Steuerreform – Spitzenverdiener müssen ihren Beitrag leisten

  • Die schwarz-rote Koalition plant eine Reform der Einkommensteuer. Ziel sind Erleichterungen für kleine und mittlere Einkommen. „Spitzenverdiener mit sechsstelligen Gehältern müssen mehr beitragen.“

    Wer sich die Entwicklung anschaut, merkt schnell, wohin die Reise geht. In den 60ern griff der Spitzensteuersatz erst bei einem Einkommen, das etwa dem 15-fachen des Durchschnitts entsprach. 1980 waren es noch das 5-fache. Heute? Rund das 1,3-fache. Man muss also längst kein Millionär mehr sein, um voll im „Spitzensteuersatz-Spiel“ mitzuspielen. Ein gutes, aber völlig normales Einkommen reicht.

    Das ist kein gezieltes „Belasten der Reichen“, das ist eine schleichende Verschiebung der Grenze nach unten. Und am Ende trifft es genau die, die sich ihr Einkommen über Jahre aufgebaut haben und jetzt als „die da oben“ gelten sollen. Man kann das politisch wollen. Aber dann sollte man es wenigstens ehrlich benennen.

    Sozialismus ick hör dir trapsen. Die SPD demontiert sich weiter selbst. Ich will mir gar nicht ausmalen, wie die nächste Bundestagswahl ausfällt ...

    Es bleibt dabei: Unser Staat ist viel zu teuer, es ist kein Ende in Sicht, was Steuerbelastungen anbelangt. Wohin soll das noch führen?

    Ich bin gespannt, wie die Reform am Ende ausfallen wird. Vielleicht können wir diesen Thread nutzen, um die geplanten Änderungen zu sammeln und Schritt für Schritt einzuordnen, was tatsächlich beschlossen wird.

    PS: Zumindest der Zuckersteuer kann ich was abgewinnen :)

    Quelle: https://www.tagesschau.de/inland/innenpo…reform-100.html

    Das wertvollste Produkt, das man sich mit Geld kaufen kann, ist ein leerer Kalender.

    3 Mal editiert, zuletzt von Einundzwanzig (2. Mai 2026 um 21:31)

  • Der Spitzensteuersatz bezieht sich auf den Grenzsteuersatz. Ich persönlich zerlege meine Steuerlast beim Lesen des Steuerbescheides nicht in Tranchen und ordne sie auch nicht bestimmten Bereichen zu (0% Steuern; 14% Steuern; ...). Daher halte ich die Diskussion über den Spitzensteuersatz für einen (in Deutschland recht erfolgreichen) Versuch die Bezieher von Einkommen unterhalb des Kanzlers für die Interessen von Beziehern von Einkommen oberhalb des Kanzlers einzuspannen.

    Zudem stellt sich die Frage nach dem Durchschnitt auch dahingehend, wo denn das Medianeinkommen liegt.

    Quelle "Focus" ist auch wieder ein Thema für sich.

  • Der Spitzensteuersatz bezieht sich auf den Grenzsteuersatz. Ich persönlich zerlege meine Steuerlast beim Lesen des Steuerbescheides nicht in Tranchen und ordne sie auch nicht bestimmten Bereichen zu (0% Steuern; 14% Steuern; ...). Daher halte ich die Diskussion über den Spitzensteuersatz für einen (in Deutschland recht erfolgreichen) Versuch die Bezieher von Einkommen unterhalb des Kanzlers für die Interessen von Beziehern von Einkommen oberhalb des Kanzlers einzuspannen.

    Zudem stellt sich die Frage nach dem Durchschnitt auch dahingehend, wo denn das Medianeinkommen liegt.

    Quelle "Focus" ist auch wieder ein Thema für sich.

    Genau so, leider verstehen es viele nicht.

  • Wieso sollte man auch die Ausgabenseite in den Griff kriegen, wenn sich alle Probleme einfach mit mehr Steuern lösen lassen.

    Das ist doch Quatsch.
    Menschen die Vollzeit mit 15 Euro bis 20 Euro Stundenlohn arbeiten, müssen bei der Einkommensteuer deutlich entlastet werden.

    Das hat nichts mit der Ausgabenseite zu tun.

  • Das ist doch Quatsch.
    Menschen die Vollzeit mit 15 Euro bis 20 Euro Stundenlohn arbeiten, müssen bei der Einkommensteuer deutlich entlastet werden

    Die zahlen doch heute schon kaum Steuern, 17,50 x 160h =2.800 EUR, gibt 250EUR Lohnsteuer.

    Allerdings nochmals 609EUR sonstige Sozialabgaben. Da wäre eher Bedarf zur Entlastung.

  • Nach dem 2 WK lag der Spitzensteuersatz bei 95% Prozent.

    Bekomme ich 10 Millionen im Jahr wären da nur 500.000 übrig geblieben.

    Mitte der 70iger bis 1989 waren es 56%.

    Da blieben von 10 Millionenn 4,4Millionen übrig.

    Heute bleiben von 10 Millionen 5,5 Millionen übrig plus die ganzen Steuerschlupflöcher.

    Für alle kosten die Brötchen in der Bäckerrei gleich viel.
    Was nutzt einem das ganze Geld wenn der Gang zur Bäckerei nicht mehr sicher ist.

    Alle müssen ihren Beitrag zum Sozialstaat leisten allerdings können diejenigen die sich die Brötchen nicht mehr leisten können dazu wenig beitragen.

    Jeder im Spitzensteuersatz möge sich mal überlegen wie er mit 25000€ Jahresbrutto über die Runden kommen würde….

  • Und was denkst du hat sich seit dem 2ten Weltkrieg verändert? Sind die Menschen vielleicht viel mobiler geworden? Ich wohne im Süden an der Schweizer Grenze, da haben schon viele Freunde rüber gemacht an diesen schrecklichen Ort. Viele Firmen auch.


    Keinerlei Kündigungsschutz, keine Betriebsräte, viel weniger Steuern und Sozialabgaben, viel weniger Urlaub, sehr geringe Unternehmensbesteuerung, maximaler Druck auf Arbeitslose und nur sehr geringe Sozialleistungen,…da schadet dann auch eine kleine Vermögenssteuer nicht. Und komischerweise wollen da alle hin.

  • Das Medianeinkommen in Vollzeit ist jetzt nicht allzu weit entfernt davon den Spitzensteuersatz zu zahlen.

    Laut der Tabelle, die ich gefunden habe:

    Ein Einkommen von 69.400 EUR führt zu 18.012 EUR Einkommenssteuer, was einem Grenzsteuersatz von 42% einspricht (Spitzensteuersatz!) bzw. einem Durchschnittssteuersatz von 26%.

    Über welche Zahl regst Du Dich da am meisten auf?

  • Wenn wir dann gleich bei den Horden von Bedürftigen, die sich keinen Bäcker mehr leisten können, landen, könnte man den Gedankengang ja auch mal in die andere Richtung ähnlich ausweiten.

    Bekomme ich 10 Millionen im Jahr

    ...bist du Fussball- oder Fernsehstar.

    Oder hast ein Unternehmen geführt, evtl. auch aufgebaut, in dem du XY Arbeitsplätze bereitstellst. Und du bekommst durchaus mit, wie die finanzielle Belastung deiner Arbeitnehmer aussieht. Auch, was du als Arbeitgeber alles an Kosten auf den Lohn noch draufsattelst. Wieviele Leute du nur für Bürokratie und Regulierung beschäftigen darfst. Und deine Facharbeiter sind nach 30h/Woche glücklich, weil von dem, was sie sonst mehr verdienen könnten, einfach auch zuwenig in deren eigener Tasche landet. Du bekommst regelmäßig Gewerbesteuerbescheide. Du siehst, was dein Unternehmen finanziell über verschiedene Wege Richtung Staat abdrückt. Und du siehst die Schlaglöcher auf deiner Zufahrtsstraße. Deine Logistik kann die nahegelegene Autobahnabfahrt nicht mehr nutzen, weil der Zustand des Brückenbauwerks da nur noch bis 7,5to durchlässt. Oder gleich ganz gesperrt ist. Die Umwege kommen gerade richtig, wo die Tankstellenpreise schon Richtung Weltklimarettung klettern. Und du liest natürlich in deiner ganzen faulen Freizeit im Internet, dass du als reicher Ar*** das ganze Dilemma ja eigentlich schuld bist, weil du steuerrechtlich gegebene Möglichkeiten nutzt. Ach Quatsch, solange wir nicht endlich eine dicke Vermögenssteuer haben, bezahlst du doch noch gar nix in diesem Land...

  • Ein Einkommen von 69.400 EUR führt zu 18.012 EUR Einkommenssteuer, was einem Grenzsteuersatz von 42% einspricht (Spitzensteuersatz!) bzw. einem Durchschnittssteuersatz von 26%.

    Mir gibt es für Menschen in der Lage jedenfalls ein Störgefühl, dass sie auf jeden Euro, den sie als mühsam erarbeitete Gehaltserhöhung bekommen, der Spitzensteuersatz von 42 Prozent zu entrichten ist.


    Edit: „Gehaltserhöhung“ im Sinne von „höheres Gehalt“, insbesondere auch durch Mehrarbeit oder eine besondere Leistungsprämie … also durch etwas, das sich aus höherem und überobligatorischen Engagement ergibt.

  • Dann liefere doch bitte für diesen Menschen doch dann auch das monatliche Netto mit.

    Nennen wir den kinderlosen Single einfach Dieter Dödel. Bei dem Finanztip GKV Tipp Hkk versichert, kinderlos. 35 Jahre alt.

    Belastung Sozialversicherung ?

    Und dann stelle Hiltrud Hartarbeitend daneben.
    Jahresbrutto 39.000 Euro.

    Merkt man da was ?

    Wie wirkt sich bei einer Inflation von 3 Prozent jetzt bei beiden eine Lohnerhöhung von 2 Prozent aus ?

    Das ist Lebensrealität in Deutschland.

  • Als Berechnungsgrundlage müsste man noch wissen, was in Deinem Beispiel Dein Dödel verdienen soll. Oder?

  • Als Berechnungsgrundlage müsste man noch wissen, was in Deinem Beispiel Dein Dödel verdienen soll. Oder?

    Mein Hinweis bezog sich auf Beitrag 12.

    Laut der Tabelle, die ich gefunden habe:

    Ein Einkommen von 69.400 EUR führt zu 18.012 EUR Einkommenssteuer, was einem Grenzsteuersatz von 42% einspricht (Spitzensteuersatz!) bzw. einem Durchschnittssteuersatz von 26%.

    Über welche Zahl regst Du Dich da am meisten auf?

    Stichwort Lebensrealität in Deutschland mit diesen Nettogehältern. Erst mal natürlich die Belastung der Gehälter der beiden Vergleichspersonen und dann die Auswirkung bei einer Lohnerhöhung. 1.388 Euro versus 780 Euro …

  • Mir gibt es für Menschen in der Lage jedenfalls ein Störgefühl, dass sie auf jeden Euro, den sie als mühsam erarbeitete Gehaltserhöhung bekommen, der Spitzensteuersatz von 42 Prozent zu entrichten ist.


    Edit: „Gehaltserhöhung“ im Sinne von „höheres Gehalt“, insbesondere auch durch Mehrarbeit oder eine besondere Leistungsprämie … also durch etwas, das sich aus höherem und überobligatorischen Engagement ergibt.

    "mühsam erarbeitet" taucht als Terminus in der gesamten Abgabenordnung oder im Einkommenssteuergesetz nicht einmal auf. Für die Besteuerung macht die Mühe keinen Unterschied, es kommt auf die Höhe des Arbeitsentgeltes an. Daher empfehle ich, das Thema nicht unnötig emotional aufzuladen.

    Am Grenzsteuersatz mag man sich bei der ersten veränderten Gehaltsabrechnung stören, aber die veränderten Werte sind doch ab dem Folgemonat das neue "Normal". Wer den Groll länger als fünf Minuten mit sich trägt, dessen Problem liegt nicht im Steuerrecht. Und wenn man den Groll auch noch für andere in Stellvertetung ohne Auftrag empfindet, dann ...

  • "mühsam erarbeitet" taucht als Terminus in der gesamten Abgabenordnung oder im Einkommenssteuergesetz nicht einmal auf. Für die Besteuerung macht die Mühe keinen Unterschied, es kommt auf die Höhe des Arbeitsentgeltes an. Daher empfehle ich, das Thema nicht unnötig emotional aufzuladen.

    Am Grenzsteuersatz mag man sich bei der ersten veränderten Gehaltsabrechnung stören, aber die veränderten Werte sind doch ab dem Folgemonat das neue "Normal". Wer den Groll länger als fünf Minuten mit sich trägt, dessen Problem liegt nicht im Steuerrecht. Und wenn man den Groll auch noch für andere in Stellvertetung ohne Auftrag empfindet, dann ...

    Wo findest Du in meinen Worten „Groll“?

    Und besteht für Dich das Leben nur im Umsetzen von Verwaltungsvorschriften und gesetzlichen Regelungen? Darf nicht auch mal darüber nachgedacht werden, wie ein System verbessert werden könnte, weil das bisherige Fehlanreize setzt?


    Wie auch immer, danke für Deinen Beitrag zu meiner Zeitersparnis. Wenn ich die Predigt hier bekomme, kann ich mir den Kirchgang sparen, und gehe jetzt direkt in den Wald zum Laufen.

  • Das eigentliche Problem ist doch vielmehr, dass unsere linkssozialistische Regierung aus Rot und Schwarz die Ausgaben nicht im Griff hat. Die Steuereinnahmen sind auf einem gigantischen Niveau. Aber das Geld der anderen ist wie immer zu wenig…

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