Wie steht ihr zum Thema Vererben oder Aufbrauchen?

  • Wie nutzt bzw. wollt ihr Euer Alterskapital im Ruhestand nutzen? 63

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    Immer wieder stellt sich im Zusammenhang mit der Altersvorsorge die Frage, wie und ob man das Kapital später nutzen will. Ich bitte Euch jeweils eine möglichst passende Antwort auszuwählen (bis zu drei sind möglich). Falls gar nichts passt wäre es toll wenn ihr in Antworten erläutert, was Euch fehlt.

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  • Ich glaube die Umfrage ist so kleinteilig, das die Auswertung kein klares Bild ergeben wird.

    ... aber eigentlich müsste sie noch kleinteiliger sein, denn sie richtet sich nur an Alleinstehende.

    Vereinfacht: wenn ich vor meinem Mann sterbe, möchte ich, dass noch ordentlich was übrig ist, damit er nicht knapsen muss. Wenn ich ihn dagegen überlebe, ist es mir mangels gemeinsamer Kinder herzlich egal, ob nach meinem Tod was übrig bleibt.

  • Ich weiß es noch nicht.

    Wahrscheinlich werde ich im Alter mehr als genug haben (auch weil ich vermutlich selbst noch etwas erben werde - hoffentlich noch lange hin, mit einiger Wahrscheinlichkeit erst, wenn ich selbst kurz vor der Rente stehe).

    Die Frage ist ja auch, was ist die Alternative zum Vererben? Das vorhandene Vermögen exakt passgenau aufzubrauchen wird ja den wenigsten gelingen. Und "auf Lücke setzen" und soviel ausgeben, dass das Geld spätestens mit 75 sicher leer ist, möchten die meisten wohl auch eher vermeiden.

    Aber das ist noch lange hin und es gibt da noch seeeehr viele Variablen.

    Wenn es mir finanziell möglich ist, möchte ich später auf jeden Fall mein Kind beim Start ins Erwachsenenleben (eventuell auch beim Kauf einer Immobilie etc.) unterstützen. Da hat es im Zweifel mehr davon, als wenn es irgendwann mal mit 60 etwas erbt.

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    Die Frage ist ja auch, was ist die Alternative zum Vererben? Das vorhandene Vermögen exakt passgenau aufzubrauchen wird ja den wenigsten gelingen. Und "auf Lücke setzen" und soviel ausgeben, dass das Geld spätestens mit 75 sicher leer ist, möchten die meisten wohl auch eher vermeiden.

    ....

    Das Vermögen bis auf wenige 10k € bis zum 85. Geburtstag runterzufahren.... Und die letzten Jahre (sofern man die 85 erreicht und diese einem überhaupt gegönnt sind) ohne großen Konsum (z.B. teure Reisen & Autos) ruhig und zufrieden von den Renten zu leben.

    Stirbt man früher, so erbt eben die Cousine 3. Grades oder so....ist aber auch egal.....muss man ins Pflegeheim, so wird eben das Vermögen verzehrt. Ist man überdurchschnittlich lang in Pflege, muss notfalls der Staat für die letzten Monate einspringen...

  • Das Vermögen bis auf wenige 10k € bis zum 85. Geburtstag runterzufahren.... Und die letzten Jahre (sofern man die 85 erreicht und diese einem überhaupt gegönnt sind) ohne großen Konsum (z.B. teure Reisen & Autos) ruhig und zufrieden von den Renten zu leben.

    Aber will man sich so einschränken, nur um auf keinen Fall was zu vererben?

    Und was heißt, ruhig und zufrieden von "den Renten" zu leben? Ziemlich viele Leute bekommen nicht genug Rente, um davon zufrieden zu leben (erst recht diejenigen, die Stand heute noch einiges von der Rente entfernt sind).

    Im Alter wird das Leben ja auch nicht unbedingt günstiger. Und vielleicht brauche ich mit 85 ja gerade erst recht viel Geld, weil ich nicht in ein personell unterbesetztes Altersheim will sondern mir zu Hause 24/7-Pflege leisten? Oder ich bin noch so fit, dass ich doch noch eine große Reise machen möchte (dann sehr viel komfortabler, wenn man vielleicht nicht mehr ganz so fit ist, also mindestens Business-Class-Flug und 5-Sterne-Hotel)?

    Und warum gerade zum 85. Geburtstag das Vermögen runterfahren? Warum nicht schon zum 80. oder erst um 90.? Man weiß ja vorher nicht, wann man stirbt und wie lange Zeit noch übrig ist.

    Wenn man am Ende 95 wird (was ja nicht verrückt ist bei der Lebenserwartung heutzutage), geht einem das Geld aus. Die Zuzahlung im Pflegeheim liegt heute schon bei irgendwas um die 4.000 EUR im Monat oder so. Da reichen "wenige 10k" nicht lange. Dass der Staat zahlt, ist auch nicht gesagt - wenn die Kinder genug Geld verdienen (und das fängt ja "schon" bei 100.000 EUR im Jahr an, wer weiß wo diese Grenzen in 3 oder 5 oder 10 oder 20 Jahren liegen...), werden sie herangezogen.

    Ich würde nicht wollen, dass mein Kind für mein Pflegeheim zahlen muss, weil ich mein eigenes Vermögen passgenau zum 85. Geburtstag ausgegeben habe.

  • Stirbt man früher, so erbt eben die Cousine 3. Grades oder so....ist aber auch egal.....muss man ins Pflegeheim, so wird eben das Vermögen verzehrt. Ist man überdurchschnittlich lang in Pflege, muss notfalls der Staat für die letzten Monate einspringen...

    Die Kosten für den Aufenthalt in einem Pflegeheim werden meiner Meinung nach überschätzt. Geht man von einer monatlichen Rentenzahlung von 2000 EUR aus, bleiben nach Zahlung der Pflegeversicherung zwischen 1000 und 2000 EUR Eigenanteil. Die durchschnittliche Verweildauer in einem Pflegeheim beträgt 25 Monate. Mithin also Gesamtkosten von durchschnittlich 50.000 EUR. Das sollten doch die meisten hier locker vom Tagesgeldkonto zahlen können.

  • Ich habe die letzte Position angehakt.
    Ich bin in Rente, meine Frau arbeitet noch gut 2 Jahre halbtags, bis auch sie in den Ruhestand wechselt. Zurzeit wird das vorhandene Portfolio weiter aufgebaut. Bislang ist noch nicht abzusehen, ob ein weiterer Aufbau des Vermögens nach ihrem Renteneintritt möglich sein wird. Grundsätzlich wollen wir so weiter leben, wie bisher. Dies scheint mit den derzeitigen Zuflüssen von Renten, Dividenden und Gehalt meiner Liebsten (dann als Rente) möglich. Wir haben keine Immobilien, keine Schulden, keine sonstigen monetären Verpflichtungen. Im Raum steht derzeit, dass wir uns einen neuen (ggf. auch als Tageszulassung) kleinen elektrischen Wagen zulegen wollen. Es wird ein Barkauf werden. Das Geld dafür ist bereits vorhanden. Mutmaßlich wird es das letzte Auto sein, das wir uns zulegen werden. Nutzungsdauer bis 10 Jahre, wenn er denn so lange hält.
    Über die weitere Erhöhung der Lebenshaltungskosten, Steuerentwicklung etc. kann derzeit keine seriöse Aussage getroffen werden. Der 1. der stirbt, hinterlässt dem anderen zunächst das restliche Vermögen. Die Kinder erhalten zunächst nichts, erben dann aber nach dem Ableben des 2. den Rest.

  • Oma und Opa haben sparsam gelebt, sind jetzt Ü90 und haben seit ihren 85. Geburtstag jeden Enkel zum Geburtstag und Weihnachten erst 1.000€, seit 2 Jahren 5.000€ in bar geschenkt - um so vor ihrem Ableben ihr Erbe zu verteilen und um aus dem Weg zu gehen das später der Staat an ihr Geld will wenn sie doch mal ins Pflegeheim müssen.

    Ich persönlich finde es schade das sie nicht selbst mehr ihr gespartes ausgegeben haben und sich mehr gegönnt haben in ihren arbeitsreichen leben, so wurde in den letzten 30 Jahren nix mehr am Haus investiert und von großen Urlaubsreisen waren sie auch nicht der Freund, bzw. ging es auch nicht weil pflegebedürftige Angehörige da waren.

    Anderes Beispiel ein Onkel, schwer gearbeitet, nie Urlaub gemacht und Geld gespart um sich den großen Traum zu erfüllen zur Rente nach Kanada auszuwandern, mit 59 dann Schlaganfall und seit nunmehr 27 Jahren ein Pflegefall, Geld vom ersparten fließt seit einigen Jahren ins Pflegeheim ... .

    Was ich damit sagen will, man muss den Spagat schaffen Geld auszugeben wenn man noch Fit ist und etwas Geld in der Hinterhand für das Alter zu haben, niemand weiß wie alt man wird.

    Ich persönlich plane keine Kinder, und selbst wenn möchte ich mein erspartes wenn möglich vor meinem Ableben auch ausgeben und kein 6 stelliges Erbe hinterlassen.

  • Geht man von einer monatlichen Rentenzahlung von 2000 EUR aus, bleiben nach Zahlung der Pflegeversicherung zwischen 1000 und 2000 EUR Eigenanteil. Die durchschnittliche Verweildauer in einem Pflegeheim beträgt 25 Monate. Mithin also Gesamtkosten von durchschnittlich 50.000 EUR.

    Du scheinst ziemlich ahnungslos zu sein. Zumindest, was die Eigenbeteiligungen im Großraum Stuttgart angeht. Hier bist du auch nach 3 Jahren mit locker 2400 bis 3000 Euro dabei. Und dann hast du vorher noch erheblich mehr zu zahlen.
    Die Durchschnitt Verweildauer halte ich für ein statistisches Gerücht.

  • Finde die Umfrage auch etwas kleinteilig, aber nun gut, mal gespannt was am Ende raus kommt. Wenn alles bei 20% , auch doof. :D

    Ich bin in der Nähe des Ruhestandes (das klärt sich dieses Jahr noch). Eigentlich habe ich vor mehr in Lebzeiten zu verschenken als zu vererben. Damit hatte ich auch bereits Anfang 2025 so nach und nach angefangen.

    Da ich eine gute Pension bekomme benötige ich auch erst mal nichts aus meinem Depot, kann also mit dem Verschenken weiter machen. Aber natürlich möchte ich mal etwas von meinem Depot entnehmen und einen Cocktail aus einer Kokosnuss durch einen Strohhalm schlürfen. Wofür hat man all die Jahrzehnte gespart! Was am Ende übrig bleibt wird natürlich vererbt.

  • Die Kosten für den Aufenthalt in einem Pflegeheim werden meiner Meinung nach überschätzt. Geht man von einer monatlichen Rentenzahlung von 2000 EUR aus, bleiben nach Zahlung der Pflegeversicherung zwischen 1000 und 2000 EUR Eigenanteil. Die durchschnittliche Verweildauer in einem Pflegeheim beträgt 25 Monate. Mithin also Gesamtkosten von durchschnittlich 50.000 EUR. Das sollten doch die meisten hier locker vom Tagesgeldkonto zahlen können.

    Im Kern nicht falsch.....Bei Männern sinds wohl im Schnitt 18 Monata bei Frauen sind es satte 35 Monate....Zuzahlung sind im Standardpflegeheim rund 3500 Euro.... Deine 50k passen also bei einer Frau und 2k Nettorente.

    Will man allerdings einen Pflegplatz in einem "besseren" Heim, so sind in D leicht 8-10k pro Monat und mehr fällig (natürlich abzüglich der Pflegeversicherung).....

  • Die Durchschnitt Verweildauer halte ich für ein statistisches Gerücht.

    Kommt die nicht dadurch zustande, dass die vielen, die eher kurz dort verweilen, den wenigen Höherbetagten gegenüberstehen? Mich würde da eine Erhebung ab einer Verweildauer von 2 Jahren interessieren.

  • Wir werden zu Lebzeiten die Immobilien etc. an unsere Kinder verschenken. So wurden meine Frau und ich (und unsere jeweiligen Geschwister) bereits ebenso beschenkt. Das Erbe fällt demnach immer relativ überschaubar aus.

  • weil ich nicht in ein personell unterbesetztes Altersheim will sondern mir zu Hause 24/7-Pflege leisten

    Du hast dann also eine (vor dem Pflegefall zu große) Wohnung oder ein entsprechendes Haus, in dem Du die 24/7 Pflege auch beheimaten kannst.

    Wenn man am Ende 95 wird (was ja nicht verrückt ist bei der Lebenserwartung heutzutage), geht einem das Geld aus

    Ohne weiteren Anhang/gesunden Partner nicht. Ich habe nicht vor, meine Immobilie zu "verbrauchen" so lange ich noch dort leben kann. Für eine 24/7 Betreung ist sie zu klein.

    Also gibt es irgendwann das Pflegeheim und sollten bis dahin weder die Haupt-Arbeitgeber hier alle pleite sein oder der Immobilienmarkt in der Region komplett gedreht haben, reicht der Gegenwert recht lange fürs Heim selbst wenn der ETF vorher ausgegeben wurde und ich "nur" von meinen Renten leben werde.

    Dass der Staat zahlt, ist auch nicht gesagt - wenn die Kinder genug Geld verdienen

    Wenn ich davor panische Angst habe, dann lasse ich die zusatz-PV, die ich Dank der Gewerkschaft bisher zwangsweise zahlen muss, doch im Alter weiter laufen. Mit einem Partner, der ggf. in der Immobilie wohnen bleiben möchte, wenn ich ins Heim muss, hätte ich sowas schon lange vorher selber abgeschlossen.

    Geht man von einer monatlichen Rentenzahlung von 2000 EUR aus, bleiben nach Zahlung der Pflegeversicherung zwischen 1000 und 2000 EUR Eigenanteil.

    Da haben wir in NRW schon vor ein paar Jahren, selbst nach Steuerrückerstattung, mehr gezahlt.

    Die Zeit des Ruhestands ist schon relativ nahe und ich will meine Rücklagen überwiegend selbst aufbrauchen

    Was verstehst Du unter "relativ nahe"? Reichen dafür 7-10 Jahre? Geplant ist das Aufbrauchen seitdem ich weiss, dass ich keine Kinder zu versorgen habe. Also eher schon 20 Jahre vor dem Ruhestand.

    Da ich aber zu den anscheinend wenigen Leuten gehöre, die weder 12 Monate im Jahr unterwegs sein wollen noch die 7* Luxusressorts bevorzugen, wird das mit dme Aufbrauchen vermutlich nur bei entsprechender Marktlage etwas. Dafür habe ich mind. 10 Jahre zu spät angefangen, das ganze konkreter abzuschätzen.

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