GRV ungleich Investment

  • Wenn Kindererziehung nicht mehr in der Rentenversicherung abgebildet werden soll,wie geht es dann weiter?

    Sollen Eltern dann später einfach weniger Geld im Alter haben? Oder soll das, was heute über die Rente ausgezahlt wird, von einer anderen Stelle (Welche?) ausgezahlt werden?


    Wenn man Opt-Out-Regelungen schafft, wie wird dann das Risiko von Erwerbsminderung bedacht? Wenn die Sozialämter dann in Masse bei den gescheiterten Selbstverwaltern einspringen müssen, dann wird der Applaus auch nicht gerade groß sein.


    Wenn man vom Umlagesystem auf Kapitaldeckung umsteigt, dann muss eine Erwerbsgeneration nicht nur für die aktuellen Leisrungsbezieher zahlen, sondern zusätzlich auch noch den eigenen Kapitalstock bilden, zudem bestehen auch noch Unterhsltsverpflichtungen dem eigenen Nachwuchs gegenüber. Ist das für Jedermann auf dem Schirm?


    Weiterhin stellt sich die Frage, ob Kapitaldeckung und Umlagesystem in der volkswirtschaftlichen Realität so verschieden sind, wie die in der Theorie dargestellt werden. Denn entgegen einem Privathaushalt kann eine Volkswirtschaft nicht im klassischen Sinne sparen oder investieren, wenn man von langlebiger Infrastruktur oder nachhaltiger Bildung absieht.

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  • Was wäre dann deine Lösung ? Hört sich bei dir ja so an alles weiter laufen lassen wie bisher.

    Nee, Reformen gegenüber bin ich aufgeschlossen, sie müssen nur tatsächlich umsetzbar und nicht nur für ein Stammtischargument gut sein.

    Zunächst müssten die gesamtgesellschaftlichen Leistungen, die über die Rentenversicherung abgewickelt werden, über den Bundeszuschuss auskömmlich finanziert werden und nicht zu einem Übermaß von den Versicherten getragen werden.

    Dann müsste die Arbeitswelt so organisiert werden, dass auch flächendeckend bis ins hohe Alter gearbeitet werden kann, und wenn das funktioniert, dann kann man auch am Renteneintrittsalter drehen.

    Zudem müsste man die Beitragsbemessungsgrundlage verbreitern und mehr Personengruppen an der Finanzierung beteiligen.


    Auf dem Weg dahin wären offene Diskussionen unter Verzicht auf Schuldzuweisungen und Benennung von Sündenböcken hilfreich.

  • Über den Punkt, an dem das genügen würde, sind wir lange drüber

    Taxation is not charity. It is not voluntary. As we shrink the state and make government smaller, we will find that more and more people are able to take care of themselves.

    Grover Norquist

  • Über den Punkt, an dem das genügen würde, sind wir lange drüber

    Da ist Dir - meines Erachtens - (leider) zuzustimmen.

    Hätte aber natürlich nicht so kommen müssen; siehe hier

    Bei Realitätsbezug (längst absehbare demographische Entwicklung) hätte der Gesetzgeber (die Obrigkeit) längst (*) und zwingend auf die Idee kommen können präziser müssen, das Umlageverfahren mit einem kapitalgedeckten Anteil zu ergänzen.

    (*) Das war bereits vor einigen Jahrzehnten indiziert (vor 35 - 40 Jahren).

    Wovon - nach meinem Dafürhalten - ebenfalls mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auszugehen ist, daß bei Reform-Vorschlägen, die Gesetzliche Rentenversicherung (GRV) betreffend (siehe Tenor und Richtung in Nr. 4.122) von Seiten gelernter Sozialversicherungsfachangestellten (Frau Bas hat übrigens auch eine solche Ausbildung absolviert ...) ...

    ... Themen wie die "internationale Wettbewerbsfähigkeit" Deutschlands (Lohnzusatzkosten, AG-Anteil - bei einer ohnehin hierzulande schon sehr hohen Steuer-und Abgabenquote im internationalen Vergleich und einer schwerlich bis kaum noch wettbewerbsfähigen Unternehmensbesteuerung im internationalen Vergleich) und die Setzung von "Anreize bzw. Fehlanreize" (für qualifizierte Fachkräfte, Gutverdiener und Selbständige läuft das auf noch weniger Netto vom Brutto hinaus - bei einer ohnehin hierzulande schon sehr hohen Belastung mit Abgaben und Steuern im internationalen Vergleich) ...

    ... keine oder kaum eine Rolle spielen werden.

    Die sukzessive Aufweichung (oder gar Abschaffung) des "Äquivalenzprinzips" in der GRV würde beispielsweise noch idealtypisch in diese Richtung passen (siehe DIW und Marcel Fratzscher mit ihrer Kernkompetenz "Umverteilung"). Conditio sine qua non für (noch mehr) zusätzliches Geld im System GRV (durch "Verbreiterung der Beitragsbemessungsgrundlage" und/oder Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenze (BBG)); da ansonsten mehr Beitragszahlern und/oder höheren Beiträgen auch ebensolche Ansprüche an die GRV gegenüberstehen. Dem Kernproblem eines solchen umlagefinanzierten Systems (= demographische Entwicklung) kann so jedenfalls nicht abgeholfen werden.

    Hier wäre die "qualifizierte Zuwanderung" ein probater Ansatz - dafür hätte man aber den Standort Deutschland schon vor sehr vielen Jahren entsprechend attraktiv für diese weltweit begehrte "qualifizierte Zuwanderung" positionieren müssen ... Das ist (leider) unterblieben. Es ging die dafür erforderlichen Rahmenbedingungen betreffend eher in die entgegengesetzte Richtung.


    Es steht - nach meinen Erfahrungen - zu befürchten, daß solche "nebensächliche und unbedeutende" Aspekte und Kriterien, wie oben einige beispielhaft erwähnt, von bestimmter Seite auch unter

    Stammtischargument

    subsumiert werden dürften ...

  • Eigentlich stellt sich doch die Frage: Ist unsere Gesellschaft produktiv genug, um die steigende Zahl an Rentnern zu versorgen? Aufgrund der deutlichen Produktivitätssteigerungen der letzten beiden Jahrzehnte sollte das rein rechnerisch kein Problem sein. Das Problem liegt eher darin, dass das umlagefinanzierte Rentensystem einseitig am Faktor Arbeit hängt und die Reallöhne seit der Agenda 2010 nicht entsprechend mitgewachsen sind. Wir haben primär ein Verteilungs- und Strukturproblem, kein Produktivitätsproblem.

    So und jetzt dürfen die Konservativen auf mich einschlagen.

    Aber bedenkt dabei, die Zukunft verschärft das noch. Wenn durch KI in den nächsten Jahren die Produktivität massiv steigt, gleichzeitig aber massenweise Arbeitsplätze wegrationalisiert werden, entziehen wir dem klassischen Rentensystem weiterhin die Basis obwohl wir eigentlich kein Produktivitätsprobkem haben.

  • [...]

    Auf dem Weg dahin wären offene Diskussionen unter Verzicht auf Schuldzuweisungen und Benennung von Sündenböcken hilfreich.

    Mein Beitrag zur Diskussion ist hier mal ein Vergleich zwischen dem dänischen und dem Deutschen System (wohl wissend, ein zentral regiertes 6-Mio.-Völkchen mit einem 83-Mio.-Volk, einer Bundesregierung und 16 Landesfürsten zu vergleichen ein wenig hinkt ;))

    https://grafkerssenbrock.com/rentensystem-d…emark-vergleich

  • Es scheint ja so zu sein dass quasi ausschließlich Amleinerziehende im Bürgergeld landen. Dem ist nicht so, es ist vor allem ein Migrationsphänomen mit 3/4 der Bezieher. Und leider ist es auch so dass sehr viele Alleinerziehende aufstocken so wie allgemein sehr viele Empfänger. Und meist zufälligerweise genauso viel verdienen was die Höhe der Anrechnungsfreien Zuverdienstmöglichkeit betrifft. Man kann hier in den meisten Fällen auch von Schwarzarbeit ausgehe die durch den legalen Zuverdienst praktisch nicht nachzuweisen ist. Maximaler Druck mit Arbeitspflicht und Meldepflicht ist aus meiner Sicht das einzige was hier hilft. Oder denkst du es macht irgendwie Sinn als Geringqualifizierter mit 4 Kindern arbeiten zu gehen? Schon 2x macht es keinen Sinn wenn man aus religiösen Gründen die Frau in der Wohnung einsperrt und sie nicht mitarbeiten darf.

    Bitte das mal nicht dramatisieren. Laut statista sind bürgergeldempfänger zu 47.6% ohne deutschen Pass (2025). 47.9% waren es 2024. Sind schonmal keine 3/4...

    Dabei sind die größten Gruppen aus den (ehemaligen) Kriegsgebieten Ukraine, Syrien und Afghanistan. Diese Bevölkerungszugehörigkeiten stehen für ca 1,36 millionen Bürgergeldempfangende, was ca. 26% der Gesamtheit entspricht und mehr als die Hälfte der Ausländer.

    Als Wertung dazu von mir: Ich gehe davon aus das die meisten Menschen dieser Gruppe sehr viel lieber in ihrem Land leben würde zu Lebenswerten Bedingungen. Des weiteren sind zumindest Teile davon gar nicht berechtigt in den Deutschen Arbeitsmarkt einzusteigen.

    Bitte nicht irgendwelche falschen Zahlen reinwerfen oder Behauptungen aufstellen, die dazu führen könnten das den Quatsch jemand glaubt.

    Lieber sinnvoll wie vom TE mögliche Lösungsmöglichkeiten aufzeigen oder fundiert dazu eine Bewertung abgeben. Das was Referat Janders die letzten beiden Beiträge geschrieben hat sehe ich als sehr gute Ausgangspunkte für Lösungen an. Wenn das jemand anders sieht, kann man gerne diskutieren warum.

  • Eigentlich stellt sich doch die Frage: Ist unsere Gesellschaft produktiv genug, um die steigende Zahl an Rentnern zu versorgen?

    Dir vielleicht stellt sich dieser Frage ...

    Die entscheidende Frage bei Realitätsbezug ist aber, ob die Rahmenbedingungen für private Investitionen stimmen, denn über die lange Sicht kamen und kommen rund 90% aller Investitionen von privater Seite und rund 10% von staatlicher Seite. Bei dieser Standortrage ist Deutschland keine "Insel" (wie es Deine Frage "Ist unsere Gesellschaft produktiv genug, um die steigende Zahl an Rentner zu versorgen ?" suggeriert oder insinuiert) sondern steht selbstverständlich in einem internationalen Wettbewerb und damit in Konkurrenz zu anderen Gesellschaften (anderen Nationen). Für diesen Wettbewerb ist der Grad der internationale Wettbewerbsfähigkeit das entscheidende Kriterium.

    By the way: Wie sollen private Investitionen erzwungen werden in und an einem Standort, bei dem diese Rahmenbedingungen schon seit Jahren nicht (mehr) passen ... ?

    Aufgrund der deutlichen Produktivitätssteigerungen der letzten beiden Jahrzehnte sollte das rein rechnerisch kein Problem sein.

    ?

    Die Produktivitätssteigerungen sind hierzulande über den besagten Zeitraum immer schwächer ausgefallen.

    Einer der (diversen) Gründe ist auch in dem für Deutschland zu schwachen (weichen) Euro inkl. der expansiven - teilweise ultra-expansiven - Geldpolitik der EZB zu sehen (wobei diese fragile Einheitswährung für diverse Mitgliedsländer der Eurozone noch zu stark (hart) war). Eine starke und stabile Währung (das erfordert übrigens auch eine Währung, die nicht "Whatever it takes" gerettet werden muß ...) zwingt zu permanenten Produktivitätssteigerungen, insbesondere bei einem exportorientierten Land.

    Wenn der Kanzler das wüsste...

    Man könnte fast meinen, der Kanzler weiß das sprich glaubt an dieses "Gemälde" ...

    So wenig, wie er durchsetzt, so viel, wie er unterläßt und so weit, wie er auf die SPD zugeht. Oder sogar das Gegenteil von dem macht, was seinen Überzeugungen und Versprechungen entspricht (Stichwort: Historische Neuverschuldung)

    Dabei kann man als Politik-Laie, wenn auch einem an solchen Themen Interessierten, glatt auf die Idee kommen, daß sich die Wählerzustimmung der Parteien einer Koalition dann auch in der Ausrichtung samt Schwerpunkten der Politik dieser Koalition zumindest halbwegs wiederfindet sprich abbildet ...

    Nach meiner (altersbedingt schwachen) Erinnerung kam bei der Bundestagswahl 2025 die Union auf für diese Partei enttäuschende bis traurige 28,5% (plus 4,4% im Vergleich zu 2021) und die SPD aber nur noch auf für diese Partei erbärmliche bis jämmerliche 16,4% (minus 9,3% im Vergleich zu 2021) ...

    In Bezug auf immer neue historisch schlechte Wahlergebnisse und neue diesbezügliche Tiefpunkte könnten sich für die SPD schon bald (Landtagswahlen NBL) weitere "Rendezvous mit der Realität" einstellen.


    Eine Mehrheit der Bevölkerung wählt hierzulande längst rechts der Mitte und votiert ebenso bei Wahlumfragen - serviert bekommt das Wahlvolk dann aber regelmäßig eine Politik weit links der Mitte ... Es wird spannend zu sehen sein, wie lange das so durchzuhalten ist und wie sich das auf die Stimmung der Bürger und die Zustimmung zur Koalition auswirkt.

  • Eine Mehrheit der Bevölkerung wählt hierzulande längst rechts der Mitte und votiert ebenso bei Wahlumfragen - serviert bekommt das Wahlvolk dann aber regelmäßig eine Politik weit links der Mitte ...

    Das kannst du aber nicht auf die aktuelle Politik anwenden, wenn denn zurzeit überhaupt regiert wird. Weit links der Mitte? Dann hätten wir längst die Wiederinkraftsetzung einer Vermögensabgabe und andere schmerzhafte Einschnitte bei den sogenannten Eliten der Nation.

  • Das kannst du aber nicht auf die aktuelle Politik anwenden, wenn denn zurzeit überhaupt regiert wird. Weit links der Mitte? Dann hätten wir längst die Wiederinkraftsetzung einer Vermögensabgabe und andere schmerzhafte Einschnitte bei den sogenannten Eliten der Nation.

    Hast du mal eine Vermögensteuererklärung gemacht?

    Der Aufwand steht leider in keinem Verhältnis zum Ertrag.

    Genauso ist es bei vielen kleinen Erbschaftssteuererklärungen.

    Nur weil eine entfernte Person dir 25 TEUR vererbt, Steuererklärung machen und Steuern zahlen.

    Eine Santander, Deutsche Bank, Postbank, Noris Bank oder Klarna möchte ich nicht als Vertragspartner.

  • Das kannst du aber nicht auf die aktuelle Politik anwenden, wenn denn zurzeit überhaupt regiert wird. Weit links der Mitte? Dann hätten wir längst die Wiederinkraftsetzung einer Vermögensabgabe und andere schmerzhafte Einschnitte bei den sogenannten Eliten der Nation.

    Warum gehst du eigentlich auf dieses typische Gerede aus einer ganz seltsamen Ecke überhaupt ein ?

  • Das kannst du aber nicht auf die aktuelle Politik anwenden, wenn denn zurzeit überhaupt regiert wird. Weit links der Mitte? Dann hätten wir längst die Wiederinkraftsetzung einer Vermögensabgabe und andere schmerzhafte Einschnitte bei den sogenannten Eliten der Nation.

    Wenn Du den zitierst, muss ich den Quark auch noch lesen.

    Jeder der meint, wir hätten seit Jahren eine Linke Politik, soll sich mal eine Grafik zum Produktivitäts- Lohngefälle anschauen. Es zeigt sich ganz klar, dass wir seit Jahrzehnten ein weites auseinander driftendes Verhältnis der Produktivität der Arbeit und den dafür bezahlten Reallöhnen haben. Wo ist die Differenz? Das sind die Gewinne der Unternehmer. Das ist mit Sicherheit keine Linke Politik. Egal in wie vielen Schachtelsätzen man das versucht zu verkaufen.

  • Wenn Du den zitierst, muss ich den Quark auch noch lesen.

    Jeder der meint, wir hätten seit Jahren eine Linke Politik, soll sich mal eine Grafik zum Produktivitäts- Lohngefälle anschauen. Es zeigt sich ganz klar, dass wir seit Jahrzehnten ein weites auseinander driftendes Verhältnis der Produktivität der Arbeit und den dafür bezahlten Reallöhnen haben. Wo ist die Differenz? Das sind die Gewinne der Unternehmer. Das ist mit Sicherheit keine Linke Politik. Egal in wie vielen Schachtelsätzen man das versucht zu verkaufen.

    Es ist das Ergebnis linker Politik und vor allem der Besetzung der Schaltstellen mit Linken.

    Es ist nicht das gewünschte Ergebnis linker Politik, das gebe ich zu.

    Eine Santander, Deutsche Bank, Postbank, Noris Bank oder Klarna möchte ich nicht als Vertragspartner.

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