Kommer-ETF eine Mogelpackung ?

  • Das Kostenargument greift aus meiner Sicht zu kurz.

    Du steckst bei der ganzen Thematik eindeutig tiefer im Rabbit Hole als ich und vermutlich als die allermeisten anderen hier. Vielleicht bist du aber auch nur ein „Marketing-Opfer“. Keine Ahnung, da traue ich mir kein Urteil zu. Ich sehe beim Kommer ETF einerseits zwar eine simple 1-ETF Lösung. Innerhalb derer aber ein komplexes Gebilde, welches einen unsicheren Grenznutzen verspricht, bei gleichzeitig sicheren höheren Grenzkosten. Und die Relation zwischen beiden überzeugt mich nicht, das ist der für mich entscheidende Punkt. Auch wenn dies eher ein Bauchgefühl als das Ergebnis einer wissenschaftlichen Analyse ist.

    Am Ende bin ich eben bei John Bogle der sagt, wenn du mehrere Möglichkeiten hast, nimm im Zeifelsfall die einfachere davon. Und achte immer auf die Kosten.

  • Du steckst bei der ganzen Thematik eindeutig tiefer im Rabbit Hole als ich und vermutlich als die allermeisten anderen hier. Vielleicht bist du aber auch nur ein „Marketing-Opfer“. Keine Ahnung, da traue ich mir kein Urteil zu. Ich sehe beim Kommer ETF einerseits zwar eine simple 1-ETF Lösung. Innerhalb derer aber ein komplexes Gebilde, welches einen unsicheren Grenznutzen verspricht, bei gleichzeitig sicheren höheren Grenzkosten. Und die Relation zwischen beiden überzeugt mich nicht, das ist der für mich entscheidende Punkt. Auch wenn dies eher ein Bauchgefühl als das Ergebnis einer wissenschaftlichen Analyse ist.

    Am Ende bin ich eben bei John Bogle der sagt, wenn du mehrere Möglichkeiten hast, nimm im Zeifelsfall die einfachere davon. Und achte immer auf die Kosten.

    Ja. John Bogle sagte allerdings auch, dass man ausschließlich in den amerikanischen Aktienmarkt investieren sollte. Außerdem hielt er zunächst wenig von Value-ETFs, nur um später selbst einen aufzulegen. Ich finde es daher ziemlich abenteuerlich zu glauben, dass die Finanzmarktforschung vor 50 Jahren ihren Endpunkt erreicht hätte.

    Mein Rat an alle, die hier im Forum sehr aktiv sind: Warum sich nicht einmal offen und intensiv mit neuen Ansätzen beschäftigen, anstatt sie pauschal abzulehnen? Statt jeden Tag über das nächste kostenlose Girokonto oder 0,01 Prozentpunkte weniger TER beim fünfzigsten ETF auf den MSCI World zu diskutieren, könnte man auch mal einen Schritt nach vorne machen. Und wenn man am Ende feststellt, dass es nichts für einen ist, kann man es immer noch lassen.

    Ich sage es nochmal: Die Argumentation gegen Factor Investing ist oft dieselbe, die auch Aktiengegner verwenden: „Mag ja sein, aber ich bleibe lieber beim Sparbuch. Das verstehe ich, das ist sicher. Es kostet weniger, und Aktiengewinne sind schließlich auch nicht garantiert. Fonds-Sparer sind Marketing-Opfer der Finanzindustrie“. Klar, kann man machen. Aber macht es wirklich Spaß, sich dann über Tausende Beiträge hinweg über die Sparbücher der Sparkasse und der Volksbank auszutauschen?:/

    Anyway … ich muss euch mit diesem Prozess leider allein lassen. Allen Forenmitgliedern wünsche ich weiterhin viel Erfolg.:*

  • @Irving spricht sich für Factor Investing aus und hat Kommer gewählt. Wie sieht es mit dem Multi-Faktor-ETF von Invesco aus, der gut performt, bei niedriger Volatilität? Der sollte dann auch eine Empfehlung sein, oder?

  • Du steckst bei der ganzen Thematik eindeutig tiefer im Rabbit Hole als ich und vermutlich als die allermeisten anderen hier. Vielleicht bist du aber auch nur ein „Marketing-Opfer“. Keine Ahnung, da traue ich mir kein Urteil zu.

    Kollege Irving zeigt aber seit einiger Zeit Ansätze, die interessant sind.

    So weist er auf Alternativen wie Dimensional und Avantis hin. Er liebäugelt mit dem angekündigten quasi „Komplett-Dimensional-Weltweit-ETF“ , den nenne ich mal so. Er würde dann den Kommer-ERF steuerschädlich verkaufen, teilte er „scherzhaft“ (?) mit.

    Und ich bin mal ehrlich: wenn ich selbst richtig Interesse für das Faktor-Investing entwickelte, würde ich Dimensional als lange etablierte Fondsgesellschaft bevorzugen. Was will ich denn mit diesem Solo-Produkt von einem Mann, der im 7. Lebensjahrzehnt ist ?

    Wenn ich wetten müsste: Irving (der jetzt mal wieder davonhoppelt) ist vermutlich ein „Marketing-Opfa“ der Gerd Kommer Marketing-Maschinerie.

    Zweifel nagen in ihm (menschlich völlig normal). Wenn er wieder zurückkommt, hat er vielleicht Dimensional- und/oder Avantis-Produkte auf seinem Depotauszug.

  • Mein Rat an alle, die hier im Forum sehr aktiv sind: Warum sich nicht einmal offen und intensiv mit neuen Ansätzen beschäftigen, anstatt sie pauschal abzulehnen?

    Einmal ist in der genannten Gruppe längst passiert.

    In einigen Monaten oder Wochen wird der GERD zweifellos trotzdem wieder vorgestellt werden.

  • @Irving , du verstehst meinen Punkt nicht. Es geht mir überhaupt nicht um Pro oder Kontra Factor Investing. Im Gegenteil, die Kombination aus Small-Value bspw. überzeugt mich oberflächlich betrachtet bspw. durchaus. Tiefer kann und möchte ich allerdings auch nicht in das Thema einsteigen. Das gebe ich zu. Ich bin da eher pragmatisch und begnüge mich meistens mit dem Pareto Prinzip. Vielleicht ist das hier auch nicht das richtige Forum für derart tiefgehende wissenschaftliche Diskussionen.

    Mir geht es einfach um die Relation zwischen potentiellem Mehrwert zu den höheren Kosten in der konkreten Umsetzung des Kommer ETF. Vergleiche hinken bekanntermaßen immer etwas. Ich versuche es trotzdem mal: Wenn ich im Supermarkt die Wahl zwischen zwei Haarshampoos habe, ein gutes ordentliches und bewährtes Standardprodukt zu 3 Euro oder einem das mir „wissenschaftlich belegten und auf den neuesten Erkenntnissen der Forschung“ basierten Mehrwert bietet zu 10 Euro. Dann greife ich instinktiv zu dem günstigeren. Nicht weil ich denke, der Mehrwert der Innovation sei nicht da. Sondern weil ich denke, er ist marginal und steht in keinem Verhältnis zum höheren Preis. Solche Marketingaussagen sind ja deshalb so schwer angreifbar, da sie meistens im Kern richtig sind. Aber gleichzeitig den höheren Preis nicht ansatzweise rechtfertigen. Bei 3,50 Euro würde ich drüber nachdenken. Also beim Shampoo, nicht beim Kommer ETf ^^

  • Einmal ist in der genannten Gruppe längst passiert.

    In einigen Monaten oder Wochen wird der GERD zweifellos trotzdem wieder vorgestellt werden.

    GERD und KOMR….vielleicht mit mehr „Kick“ zu Dimensional. Siehe Beitrag 25.

    Ben Felix ist doch wesentlich cooler als GERD KOMR. Vermutlich auch für Irving.

    Die Ideen von Fama und French kann man übrigens spottbillig mittels eines Welt-ETF UND eines „Global Small Cap Value“ -ETF als Kombination bekommen.

    (Ben Felix ist einer der bekanntesten öffentlichen Vertreter der „Dimensional-/Fama-French-Schule“ im Internet.)

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  • Kommer schreibt in seinem aktuellen Buch, dass man sich nur für Faktor-Investing entscheiden sollte, wenn man alle Vor- und Nachteile sorgfältig gegeneinander abgewogen hat und damit leben kann, dass die Rendite auch über einen längeren Zeitraum von marktkapitalisierten ETFs stärker abweichen kann. Er schätzt, dass 2/3 seiner Leser, nachdem sie sich mit dem Thema beschäftigt haben, sich gegen Faktorinvesting entscheiden werden.


    Hier ein aktuelles Paper (Do Factor Strategies Beat the Market? Sometimes Yes. Sometimes No.) bei dem es u.a. um den Unterschied zwischen den Faktoren aus wissenschaftlicher Sicht und der praktischen Umsetzung in einem Fonds geht.

    Einmal editiert, zuletzt von T101 (20. Mai 2026 um 09:26)



  • Unabhängig davon hat die Aussage von GERD KOMR dann schon etwas leicht sektenhaftes (oder positiv formuliert, etwas von einer Erweckungsbewegung): wer die Thematik durchdrungen hat, hat die Erkenntnis und handelt danach. Wer sie nicht durchdringen kann, bleibt im Dunkeln und kommt nicht „ins“ Licht.

  • Vielleicht bin ich ja zu naiv, aber ich finde den Kommer nicht wegen seiner Faktoren, sondern in erster Linie wegen seiner Mischung aus BIP/MCAP Gewichtung und der damit verbundenen leichten Untergewichtung der USA mit unter 50% und der damit verbundenen Übergewichtung von EM und Europa gut, dazu kommt noch ein leichte Valueausrichtung, und das alles einfach in einem ETF. Außerdem wird er wahrscheinlich nicht in SpaceX investieren, was ihn mir auch noch sympathischer macht.

    Die einzigen Alternativen, die ich kenne, sind Dimensional und Avantis, die aber mit ihren globalen EFTs angelehnt an den MSCI World IMI Index bei einem USA Anteil von ca. 70% liegen.

    Wenn ich die Kommergewichtung mit in Deutschland erhältlichen Avantis ETFs nachbaue, brauche ich da 5 unterschiedliche ETFs..... In Summe bezgl. der TER natürlich billiger als beim Kommer, aber auch erheblich komplizierter in der langfristigen Balancierung.



  • Unabhängig davon hat die Aussage von GERD KOMR dann schon etwas leicht sektenhaftes (oder positiv formuliert, etwas von einer Erweckungsbewegung): wer die Thematik durchdrungen hat, hat die Erkenntnis und handelt danach. Wer sie nicht durchdringen kann, bleibt im Dunkeln und kommt nicht „ins“ Licht.

    Nein. Ich habe das falsch wiedergegeben und jetzt angepasst.

  • @Irving , du verstehst meinen Punkt nicht. Es geht mir überhaupt nicht um Pro oder Kontra Factor Investing. Im Gegenteil, die Kombination aus Small-Value bspw. überzeugt mich oberflächlich betrachtet bspw. durchaus. Tiefer kann und möchte ich allerdings auch nicht in das Thema einsteigen. Das gebe ich zu. Ich bin da eher pragmatisch und begnüge mich meistens mit dem Pareto Prinzip. Vielleicht ist das hier auch nicht das richtige Forum für derart tiefgehende wissenschaftliche Diskussionen.

    Mir geht es einfach um die Relation zwischen potentiellem Mehrwert zu den höheren Kosten in der konkreten Umsetzung des Kommer ETF. Vergleiche hinken bekanntermaßen immer etwas. Ich versuche es trotzdem mal: Wenn ich im Supermarkt die Wahl zwischen zwei Haarshampoos habe, ein gutes ordentliches und bewährtes Standardprodukt zu 3 Euro oder einem das mir „wissenschaftlich belegten und auf den neuesten Erkenntnissen der Forschung“ basierten Mehrwert bietet zu 10 Euro. Dann greife ich instinktiv zu dem günstigeren. Nicht weil ich denke, der Mehrwert der Innovation sei nicht da. Sondern weil ich denke, er ist marginal und steht in keinem Verhältnis zum höheren Preis. Solche Marketingaussagen sind ja deshalb so schwer angreifbar, da sie meistens im Kern richtig sind. Aber gleichzeitig den höheren Preis nicht ansatzweise rechtfertigen. Bei 3,50 Euro würde ich drüber nachdenken. Also beim Shampoo, nicht beim Kommer ETf ^^

    Danke, das geht mir genauso.

    Ich verfahre da nach dem Motto "Done is better than perfect".

    Ein Welt-ETF mit günstiger TER, Sparplan laufen lassen, und gut ist. Ob auf meinen individuellen Anlagezeitraum der Gerd-Kommer-ETF trotz der höheren Kosten besser performen wird? Keine Ahnung. Vielleicht ja, vielleicht nein. Garantieren wird es mir keiner. Die höheren Kosten sind dagegen garantiert.

    Ich habe mich mit dem Ding, als es aufgelegt wurde, auseinander gesetzt und die Gestaltung war mir zu "aktiv" und die Kosten zu hoch. Als hätte man es bewusst komplex gestaltet, um die hohen Kosten zu rechtfertigen. Bei sowas werde ich grundsätzlich skeptisch bzw. will solche Marketing-Maschen nicht unterstützen.

  • Gerade fiel mir beim Frühstück ein (hoffentlich) witziger Vergleich zwischen dem Kommer-ETF und einem FTSE All-World bzw. MSCI ACWI (IMI) ein:


    Wenn der klassische „Welt-ETF“ der Magerquark aus dem Supermarkt ist ) billig, zuverlässig, proteinreich und seit Jahrzehnten unverändert) dann ist der Kommer-ETF eher der Skyr mit Bio-Siegel, Protein-Optimierung, extra Beerenmix und „wissenschaftlich verbesserter Rezeptur“.

    Beide machen satt (Marktrendite).
    Aber der eine kostet 1,29 € und macht seit 20 Jahren genau das Gleiche.
    Der andere kostet 2,49 €, schmeckt „optimierter“ und verspricht ein bisschen mehr Fitness. Nur leider weiß niemand sicher, ob die Extra-Proteine auch wirklich Muskeln oder nur den Preis wachsen lassen…. Der Eiweißgehalt ist sowieso gleich.

  • Die einzigen Alternativen, die ich kenne, sind Dimensional und Avantis, die aber mit ihren globalen EFTs angelehnt an den MSCI World IMI Index bei einem USA Anteil von ca. 70% liegen.

    Es gibt da schon seit 2007 den RAFI-3000 ETF. :rolleyes:
    Der wurde kürzlich umbenannt und nennt sich jetzt: Invesco RAFI All-World Fundamental Value UCITS ETF

    Und für die 5-Faktor-Fraktion gibt es seit 2014 den HSBC MULTI FACTOR WORLDWIDE EQUITY
    Hier mal die ETF im Vergleich:
    https://www.fondsweb.com/de/vergleichen…66,IE00BKZGB098

    Ich halte den Kommer-ETF weder für schlechter/besser. Er ist m.E. einfach nur zu teuer!
    Aber das ist meine Meinung und jeder darf gern seine eigene Meinung haben. Und wer genau diese Aufteilung in einem Produkt haben will (50% MCAP / 50% BIP), hat keine andere Alternative.
    Ob dann letztlich die Faktoren etwas bringen werden, wird irgendwann mal die Zukunft zeigen.

  • Wenn ich die Kommergewichtung mit in Deutschland erhältlichen Avantis ETFs nachbaue, brauche ich da 5 unterschiedliche ETFs..... In Summe bezgl. der TER natürlich billiger als beim Kommer, aber auch erheblich komplizierter in der langfristigen Balancierung.

    Dann nimm

    35% irgendeinen USA ETF TER 0,03%
    45% Xtrackers FTSE All-World ex-US TER 0,15%
    20% Avantis Global Small Cap Value TER 0,39%

    => USA Anteil 50%, geringer Tech-Klumpen
    => signifikanter Small-Value Tilt
    => Portfolio TER 0,156%
    => billiger als Kommer ETF und als ACWI IMI ETF

    Ja, drei ETF sind zwei mehr als einer. Aber auch nicht unfassbar komplex. Und das kann man m.E. über die Sparplanraten bereits ausreichend in der Balance halten.
    Andernfalls besparst du es im Januar im Altersvorsorgedepot samt steuerunschädlichem Rebalancing.

  • Wenn ich wetten müsste: Irving (der jetzt mal wieder davonhoppelt) ist vermutlich ein „Marketing-Opfa“ der Gerd Kommer Marketing-Maschinerie.

    Die Frage, ob er Marketingopfer oder nicht vielleicht doch eher -täter ist, darf man vermutlich nicht stellen weil ad hominem.

    Dass die wiederkehrende „Information“ die Bekanntheit des GERD KOMR ebenso steigert wie Marketing, darf angemerkt werden.

  • Und das kann man m.E. über die Sparplanraten bereits ausreichend in der Balance halten.

    Das wird nicht funktionieren, wenn es tatsächlich mal dazu kommt, dass die USA deutlich Performance als der Rest der Welt liefern und das Depot eine gewisse Größe hat. Rebalancing über Sparraten funktioniert nur, wenn das Depot im Verhältnis zur Sparrate recht klein ist. Bei einer Depotgröße von 100 Raten hast du häufig tägliche Schwankungen, die eine Sparrate übersteigen. Über den Daumen gepeilt erreichst du so ein Depot nach 6-7 Jahren

    Problematisch ist an der Stelle auch, dass du dir mit dem speziellen Fokus auf die USA auch den nächsten Klumpen ins Haus holst. Was auch immer nach den USA dann kommen mag. Machst du dann einen ex-Blubb dazu und 20 Jahre später noch einen ex-Blah?

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