Steuerreform 2027

KI-Zusammenfassung

: Welche Steuerentlastungen Familien und mittlere oder niedrige Einkommen erreichen und wie eine AU-Pflicht ab dem ersten Krankheitstag praktisch laufen soll, ist nach den Koalitionsplänen noch in vielen Punkten offen.

Welche Steuerentlastungen Familien und mittlere oder niedrige Einkommen erreichen und wie eine AU-Pflicht ab dem ersten Krankheitstag praktisch laufen soll, ist nach den Koalitionsplänen noch in vielen Punkten offen.

  • Viele Beiträge sehen die Steuerentlastung kritisch, weil die genannten 600 € erst 2028 und nur für bestimmte Familien gelten sollen.
  • Mehrere Beiträge betonen zur AU ab Tag eins, dass der Arztbesuch laut genannten Aussagen nicht zwingend am ersten Krankheitstag stattfinden soll.
  • In der Community bleibt die Wirkung auf Praxen umstritten, weil einige weniger Missbrauch erwarten und viele mehr Belastung durch zusätzliche Arztbesuche befürchten.
  • Aber wen muss denn dann die EZB mit einem relativ niedrig gehaltenen Referenzinssatz schützen -der geringer ist, als Inflation bzw. Preisstabilität es eigentlich erfordern würden - wenn es nicht die doch gut laufenden Wirtschaft ist?

    Naja die Staaten gehen doch auf dem Zahnfleisch und sind hoch verschuldet. Wenn man die Zinsen jetzt anhebt müssen die Renditen auf Staatsanleihen steigen, sonst lassen sich diese nicht mehr an den Mann bringen. Man könnte auch den Staat verwundert ansehen, wie es ihm so schlecht gehen kann, bei einer angeblich florierenden Wirtschaft. Dann scheinen ja die Steuer soch zu niedrig zu sein oder?

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  • Wenn die ganzen Großkonzerne meinen jetzt Deutschland und der EU komplett den Rücken zu kehren wäre ich dafür das alle Supventionen, Infrastrukturprojekte und Sterersparnisse incl. Zinseszins zurück gezahlt werden müssen, können sich das Geld ja in China organisieren.

  • Naja die Staaten gehen doch auf dem Zahnfleisch und sind hoch verschuldet. Wenn man die Zinsen jetzt anhebt müssen die Renditen auf Staatsanleihen steigen, sonst lassen sich diese nicht mehr an den Mann bringen. Man könnte auch den Staat verwundert ansehen, wie es ihm so schlecht gehen kann, bei einer angeblich florierenden Wirtschaft. Dann scheinen ja die Steuer soch zu niedrig zu sein oder?

    Und was bedeutet das jetzt für den Konsumenten/Verbraucher/Bürger einerseits und dem Anleger andererseits? Dass man in die Zange genommen wird zwischen hoher Inflation einerseits für den Konsum/Verbrauch, und andererseits zu geringen Guthaben-Zinsen bzw. Zinsen auf Staatsanleihen? Und das der Anleger daher weiter eher noch verstärkter in Aktien o.ä. investieren soll/muss, weil Staatsanleihen weniger profitabel sind, als sie es sein müssten? Und das, obwohl die EZB eigentlich die Preisstabilität und nicht die Finanzierung von Staatshaushalten als Mandat hat? Gehen wir damit denselben Weg wie Japan, und hinken nur zeitlich etwas hinterher? Bzw. wenn Japan vorher umkippt, dann macht das eine Welle, so dass unsere eigene Staatsverschuldung dann vielleicht nicht mehr relevant sein wird?

  • Naja die Staaten gehen doch auf dem Zahnfleisch und sind hoch verschuldet.

    "Die Staaten" ... ?

    Wäre mir beispielsweise von der Schweiz ganz neu ... ?

    Wenn man die Zinsen jetzt anhebt müssen die Renditen auf Staatsanleihen steigen, sonst lassen sich diese nicht mehr an den Mann bringen.

    Auch ohne, daß "man" (vermutlich ist damit eine EU-Behörde wie die EZB gemeint) "die Zinsen jetzt anhebt" (gemeint ist vermutlich der EZB-Leitzins, der für 21 verschiedene Länder passen soll ...), könnten die "Renditen auf Staatsanleihen steigen", weil immer mehr Marktteilnehmer kritischer auf die Schuldentragfähigkeit einzelne Staaten blicken. Insbesondere, wenn diese Staaten Rahmenbedingungen setzen, die zu Nullwachstum oder bestenfalls anämischem Wirtschaftswachstum führen (Verschuldungsquoten werden im Verhältnis zum BIP bewertet).

    Man könnte auch den Staat verwundert ansehen, wie es ihm so schlecht gehen kann, bei einer angeblich florierenden Wirtschaft.

    Die Wirtschaft floriert hier schon länger nicht mehr. Mit der üblichen zeitlichen Verzögerung beginnen nun die Einnahmen des Staates zu sinken und die Ausgaben des Staates zu steigen (für Arbeitslosigkeit beispielsweise).

    Dann scheinen ja die Steuer soch zu niedrig zu sein oder?

    Hatte ich - wie an anderer Stelle schon geschrieben - bereits zwei Mal meinem Wohnsitzfinanzamt schriftlich vorgeschlagen (einmal 1989 und nochmals Mitte der 90er): Das Finanzamt kann alle meiner Einkünfte einbehalten und zahlt mir im Gegenzug dafür ein kleines monatliches Taschengeld aus. Aufgrund meiner finanziell prekären Kindheit- und Jugendzeit kann ich mir Geld gut einteilen. Spart zum einen mir den Aufwand mit der Steuererklärung samt Kosten für den Steuerberater und zum anderen der Behörde den Aufwand mit der Bearbeitung und Bescheidung.

    Eine Antwort auf die besagten Schreiben habe ich nie erhalten ...

  • Wenn die ganzen Großkonzerne meinen jetzt Deutschland und der EU komplett den Rücken zu kehren wäre ich dafür das alle Supventionen... incl. Zinseszins zurück gezahlt werden müssen ...

    Supervorschlag. Gerade die Supventionen betreffend.

    Wenn Unternehmen, Unternehmer usw. meinen Standort eher meiden (siehe private Investitionsquote hierzulande) oder ganz verlassen - oder im Kleinen: Die früheren Gäste mein Restaurant eher meiden oder gar nicht mehr besuchen - würde ich (sei es als Politiker oder Gastwirt) zumindest den Gedanken zulassen, daß dies auch etwas mit den gesetzten Rahmenbedingungen meines Standorts - oder dem Angebot meines Restaurants - zu tun haben könnte ... :rolleyes:

  • Und was bedeutet das jetzt für den Konsumenten/Verbraucher/Bürger einerseits und dem Anleger andererseits? Dass man in die Zange genommen wird zwischen hoher Inflation einerseits für den Konsum/Verbrauch, und andererseits zu geringen Guthaben-Zinsen bzw. Zinsen auf Staatsanleihen? Und das der Anleger daher weiter eher noch verstärkter in Aktien o.ä. investieren soll/muss, weil Staatsanleihen weniger profitabel sind, als sie es sein müssten? Und das, obwohl die EZB eigentlich die Preisstabilität und nicht die Finanzierung von Staatshaushalten als Mandat hat? Gehen wir damit denselben Weg wie Japan, und hinken nur zeitlich etwas hinterher? Bzw. wenn Japan vorher umkippt, dann macht das eine Welle, so dass unsere eigene Staatsverschuldung dann vielleicht nicht mehr relevant sein wird?

    Die EZB handelt schon lange nicht mehr ausschließlich nach ihrem Mandat der Preisstabilität. Dann würden bei externen Preisschocks nämlich keine Zinsen erhöht werden, da sie keinen Einfluss in solchen Situationen haben.

    Was das ganze bedeutet ist eine sehr philosophische Frage. Das zu beantworten passt auch nicht wirklich in den Rahmen hier.

  • Die EZB handelt schon lange nicht mehr ausschließlich nach ihrem Mandat der Preisstabilität.

    Stimmt. Einhellige Meinung so gut wie aller, die sich mit monetärer Ökonomik beschäftigen.

    Zu dem ursprünglichen offiziellen Mandat ("Preisniveaustabilität" sprich "Kaufkraftstabilität") gemäß dem "Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union" (AEUV) ist spätestens seit 2010 und aller spätestens seit 2012 das inoffizielle Mandat "Rettung des Euro" in seiner Existenz und "Rettung der Eurozone in der bisherigen Länderbesetzung" dazugekommen.

    Dann würden bei externen Preisschocks nämlich keine Zinsen erhöht werden, da sie keinen Einfluss in solchen Situationen haben.

    Inflationserwartungen, insbesondere sich verfestigende, Lohn/Preis-Spiralen usw. spielen für Notenbanken keine Rolle ... ?

  • Die EZB handelt schon lange nicht mehr ausschließlich nach ihrem Mandat der Preisstabilität. Dann würden bei externen Preisschocks nämlich keine Zinsen erhöht werden, da sie keinen Einfluss in solchen Situationen haben.

    Was das ganze bedeutet ist eine sehr philosophische Frage. Das zu beantworten passt auch nicht wirklich in den Rahmen hier.

    Die BOJ (Japan) kann auch nicht die Zinsen erhöhen, wie es nötig wäre, um die Währung zu stabilisieren, weil Zinserhöhungen dazu führen würden, dass die Schuldenlast nicht mehr tragbar wird. Wenn ich mich richtig erinnere, dann gehen die USA sogar soweit, dass sie weniger Langläufer Government Bond emittieren und stattdessen mehr Kurzläufer herausgeben. Die Zinsen für die Langläufer bestimmt der Markt. Den Zinssatz für die Kurzläufer kann die Fed eher beeinflussen.

    Wieso kann eine Zentralbank "externe Preisschocks" nicht mit einer Zinserhöhung begegnen, wenn es der Wirtschaft - wie hier erwähnt - gar nicht so schlecht geht?

  • Wieso kann eine Zentralbank "externe Preisschocks" nicht mit einer Zinserhöhung begegnen, wenn es der Wirtschaft - wie hier erwähnt - gar nicht so schlecht geht?

    Kann man schon, ist halt nicht sonderlich sinnig. Ich versuchs mal als Nich-Ökonom mein Verständnis zu erklären. Der externe Preisschock ist ein Einmalereignis, dass das Preisniveau sprunghaft auf ein höheres Niveau hebt und dann mit der "normalen" Inflation weitergeht. Mit der Zinserhöhung zielst Du aber auf die "normale" Inflation. Den Preisschock erwischt Du garnicht.

  • Kann man schon, ist halt nicht sonderlich sinnig. Ich versuchs mal als Nich-Ökonom mein Verständnis zu erklären. Der externe Preisschock ist ein Einmalereignis, dass das Preisniveau sprunghaft auf ein höheres Niveau hebt und dann mit der "normalen" Inflation weitergeht. Mit der Zinserhöhung zielst Du aber auf die "normale" Inflation. Den Preisschock erwischt Du garnicht.

    Eine Inflation, die passiert ist (egal warum), zurückzudrehen ist kaum möglich und das ist auch nicht das Ziel. Sondern ein durchgehender Korridor um die 2%. Was drüber lag "ist halt passiert". Warum kann eine Zinserhöhung dann nicht irgendeinen Teil der vorhandene Gesamtinflation bekämpfen - also denn, der nicht auf externe Faktoren beruht? Dann ginge wenigstens die Gesamtinflation etwas zurück.

  • Eine Inflation, die passiert ist (egal warum), zurückzudrehen ist kaum möglich und das ist auch nicht das Ziel.

    Theoretisch könnte man das mit einer herbeigeführten Deflation. Ob man das möchte, ist eine andere Frage.

    Taxation is not charity. It is not voluntary. As we shrink the state and make government smaller, we will find that more and more people are able to take care of themselves.

    Grover Norquist

  • Eine Inflation, die passiert ist (egal warum), zurückzudrehen ist kaum möglich und das ist auch nicht das Ziel. Sondern ein durchgehender Korridor um die 2%. Was drüber lag "ist halt passiert". Warum kann eine Zinserhöhung dann nicht irgendeinen Teil der vorhandene Gesamtinflation bekämpfen - also denn, der nicht auf externe Faktoren beruht? Dann ginge wenigstens die Gesamtinflation etwas zurück.

    Hat es denn funktioniert? Ich denke eher nicht.

  • Ich glaube, dass eine Erhöhung der Mehrwertsteuer vollständig zu Steuerentlastungen an anderer Stelle und einer Senkung der Sozialbeiträge verwendet werden wird. 10

    1. ja 0 0%
    2. 8 80%
    3. vielleicht 2 20%

    https://www.focus.de/finanzen/top-o…1673c63a67.html

    Ich glaube, dass eine Erhöhung der Mehrwertsteuer vollständig zu Steuerentlastungen an anderer Stelle und einer Senkung der Sozialbeiträge verwendet werden wird.

  • Da die Mw.St. Erhöhung gerade überhaupt nicht in Aussicht steht, finde ich es etwas kurios darüber abzustimmen, wie diese Mittel dann verwendet werden würden.

    Unabhängig davon, bin ich grundsätzlich dagegen eine Mw.St. Erhöhung zur Steuerentlastung an anderer Stelle einzuführen. Das belastet einkommensschwache Haushalte und entlastet Gutverdiener. Unabhängig davon, dass das letzte was wir gerade brauchen eine weitere Preissteigerung ist.

  • Da die Mw.St. Erhöhung gerade überhaupt nicht in Aussicht steht, finde ich es etwas kurios darüber abzustimmen, wie diese Mittel dann verwendet werden würden.

    Genau. Für manche scheint der Focus eine Art Bibel zu sein. Wenn hier jede Meinung zur Abstimmung gestellt würde ...

  • Bisher wurde eigentlich herzlich wenig von dem, was als Entlastung politisch verkauft wurde, bei den Entlasteten auch als solches wirklich wahrgenommen. Und auch bei einer Erhöhung der Mehrwertsteuer wird der Mehrerlös irgendwo hin geblasen, nachdem man ihn erstmal ein bisschen rumverwaltet hat (Gemeinschaftssteuer, da wird erstmal gewürfelt wer überhaupt wieviel davon dann haben soll), und für wahrnehmbare Entlastungen irgendeines Teils der deutschen Bevölkerung wird kaum was übrig bleiben.

  • Es gibt nicht "den focus".

    Es gibt das Klatschblatt, den Yellow Press Anteil und die Kommentare der (intellektuellen) Stammtischbrüder. Aber es gibt zwischendrin auch Artikel und Kommentare von ausgewiesenen ExpertInnen. Vom Verlag gibts tatkräftigen Support von neuen Enwicklungen. Für eine bessere Welt.

    Jedem seinen "focus".

  • Interview zur palliativen Industriepolitik in Deutschland:

    https://www.n-tv.de/wirtschaft/Wir…id31200596.html

    Je länger die Transformationsphase andauert, umso länger zahlen wir doppelt. Wir reden etwa im Stromnetz oft von hohen Systemkosten. Das sind drei Milliarden Euro im Jahr. Die werden immer den Erneuerbaren zugerechnet, obwohl es eher ein Drittel Erneuerbare, ein Drittel Netzkosten und ein Drittel fossile Überkapazitäten sind. Diese drei Milliarden Euro möchte ich auch gerne sparen. Das gelingt aber nicht, wenn man Batteriespeicher abstraft und von ihnen Netzentgelte verlangt. Genau das hat Frau Reiche vor. So rechnet sich kein Batteriespeicher und das Netz kann nicht stabilisiert werden. Stattdessen benötigt man dann teure, subventionierte Kapazitäten, die sich am Markt für sich nicht rechnen.

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