ETF-Anlage: Einmalanlage oder gestaffelter Einstieg

  • Ich möchte 149.000 € in einen weltweit gestreuten ETF investieren.

    Was war historisch betrachtet renditetechnisch besser: die gesamte Summe sofort zu investieren oder den Betrag über z.B. 12 Monate zu staffeln (z. B. 12.500 € monatlich)?

    Gibt es dazu aussagekräftige Statistiken, beispielsweise zur durchschnittlichen Rendite und zur Wahrscheinlichkeit, mit der Einmalanlage besser abzuschneiden?

    Mich interessieren insbesondere langfristige Anlagezeiträume und die Frage, ob sich das Risiko eines ungünstigen Einstiegszeitpunkts durch die Staffelung statistisch sinnvoll reduzieren lässt.

  • Nimm aber keinen World etf sondern einen All World etf. Der deckt noch mehr Länder ab und ist dadurch nicht so schwankungsanfällig. Ist ja schließlich breiter aufgestellt.

    Die Summe an besten auf einmal anlegen, wenn verfügbar. Den Kauf über Monate stückeln macht kein Sinn.

    Ich würde dir empfehlen in den Vanguard All World oder in den Vanguard Global All Caps zu investieren.

  • Kurbeee Ich habe Prof. Walz um eine Aktualisierung des Beitrags zum Cost-Average-Effekt gebeten, da dieser aus 2021 stammt und die Zinsmöglichkeiten beim Tages- und Festgeld sich nun eklatant geändert haben. Grundsätzlich stimmen die Aussagen aber.

    Ich würde den gesamten Betrag investieren, vorzugsweise bei einem Depotanbieter, der einen günstigen Festbetrag verlangt. Eine prozentuale Abrechnung oder auch ein Mix von beidem ist imho unseriös und muss heutzutage nicht mehr akzeptiert werden.

    Ich würde meinen Blick durchaus auch auf andere ETF-Anbieter (z.B. nicht in den USA ansässig, oder auch nicht in Dollar) lenken und mich dann entscheiden!

    Ich halte und bespare u.a. den INVESCO FTSE ALL-WORLD UCITS, allerdings in der ausschüttenden Variante.

  • Was war historisch betrachtet renditetechnisch besser: die gesamte Summe sofort zu investieren oder den Betrag über z.B. 12 Monate zu staffeln (z. B. 12.500 € monatlich)?

    Die Studienlage ist eindeutig pro alles auf einmal. Aber du bist ja kein Forschungsobjekt, sondern ein Mensch mit Gefühlen.

    Also hör erst mal in dich rein, was minus 50.000 oder minus 70.000 so mit dir machen würden. Sollte dir der Satz "Ich gehe dieses Risiko jetzt ein und weiß, was kurzfristig passieren kann" dann noch gut über die Lippen gehen, dann bist du so gut vorbereitet, wie man es ohne Erfahrung sein kann.

    In echt ist's dann sowieso noch mal anders. Aber dafür kann man schlecht trainieren. Hauptsache, du brauchst nichts von dem Geld plötzlich!

  • Zusätzlich könntest Du Dir auch das Video "ETF-Sparplan vs. Einmalanlage: Wie große Geldsummen investieren?" ansehen

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    Immer unter der Annahme, dass Du als hist. Daten etwas auf die Zukunft an der Börse schließen möchtest.

  • Aus eigener Erfahrung kann ich dich nur von einem Einmalinvest warnen!

    Ich hatte mir 1,5 Jahre ein Depot von anfangs 5k auf 130k aufgebaut und knapp 50% Gewinn, dann kam mein Festgeld frei und ich hab auf das Anraten hier und der Statistik wegen ein Einmalinvest meiner 170k gemacht. Das war zum damaligen Höchststand knapp vor dem Trump Zoll Crash. Meine Aktien sind 20-35% eingebrochen! Es war äußerst schmerzhaft zu sehen wie ich auf einmal ordentlich im Minus mit roten Zahlen war… und eben kein Geld mehr zum jetzt günstig einkaufen, da alles bereits kurz davor teuer investiert wurde.

    Die Studienlage ist eindeutig pro alles auf einmal. Aber du bist ja kein Forschungsobjekt, sondern ein Mensch

    So ist es, statistisch ist eine Einmalanlage besser. Dumm nur wenn man wie ich eben einer der wenigen ist die damit richtig auf die Fresse fallen.

  • Das war zum damaligen Höchststand knapp vor dem Trump Zoll Crash. Meine Aktien sind 20-35% eingebrochen! Es war äußerst schmerzhaft zu sehen wie ich auf einmal ordentlich im Minus mit roten Zahlen war… und eben kein Geld mehr zum jetzt günstig einkaufen, da alles bereits kurz davor teuer investiert wurde.

    Kurbeee Ich würde auch alles auf einmal investieren, würde aber, obwohl ich eigentlich gegen Market-Timing bin, zumindest die Midterms in den USA abwarten. Es muss nicht sein,dass die Märkte einbrechen, aber mit einem plötzlichen Boom würde ich auch nicht rechnen. Von daher könnte es gute Einstiegspreise geben. Aber wie heißt es so schön: Es kann alles passieren, auch das Gegenteil.

  • Ich möchte 149.000 € in einen weltweit gestreuten ETF investieren.

    Was war historisch betrachtet renditetechnisch besser: die gesamte Summe sofort zu investieren oder den Betrag über z.B. 12 Monate zu staffeln (z. B. 12.500 € monatlich)?

    Gibt es dazu aussagekräftige Statistiken, beispielsweise zur durchschnittlichen Rendite und zur Wahrscheinlichkeit, mit der Einmalanlage besser abzuschneiden?

    Mich interessieren insbesondere langfristige Anlagezeiträume und die Frage, ob sich das Risiko eines ungünstigen Einstiegszeitpunkts durch die Staffelung statistisch sinnvoll reduzieren lässt.

    Laut Finanztip und anderer seriöser Kanäle ist historisch gesehen eine Sofortanlage meist die bessere Wahl. Das bringt aber nichts, wenn man damit heftige Bauchschmerzen hat. Also macht man es am besten so wie man es für richtig hält. Fertig. Teile die Anlagesumme in X Teile auf und lege sie gestaffelt an, wenn es dir damit am besten geht. Oder lege die Summe in verschiedene Anlageklassen an, um deinen Bauchschmerz noch weiter zu senken. ....... Es ist einzig deine Entscheidung.

  • Uns zu welcher Vorgehensweise würdest Du raten?

    Na, zu keiner, ich mache ja keine Anlageberatung. Bei der Frage nach Einmalanlage oder Staffelung bin ich tendenziell für all-in, aber die Erfahrung, die Bernd123 damit gemacht hat, wünsche ich niemandem. Das relativiert sich aber während der berühmten 15 Jahre Anlagehorizont, die scheinen ja vorhanden zu sein:

    Mich interessieren insbesondere langfristige Anlagezeiträume und die Frage, ob sich das Risiko eines ungünstigen Einstiegszeitpunkts durch die Staffelung statistisch sinnvoll reduzieren lässt.

  • Zum Einwand von Bernd123

    1) Die Zoll-Korrektur von Trump ist längst Geschichte und die Kurse höher als zuvor

    2) Noch schlechter als eine Korrektur nach der Investition auf einen Schlag ist ein schrittweiser Einstieg mit anschließender Korrektur. Dann hat man das schlechte aus beiden Welten. Die verpassten Wertsteigerungen in der Investitionsphase und der Wertverlust danach.

    Die Theorie sagt klar, dass die Wahrscheinlichkeit für den sofortigen Einstieg spricht und das in dem Umfang, wie man langfristig investieren will. Und doch würde ich auch eher zum Vorschlag von koho tendieren. Die Wahl kann zu einer kräftigen Korrektur führen. Sollte es nicht dazu kommen, verpasst Du nicht allzu viel. Wissen was ideal gewesen wäre, wird Dir erst die Zukunft sagen.

  • Ja klar sind die Kurse mittlerweile höher. Hätte ich mein Geld aber nicht komplett vor dem Crash investiert sondern hätte noch was für die günstigen Kurse danach gehabt, hätte ich jetzt 20-30k mehr im Depot. Das wär ein gewaltiger Unterschied gewesen.

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