Einfache Sprache

  • Schwerhörigkeit hat auch etwas mit wachsendem Alter zu tun. Gleiches gilt für die Bilder. Meine Sehkraft lässt jedenfalls mit dem Alter nach und manch eine Grafik kann ich kaum noch entziffern.

    Es wäre denke ich ein Fehler, wenn man die Finanztip Themen ausschließlich an junge Leute adressiert. Und die Dame aus dem Podcast geht mir offen gestanden mit den unnötigen Anglizismen auch auf den Zeiger.

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    Erben und Vererben: Pflichtteil, Testament & Co. einfach erklärt
    Recht & Steuern 17 Kapitel

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  • Wir leben in einer verrechtlichten Gesellschaft. Kann man schlecht finden, ist aber so.

    Andere bekommen das weitaus besser hin.

    In dem Bereich, in dem ich beruflich tätig bin, veröffentlicht z.B. die zuständige Behörde in der Schweiz Handlungsleitfäden (2-3 Seiten Zusammenfassung der Gesetzgebung) auf ihrer Internetseite. Die EU veröffentlich auf der Webseite ihrer Behörde ein FAQ mit häufigen Fragen. Findet man sowas in Deutschland? Nein.

    Und als ich vor 25 Jahren mit damals rudimentären Sprachkenntnissen in Frankreich "Wohngeld" beantragt habe, war das völlig problemlos. Ich vermute, dass ich heute in Deutschland daran scheitern würde, weil ich als Muttersprachler den Antrag nicht eindeutig verstehen würde.

  • Hat das nicht auch mit der relativ neuen Interpretation zu tun, dass Menschen nicht behindert sind, sondern behindert werden?

    Diese Interpretation ist schon aus dem vorigen Jahrtausend. Damals war Behinderung ein böses Wort. Heute ist es (wieder) ein gutes. Mensch muss im Fokus sein, daher besser Menschen mit Behinderungen statt behinderte Menschen.

    Nicht mehr geistige Behinderung sondern Lernbehinderung/Lernschwierigkeit oder kognitive Behinderung.

  • Es spricht aber auch nichts dagegen, diese rechtssicheren Begriffe zu verwenden und gleichzeitig eine Erklärung in einfacher Sprache (oder sogar Einfacher Sprache) mitzuliefern.

    Sind wir hier in einem allgemeinen Froum, wo es um Gott und die Welt geht, oder in einem Finanzforum, in den man (naja, wieder mal meine persönliche Bubble, die ich ganz dreist auch auf andere übertrage) durchaus erwarten kann, dass jemand, der Begriffe oder den Wortlauf der Paragraphen nicht kennt, diese bei korrekter Nennung selber ergoogeln kann?

    Oder anders herum: muss hier demnächst jede Antwort als Doktorarbeit in einfacher Sprache ausgeführt werde, damit jeder Neuling sie sofort versteht?

    weil es mehr Konzentration erfordert. Und die ist nicht immer gegeben.

    Da schaut/hört/liest also jemand ein Finanztip-Video, man kann von ihm/ihr aber keine Konzentration erwarten? Warum schaut man sowas dann an anstatt sich mit einfacher Musik berieseln zu lassen?

    Bei den Grundlagenartikeln mag das etwas sein, das kann ich nicht beurteilen. Ich hatte mit diesen noch keine Probleme, die ich nicht durch eine triviale Suche im Internet innerhalb von ein paar Minuten selber lösen konnte (oder zu der es nirgendwo eine Antwort gibt). Für mich sind unvollständige Angaben viel schlimmer, unabhängig davon, wie diese konkret beschreiben sind.

    Es wäre denke ich ein Fehler, wenn man die Finanztip Themen ausschließlich an junge Leute adressiert.

    Diesen Eindruck habe ich zwar manchmal, wenn alte Produkte unter den Tisch fallen oder man davon ausgeht, dass sich Themen bis zum Erreichen des Altrers durch den Autor von selber lösen werden. Trotzdem sehe auch ich mich mit Ü50 noch als Zielgruppe von Finanztip.

    Meine Sehkraft lässt jedenfalls mit dem Alter nach und manch eine Grafik kann ich kaum noch entziffern.

    Und was soll die Konsequenz sein? Nicht mehr wie zwei Wörter oder Zahlen in einem Bild mit einem Zeichensatz von 48 pt?

    Für sowas gibt es seit jahrzehnten technische Hilfsmittel (nein, ich meine damit nicht die Lupe, die jemand vor dem Monitor nutzt). Weder Videos noch Artikel sind Live-Präsentation, die man nicht mal anhalte kann. Sogar die Live-Videos von FT sind nach dem Ende noch beliebig lange anschaubar.

    Für mich ist dies der Hauptgrund, warum ich Fachmagazine nur noch in digitaler Form aboniert habe. Dann hängt es nur von der Bildschirmgröße und meiner Lust zum Scrollen ab, ob ich diese problemlos lesen kann oder nur mit viel Aufwand, da sie für mich oft zu klein gedruckt sind.

  • Oder anders herum: muss hier demnächst jede Antwort als Doktorarbeit in einfacher Sprache ausgeführt werde, damit jeder Neuling sie sofort versteht?

    Mit scheint, du neigst zur Übertreibung.

    Wenn du etwas weniger scrollen und mehr lesen würdest, hättest du vielleicht gesehen, dass ich mich auf die Finanztip-Seite bezogen habe. Zumindest hatte ich brittys Anlegen dahingehend interpretiert. Du darfst weiterhin munter drauflos schwadronieren.

  • Dachte ich auch... Dann habe ich ein Hörgerät bekommen und das Nuscheln war überall, nicht nur bei FT, wie weggefegt :)

    Schön für dich :)

    Wenn Saidi und Emil klar zu verstehen sind und andere nicht, wirds nicht helfen. Wer einen Vodcast macht, kommt nicht weit, wenn er oder sie sich nicht dafür schulen lässt. Ausser jemand ist ein Naturtalent.

  • Vermutlich hast Du selbst noch nicht mit irgendwelchen Einschränkungen zu tun.

    Was die Grafiken in Videos angeht finde ich die Bild-in-Bild Technik sehr ärgerlich, die das ganze unnötig verkleinert. Und ja - ich könnte mir einen Wand füllenden Bildschirm anschaffen, damit ich das besser sehen kann. Leider kann ich nur noch mit Laptop arbeiten wegen gesundheitlicher Einschränkungen und da ist die Bildschirmgröße limitiert. Wäre einfach schön, wenn es einem nicht unnötig schwer gemacht wird. Das ist einfach Gedankenlosigkeit!

    Ähnliches gilt für den inflationären Gebrauch von Abkürzungen, warum muss man so rücksichtslos sein? Auch wenn ich nicht so weit gehe, dass alles völlig barrierefrei sein muss, wäre eine deutliche Aussprache schon eine Mindestanforderung, die sich leicht erfüllen lässt.

  • Interessanter Faden.

    Ich habe tgl. mit einer Vielzahl von Menschen zu tun: m/w/d, 15-65 Jahre, Multikulti, vom ausgebildeten Bäcker bis zum promovierten Ingenieur oder Wissenschaftlicher. Und noch vieles mehr.

    Zu Beginn meines Austausches mache ich mir Gedanken: wer spricht hier mit mir, was ist die Erwartung, wo möchte ich hin. Ich begebe mich also jedesmal auf eine neue Augenhöhe.

    All das geht in so einem Forum nicht.

    Insofern appellierte ich an eine gewisse Gelassenheit, Akzeptanz, Unvoreingenommenheit und Toleranz.

    Einen schönen Abend 😊

  • Leider kann ich nur noch mit Laptop arbeiten wegen gesundheitlicher Einschränkungen und da ist die Bildschirmgröße limitiert.

    Tipp ganz am Rande des Hauptthemas: Ich nutze selbst einen 15.6''-Laptop, den ich aber mit einem 24''-Monitor verdrahtet habe (HDMI-Kabel). Das bringt mir manches näher und besser sichtbar. Den Laptopdeckel habe ich dazu runtergeplappt, soweit es geht.

    Ach ja, seit ich wegen des unsäglichen Touchpad-Dingens mal ein sicheres Schachspiel verdaddelt habe (meine Dame ersoff auf b2 vor dem fälligen in seiner Ecke kauernden gegnerischen Läufer, wie auch immer der sich dorthin verlaufen hatte) ist wieder eine Maus für mich auf der Platte unterwegs. Kabellos, versteht sich.

    Auch das kleinere von zwei Übeln kann ein größeres sein.

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