Krankenkassenvergleich 2020

So finden Sie die passende Krankenkasse

Julia Rieder Stand: 26. Februar 2020
Das Wichtigste in Kürze
  • Die Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen sind weitestgehend gleich.
  • Unterschiede gibt es jedoch bei Service, Zusatzleistungen und beim Beitrag.
  • Auch im Umgang mit ihren Kunden unterscheiden sich die Kassen. Etwa dann, wenn sie unkompliziert Anträge bewilligen. Oder eben nicht.
So gehen Sie vor
  • Gehen Sie zu der Krankenkasse, die Ihnen mit Blick auf Service, freiwillige Zusatzleistungen und Beitrag am meisten zusagt.

  • In unserem Krankenkassenvergleich im Januar 2020 haben wir 26 Leistungen untersucht. Insgesamt am besten abgeschnitten haben IKK Classic und HEK.

  • Ihnen ist ein einzelner Bereich wie Service oder Vorsorge besonders wichtig? Dann können Sie mit unserer sortierbaren Tabelle herausfinden, welche Kasse darin besonders gut abgeschnitten hat.

  • Die günstigste Kasse in Ihrem Bundesland finden Sie in dieser Liste.

Ein richtiger Fehlgriff ist bei den gesetzlichen Krankenversicherungen kaum möglich. Denn was die Kassen zahlen müssen, ist größtenteils vom Staat vorgegeben. Und trotzdem unterscheiden sich Krankenkassen: beim Service, freiwilligen Zusatzleistungen und der Höhe des Beitrags. Falls Sie mit einem dieser Punkte unzufrieden sind, denken Sie über einen Wechsel nach. Wer dabei clever vorgeht, kann mitunter einen dreistelligen Betrag pro Jahr sparen und sich außerdem die Kasse mit den individuell passenden Leistungen aussuchen.

Wann lohnt sich ein Kassenwechsel?

Sind Sie unzufrieden mit Ihrer bisherigen gesetzlichen Krankenversicherung, sollten Sie sich nach einem neuen Anbieter umschauen – etwa mithilfe unseres Kassenvergleichs. Grundsätzlich kann jeder Versicherte seine Krankenkasse nach mindestens 18 Monaten Mitgliedschaft wechseln. Gesetzliche Krankenversicherungen dürfen niemanden ablehnen. Erhebt Ihre Kasse einen höheren Zusatzbeitrag, haben Sie zudem ein Sonderkündigungsrecht.

So viel sparen Sie beim Wechsel

Der allgemeine Beitragssatz der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) liegt bei 14,6 Prozent des Bruttoeinkommens. Dazu kommt je nach Krankenkasse ein Zusatzbeitrag. Anfang 2020 verlangte die günstigste Kasse keinen Zusatzbeitrag, bei der teuersten lag er bei 2,7 Prozent des Einkommens. Die Höhe der Zusatzbeiträge aller Kassen finden Sie in einer Liste des GKV-Spitzenverbands.

Seit 2019 zahlen Arbeitnehmer und Rentner nur noch die Hälfte des Zusatzbeitrags. Die andere Hälfte übernimmt der Arbeitgeber beziehungsweise die gesetzliche Rentenversicherung. Dadurch zahlen viele weniger für ihre Krankenversicherung. Gleichzeitig lohnt es sich aber auch weniger, die Kasse nur des Geldes wegen zu wechseln.

Ein Beispiel: Sie sind angestellt, verdienen 2.000 Euro brutto im Monat und wechseln von einer Kasse mit durchschnittlichem Zusatzbeitrag (1,1 Prozent im Jahr 2020) zur günstigsten, bundesweiten Kasse. Dann sparen Sie 85 Euro im Jahr. Angestellte mit einem Monatsbrutto von 4.687 Euro (Beitragsbemessungsgrenze) oder mehr zahlen jährlich knapp 200 Euro weniger. Die tatsächliche Ersparnis fällt allerdings geringer aus. Denn wer Krankenkassenbeiträge spart, muss mehr Steuern zahlen.

Nutzen Sie Zusatzleistungen, die zu Ihnen passen

Finanziell mehr rausholen können Sie, wenn Sie sich eine Krankenkasse mit Zusatzleistungen aussuchen, die für Sie interessant sind. Impfungen für eine Fernreise in die Tropen können schnell einige Hundert Euro kosten. Zahlt die Kasse Ihnen dann auch noch die Zahnreinigung, die Sie jedes Jahr in Anspruch nehmen und gibt 100 Euro zu dem Sportkurs dazu, den Sie ohnehin bald machen wollten, kann sich das richtig lohnen. Das gilt natürlich nur, wenn Sie die Zusatzleistungen dann auch wirklich nutzen.

Allerdings ist das Angebot nicht in Stein gemeißelt. Eine Kasse kann Zusatzleistungen jederzeit streichen. Ein Sonderkündigungsrecht haben Sie dann nicht. Dieses gilt nur, falls die Krankenkasse den Zusatzbeitrag erhöht.

Auch die Leistungsbereitschaft ist wichtig

Wie gut eine Krankenkasse tatsächlich ist, zeigt sich oft erst im Ernstfall. Bekommen Sie kompetente Auskünfte von Ihrer Kasse? Müssen Sie lange kämpfen, bevor Ihnen die Versicherung eine Kur oder einen passenden Rollstuhl bewilligt? Viele Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung sind zwar gesetzlich festgelegt, die Kasse muss sie aber genehmigen. Wie schnell eine Kasse den Antrag auf eine Reha oder eine Psychotherapie bearbeitet und wie häufig sie solche Leistungen überhaupt bewilligt, kann sich je nach Anbieter unterscheiden.

Die Unabhängige Patientenberatung hat in den vergangenen Jahren zudem mehrfach bemängelt, Kassen würden nicht immer ausreichend begründen, warum sie Leistungsanträge ablehnen und irreführende Schreiben zu Widersprüchen von Versicherten verschicken. 

Leider lässt sich nur schwer flächendeckend vergleichen, wie eine Kasse mit ihren Kunden umgeht. Zwar sammeln verschiedene Behörden und Ministerien Zahlen zu Beschwerden und Widersprüchen. Diese werden jedoch nicht für einzelne Kassen veröffentlicht. Aus diesem Grund haben wir die Krankenkassen in diesem Jahr nicht nur nach Service und Zusatzleistungen gefragt, sondern ihnen auch 15 Fragen zum Leistungsverhalten geschickt, etwa zu Widersprüchen, Sozialgerichtsverfahren gegen Versicherte und Bearbeitungszeiten von Leistungsanträgen.

Das ernüchternde Ergebnis: Nur BKK24, BKK VBU, SBKund Viactiv haben unsere Fragen zu diesem Themenkomplex ausführlich beantwortet. Immerhin einige Daten geliefert haben uns BKK Verbundplus, Energie BKK, HEK, IKK Classic, IKK Gesund Plus und Salus BKK. 7 der 17 Kassen wollten dazu überhaupt keine Angaben machen. 

Unser Tipp: Erkundigen Sie sich im Kollegen- und Bekanntenkreis, bevor Sie sich für eine bestimmte Krankenkasse entscheiden. Vielleicht können Sie von den Erfahrungen anderer profitieren. Und wenn Ihre Kasse eine Leistung ablehnt, lassen Sie sich nicht sofort entmutigen. Wie Sie wirksam gegen Ihre Krankenkasse vorgehen, erklären wir in unserem Blog.

Welche Leistungen bieten die gesetzlichen Krankenkassen?

Der Umfang der medizinischen Versorgung ist bei den Krankenkassen gesetzlich vorgegeben und daher bei allen Anbietern weitestgehend gleich. Die Versicherung deckt sämtliche lebenswichtigen medizinischen Bereiche ab.

Nur in drei Bereichen sind die gesetzlichen Krankenversicherungen freier: Wie sie ihren Service ausgestalten, beim Umfang der Zusatzleistungen wie Reiseimpfungen oder Homöopathie und bei der Höhe des Zusatzbeitrags.

In diesen Bereichen unterscheiden sich Krankenkassen

Für unseren Krankenkassenvergleich haben wir die freiwilligen Leistungen in folgenden Bereichen verglichen:

Service - Wie gut der Service einer Krankenversicherung wirklich ist, beweist sich meist erst im Krankheitsfall. Doch es gibt ein paar harte Fakten, die wenigstens auf den Umfang des Serviceangebots schließen lassen. So gibt es Kassen mit ausgedehntem Filialnetz, andere setzen auf Digitalisierung und ermöglichen es Kunden, Dokumente über eine App einzureichen oder abzurufen. Weitere freiwillige Services der Kassen sind zum Beispiel eine medizinische Telefonberatung rund um die Uhr oder Hilfe bei der Vermittlung von Facharztterminen.

Vorsorge - Viele Vorsorgeuntersuchungen wie das Hautkrebsscreening werden eigentlich erst ab einem gewissen Alter bezahlt; einige Kassen erstatten sie jedoch schon früher. Außerdem zahlen viele gesetzliche Krankenversicherungen ganz oder teilweise die für bestimmte Länder notwendigen Reiseimpfungen. Auch Kurse für Sport oder Stressabbau gehören zum Programm vieler Kassen, ebenso wie ein Zuschuss zur professionellen Zahnreinigung. Einige Vorsorgeuntersuchungen wie das Hautkrebsscreening werden eigentlich erst ab einem gewissen Alter bezahlt; einige Kassen erstatten sie jedoch schon früher. Außerdem zahlen viele Versicherungen ganz oder teilweise die für bestimmte Länder notwendigen Reiseimpfungen.

Familie - Für Schwangere und Familien haben viele Kassen Zusatzleistungen. Diese reichen von Zuschüssen für die teure künstliche Befruchtung über Hebammenrufbereitschaft bis zu zusätzlichen Impfungen oder Vorsorgeuntersuchungen für Kinder und Jugendliche.

Alternative Medizin - Dass eine Kasse homöopathische Behandlungen unterstützt, ist fast schon die Regel. Meist muss die aber durch einen zugelassenen Arzt erfolgen. Andere Naturheilverfahren werden eher selten gefördert. Für osteopathische Behandlungen übernehmen einige Kassen einen Teil der Kosten. Wie viel sie erstatten, variiert jedoch deutlich.

Darüber hinaus gibt es noch weitere Punkte, in denen sich Krankenkassen unterscheiden:

Wahltarife - Die meisten Kassen bieten Wahltarife an, in denen Versicherte entweder Beitragsrückerstattungen oder spezielle Leistungen erhalten können. Diese Tarife haben meist eine Mindestlaufzeit von einem bis drei Jahren. Abgesehen vom Krankengeld gilt aber auch bei diesen Tarifen ein Sonderkündigungsrecht, falls die Beiträge steigen.

Bonusprogramme - Die meisten Kassen zahlen ihren Mitgliedern einen Bonus, wenn diese bestimmte Anforderungen erfüllen. Das können ganz unterschiedliche sein: Viele Versicherungen belohnen Nichtraucher und regelmäßige Schutzimpfungen, andere setzen ihren Schwerpunkt auf Sport.

Die Spanne der Boni bewegt sich von 10 Euro pro Anforderung bis hin zu mehreren Hundert Euro für eine ganze Reihe von Maßnahmen. Manche Krankenkassen loben den Bonus auch in Form von Sachprämien oder Zuschüssen zu medizinischen Leistungen aus. Meist gibt es ein Bonusheft, in das der Arzt entsprechende Bestätigungen eintragen muss und das Sie dann an Ihre Kasse schicken.

Hilfsmittel - Außerdem erstatten viele Kassen bei bestimmten Erkrankungen oder für bestimmte Gruppen zusätzliche Leistungen. Dazu zählt beispielsweise die Übernahme von Kosten für spezielle Blutzuckermesssysteme oder Anzüge für Kinder mit Neurodermitis, die das Kratzen verhindern sollen.

Falls Ihnen ganz bestimmte Leistungen wichtig sind, sollten Sie gezielt bei den Krankenkassen danach fragen und sich vor einem Wechsel schriftlich bestätigen lassen, dass der Anbieter die Kosten übernimmt.

Diese Kassen landeten im Finanztip-Vergleich vorn

Finanztip hat im Januar 2020 die Leistungen von 17 leistungsstarken Krankenkassen verglichen. Wir empfehlen bundesweit geöffnete Kassen, die sich durch ein breites Angebot an Zusatzleistungen auszeichnen. Wie wir beim Vergleich vorgegangen sind, erfahren Sie am Ende dieses Artikels.

Neben den bundesweiten Krankenkassen gibt es auch Anbieter, die nur regional begrenzt aktiv sind. Sind Sie gesetzlich versichert, dürfen Sie in jede Kasse eintreten, die in dem Bundesland geöffnet ist, in dem Sie entweder wohnen oder arbeiten. Auch in Ihrer Region kann es daher unter den BKKs, IKKs und AOKs Krankenkassen geben, die durchaus mit unseren Empfehlungen mithalten können. Bei Interesse sollten Sie die Leistungen dieser Kassen mit unseren Empfehlungen vergleichen.

Wer dagegen vor allem sparen will, kann in unserer Liste nach der günstigsten Kasse in seinem Bundesland suchen.

Für unseren Krankenkassenvergleich 2020 haben wir das Angebot verschiedener Kassen anhand von 26 Kategorien aus den Bereichen Service, Familienleistungen, Vorsorge und alternative Heilmethoden bewertet.

Am besten abgeschnitten haben IKK Classic und HEK. Sie boten über alle Kategorien hinweg das umfassendste Leistungsangebot. Ist Ihnen ein einzelner Bereich wie Service oder Vorsorge besonders wichtig, können Sie mit unserer sortierbaren Tabelle herausfinden, welche Kassen darin besonders gut waren.

Diese Kassen haben am besten abgeschnitten

In unserem Vergleich das beste Gesamtergebnis erzielte in diesem Jahr die IKK Classic. Sie bot über alle von uns untersuchten Bereiche hinweg ein breites Leistungsspektrum. Ihr Beitrag liegt mit 15,6 Prozent leicht unter dem Durchschnitt von 2020. Allerdings gehörte die IKK Classic in unserem Vergleich zu den Krankenkassen, die uns erst auf nochmalige Rückfrage einige Daten zu unseren Fragen rund um Widersprüche und abgelehnte Leistungsanträge schickten.

Besonders stark war die IKK Classic im Bereich Familie. Auch was Prävention durch Sportkurse, professionelle Zahnreinigung oder eine sportmedizinische Untersuchung angeht, schnitt sie gut ab. Weniger umfassend waren die Leistungen etwa bei der Hautkrebsfrüherkennung unter 35 Jahre. Außerdem besitzt die IKK Classic 173 Filialen, allerdings nur in neun Bundesländern. Weitere Einzelheiten zum Leistungsangebot lesen Sie in unserem Artikel zur IKK Classic.

IKK Classic
Bestes Ergebnis im Krankenkassenvergleich
  • erreichte 78 % in unserem Leistungsvergleich
  • starke Zusatzleistungen besonders bei Schwangerschaft, für Kinder und Sport
  • 15,6 % Beitrag
  • weniger stark bei zusätzlicher Krebsfüherkennung

Die Hanseatische Krankenkasse, kurz HEK, landete in unserem Vergleich knapp hinter der IKK Classic, erreichte wie in den Vorjahren aber ein sehr gutes Ergebnis. Sie verlangt ebenfalls einen leicht unterdurchschnittlichen Beitrag von 15,6 Prozent. Daten zu unseren Fragen rund um Widersprüche, Sozialgerichtsverfahren und Leistungsablehnungen wollte uns die HEK zunächst nicht zur Verfügung stellen. Letzendlich war sie bereit, uns einige Daten zu schicken.

Besonders umfassende Leistungen bot die HEK bei Impfungen und Krebsfrüherkennung sowie Vorsorgeuntersuchungen für Kinder. Weniger gut war das Ergebnis bei den Zusatzleistungen bei Familienplanung und Schwangerschaft sowie der professionellen Zahnreinigung. Zudem betreibt die HEK bundesweit nur sechs Kundenzentren. Weitere Details zum Leistungsangebot finden Sie in unserem Artikel zur Hanseatischen Krankenkasse.

HEK
Zweiter Platz im Krankenkassenvergleich
  • erreichte 75 % in unserem Leistungsvergleich
  • starke Zusatzleistungen besonders bei Krebsfrüherkennung, Impfungen und für Kinder
  • 15,6 % Beitrag
  • weniger stark bei Schwangerschaftsvorsorge

Welche Krankenkasse passt am besten zu mir?

Das breiteste Leistungsspektrum über alle 26 Kriterien unseres Tests hinweg fanden wir bei IKK Classic und HEK. In einzelnen Bereichen haben aber andere Kassen ähnlich gut oder sogar besser abgeschnitten.

Die Details unseres Vergleichs zeigt die unten stehende Tabelle. Die Krankenkassen haben wir absteigend nach der Gesamtwertung sortiert. Sind Ihnen aber bestimmte Themen wie Vorsorge oder alternative Heilmethoden besonders wichtig, können Sie die Sortierfunktion der Tabelle nutzen, um die Kassen ganz oben zu sehen, die in einem bestimmten Bereich am besten abgeschnitten haben. Klicken Sie im Tabellenkopf zweimal auf das Dreiecksymbol neben „Familie“, erscheint die Kasse mit der besten Wertung in dieser Kategorie ganz oben. Möchten Sie beispielsweise die günstigste Kasse in unserem Vergleich ganz oben sehen, klicken Sie zweimal auf das Symbol neben „Beitrag“.

Ergebnisse des Krankenkassenvergleichs 2020 in Prozent

Kasse GesamtBeitragServiceFamilieVorsorge

Alternative

Medizin

IKK Classic7815,6 %71887386
HEK7515,6 %81657775
HKK7214,99 %70518093
Viactiv7115,8 %79746564
TK7015,3 %100386282

IKK

Gesund Plus

6915,2 %596671100
BKK Firmus6815,04 %59698157
BKK VBU6615,9 %307979100
Pronova BKK6616,1 %73716057
SBK6615,9 %97445946
Bahn-BKK6515,8 %47905693

BKK

Verbundplus

6415,1 %51806564
BKK246415,6 %745152100
Big Direkt6415,6 %67566957
Energie BKK6316,06 %61735664
Salus BKK5916,05 %70436929
Barmer5315,7 %97363136

Werte gerundet
Quelle: Finanztip-Erhebung (Stand: 26. Februar 2020)

Die günstigste Kasse je Bundesland

Sparfüchse, denen es nur auf den Beitrag ankommt, können auch zur günstigsten regionalen Kasse wechseln. Versicherte dürfen in jede Kasse eintreten, die in dem Bundesland geöffnet ist, in dem sie entweder wohnen oder arbeiten.

Preislich besonders attraktiv ist die AOK Sachsen-Anhalt. Sie verlangt als einzige Kasse keinen Zusatzbeitrag. Mitglieder zahlen also nur 14,6 Prozent von ihrem Brutto. Ebenfalls günstig ist die BKK Euregio, die von Mitgliedern in Hamburg und Nordrhein-Westfalen 14,95 Prozent Beitrag verlangt. In allen anderen Bundesländern ist die HKK mit 14,99 Prozent Gesamtbeitrag die günstigste Kasse.

Die günstigsten Krankenkassen 2020 nach Bundesland

BundeslandKasseGesamtbeitrag
Baden-WürttembergHKK14,99 %
BayernHKK14,99 %
BerlinHKK14,99 %
BrandenburgHKK14,99 %
BremenHKK14,99 %
HamburgBKK Euregio14,95 %
HessenHKK14,99 %
Mecklenburg-VorpommernHKK14,99 %
NiedersachsenHKK14,99 %
Nordrhein-WestfalenBKK Euregio14,95 %
Rheinland-PfalzHKK14,99 %
 BKK Pfaff15 %
SaarlandHKK14,99 %
SachsenHKK14,99 %
Sachsen-AnhaltAOK Sachsen-Anhalt14,6 %
Schleswig-HolsteinHKK14,99 %
ThüringenHKK14,99 %

Quelle: Finanztip-Recherche (Stand: 3. Januar 2020)

Wie wechsele ich die Krankenkasse?

Eine gesetzliche Krankenkasse darf niemanden ablehnen. Sie können also auch im Alter oder wenn Sie krank sind, die Kasse wechseln. In solchen Fällen gilt aber zu beachten: Für sogenannte Hilfsmittel wie Krücken oder Windelhosen hat jede Krankenkasse einen eigenen Vertrag mit den Herstellern ausgehandelt. Sollten Sie die Kasse wechseln, kann es daher sein, dass Sie Ihre gewohnten Hilfsmittel nicht mehr beziehen können, sondern die eines anderen Herstellers nehmen müssen.

Ansonsten ist der Wechsel in eine andere Krankenkasse einfach: Die Kündigungsfrist beträgt zwei Monate zum Monatsende. An Ihre Entscheidung für eine Kasse sind Sie in der Regel 18 Monate lang gebunden, danach können Sie erneut kündigen. Erhöht Ihre Kasse den Zusatzbeitrag, haben Sie ein Sonderkündigungsrecht. Ein Musterschreiben für die Kündigung finden Sie im Ratgeber Krankenkasse kündigen. Dort lesen Sie auch, was Sie bei einem Wechsel des Arbeitgebers in Bezug auf die Krankenkasse beachten sollten.

So haben wir getestet

Vergleich gesetzliche Krankenkassen 2020

Im Januar 2020 haben wir Krankenkassen untersucht, die bundesweit zugänglich sind. Für die Vorauswahl nutzten wir die Leistungsübersicht der Krankenkassen, die die Zeitschrift „Finanztest“ (Ausgabe 8/2018) zusammengestellt hat. Es kamen nur Krankenkassen in die engere Auswahl, die mindestens 14 der Kriterien von Finanztest voll erfüllten. Bei Kassen mit mindestens 13 voll erfüllten Merkmalen haben wir die Einschränkungen bei den anderen Leistungsmerkmalen geprüft und diese ebenfalls in unseren Leistungsvergleich aufgenommen, wenn wir diese Einschränkungen als vertretbar bewerteten.

Damit gehören alle Kassen in unserer Grundauswahl zu den sehr leistungsstarken, bundesweit geöffneten Krankenkassen.

Anhand von 26 Merkmalen haben wir die Zusatzleistungen der Krankenkassen untersucht. Die Merkmale fallen in die Bereiche Service, Familie, Vorsorge und alternative Medizin. Wir empfehlen die Kassen mit den besten Leistungen. Weitere Details zu unserem Vorgehen finden Sie im Artikel Test gesetzlicher Krankenkassen.

Nach Veröffentlichung des Vergleichsergebnisses teilte uns die HKK mit, dass ihr bei zwei Angaben in unserem Fragebogen Fehler unterlaufen seien. Wir haben das überprüft und im Anschluss die Bewertung an die korrigierten Angaben angepasst. Damit verbesserte sich die HKK in der Gesamtwertung von Rang 4 auf Rang 3.

Im Februar 2020 haben wir nach Rückmeldung einer Krankenkasse Details bei der Bewertung von Impfungen angepasst. Die Gesamtplatzierung der Kassen hat sich dadurch jedoch nicht verändert.

Empfehlungen aus dem Ratgeber

Autor
Julia Rieder

Stand: 26. Februar 2020


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