Ich brauche euren Rat: BU oder Aktien

KI-Zusammenfassung

: Soll eine 39-jährige ledige Angestellte mit 60.000 € Bruttojahreseinkommen, Notgroschen, 700 € ETF-Sparrate und rund 6.000 € Altersvorsorge-Depot eine BU für etwa 120 € im Monat abschließen oder den Betrag zusätzlich investieren? Die meisten Beiträge sehen wegen der starken Abhängigkeit vom Arbeitseinkommen und der noch geringen Rücklagen eher eine BU als Schutz vor einem existenziellen Risiko. Einzelne Stimmen setzen dagegen auf Vermögensaufbau und mögliche weitere Arbeit trotz Einschränkungen. Offen bleibt vor allem, welche BU-Rente, welches Endalter und welche Vertragsbedingungen zur persönlichen Situation passen.

Soll eine 39-jährige ledige Angestellte mit 60.000 € Bruttojahreseinkommen, Notgroschen, 700 € ETF-Sparrate und rund 6.000 € Altersvorsorge-Depot eine BU für etwa 120 € im Monat abschließen oder den Betrag zusätzlich investieren? Die meisten Beiträge sehen wegen der starken Abhängigkeit vom Arbeitseinkommen und der noch geringen Rücklagen eher eine BU als Schutz vor einem existenziellen Risiko. Einzelne Stimmen setzen dagegen auf Vermögensaufbau und mögliche weitere Arbeit trotz Einschränkungen. Offen bleibt vor allem, welche BU-Rente, welches Endalter und welche Vertragsbedingungen zur persönlichen Situation passen.

  • Hallo liebe Forumsmitglieder,

    ich bin hier ganz neu auf dem Forum und ich brauche mal ein paar Meinungen und Ratschläge bezüglich meiner Situation.

    Meine Grundfrage ist, ob ich mir in meinem Alter noch eine BU zulegen soll oder das Geld lieber in ein weiteres Aktien Depot stecken soll, um dann damit meine private BU aufzubauen?

    Damit ihr meine Situation einschätzen könnt, schreibe ich euch ein paar Eckdaten zur meiner persönlichen und finanziellen Situation:

    Ich bin 39 Jahre alt, ledig, arbeite als tariflich Beschäftigter und verdiene 60000€ Brutto im Jahr, Notgroschen steht, kein Auto, Sparplan von 700€ auf einen Welt-ETF als Altersvorsorge, Aktien Depot für die Altersvorsorge steht bei 6000 € (ich weiß, dass das nicht viel ist), kein Privateigentum und keine Aussicht auf ein üppiges Erbe.

    Das bedeutet mein Einkommen und meine Altersvorsorge sind komplett von meinem Humankapital abhängig.

    Ich habe mir ein paar gute Angebote zur BU von Maklern, die von Finanztip empfohlen wurde, zusammenstellen lassen und es stellte sich heraus, dass mich eine BU ca. 120€ jeden Monat kosten würde. Das ist nicht wenig und ich dachte mir, ob es nicht viel mehr Sinn ergeben würde wenn ich 120€ jeden Monat zusätzlich in ein weiteres Aktien Depot stecke um halt damit für schlechte Zeiten vorzusorgen.

    Vielen Dank für eure Meinungen und Ratschläge

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  • Überlege ganz ruhig und neutral, wie deine GESAMTE Situation aussieht, wenn du mit

    45 einen totalen psychischen Zusammenbruch hast und du einige Jahre gar nicht arbeiten kannst


    53 irgendeine üble Krankheit bekommst, die dich so ausbremst, dass du deinen Beruf eben nicht mehr ausüben kannst.

  • Bin meilenweit davon entfernt ein Assekuranz-Experte zu sein ...


    Bei Einsatz von lediglich GMV (Gesunder-Menschen-Verstand) und vor dem Hintergrund

    Ich bin 39 Jahre alt, ledig, arbeite als tariflich Beschäftigter und verdiene 60000€ Brutto im Jahr ...

    Aktien Depot für die Altersvorsorge steht bei 6000 € ...

    kein Privateigentum und keine Aussicht auf ein üppiges Erbe ...

    Das bedeutet mein Einkommen und meine Altersvorsorge sind komplett von meinem Humankapital abhängig.

    ... dass mich eine BU ca. 120€ jeden Monat kosten würde.

    Was machst Du,

    ob es nicht viel mehr Sinn ergeben würde wenn ich 120€ jeden Monat zusätzlich in ein weiteres Aktien Depot stecke um halt damit für schlechte Zeiten vorzusorgen.

    wenn die "schlechten Zeiten" (in Form einer Berufsunfähigkeit) im nächsten Jahr oder in drei oder in fünf oder in 10 Jahren eintreten ... ?

    Und zwar sowohl Deinen Lebensstandard betreffend als auch Deine private Altersvorsorge betreffend ... ?

    120 € als Einkaufspreis zur Absicherung dieses existenziellen finanziellen Risikos finde ich eher günstig.


    Dir gute Gedanken und danach ebensolche Entscheidungen ... !

  • Keine Ahnung, ob irgendwann eine Beziehung geplant ist... aber auch ohne diese ggf. absichern zu müssen bin ich ebenfalls und ganz dringlich in der BU-Fraktion!

    Jeder, der mit vielen Menschen zu tun hat, kennt die vielen Fälle.
    Schwere Depressionen Ende 40, Volltreffer bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen ab 50, Schlaganfälle…

    Ich würde da eine BU holen.

  • Jeder, der mit vielen Menschen zu tun hat, kennt die vielen Fälle.
    Schwere Depressionen Ende 40, Volltreffer bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen ab 50, Schlaganfälle…

    Ich habe in meiner Laufbahn im RD leider einige "in den besten Jahren" in die Notaufnahme bringen müssen, die dann z.B. nach einem Schlaganfall, entweder gar nicht oder nur mit bleibenden Schäden wieder zu Hause waren. Es kann auch "gut" ausgehen....

  • Eigentlich reicht es wahrscheinlich schon, was bisher hier geschrieben wurde, aber da ich gerade mit rund 40 Jahren einer tieferen Lebenskrise zumindest schon einmal Hallo gesagt habe (in der Hoffnung, dass es bei einem einmaligen und flüchtigen Hallo bleibt), kann ich felsenfest sagen, dass mir da meine BU Ruhe verschafft, das Depot aber nicht. Das Depot führt irgendwann dazu, dass ich die BU wieder kündigen kann, aber bis dahin dauert es noch mindestens 15 Jahre.

    Also: BU + 3

  • um halt damit für schlechte Zeiten vorzusorgen.

    Überlege Dir mal was passiert, wenn der BU-Fall eintritt, bevor Du Deine eigene Absicherung aufbauen konntest. Was bietet der AG u.U. an (und zwar in welchem Fall, also "nur" bei voller Erwerbsminderung ober bei BU).

    Um mal den BU-Fall in ein paar Jahren außen vor zu lassen (dann hast Du noch kein Vermögen aufgebaut), wie weit kommst Du, wenn Du z.B. mit 50 Jahren BU werden solltest?

    Bei Deiner Sparrate und 6% Rendite p.A. (kein Marktcrash, aber auch keine Überrendite) wärst Du dann bei ca. 220k€ im Depot. Zahlst Du die 120€ in die BU (mit welcher Absicherung auch immer) und die restlichen 580€ in den ETF, wäre der in 15 Jahren bei ca. 184k€.

    Das macht also effektiv einen Unterschied von 36k€ in 15 Jahren (Kaufkraftbereinigt weniger), dafür eine Absicherung im BU-Fall (und auch im EM-Fall) bis zur Rente und darüber hinaus, wenn die BU mind. ausreicht, um Deine Lebenshaltungskosten vollständig zu decken.

    60k€ Brutto im Jahr sind derzeit ca. 3100€ Netto als Single. Das ergeben Lebenshaltungskosten von 2400€. Da Du mit 50 ein entsprechendes Vermögen hast, ist dies bis zu einem Schonvermögen aufzubrauchen bevor Du Grundsicherung erhälst. Dabei auch die KV/PV nicht vergessen, die Du ohne Arbeitsvertrag selber tragen musst.

    Mit den 220k€ kommst Du mit Glück 7 Jahre aus (bei 2400€ Lebenshaltungskosten plus ca. 300€ Kosten für GKV/PV, Inflation nicht betrachetet). Ist der BU Fall dann nicht beendet, folgt Grundsicherung bis zur Rente und ebenso in der Rente.

    Aber wer weiss, was BU bei Dir bedeuten könnte und womit Du dann ggf. Deinen Lebensunterhalt verdienst. BU heißt bei weitem nicht immer auch Erwerbsgemindet (EM).

    Je nach Deiner Planung muss die BU auch nicht alles abdecken, was in den Ratgebern immer angegeben wird.

    Du kennst Deine zu erwartenden Rentenabspüche, ggf. die aus einer BAV und kannst Dein ETF-Depot hochrechnen. Genauso kannst Du u.U. für Dich abschätzen, was Du im Fall "BU aber nicht EM" dauerhaft machen würdest.

    Ich hätte dann nicht 15-30 Jahre tatenlos zu Hause gesessen sondern wäre über kurz oder lang durchaus in der Lage gewesen, mir mind. einen keinen Nebenerwerb mit den verbleibenden Fähigkeiten aufzubauen. Daher war meine BU erheblich niedriger wie immer genannt und ich habe sie aus anderen Gründen gerade mit 56 kündigt.

  • ...

    Ich habe mir ein paar gute Angebote zur BU von Maklern, die von Finanztip empfohlen wurde, zusammenstellen lassen und es stellte sich heraus, dass mich eine BU ca. 120€ jeden Monat kosten würde. ...

    Dir muss doch klar sein, dass es darauf ankommt, was Du im Schadensfall erhältst. Sonst kann man es doch unmöglich beurteilen.

    Das ist Dir doch klar, oder?

  • Du kannst das Endalter der BU bsbw. auf 60 Jahre setzen. Das hält den Beitrag niedriger. Dann MUSST du aber schnellstmöglich sowohl eine entsprechende Überbrückungsreserve bis zur Rente aufbauen als auch eine etwaige Rentenlücke höher ansetzen.

    Das kann bei Frugalisten aufgehen, bei Genussmenschen niemals.

  • Meine Grundfrage ist, ob ich mir in meinem Alter noch eine BU zulegen soll oder das Geld lieber in ein weiteres Aktien Depot stecken soll, um dann damit meine private BU aufzubauen?

    Aus leidvoller Erfahrung:

    Sofern man nicht schon ein Aktiendepot hat, aus welchem man in den nächsten Jahrzehnten die BU-Summe entnehmen kannst, gibt es in meinen Augen keine Alternative zu einer BU mit einer angemessenen Rentenhöhe.

    In deinem Fall würde ich überhaupt nicht auf die Idee kommen, auf eine BU zu verzichten.

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