedersachsenHKK14,99 %
Nordrhein-WestfalenBKK Euregio14,95 %
Rheinland-PfalzHKK14,99 %
 BKK Pfaff15 %
SaarlandHKK14,99 %
SachsenHKK14,99 %
Sachsen-AnhaltAOK Sachsen-Anhalt14,6 %
Schleswig-HolsteinHKK14,99 %
ThüringenHKK14,99 %

Quelle: Finanztip-Recherche (Stand: 11. Juni 2020)

Wie wechsele ich die Krankenkasse?

Eine gesetzliche Krankenkasse darf niemanden ablehnen. Du kannst also auch im Alter oder wenn Du krank bist, die Kasse wechseln. In solchen Fällen gilt aber zu beachten: Für sogenannte Hilfsmittel wie Krücken oder Windelhosen hat jede Krankenkasse einen eigenen Vertrag mit den Herstellern ausgehandelt. Solltest Du die Kasse wechseln, kann es daher sein, dass Du Deine gewohnten Hilfsmittel nicht mehr beziehen kannst, sondern die eines anderen Herstellers nehmen musst.

Ansonsten ist der Wechsel in eine andere Krankenkasse einfach und mit zwei Schreiben erledigt: Du kündigst der alten Kasse und schickst der neuen Kasse einen Mitgliedsantrag samt Kündigungsbestätigung Deiner bisherigen Versicherung. Für die Kündigung kannst Du unser Musterschreiben nutzen.

Hier kannst Du Dir unser Musterschreiben für die Kündigung der Krankenversicherung herunterladen:

Die Kündigungsfrist beträgt zwei Monate zum Monatsende. An die Entscheidung für eine Kasse bist Du in der Regel 18 Monate lang gebunden (ab dem 1. Januar 2021 nur noch zwölf Monate), danach kannst Du erneut kündigen. Erhöht Deine Kasse den Zusatzbeitrag, hast Du ein Sonderkündigungsrecht. Alles was Du sonst noch zum Krankenkassenwechsel wissen musst, erklären wir im Ratgeber Krankenkasse kündigen. Dort erfährst Du auch, was Du beachten solltest, wenn Du den Arbeitgeber wechselst, und wann Du ganz ohne Kündigung einer neuen Kasse beitreten kannst.

So haben wir getestet

Vergleich gesetzliche Krankenkassen 2020

Im Januar 2020 haben wir Krankenkassen untersucht, die bundesweit zugänglich sind. Für die Vorauswahl nutzten wir die Leistungsübersicht der Krankenkassen, die die Zeitschrift „Finanztest“ (Ausgabe 8/2018) zusammengestellt hat. Es kamen nur Krankenkassen in die engere Auswahl, die mindestens 14 der Kriterien von Finanztest voll erfüllten. Bei Kassen mit mindestens 13 voll erfüllten Merkmalen haben wir die Einschränkungen bei den anderen Leistungsmerkmalen geprüft und diese ebenfalls in unseren Leistungsvergleich aufgenommen, wenn wir diese Einschränkungen als vertretbar bewerteten.

Damit gehören alle Kassen in unserer Grundauswahl zu den sehr leistungsstarken, bundesweit geöffneten Krankenkassen.

Anhand von 26 Merkmalen haben wir die Zusatzleistungen der Krankenkassen untersucht. Die Merkmale fallen in die Bereiche Service, Familie, Vorsorge und alternative Medizin. Wir empfehlen die Kassen mit den besten Leistungen. Weitere Details zu unserem Vorgehen findest Du im Artikel Test gesetzliche Krankenkassen.

Nach Veröffentlichung des Vergleichsergebnisses teilte uns die HKK mit, dass ihr bei zwei Angaben in unserem Fragebogen Fehler unterlaufen seien. Wir haben das überprüft und im Anschluss die Bewertung an die korrigierten Angaben angepasst. Damit verbesserte sich die HKK in der Gesamtwertung von Rang 4 auf Rang 3.

Im Februar 2020 haben wir nach Rückmeldung einer Krankenkasse Details bei der Bewertung von Impfungen angepasst. Die Gesamtplatzierung der Kassen hat sich dadurch jedoch nicht verändert.

Empfehlungen aus dem Ratgeber

Autor
Julia Rieder

Stand: 05. Oktober 2020


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Ob und in welcher Höhe uns ein Anbieter vergütet, hat keinerlei Einfluss auf unsere Empfehlungen. Was Dir unsere Experten empfehlen, hängt allein davon ab, ob ein Angebot gut für Verbraucher ist.

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