Mutter finanziell unterstützen?

  • Hallo,

    ggf. habt Ihr noch einen Blickwinkel oder eine Idee, wie man mit folgender Situation am besten umgehen kann. Mir fällt leider keine gute Lösung ein...

    Meine Mutter, die Mitte 60 ist, hat mich darum gebeten, sie monatlich finanziell zu unterstützen. Zusätzlich brauchte sie kurzfristig eine mittlere Summe für eine Autoreparatur, das ich ihr bereits gegeben habe. In den letzten Jahren hatte ich Ihr auch bereits einige Tausend Euro überwiesen.

    Ihre monatlichen Einkünfte sind insgesamt sehr gering. Sie erhält von ihren beiden Exmännern zusammen etwa 600 bis 700 Euro Unterhalt sowie etwas Wohngeld. Einen Nebenjob, der ihr bisher rund 200 Euro im Monat eingebracht hat, hat sie inzwischen verloren. Weitere Einnahmequellen hat sie nicht.

    Sie sagt, dass sich ihre Situation in etwa eineinhalb Jahren verbessern wird, wenn sie rund 1.300 Euro Rente bekommt. Aus meiner Sicht würde aber auch dieser Betrag kaum ausreichen, insbesondere wenn größere unvorhergesehene Ausgaben anfallen. Gleichzeitig ist sie der Meinung, dass sie sich keinen neuen Minijob mehr suchen kann, obwohl es ihr gesundheitlich eigentlich gut geht. Eine Aussage war auch explizit, dass Sie keine Lust hat zu arbeiten, was mich extrem geärgert hat.

    Die 1.300,- reichen aus meiner Sicht nicht, da Sie in einem alten, baufälligen Haus mit Ölheizung (40 Jahre alt) lebt, Eigentum, das energetisch in einem sehr schlechten Zustand ist. Aufgrund ihrer geringen Einnahmen ist sie nicht in der Lage, Rücklagen zu bilden, weder für Heizöl noch für notwendige Reparaturen. Im Moment sieht es auch so aus, dass Sie enächsten Winter ohne Heizöl dasteht, wenn ich Ihr nicht nochmal mehrere tausend Euro geben würde.

    In den letzten Jahren habe ich sie bereits mit mehreren Tausend Euro unterstützt. Dennoch war sie finanziell dauerhaft am Limit und konnte nur deshalb über die Runden kommen, weil sie etwa 12.000 Euro aus dem Erbe ihres Vaters sowie nochmal über 10.000 Euro von ihrer Tante erhalten hat. Diese Mittel sind inzwischen aufgebraucht.

    Insgesamt wirkt die Situation wie ein Fass ohne Boden. Spätestens wenn größere Schäden auftreten – etwa an der Heizung oder am Dach – würden Kosten entstehen, die wirtschaftlich kaum noch sinnvoll zu tragen sind. Dennoch möchte sie unbedingt in dem Haus wohnen bleiben; ein Verkauf oder ein Umzug in eine Mietwohnung kommt für sie nicht infrage.

    Das zentrale Problem für mich ist, dass eine regelmäßige finanzielle Unterstützung meinerseits zwar kurzfristig helfen würde, aber keine nachhaltige Lösung darstellt. Stattdessen würde ich mich auf eine dauerhafte Belastung einlassen, ohne dass sich an den grundlegenden strukturellen Schwierigkeiten etwas ändert.


    Hat zufällig jemand Erfahrung mit einer ähnlichen Situation, oder eine gute Idee wie man damit umgehen könnte?

    Viele Grüße

  • Das kann natürlich kein Dauerzustand sein, dass du das Leben deiner Mutter finanzierst.

    Folgende Dinge:


    - Warum will sie nicht arbeiten? Das ist der größte Hebel für Einnahmen. Sie kann dann ja noch ein paar Monate Einkommen generieren. Ist sie gesundheitlich fit? Dann kann sie doch noch Vollzeit arbeiten gehen.

    - Das Haus ist ein Fass ohne Boden. Man muss über einen Verkauf und Einzug in eine kleinere Mietwohnung nachdenken.

    - 1.300€ Rente vor oder nach Abzug der Sozialabgaben?

    - Staatliche Hilfe geprüft?


    - Natürlich sind hier auch sehr viele Emotionen im Spiel, da es deine Mutter ist. Ich würde meine Eltern auch nicht „verwahrlosen“ lassen wollen


    Aber am Ende des Tages möchtest du sicherlich nicht noch das Leben deiner Mutter finanzieren.

  • Vorschlag: Haus verkaufen und in eine altersgerechte Wohnung umziehen.

    Will sie wahrscheinlich nicht, oder?

    Bitte keine Politikwissenschaftler und kein Marcel Fratzscher mehr im TV.

    Satt 300k+ Neubauwohnungen brauchen wir 300k+ Abschiebungen, um schnellere Arzttermine zu ermöglichen und Stadt- und Gemeindeabgaben zu senken.

  • Danke für Antworten.

    Sie hat seit Ewigkeiten nicht gearbeitet (bis auf den 200,- mini mini Job) und meinte das schafft Sie nicht mehr. Gesundheitlich spricht (soweit ich weiß) nichts dagegen. Aber seit 15 Jahren schläft Sie jeden Tag bis 10 - 11 Uhr Vormittags und ist entsprechend träge. Das wäre eine Herausvorderung.
    Wie gesagt meinte Sie vor 3 Jahren als Sie mich zuletzt nach Geld gefragt hat "Sie hat keine Lust zu arbeiten" ... habe ihr gesagt ich auch nicht.

    Ich vermute 1300,- vor Abgaben, habe den Bescheid aber nicht gesehen. Keine Ahnung ob Ihr dann auch noch weiterhin Wohngeld zusteht.

    Bürgergeld ist auch seit Jahren meine Rede, wird immer abgewiegelt. Ich vermute da liegt noch was im argen was der Staat nicht unbedingt wissen soll, keine Ahnung.


    Finanziell wäre das sinvollste, Haus verkaufen, Mietwohnung suchen, und dann kann man mit 1.300,- Rente + ca. 200k Verkaufserlös ganz entspannt leben.
    Aber das will Sie auf keinen Fall. Sie hat auch 4 Großpapageien die natürlich auch nicht billig im Unterhalt sind und die man in einer Mietwohnung auf keinen Fall halten kann.


    Aber genau das ist mein Problem, ich will Sie natürlich nicht im kalten Hocken lassen im Winter, aber mich stören vor allem zwei Dinge:

    1. In den Haus sehe ich auch mit 1300 Rente keine Zukunft, das reicht nicht

    2. Das von Ihr keine Anstrengungen unternommen werden was zu ändern, bisher hat Sie immer einen Dummen gefunden der Ihr das Leben finanziert.

    Vielleicht müssen die "Schmerzen" so groß werden, bei -10 Grad im Haus ohne Heizung hocken, bis man was ändert. Wenn ich dann doch immer bezalte besteht letzlich aus Ihrer Sicht ja keine Notwendigkeit was zu ändern. Aber ist halt auch scheXXe...

  • Das Grundproblem ist: Du wirst das Ganze nicht einfach „wegfinanzieren“ können. Selbst wenn du jetzt regelmäßig Geld gibst, kommen die nächsten Baustellen garantiert, Heizung, Dach, Heizöl. Das ist auf Dauer weder für dich tragbar noch löst es strukturell irgendetwas bei ihr. Es verschiebt das Problem nur nach hinten.

    Deshalb sind klare Grenzen extrem wichtig. Du hast ja bereits mehrfach geholfen, und das ist auch absolut in Ordnung. Aber genauso legitim ist es zu sagen: Ich unterstütze punktuell, aber ich kann und werde keine dauerhafte Finanzierung übernehmen. Wenn du diese Grenze nicht ziehst, rutschst du schnell in eine Rolle rein, aus der du später kaum noch rauskommst.

    Wenn du weiter helfen möchtest, würde ich das an Bedingungen knüpfen. Also nicht einfach Geld überweisen, sondern nur dann unterstützen, wenn sie selbst auch Schritte geht, zum Beispiel sich um einen Minijob bemüht, sich beraten lässt oder zumindest offen über Themen wie Verkauf oder Veränderung der Wohnsituation nachdenkt. Und wenn Hilfe, dann eher gezielt für konkrete Dinge, nicht als dauerhafte „Grundversorgung“.

    Ein ganz zentraler Punkt ist aus meiner Sicht das Haus. So hart das klingt: Das scheint der eigentliche Kostentreiber zu sein. Solange sie daran festhält, wird das Thema immer wieder eskalieren. Große Reparaturen sind nur eine Frage der Zeit. Langfristig wird man sich damit auseinandersetzen müssen, ob das wirklich noch tragfähig ist.

    Vielleicht wäre es auch sinnvoll, externe Hilfe einzubeziehen. Schuldner- oder Sozialberatung, prüfen, welche Ansprüche sie hat (Grundsicherung etc.), oder einfach eine neutrale dritte Person, die das Ganze einmal mit ihr durchgeht. Das nimmt auch etwas Druck aus eurer persönlichen Beziehung raus.

    Das wertvollste Produkt, das man sich mit Geld kaufen kann, ist ein leerer Kalender.

  • Das kann natürlich kein Dauerzustand sein, dass du das Leben deiner Mutter finanzierst.

    Warum nicht? Ist immerhin die Mutter.

    Ich vermute da liegt noch was im argen was der Staat nicht unbedingt wissen soll, keine Ahnung.

    Offensichtlich kann sie nicht gut mit Geld umgehen. Die Hoffnung, dass sie das noch lernen kann, ist vermutlich begrenzt. Dann muss es jemand anderes für sie machen und dazu sollte ein Sohn besser geeignet sein, als ein Betreuer. Das müsste sie aber wollen oder zumindest akzeptieren. Schritt 1 wären für mich Kontenvollmachten und Transparenz.

    Ist das realistisch? Hast Du das mal in guten Zeiten angesprochen? Ist ein Deal möglich, wenn mal wieder Ebbe ist?

  • Warum nicht? Ist immerhin die Mutter.

    Weil die Mutter ein Verhalten an den Tag legt, das letztlich zulasten ihres eigenen Sohnes geht. Und am Ende ist jeder für sich selbst verantwortlich, unabhängig davon, ob es sich um die eigene Mutter oder sonst wen handelt.


    Offensichtlich kann sie nicht gut mit Geld umgehen.

    Das ist nicht das eigentliche Problem. Die gewünschten Gelder sind für grundlegende Bedürfnisse gedacht – es geht hier nicht um Luxus.

    Das wertvollste Produkt, das man sich mit Geld kaufen kann, ist ein leerer Kalender.

  • 1. rechtliche Situation abklären (ich kenne die deutsche nicht). Gibt es einen Regress bei Kindern falls hier der Sozialstaat einspringen muss? Davon hängen alle weiteren Schritte ab.

    2. Wirtschaftliche Überlegungen was angezeigt wäre gehen bei deiner Mutter ins Leere. Lass sie vorerst bleiben, sie kosten dich viel Kraft und du wirst sie derzeit nicht umsetzen können.

    3. Stelle die Zahlungen ein. Erst wenn die Lage sich zuspitzt wird sie wirtschaftlich rationalen Entscheidungen zugänglich sein (wenn überhaupt).

    4. Schreite erst ein, wenn sie Dir ihre finanzielle Lage völlig offenlegt und zu einer grundlegenden Veränderung bereit ist.

    5. Bedenke: mit jedem Cent den Du ihr jetzt gibst verhinderst Du die notwendige Änderungsbereitschaft.

    6. Du bist nicht schuld an ihrer Lage und auch nicht daran, dass sie sich verschlimmert wenn Du sie nicht mehr finanzierst.

    7. Du kannst natürlich auch weitermachen wie bisher. Dafür kann man Gründe haben.

    Dann tu es aber bewusst in dem Wissen, dass Du aktiv dazu beiträgst dass sich nichts ändert. Denn sonst läufst du Gefahr, wegen Deiner unerfüllten Hoffnung auf Änderung immer frustrierter zu werden.

  • Warum nicht? Ist immerhin die Mutter.

    Dazu müsste man die gesamten letzten ca. 40 Jahre abschätzen. Inkl. den eigenen Finanzen. Gefährdet die dauerhafte Zahlung die eigene Altersvorsorge des Kindes oder u.U. sogar die Finanzierung des eigenen Lebens?

    Bei ihren Aussagen (keine Lust zu arbeiten und nicht "es gibt nichts") wäre selbst bei einem extrem guten Verhältnis bei mir der Wille extrem gering, ihr Leben auch noch zu finanzieren. So, wie hier dargestellt, ist sie nicht wegen ext. Faktoren (eigene Krankheit, pfelgebedürftie Familienangehörige) in der Lage sondern weil sie selber nicht gewillt ist, daran etwas zu ändern.

    Und wäre das Verhältnis so gut, wie es bei mir dafür sein müsste, wäre das Haus nicht in diesem Zustand. Der Zustand ist wohl schon die letzten 10-15 jahre absehbar (keine Einnahmen aus eigener Arbeit bis auf den halben Minijob).

    Das ist nicht das eigentliche Problem. Die gewünschten Gelder sind für grundlegende Bedürfnisse gedacht – es geht hier nicht um Luxus.

    Schon das sehe ich anders. Aber gut, die Haustiere sehen mancher als grundlegend und wichtiger wie die eigenen Versorgung an.

    Ob das Auto nicht ein extremer Luxus ist oder an dem Wohnort eine zwingende Voraussetzung ist (ist ist überhaupt kein ÖPNV verfügbar, für ungünstige Fahrzeiten hat sie unendlich viel Zeit), wissen wir auch nicht.

    Vielleicht müssen die "Schmerzen" so groß werden, bei -10 Grad im Haus ohne Heizung hocken, bis man was ändert.

    Klingt zwar logisch. Aber mit Pech ist das Haus danach unbewohnbar, weil alle Wasserleitungen geplatzt sind. Wenn sie dies zur einzigen (aus meiner Sicht) sinnvollen wirtschaftlichen Entscheidung bringt (Verkauf und Umzug), dann wäre es mir das wert. Der Immobilienwert dürfte sich hauptsächlich aus dem Bodenwert ergeben.

    Die Frage ist aber auch, wie sie dann ohne Zentralheizung dort haust. Es gibt Heizlüfter, womit die Stromrechnung exorbitant hoch wird man ihn am Ende entweder den Strom abgeklemmt oder Du lässt Dich doch wieder dazu überreden, die Kosten zu tragen.

    Aber eine ganz andere Frage: wer zahlt derzeit ihre Krankenkasse. Ganz ohne Job goibt es darüber keine Versicherung mehr. Geht das von den 700€ Unterhalt ab?

  • Meine Mutter, die Mitte 60 ist, hat mich darum gebeten, sie monatlich finanziell zu unterstützen. Zusätzlich brauchte sie kurzfristig eine mittlere Summe für eine Autoreparatur, das ich ihr bereits gegeben habe. In den letzten Jahren hatte ich Ihr auch bereits einige Tausend Euro überwiesen.

    Naja, Erfahrung mit ähnlicher Situation ... bei unserer Unterstützung von Schwiegermama sind über die Jahre hinweg auch solide vierstellige Beträge zusammengekommen. Aber Schwiegermama ist in den Neunzigern und Deine Mutter ist jünger als ich!

    Dürfte sich in den paar Jahren, seit wir zuletzt eine Haushaltshilfe gesucht haben, nicht groß geändert haben: Die werden verzweifelt gesucht und es geht keineswegs immer um grobe = körperlich sehr belastende Putzarbeiten. Besondere Qualifikationen werden da nicht verlangt; tatsächlich sind manche Familien so verzweifelt, dass sie auch Leute behalten, deren Stärken eher nicht so im Putzen liegen.

    Ob das dann mit Anmeldung an die Minijobzentrale läuft (=> ggf. Kürzung des Wohngelds?) oder nicht ... ich muss ja nicht alles wissen.

  • Moin Mani0815

    Sicher sehr belastende Situation, für dich und deine Familie.

    Folgende Frage, vor einer genaueren Betrachtung der Gesmtsituation:

    - wie ist das Verhältnis zu deiner Mutter

    - andere Familienangehörige?

    - Ich denke, dieses Geld schenken ohne einen gemeinsamen Plan, ist keine gute Idee.

    - Ich würde mir tatsächlich überlegen, weitere Finanzspritzen an vertraglich festzuhaltende Vorgaben zu binden

    - und ggf. mit dem lokalen Sozialdienst / Schuldnerberatung mal einen gemeinsam Termin machen, das entlastet dich auch uns der Doppelrolle Sohn und Geldgeber

    Viel Erfolg

  • Hallo.

    Monatliche Unterstützungszahlungen wären beim Wohngeld mit anzugeben und würden wahrscheinlich zu einer Anrechnung führen, daher ist das Begehren der Mutter nicht zielführend.

  • Ich würde ihr klipp und klar kommunizieren das ohne ihre Mithilfe du Sie mit keinen Cent mehr unterstützt - du hast ihr schon oft aus der Klemme geholfen und hast ihr einige Tausend € zugesteckt, du musst aber auch an dich (und deine Kinder, falls es dir gibt) denken und auch für deine Altersvorsorge Geld zurücklegen.

    Hier muss wirklich Tacheles geredet werden, oder auch per Brief.

    Sie hat die letzten Jahre (aus Faulheit und Bequemlichkeit?) nicht gearbeitet und zeigt auch kein Interesse das zu ändern, ihr Leben ist so nicht finanzierbar, erst Recht nicht auf Lasten von ihrem Kind.

    Die Lösung hier wurden schon genannt: Sie sucht sich einen Job, was ohne Berufserfahrung schwer genug sein wird, allerdings werden Minijobs noch gut angeboten, auch wenn die Bezahlung mies ist, ihre Immobilie wird veräußert und dafür wird eine kleine, altersgerechte Wohnung gekauft oder zur Miete genommen. Biete ihr hier deine Hilfe an, das du ihr bei den Behördenkram, Umzug u.a behilflich sein wirst, sie aber kein Geld mehr von dir verlangen kann.

    Viel Erfolg !

  • Wenn nichts geht, kann man versuchen sich gerichtlich, als Betreuer bestellen zu lassen. Mit einer Betreuung kann man alles Notwendige regeln.

    Bitte keine Politikwissenschaftler und kein Marcel Fratzscher mehr im TV.

    Satt 300k+ Neubauwohnungen brauchen wir 300k+ Abschiebungen, um schnellere Arzttermine zu ermöglichen und Stadt- und Gemeindeabgaben zu senken.

  • Werden die beiden Ex-Männer weiterhin Unterhalt zahlen, wenn sie ihre eigene Rente bekommt? Gibt es noch Möglichkeiten ihre Altersrente zu steigern? Wurde der Versorgungsausgleich durchgeführt?

    Ein Termin mit der Rentenversicherung, ob ihr irgendwann Grundrente zustehen wird. Welche Grundrentenzeiten hat sie? Besteht die Möglichkeit früher in Rente zu gehen, womöglich mit Abschlägen. Kann die Nachzahlung von Beiträgen Sinn machen, damit sie vorzeitig in Rente kann?

    Mit regelmäßiger Unterstützung wäre ich vorsichtig, wenn sie Wohngeld bekommt. Der Schuss kann nach hinten losgehen. Die Sache mit der Krankenkasse muss auch geklärt werden.

    In jedem Fall solltest Du Dir darüber klar werden, in welchem Umfang Du bereit bist zu unterstützen. Dabei musst Du auch an Deine eigenen Interessen denken. Grundsätzlich finde ich die Anspruchshaltung Deiner Mutter problematisch und offensichtlich rinnt ihr das Geld durch die Hände. Dann der fehlende Antrieb und die mangelnde Bereitschaft, Verantwortung für sich zu übernehmen. Nicht ausgeschlossen, dass sie depressiv ist.

    Ebenfalls nachbohren würde ich beim Thema Minijob. Regale einräumen ist sicher ein Knochenjob, den man sich in dem Alter nicht mehr zumuten will. Aber es gibt auch vergleichsweise leichte Tätigkeiten. Beispielsweise Bringdienste für Apotheken, Hundesitting oder Fahrdienste bei Autohäusern fallen mir spontan ein. Wenn sie noch ein Auto hat wären auch Einkäufe für eine pflegebedürftige Person denkbar.

    Nicht jeder Großpapagei ist ein Problem in einer Mietswohnung. Ist da wirklich keine Lösung denkbar oder geht es um lautstarke Aras oder Kakadus? Mal rein fiktiv. Wie wäre es eine kleine Eigentumswohnung zu kaufen, die über den Verkaufserlös vom Haus finanziert wird? Dort wird es sicher schwerer sie wegen der Papageien rauszuwerfen als aus einer Mietwohnung. Möglicherweise muss man ein wenig in Lärmschutz investieren, um Ärger mit den Nachbarn zu begrenzen. Die Nebenkosten wären deutlich niedriger und vom restlichen Verkaufserlös, kann man die Rente aufstocken. Dabei solltest Du vermeiden, dass sie selbst über größere Beträge verfügt. Mein Eindruck ist, dass sie damit nicht wirklich gut umgehen kann.

  • Uff, mit soviel Resonanz hatte ich gar nicht gerechnet. Letzlich kann mir die Entscheidung niemand abnehmen, aber so kann man sich zumindest mal austauschen.

    Ich und meine Frau (kleines Kind kommt bald in die KITA) hätten schon das Geld über monatlich 100-200 EURO dazuzugeben, aber mich ärgert es so ungemein, dass Sie selbst nichts unternimmt das es besser wird. Das dies ggf. in Konflikt mit dem Wohngeld kommen könnte ist ein guter Hinweis.
    Krankenkasse wird von ihren geringen Einkünften bezahlt. Ist aber weniger als der Durchschnitt zahlt so wie ich das mal mitbekommen hatte. Die ehemalige Steuerberaterin (vom Exmann) hatte da Ihrer Finger im Spiel, bin da aber nicht 100% im Bilde und kenen mich da auch selbst nicht aus.

    Antriebslos nach Jahrzehnten ohne Job ist Sie auf jeden Fall, oben schrieb jemand ggf. depressiv, den Gedanken hatten wir zugegeben auch schon, dass es in diese Richtung gehen könnte. Selbst wenn muss ja eine Lösung finden.
    Und wo das ganze Geld geblieben ist, alleine fast 30.000,- aus Verwandschaft, Erbe und mir, in den letzten 3 Jahren, habe ich mich natürlich auch schon gefragt.

    Weiter Geld in das Haus zu pumpen ist aber so sinnlos. Die Abwasserrohre sind z.B. auch schon porös und Wachsen regelmäßig zu, so dass diese alle 1-2 Jahre freigeschnitten werden müssen. Auch das kostet natürlich jedes mal, aber ein Austausch der ganzen Rohre ist finanziell einfach nicht drin (und eigentlich auch nicht sinnvoll).

    Eigentlich müsste man nochmal versuchen drauf einzuwirken das Sie das Haus abstößt, mit dem Haus sehe ich keine Chance das es ohne regelmäßige und umfangreiche Unterstützung finanzell reichen wird. Aber ich sehe die Chancen da als extrem gering an. Unter 5% auf jeden Fall.
    Es sind 4 Aras, die kann man wirklich nur entfernt von anderen Menschen halten bei dem Lärmpegel. Die müsste man abgeben, das macht es emotional natürlich noch schwieriger, verstehe ich schon.

    Und dann bleibt halt die Frage, Helfen oder nicht. Alleine die Heizkosten für den kommenden Winter wären ja schon wieder 3-4 tausend EURO geschätzt. Da habe ich klar gesagt das ich so viel nicht zahlen will, Ihre Antwort war das Sie dann halt ohne Heizung (Heizlüfter und Ofen) überwintert. Das ist dann irgendwie auch eine Art emotionale Erpressung, dass will man ja auch nicht. Aber wie viele auch schon angemerkt haben geht es ja immer so weiter, wenn man immer nachgibt.

    Ich drehe mich im Kreis, mal sehen...

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