Geld der Kinder zum Bauen nutzen

KI-Zusammenfassung

: Ein Paar möchte kurzfristig ein selbst genutztes Haus kaufen und dafür 50.000 € aus Kinderdepots sowie stark gestiegene Aktien auf die drei- und fünfjährigen Kinder übertragen, verkaufen lassen und Freibeträge nutzen. Außerdem sollen die Kinder mit 5 bis 15 % je Kind ins Grundbuch. Die meisten Beiträge sehen das kritisch, weil Kindervermögen den Kindern gehört, ein Immobilienanteil weniger flexibel ist und Grundbucheinträge Minderjähriger langfristige Folgen haben können. Offen bleiben vor allem Steuern, § 42 AO, Familienversicherung sowie die Frage, ob Familiengericht oder Ergänzungspfleger einzubeziehen wären.

Ein Paar möchte kurzfristig ein selbst genutztes Haus kaufen und dafür 50.000 € aus Kinderdepots sowie stark gestiegene Aktien auf die drei- und fünfjährigen Kinder übertragen, verkaufen lassen und Freibeträge nutzen. Außerdem sollen die Kinder mit 5 bis 15 % je Kind ins Grundbuch. Die meisten Beiträge sehen das kritisch, weil Kindervermögen den Kindern gehört, ein Immobilienanteil weniger flexibel ist und Grundbucheinträge Minderjähriger langfristige Folgen haben können. Offen bleiben vor allem Steuern, § 42 AO, Familienversicherung sowie die Frage, ob Familiengericht oder Ergänzungspfleger einzubeziehen wären.

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  • Hallo liebe Community,

    meine Partnerin und ich wollen relativ spontan ein Haus kaufen. Wir haben relativ viel in Aktien und ETFs angelegt, aber relativ wenig auf Tagesgeld, Girokonto und co.

    Da Aktien und ETFs in den letzten Jahren so gut gelaufen sind würden beim Verkauf hohe Steuern anfallen.

    Um unser Eigenkapital zu erhöhen, würde ich gerne:

    1. unsere Kinder am Kauf beteiligen. Grundbucheintrag zu ihren Gunsten (z.B. 5-15% je Kind), ETFs aus ihrem Kinderdepot verkaufen und dabei ihren hohen Steuerfreibetrag (ca. 6000€ je Kind und Jahr) nutzen.
    2. Aktien mit hohem Gewinn (+1000%) aus unserem Depot an unsere Kinder übertragen. Die Kinder würden die Aktien verkaufen und dabei ihren hohen Steuerfreibetrag nutzen. Auch dieses Geld würde dann ins Haus fließen und die Kinder mit entsprechend hohem Anteil im Grundbuch eingetragen.

    Ist diese Vorgehensweise steuerrechtlich und familienrechtlich legal? Welche Fallstricke gibt es hier zu beachten? Muss hier ein Familiengericht einbezogen werden?

    Unsere Kinder sind 3 und 5 Jahre und besitzen gemeinsam 50 000 € in ETFs. Das Geld hierfür wurde ihnen durch mich und meine Partnerin geschenkt (kein Erbe und keine Geschenke dritter).

    Weiterhin geht es um Aktien im Wert von 130 000 €, welche ursprünglich 13 000 € gekostet haben.

    Für Tipps und Hinweise sind wir sehr dankbar!

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  • Kater.Ka 28. August 2026 um 14:34

    Hat das Thema freigeschaltet.
  • Ich würde nicht wollen, dass meine Kinder im Grundbuch meines Hauses stehen.

    Das kann spätestens mit der Volljährigkeit zu Problemen führen, die keiner haben möchte.

    (Worst-Case: Insolvenz, Sozialleistungen, Pflegekosten für die Kinder, ...)


    Stehen jedem Kind nicht sogar knapp 12.000€ Grundfreibetrag zu?

  • Stehen jedem Kind nicht sogar knapp 12.000€ Grundfreibetrag zu?

    Steuerlich gesehen ja, wenn die Kinder aber über ca. 6.000€ Einkünfte kommen, fallen die Kinder nicht mehr unter die kostenlose Familienversicherung der GKV. Deshalb nur ca. 6.000€ pro Kind sonst wird es teuer.

    Kinder ins Grundbuch würde ich auch lassen, gibt nur Schwierigkeiten.

  • Muss hier ein Familiengericht einbezogen werden?

    Meiner Meinung nach ja.

    [...] Grundbucheintrag zu ihren Gunsten (z.B. 5-15% je Kind) [...]

    Unsere Kinder [...] besitzen gemeinsam 50 000 € in ETFs. [...] Weiterhin geht es um Aktien im Wert von 130 000 € [...]

    Stimmt die Relation 5-15% bei 180.000 EUR ?
    Bei 5% je Kind (10%) müsste die Immobilie 1.800.000 EUR Wert sein.
    Bei 15% je Kind (30%) müsste die Immobilie 600.000 EUR Wert sein.

    Was plant ihr mit den laufenden Kosten? Zahlen die Kinder dann von Ihrem Geld auch immer die 30% oder sind laufende Schenkungen geplant?


    Ansonsten gab es hier vor einigen Monden schonmal die Idee, das eigene Portfolio auf die kleinen Kinder zu übertragen und diese verkaufen zu "lassen" um deren Freibeträge für "eigene Zwecke" zu nutzen. Ist das ein neuer Trend?

  • Du willst also euren kleinen Kindern ihre ETFs, mit denen sie später tatsächlich etwas anfangen können, wegnehmen und ihnen dafür einen Teil eures Hauses geben, mit dem sie zu Lebzeiten vermutlich deutlich weniger anfangen können? Denkst du wirklich, das ist in erster Linie ein steuerliches Problem? :/

    Mit der Schenkung der ETFs ist das Vermögen auf eure Kinder übergegangen. Es handelt sich damit nicht mehr um Familienvermögen oder das Geld der Eltern, sondern um das Vermögen eurer Kinder.

    Ihr als Eltern seid dafür verantwortlich, im besten Wissen und Gewissen im Interesse eurer Kinder zu entscheiden. Genau das scheint mir bei einem Tausch von liquiden ETFs gegen einen Anteil an einer Immobilie allerdings nicht unbedingt gegeben.

    Ich würde es auf jeden Fall so machen, dass die Kids nach der Abwicklung wenigstens noch die 50k in ETF haben und nix an Sparplänen usw. ändern.

    Zur eigentlichen Frage: Mir fällt da § 42 AO ein und kann mir nicht vorstellen, dass sowas durchgehen wird.

    Zitat

    Ein Missbrauch liegt insbesondere vor, wenn eine unangemessene Gestaltung gewählt wird, die im Vergleich zu einer angemessenen Gestaltung zu einem gesetzlich nicht vorgesehenen Steuervorteil führt und der Steuerpflichtige keine beachtlichen außersteuerlichen Gründe für die Gestaltung nachweist.

  • Meiner Meinung nach ja.

    Stimmt die Relation 5-15% bei 180.000 EUR ?
    Bei 5% je Kind (10%) müsste die Immobilie 1.800.000 EUR Wert sein.
    Bei 15% je Kind (30%) müsste die Immobilie 600.000 EUR Wert sein.

    Was plant ihr mit den laufenden Kosten? Zahlen die Kinder dann von Ihrem Geld auch immer die 30% oder sind laufende Schenkungen geplant?


    Ansonsten gab es hier vor einigen Monden schonmal die Idee, das eigene Portfolio auf die kleinen Kinder zu übertragen und diese verkaufen zu "lassen" um deren Freibeträge für "eigene Zwecke" zu nutzen. Ist das ein neuer Trend?

    Die 2*5% sind auf 50 000 € bezogen.
    Die 2*15% sind auf 180 000 € bezogen.

    Grob über den Daumen gepeilt.

    Die laufenden Kosten tragen die Kinder natürlich nicht.

  • Steuerlich gesehen ja, wenn die Kinder aber über ca. 6.000€ Einkünfte kommen, fallen die Kinder nicht mehr unter die kostenlose Familienversicherung der GKV. Deshalb nur ca. 6.000€ pro Kind sonst wird es teuer.

    Hier geht es im Regelfall um „regelmäßige“ Einkünfte.

  • Hast du die Kinder gefragt, ob sie ein Haus kaufen wollen? Ich find das einfach nur falsch ^^ IHR wollt ein Haus kaufen. Dann macht es. Aber drängt euren minderjährigen Kindern nix auf.

    Na ja, die Kinder erben das Ding sowieso irgendwann und Vermögen und Steuern auf Familienebene zu denken und zu planen ist grundsätzlich nicht falsch. Es nicht zu tun, führt meistens zu Problemen und kostet viel Geld. Nur sollten die Kinder nicht schlechter gestellt werden. Mehr Illiquidität im Vermögen ist nun mal eine Verschlechterung. Ob das Geld ursprünglich von den Elteen kam, ist dabei irrelevant. Wenn sie danach aber ihre 50k immer noch haben, würde es ja passen. Steuerrechtlich wird das aber sehr wahrscheinlich nicht durchgehen.

  • Wenn das Geld euern Kindern gehört, weil es auf deren Namen läuft, gehört das Geld rechtlich euern Kindern. Und ob man im Falle eines Falles glaubhaft erklären kann, dass es im Interesse der Kinder war, wage ich ernsthaft zu bezweifeln. Wenn ihr unbedingt ein Haus kaufen wollt, macht es, aber lasst im Interesse aller Beteiligten, die Kinder komplett außen vor. Schon interessant auf welche Ideen man kommt, um ein paar Steuern zu sparen.

  • Das wird zivilrechtlich nicht einfach, da man einer minderjährigen Person nicht so einfach Verpflichtung aufbürgen kann. Genau das passiert aber durch Eigentumsverhältnisse.

    Da wird mindestens ein gerichtlich bestellter Ergänzungspfleger nötig sein.

    Wenn das alles klappt ist allerdings nicht gesagt, dass es steuerlich wirksam ist. Die Gründe dazu wurden bereits skizziert.

  • Da hier die "Partnerin" und nicht die "Ehefrau" erwähnt ist: Wie soll das auseinandergefusselt werden, wenn die Partnerschaft nicht hält? Wäre ohne Kinder im Grundbuch wahrscheinlich schon fies genug.

    Na dann hoffen wir mal, dass wenigstens mit "unsere Kinder" auch die "gemeinsamen Kinder" gemeint ist, sonst wird es in einem frühzeitigen unerwartetem Erbfall noch viel spannender.

  • Dieser Fall ist ein gutes Beispiel dafür, dass ein Kinderdepot nicht das Gelbe vom Ei ist.

    Klar kann man mit einem Haus die aktuelle Lebensqualität der ganzen Familie und somit auch der Kinder steigern. Ist halt immer eine Abwägungsfrage ob man ins Jetzt oder in die Zukunft investieren möchte, und üblicherweise entscheidet man das selbst frei. Hättet ihr die ETFs Einfach in Eurem Unterdepot auf Eurem Namen gehabt, könntet ihr das auch jetzt tun und das Geld so verwenden wie ihr es für Euch und Eure Kinder für richtig haltet und niemand käme auf die Idee, ihr nehmt den Kinder etwas weg sondern ihr gältet als Eltern, die sich um ein gutes Leben für die Kinder bemühen.

    Hilft Euch jetzt nichts, kann aber vielleicht anderen eine „Warnung“ sein.

    Wenn Ihr jetzt noch versucht die Kinder ins Grundbuch zu nehmen werden die Probleme eher mehr statt weniger.

  • Hast du die Kinder gefragt, ob sie ein Haus kaufen wollen? Ich find das einfach nur falsch ^^ IHR wollt ein Haus kaufen. Dann macht es. Aber drängt euren minderjährigen Kindern nix auf.

    Die Kinder sind 3 und 5. Sie hat auch niemand gefragt, ob sie ETF oder Aktien kaufen oder haben wollen. Ob die Eltern nun 10% vom Haus schenken oder Aktien, sollte rechtlich völlig egal sein. In 20 Jahren könnten die Eltern sie ja auch wieder aus dem Grundbuch rausnehmen und sie auszahlen.

    Außerdem tut man den Kindern etwas Gutes, wenn sie vielleicht ein größeres Kinderzimmer und einen Garten bekommen.

    Natürlich geht es letztlich um (natürlich nur legale) Steueroptimieriung, aber daran finde ich nichts falsch.

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