Rentenlücke schließen mit Eigenheim

  • Ich weiss ja das viele das Thema sebstgenutztes Eigenheim im Alter eher kritisch sehen und das gerne aus dem persönlichen Portfolio ausblenden. Warum eigentlich ? Ich finde sogar ein EFH hilft die Rentenlücke spürbar zu schliessen. Ich bringe mal ein paar Eckdaten zu mir um das mal zu verdeutlichen, ich habe noch knapp 7 Jahre bis zu geplanten Renteintritt, zu erwarten ist dann eine Nettorente von 2000 bis 2200€, das selbst bewohnte Eigenheim ist bis dahin abbezahlt, es ist zwar ein alters Haus,,aber kein Renovierungsstau, WDVS und ab nächsten Jahr wird die Gasheizung gegen eine moderne Wärmepumpe getauscht, Wert des Hauses incl. Grundstück rund 500.000€, Wohnfläche rund 115qm. Kaltmiete bei uns (Mittelzentrum) 8-10€ kalt plus Nebenkosten. Aktuell bespare ich mein ETF und Edelmetalle, und natürlich den Hausabtrag. Ich rechne auch mit ca. 300€ per Monat Hausrücklage. Wenn ich in sieben Jahren in Miete müsste wären das rund 1000€ Kaltmiete plus Nebenkosten, bleibe ich im eigenen Haus wären das die 300€ Rücklage plus höhere Nebenkosten (EFH kostet als Nebenkosten mehr als eine Mietwohnung), ist setzte hier mal 200€ mehr an, also 500€ vs. 1000€ plus Nebenkosten. Also 500€ günstiger, dazu enfällt bei mir persönlich dann der Abtrag und wenn ich will auch die Sparpläne, die Rente langt locker für das normale Leben und das 6-stellige Portfolio ist dann nur noch für den Spaß oder was unerwartetes.

    Jetzt frage ich mich allerdings warum die eigene Immobilie hier immer so kritisch gesehen wird, wenn alles finanziell schief geht könnte ich auch das Haus verkaufen und müsste mir wenig Gedanken machen.

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  • Das Problem ist, das zu viele Menschen nichts haben außer der Immobilie. Wenn dann mehr Geld benötigt wird als über Renten etc. reinkommt, wird es schwierig. Zumal die wenigsten Hausbesitzer sich freiwillig vom Eigenheim trennen möchten. (Denk an den Thread mit der Mietkauf-Idee.)

    Und Gründe für Geldbedarf gibt es viele:
    - zu wenig Rente, vor allem wenn nur noch ein Partner lebt
    - Renovierungsbedarf (Heizung, Fenster, Dach, altersgerechter Umbau...)
    - Pflegefall

    Wenn du mit deiner Rente gut hinkommst bzw. ausreichende sonstige Rücklagen wie ETF usw. hast, kann ein Eigenheim ein guter Teil der Altersvorsorge sein. Wenn jedoch das gesamte Vermögen in der Immobilie gebunden ist, wird es oftmals schwer. Denn hier sind Teilverkäufe kaum möglich und die Aufgabe des eigenen Zuhauses, der jahrzehntelang gewohnten Umgebung fällt oftmals extrem schwer.

  • Ich schließe mich den Ausführungen von Katti.diba an. Solange du neben der Immobilie noch genügend andere liquide Geldanlagen hast, um dein Leben zu finanzieren und zu genießen, dann ist das EFH in Ordnung.

    Folgende Punkte solltest du aber auch beachten: Wenn ihr zu zweit allein in dem Haus lebt, dann kann die angegebene Wohnflächengröße je nach Aufteilung der Wohnung sogar schon sehr großzügig bemessen sein. Ich denke hier an den Punkt Reinigung (kann mit zunehmenden Alter manchmal ohne externe Hilfe problematisch werden) und an die Heizkosten. Wenn es sich um ein klassisches EFH mit einem Gartengrundstück handelt, dann sind manche Leute im Alter auch häufig mit der Pflege des Gartens überfordert und benötigen externe Hilfe.
    Beide Punkte verursachen auch zusätzliche Kosten, die man nicht hat, solange man fit ist.

    Wer kümmert sich primär, was passiert, wenn mal was passiert und nur noch einer von euch für die Immobilie zuständig ist?

    Weiterhin ist die Lage entscheidend - habe ich alles vor Ort oder muss ich für das vergessene Päckchen Butter erneut das Auto aus der Garage holen und entsprechend weit fahren.
    Wie kann ich meine "Medizinmänner" erreichen, gibt es einen funktionierenden öffentlichen Nahverkehr oder bin ich auf den "Taxidienst" der Kinder etc. angewiesen, wenn ich selbst nicht mehr ins Auto steigen kann?

    Noch einmal: Ja, es lebt sich in der eigenen Immobilie sehr gut, man hat seine gewohnte Umgebung und hat auch eine gewisse Beschäftigung, solange es eben geht.
    Wenn es nicht mehr geht, dann steht man plötzlich vor einem Berg voller Probleme.

  • Der positive Effekt, den ich bei mir beobachtet habe, ist, dass seitdem ich Eigenheimbesitzer bin, ich viel riskanter Geld anlege, also nahezu 100% Aktienquote in meinem liquiden Vermögensteil. Vorher war ich da sehr zurückhaltend. Ich hatte immer Geld zurückgehalten für den Fall, dass ich mir vielleicht irgendwann mal eine Immobilie kaufen wollte. Alleine die Opportunitätskosten für das jahrelange Nicht-Investiert-Sein, dürfte mich einiges gekostet haben.

    Hinzu kommt folgender Gedanke: Wenn man im Alter Miete zahlen muss und das über Depotentnahmen finanziert, dann muss man noch Steuern auf die Kapitalerträge zahlen. Also man muss nochmal ein Stückchen mehr ansparen, als man vielleicht denkt.
    Die KeST würde man sich also sparen, wenn man stattdessen mietfrei wohnt. Ich habe mir das allerdings noch nie wirklich durchgerechnet.

  • Weiterhin ist die Lage entscheidend - habe ich alles vor Ort oder muss ich für das vergessene Päckchen Butter erneut das Auto aus der Garage holen und entsprechend weit fahren.
    Wie kann ich meine "Medizinmänner" erreichen, gibt es einen funktionierenden öffentlichen Nahverkehr oder bin ich auf den "Taxidienst" der Kinder etc. angewiesen, wenn ich selbst nicht mehr ins Auto steigen kann?

    Das gilt aber ebenso für ein Mietobjekt, oder?

    Es ist fast wie im richtigen Leben, deswegen heißt das hier auch Erde und nicht Paradies.

  • Man sollte auch berücksichtigen, dass im Alter Probleme auftreten die man als junger Mensch nicht sieht. Muss man altersgerechte Umbauten vornehmen, kann man alle wichtigen Arbeiten noch selbst erledigen oder muss man gewisse Tätigkeiten erledigen lassen. Dafür sollte auf jeden Fall ein Puffer vorhanden sein.

  • Ich weiss ja das viele das Thema sebstgenutztes Eigenheim im Alter eher kritisch sehen

    Dazu gehöre ich jedenfalls nicht. Einerseits.

    Einen Immobilienkauf (Bestand) oder gar einen Hausbau (Neubau) - beides zwecks Selbstnutzung - sehe ich durchaus kritisch, wenn es sich um eine ländliche und/oder eher strukturschwache Gegend bzw. Region handelt.

    Andererseits. Zumal sich da oftmals (sehr) günstig auch mieten läßt bei zudem einer nicht so auseinander gelaufenen Schere in Sachen Nachfrage und Angebot.

    Und ganz generell im Kontext mit dem Strangtitel "Rentenlücke schließen mit Eigenheim"

    Die dann lastenfreie Immobilie sollte aber als integraler Bestandteil einer in sich schlüssigen gesamten Altersvorsorge gesehen und verstanden werden, die dann vor dem absehbaren Renteneintritt in eine konkretere Ruhestandsplanung übergeht.

    Habe übrigens hier "vor Ort" (Großstadt in einem Ballungsgebiet mit einigen weiteren Großstädten) diverse Fälle gesehen, bei denen aus einem (sehr) günstigen Bestands- oder Altmietvertrag ziemlich schnell eine herausfordernde bis unangenehmen Suche nach einer neuen Bleibe wurde (Eigenbedarfskündigung durch beispielsweise Eigentümerwechsel, sei es durch Verkauf oder Erbfall). Unabhängig von dem Zeitaufwand und der Suche: Die neue Miete betrug dann - in vergleichbarer Lage und für eine vergleichbare Wohnung - teilweise das Doppelte der bisherigen Miete. Die Bereitschaft nach weiter "draußen" zu ziehen, nimmt zudem mit zunehmendem Alter meist ab (Stichwort: Infrastruktur).

  • Ist denn immer gesagt, dass es keinen Renovierungsstau gibt? Wenn das Geld knapp wird, dann werden solche Sachen doch nicht als letzte Sparmaßnahme gekappt.

    Ist die schnelle Liquidierbarkeit der Immobilie immer gegeben oder könnten Strukturwandel oder andere Phänome ggf. die Immobilie illiquider machen als der Eigentümer es erwartet?

    Ein Szenario nahe am Optimum ist wohl kaum als der Regelfall anzusehen.

  • Ist denn immer gesagt, dass es keinen Renovierungsstau gibt? Wenn das Geld knapp wird, dann werden solche Sachen doch nicht als letzte Sparmaßnahme gekappt.

    Ist die schnelle Liquidierbarkeit der Immobilie immer gegeben oder könnten Strukturwandel oder andere Phänome ggf. die Immobilie illiquider machen als der Eigentümer es erwartet?

    Ein Szenario nahe am Optimum ist wohl kaum als der Regelfall anzusehen.

    -Renovierungsstau kann ich ausschließen als Handwerksmeister, übrigens ist der Altbau mein Elternhaus und mit mir jetzt in dritter Generationnim Familienbesitz, hätte aber keine Probleme damit im Notfall die Immobilie abzustossen. Schnell eine Immobilie zu liquidieren ist wohl eher schwierig, da braucht es schon Zeit. Ich wohne im nördlichen RPL in einem Mittelzentrum mit Zuwachs in der Bevölkerung oft junger Familien durch die noch im Verhältnis günstigen immopreise und die super Infrastruktur (direkte Autobahnanbindung und ICE im Ort) in 30 bis 45min ist man auch in Köln oder Frankfurt, eigentlich ein erweiterter Speckgürtel, mit ICE sogar noch schneller. Ob es Phänomene gibt die die Immo inliquider machen kann immer sein, nur absehbar ist so was aktuell nicht. Ich habe ja auch noch mein Portfolio fürs Alter wenn wirklich mal was grösseres ansteht. Jetzt wird im neuen Jahr auch wieder investiert (WP).

  • Ich habe ja auch noch mein Portfolio fürs Alter wenn wirklich mal was grösseres ansteht.

    Damit hast Du schon den große Unterschied zu all den (auch von Finanztip immer wieder spekulierten) Annahmen genannt. Die Videos und Rechnungen gehen immer davon aus, dass jemand seine Immobilie gerade so bis zum Renteneintritt abzahlen kann und es mit extrem viel Glück noch schafft, das Geld für die nötige Instandhaltung anzusparen.

    Leute, die es neben der Immobilie noch schaffen, ein ausreichendes Vermögen anzusparen, sind bei den Betrachtungen immer genauso Außenseiter wie diejenigen, die doch tatsächlich keine Rentenlücke haben werden.

    Ob deine Rechnung passt, ist höchst individuell. Für mich ist bei sowas einerseits das identische Objekt als Mietobjekt zu betrachten, andererseits aber nicht ein Neu-Mietvertrag sondern der, den man ggf. genauso lange hätte wie man in der eigenen Immobilie lebt.

    Jetzt frage ich mich allerdings warum die eigene Immobilie hier immer so kritisch gesehen wird

    Für mich aus zwei Gründen:

    Betrachtungen im Internet beziehen sich immer auf einen aktuellen Käufer, aktuell vermutlich mit ca. 4% Immobilienzins, eine Zeitlang vorher auch noch mit einer 110% Finanzierung. Diese schaffen es meist gerade so, den Kredit zu tilgen und neben ihrer Lebenshaltung noch Rücklagen für die Instandhaltung aufzubauen.

    Auch, wenn Du schreibst, dass Du bisher vieles selber machen kannst: wie lange hält das an (hoffentlich sehr lange) und ist danach das Geld vorhanden, dass sich jemand um Garten und das größere Haus kümmert? Oder wird vom Eigentümer erwartet, dass dies der "depperte" Angehörige macht, und zwar "gefälligst" kostenlos. Meine Oma war so drauf.

    Wenn, wie bei Dir, alles passt, ist das m.M.n. ok. Ich lebe selber so, wenn auch in der abbezahlten ETW.

    Problematisch kann es u.U. werden, wenn bei Partnern einer ins Pflegeheim muss und die sonstige Absicherung nicht für die Kosten ausreicht.

    Dazu kommen noch Softfacts, die man ggf. heute noch garnicht absehen kann. Als meine Eltern ihre ETW gekauft haben, gab es in der Nähe noch einige Nahversorger, die über die letzten 20 Jahren nach und nach geschlossen haben. Heute ist man entweder auf ein Auto angewiesen oder muss alles per (oft nicht barrierefreien) ÖPNV nach Hause schleppen.

    Das gilt aber ebenso für ein Mietobjekt, oder?

    Grundsätzlich ja, wobei ich bei Miete ggf. nochmal umziehen kann, wenn die Nahversorgung absehbar wegbricht. Oder ich suche mir im Alter beim hoffentlich letzten Umzug eine Gegend aus, von der ich erwarte, dass die kommenden 15-20 Jahre die Nahversorgung erhalten bleiben wird.

    Schnell eine Immobilie zu liquidieren ist wohl eher schwierig, da braucht es schon Zeit.

    Insb. die Vorbereitung benötigt Zeit, wenn man bei klarem Kopf umziehen will und nicht ein Vormud den gesamten Inhalt des Hauses auf den Müll kippt.

  • Das gilt aber ebenso für ein Mietobjekt, oder?

    Das gilt grundsätzlich für jede Form des Wohnens....

    Für mich wäre entscheidend, dass ich mit zunehmenden Alter und möglichen gesundheitlichen Einschränkungen trotzdem mit dem täglichen Leben möglichst lange ohne fremde Hilfe zurechtkomme.

    Ein Einfamilienhaus mit Garten etc. kann dann zu einem Problem bzw. zu einer Last werden. Ich sehe das seit einigen Jahren täglich bei meinen Nachbarn, die auf diverse Hilfen für dies und jenes angewiesen sind, da beide Partner gesundheitlich beeinträchtigt sind.

  • Ich wohne im nördlichen RPL in einem Mittelzentrum mit Zuwachs in der Bevölkerung oft junger Familien durch die noch im Verhältnis günstigen immopreise und die super Infrastruktur (direkte Autobahnanbindung und ICE im Ort) in 30 bis 45min ist man auch in Köln oder Frankfurt, eigentlich ein erweiterter Speckgürtel, mit ICE sogar noch schneller.

    Das ist interessant, dann sind wir fast Nachbarn. Ich glaube auch nicht, dass es in der Region schwierig wird ein zu Haus zu liquidieren. Ich kenne jemanden ("junge Familie"), der hat in Montabaur gebaut und der ICE Bahnhof war ein sehr starkes Argument. Der pendelt darüber beruflich sogar bis nach Mannheim.

  • Das ist interessant, dann sind wir fast Nachbarn. Ich glaube auch nicht, dass es in der Region schwierig wird ein zu Haus zu liquidieren. Ich kenne jemanden ("junge Familie"), der hat in Montabaur gebaut und der ICE Bahnhof war ein sehr starkes Argument. Der pendelt darüber beruflich sogar bis nach Mannheim.

    Genau da, wohnst du auch in Montabaur oder Nachbargemeinde.

  • Von dort braucht es nur wenige Meter in den Westerwald und dort pfeift an manchen Orten nicht mal mehr der Wind so kalt. Dort ist einfach gar nichts.

    Ich frag mich ja wie sich das in Zukunft entwickeln wird, einerseits schwellen manche Orte massiv an, andererseits wird es Wüstungen geben.

    Anfang der 90er war das ein Streitthema, ob der damals brandneue ICE mitten im Nirgendwo eine weitere Haltestelle bekommen soll, neben der Metropole Lindenholzhausen.

  • Das gilt grundsätzlich für jede Form des Wohnens....

    Für mich wäre entscheidend, dass ich mit zunehmenden Alter und möglichen gesundheitlichen Einschränkungen trotzdem mit dem täglichen Leben möglichst lange ohne fremde Hilfe zurechtkomme.

    Ein Einfamilienhaus mit Garten etc. kann dann zu einem Problem bzw. zu einer Last werden. Ich sehe das seit einigen Jahren täglich bei meinen Nachbarn, die auf diverse Hilfen für dies und jenes angewiesen sind, da beide Partner gesundheitlich beeinträchtigt sind.

    Genau aus diesen Überlegungen hatten wir auch, als wir vor 10 Jahren zugeschlagen haben. Da wurde das Mehrfamilienhaus, in der wir eine ETW haben, gebaut.

    Es ist fast wie im richtigen Leben, deswegen heißt das hier auch Erde und nicht Paradies.

  • Für mich wäre entscheidend, dass ich mit zunehmenden Alter und möglichen gesundheitlichen Einschränkungen trotzdem mit dem täglichen Leben möglichst lange ohne fremde Hilfe zurechtkomme.

    :thumbup:

    Ein Einfamilienhaus mit Garten etc. kann dann zu einem Problem bzw. zu einer Last werden. Ich sehe das seit einigen Jahren täglich bei meinen Nachbarn, die auf diverse Hilfen für dies und jenes angewiesen sind, da beide Partner gesundheitlich beeinträchtigt sind.

    (nachträglich gefettet von mir)

    Das kann natürlich so sein.

    Es kann aber auch anders sein.

    Hatte über die vergangenen Jahre hinweg diverse Fälle gesehen (Pflegefälle, 24 Stunden-Hilfe), bei denen dann eine Pflegekraft im Haus untergebracht und dort wohnen konnte (Gästezimmer, Einliegerwohnung, DG) und so der Betroffene nicht in ein Heim mußte sondern (länger, viel länger, ggf. bis zu seinem Ende) in seiner vertrauten Umgebung verbleiben konnte.

  • Es gibt einiges an Für und Wider zum Thema Eigenheim im Alter.

    Meine Mutter hat das kleine Gärtchen denke ich fit gehalten bis deutlich über 90. Schließlich muss man es ja pflegen. Ohne hätte sie sicher keine Spaziergänge oder anderes angestellt, um sich fit zu halten.

    Das Eigenheim bietet im Alter/Pflegefall oft die Möglichkeit eine zusätzliche Person im Haushalt aufzunehmen, was man in Mietwohnungen nur selten hinbekommt. Man kann im Pflegefall länger zu Hause bleiben.

    Das mietfreie Wohnen wird zumindest derzeit noch nicht besteuert. Sollte sich die Kapitalertragssteuer erhöhen, könnte der steuerliche Vorteil noch größer werden.

    Die höhere Sicherheit, dass man bei Eigentum nicht umziehen muss, würde ich auch nicht unterschätzen. Wenn einem der Sinn danach steht kann man Eingänge und Badezimmer den eigenen Ansprüchen anpassen. In einer Mietwohnung wird das erheblich schwieriger wenn nicht unmöglich.

    Nachteilig wird es, wenn man aufgrund des Hauses keine zusätzlichen Rücklagen bilden kann und die eigene Rente nur knapp für das tägliche Leben ausreicht. Dann wird der Umzug genauso zum finanziellen Kraftakt wie eine eventuell notwendige Hilfe in Haus und/oder Garten.

    Die Nebenkosten sind im Haus höher und auch das Risiko einer teuren Reparatur ist deutlich höher. Man braucht ein ordentliches Polster.

    Man ist unflexibler was Umzug angeht, denn ein meist älteres Haus verkauft man nicht von heute auf morgen. Im Ruhestand mal eben in die Nähe der Kinder ziehen oder in den Süden wird deutlich schwieriger mit Immobilie.

    Eine Immobilie ist auch immer ein finanzielles Risiko falls man sie verkaufen muss! Typisches Beispiel ist die Scheidung aber auch ein neuer Job im fortgeschrittenen Alter kann einen zum Umzug mit Verkauf zwingen. Da sind oft mehr als nur die Kaufnebenkosten verloren.

    Sich ein Haus anzuschaffen erfordert eine familiäre und berufliche Sicherheit. Das Risiko eines Umzugs sollte klein sein und das Objekt geeignet, auch im Alter darin zu wohnen. Dazu gehört neben der Ausgestaltung der Immobilie auch das Umfeld. So ein Umfeld kann sich manchmal auch schneller wandeln als man denkt.

  • Die Nebenkosten sind im Haus höher und auch das Risiko einer teuren Reparatur ist deutlich höher. Man braucht ein ordentliches Polster.

    Das bezweifle ich. Kosten für Gartenarbeiten, Treppenhausreinigung und/oder Hausmeister hat man als Hauseigentümer in der Regel nicht. Zudem kann man sich den Energieversorger für die Heizung selber aussuchen.

    Wenn ich mir die Nebenkostenabrechnungen meiner vermieteten Wohnung ansah, dachte ich oft, gut, dass wir im eigenen Haus wohnen.

  • Solange Du selbst Dein eigener Hausmeister und Gärtner bist, ist das zweifellos billiger (ohne Opportunitätskosten gerechnet). In wachsendem Alter und 500qm Garten dürften die Kosten für Gartenarbeiten jedoch höher liegen als die anteiligen 15 qm in der Eigentums-/Mietwohnung. Du hast auch keine Liftkosten, solange Du keinen Treppenlift einbaust oder ähnliches. Mit Solaranlage und Wärmetauscher kannst Du im Eigenheim mehr Geld sparen als der Mieter der zwangsweise Kunde bei den Stadtwerken oder sonst wo wird. Es ist natürlich immer auch die Frage ob man einen gut wirtschaftenden Verwalter hat, der das Objekt betreut.

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