Hallo Community,
ich schreibe eine Geschichte von einer Bekannten, die nach dem Todesfall ihres Vaters ein Vermögen geerbt hat, dass ihrem Konto bei der HSBC Canada gutgeschrieben wurde. Das Vermögen stammt aus der Liquidation des väterlichen Unternehmens. Wegen vorgeblicher "Prüfungen" (Abwicklung der Liquidierung, Mögliche Forderungen von Gläubigern, Erbschaftssteuer, etc.) wurde ihr Konto gesperrt - inklusive des gutgeschriebenen geerbten Vermögens, das sich darauf befindet.
Als sie von der Bank die Information bekam, dass die "Prüfungen" abgeschlossen seien, reiste sie zur Erledigung einiger finaler Formalitäten nach Québeck. Bei der HSBC in Québeck wurde ihr eröffnet, dass die "Prüfungen" zwar abgeschlossen seien, aber zur endgültigen Kontofreischaltung noch Gebühren für die Bank fällig seien und noch offene Schulden bedient werden müssen. Dabei wurde ihr in einem offiziellen Schreiben, das mir vorliegt, zwei Konten genannt, auf die ein mittlerer sechsstelliger Betrag (in EUR) zu überweisen sei. Vorab sei ein Teilbetrag davon zu überweisen, damit das Prüfungsverfahren nicht von vorne anfangen müsse. Sie ist der Aufforderung mit Hilfe von Freunden nachgekommen. Dabei wurden nach den ersten Überweisungen von Teilbeträgen immer neue Konten von der Bank vorgegebenen, Konten in Frankreich, Polen, Österreich von Privatpersonen sowie von Firmen. Bei keiner dieser Bankverbindungen wurden Belege vorgelegt oder glaubwürdige Verwendungszwecke genannt. Fragen, in welchem Zusammenhang die Geldempfänger zum Erbschaftsverfahren oder der Unternehmensliquidation stehen, blieben mit Verweis auf äußerste Geheimhaltung unbeantwortet. Nachdem eine der Überweisungen aus ungeklärten Gründen scheiterte und rückgebucht wurde, wurde quasi "über Nacht" eine neue Kontoverbindung benannt, auf die der betreffende Teilbetrag dann erfolgreich überwiesen werden konnte. Nur nach äußerstem Insistieren wurden die Bankverbindungen und die geforderten Teilbeträge von der Bank schriftlich mitgeteilt. Zunächst erfolgten die Informationen mündlich, per formloser Email oder per What's-Up.
Nachdem der geforderte Gesamtbetrag auf etwa fünf verschiedene Konten überweisen worden war, wurde die Kontosperrung aufgehoben. Die erste Überweisung von diesem vormals gesperrten HSBC-Konto wurde jedoch durch die HSBC-Bank sofort gestoppt - obwohl der überwiesene Betrag bereits dem Konto belastet war. Der Betrag wurde nach einigen Tagen glücklicherweise wieder dem Konto gutgeschrieben (Stornierung der Überweisung). Anschließend wurde das Konto jedoch erneut gesperrt mit dem Hinweis, dass weitere Gläubiger sich gemeldet hätten und die kanadische Finanzaufsicht die Sperrung des Kontos veranlasst habe - ohne dafür Beweise zu liefern. In dem per Email erhaltenen Schreiben (inkl. des zuständigen Sachbearbeiters der Bank mit Email-Adressse und Telefonnummer) wurde meine Bekannte aufgefordert, zur Aufhebung des Kontos einen niedrigen siebenstelligen Betrag (!) zu überweisen - ein Teil davon wiederum sofort, damit das Verfahren nicht unterbrochen werden müssen. Kontoverbindungen, wohin der Betrag zu überweisen sei, fehlen im Schreiben, würden aber nachgereicht. Inzwischen hat sich meine Bekannte an einen Anwalt gewendet...
Meine Frage ist: Gibt es ähnliche Fälle dieser Art. Wer hat so etwas schon mal erlebt? Wie ist die Geschichte ausgegangen. Bei Trustpilot liest man Horrorgeschichten über die HSBC, die so ähnlich klingen (korrupte Mitarbeiter etc.). Was kann ich meiner Bekannten raten außer die Konsultierung eines Rechtsbeistandes, der die Angelegenheit klärt?
Im Zusammenhang mit den Überweisungen wurden von der HSBC die Firmen SIMEX (Frankreich) und HUNTEX Recycling KFT (Ungarn) genannt. Wem sagen diese Firmen etwas?