Bitcoin wird "Status eines Gold-Ersatzes" erreichen

  • Naja, Finanzanlagen, wie z.B. Wertpapiere werden ja steuerlich anders behandelt. In sofern kann man es auch als Gleichbehandlung betrachten, wenn Bitcoins wie andere Finanzanlagen besteuert werden.

    Dieser teilweise fragliche Vergleich von Bitcoin und Gold hier ist doch nicht steuerrechtlich festgeschrieben.

    Ich kenne jemanden, der hatte früher alle 11 Monate sein Auto gewechselt und diese Verluste mit Spekulationsgewinnen aus Immobilien verrechnet. Das war seinerzeit problemlos möglich, da beides als „privaten Veräußerungsgeschäfte“ zählte. Das geht heute auch nicht mehr. Also sind Änderungen möglich.

    Das stimmt. Ich hatte es an anderer Stelle schon geschrieben: Im EStG steht Bitcoin nicht ausdrücklich „gleichgestellt“ neben Gold oder Kunst, sondern fällt aktuell über § 23 EStG in dieselbe Kategorie der privaten Veräußerungsgeschäfte. Das ergibt sich aus der Auslegung und wurde auch vom BFH bestätigt.

    Der Gesetzgeber kann das ändern, Beispiele dafür gibt es genug, wie du selbst schreibst. Die Frage ist weniger ob, sondern wie. Entscheidend wird sein, ob eine andere Behandlung von Bitcoin sauber begründet wird.

    Wenn das nicht überzeugend passiert, dürfte es Klagen geben. Ob die dann am Ende Erfolg haben, ist noch mal eine ganz andere Frage.

    Das wertvollste Produkt, das man sich mit Geld kaufen kann, ist ein leerer Kalender.

  • Ich hätte es mir nie vorstellen können, aber sollte das so kommen, kauf ich vielleicht auf Kredit.😱🤔 Also natürlich nur wenn es einen Bestandsschutz für Altkäufe gibt. Dann geht ab 27 halt alles in die ETFs…

    Wenn Bestände vor 2027 tatsächlich unter die alte Haltefrist fallen und damit Bestandsschutz bekommen, wäre das zumindest ein Szenario, über das man nachdenken könnte.

    Statt direkt über Kredit zu gehen, könnte man auch überlegen, Positionen im eigenen Portfolio umzuschichten und so Liquidität zu schaffen. Anschließend dann, wie du schon sagst, die reduzierten Positionen Schritt für Schritt wieder aufbauen.

    Das wertvollste Produkt, das man sich mit Geld kaufen kann, ist ein leerer Kalender.

  • Der entscheidende Punkt ist § 23 EStG. Dort werden alle sogenannten „privaten Veräußerungsgeschäfte“ geregelt: Edelmetalle, Kunst, Antiquitäten, Fremdwährungen und eben auch Bitcoin. Für all diese Güter gilt bisher dieselbe Regel: Wer länger als ein Jahr hält, zahlt keine Steuer auf den Gewinn. Diese Regel existiert seit Jahrzehnten und wurde auch vom Bundesfinanzhof 2023 für Bitcoin ausdrücklich bestätigt.

    Letztlich ist es eine Frage der Umsetzbarkeit. Denn was unterscheidet Bitcoin von Edelmetallen etc? Du kannst es praktisch nur über ein Bankkonto, meist bei einer dieser Börsen, zu Geld machen. Da kann die Steuer auf dem gleichen Wege wie die Kapitalertragsteuer direkt von den Banken einbehalten und an das Finanzamt weitergeleitet werden. Bei Gold oder einem Rembrandt ist das nicht so einfach.

    Besteuerung findet immer dann statt, wenn der Staat das Eintreiben der Steuern einfach Dritten aufdrücken kann. Also Arbeitgeber bei der Lohnsteuer, Banken bei der Kapitalertragsteuer oder dem Handel bei der Mehrwertsteuer. Besteuerung z.B. von Goldgewinnen? Wie sollte das umgesetzt werden?

  • Ich kann mir hier nur vorstellen das es eventuell einen geringen Rücklauf gibt. Also evtl 2026/25 gekaufte krypto wären dann wie heute behandelt. Ich fände es sehr ungerecht und glaube auch rechtlich fragwürdig das rückwirkend auf x Jahre zu ändern. Könnte auch zu Problemen bei der Versteuerung rückwirkender Transaktionen führen.

    Abwarten was kommt, aber hätte nicht gedacht das Krypto so bleibt wie derzeit. Wenn man sich nicht seit ewigkeiten damit befasst, wirken kryptos auch eher wie moderne aktien als gold.

  • Letztlich ist es eine Frage der Umsetzbarkeit. Denn was unterscheidet Bitcoin von Edelmetallen etc? Du kannst es praktisch nur über ein Bankkonto, meist bei einer dieser Börsen, zu Geld machen. Da kann die Steuer auf dem gleichen Wege wie die Kapitalertragsteuer direkt von den Banken einbehalten und an das Finanzamt weitergeleitet werden. Bei Gold oder einem Rembrandt ist das nicht so einfach.

    Besteuerung findet immer dann statt, wenn der Staat das Eintreiben der Steuern einfach Dritten aufdrücken kann. Also Arbeitgeber bei der Lohnsteuer, Banken bei der Kapitalertragsteuer oder dem Handel bei der Mehrwertsteuer. Besteuerung z.B. von Goldgewinnen? Wie sollte das umgesetzt werden?

    Der Punkt mit der Umsetzbarkeit ist definitiv nicht von der Hand zu weisen. Der Staat bevorzugt immer Modelle, bei denen er die Steuererhebung möglichst an Dritte auslagern kann.

    Aber ganz so eindeutig ist es dann irgendwie doch nicht. Du kannst Bitcoin eben auch außerhalb dieses Systems bewegen, eigene Wallets oder Peer-to-Peer zum Beispiel. Genau da unterscheidet sich Bitcoin wieder von klassischen Finanzanlagen, die komplett im Bankensystem hängen.

    Und auf der anderen Seite ist es bei Gold auch nicht so, dass es grundsätzlich nicht besteuert werden kann, es ist nur schwerer zu kontrollieren. Rechtlich wäre das kein Problem, praktisch aber deutlich aufwendiger.

    Die Umsetzbarkeit kann meiner Meinung nach also nur theoretisch ein Argument sein, warum man Kryptowerte anders behandelt. Sie ist eigentlich kein sauberer juristischer Grund für eine Ungleichbehandlung. Am Ende muss der Gesetzgeber halt erklären, warum genau diese eine Assetklasse anders behandelt werden soll und nicht nur, weil es technisch einfacher ist, an die Steuern zu kommen.

    Das wertvollste Produkt, das man sich mit Geld kaufen kann, ist ein leerer Kalender.

  • Also kann man festhalten das wenn BTC besteuert wird es also noch weniger mit Gold zu tun hat als bisher, Threadtitel "Bitcoin wird "Status eines Gold-Ersatzes" erreichen". BTC wird einfach eine Ergänzung im Aktienportfolio einnehmen. Gold und Rembrandt bleiben weiterhin was ganz anderes.

  • Also kann man festhalten das wenn BTC besteuert wird es also noch weniger mit Gold zu tun hat als bisher, Threadtitel "Bitcoin wird "Status eines Gold-Ersatzes" erreichen". BTC wird einfach eine Ergänzung im Aktienportfolio einnehmen. Gold und Rembrandt bleiben weiterhin was ganz anderes.

    Es stellt sich die Frage, ob du ein Gut aufgrund seiner Eigenschaften oder aufgrund seiner Besteuerung durch den Gesetzgeber – der Geld braucht, weil er seine Ausgaben nicht unter Kontrolle hat – vergleichen willst ;)

    Das wertvollste Produkt, das man sich mit Geld kaufen kann, ist ein leerer Kalender.

  • Auch in der neunten Woche nach Beginn des Iran-Kriegs bleibt das Bild weitgehend stabil: Bitcoin liegt erneut vorne, wenn auch mit überschaubarer Dynamik.

    Die Wochenperformance:

    • Bitcoin (IBIT): +1,00 %
    • Gold (IAU): –2,30 %
    • MSCI World (URTH): +0,75 %
    • MSCI EM (EEM): +0,61 %

    Aktien legen leicht zu, während Gold erneut nachgibt. Das passt zur aktuellen Nachrichtenlage: Nach den zuletzt eher gemischten Signalen rund um die Straße von Hormus und ausbleibender weiterer Eskalation scheint sich der Markt zunehmend auf ein Szenario ohne kurzfristige Zuspitzung einzustellen. Entsprechend bleibt die große Risikoaversion aus.

    Im Gesamtbild wird der Abstand dennoch immer deutlicher: Seit dem 28. Februar liegt Bitcoin inzwischen rund 20 % im Plus, während Gold mit etwa –12,5 % klar im Minus notiert.

    Es bleibt spannend.

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  • Es gibt bereits neue Entwicklungen rund um die von Lars Klingbeil angekündigten Pläne zur möglichen Abschaffung der Haltefrist für Kryptowährungen. Besonders schnell scheint es dabei Bündnis 90/Die Grünen zu gehen: Nach aktuellen Diskussionen liegt offenbar bereits ein Gesetzentwurf vor, der vorsieht, Gewinne aus Bitcoin und anderen Kryptowährungen unabhängig von der Haltedauer der Einkommensteuer zu unterwerfen. Für Anleger könnte das je nach persönlichem Steuersatz bedeuten, dass auf Kursgewinne künftig bis zu 42 % Steuern anfallen würden.

    „Die Haltefrist für Kryptowerte im Rahmen des § 23 EStG wird aufgehoben. Dadurch werden Einkünfte aus privaten Veräußerungsgeschäften von Kryptowerten unabhängig von der Dauer des Haltens mit dem persönlichen Einkommensteuersatz besteuert.“ – Aus dem Gesetzesentwurf

    Das Ganze soll für Kryptobestände greifen, die nach dem 31.12.2025 erworben wurden. Dadurch soll es aufseiten des Staates zu Mehreinnahmen von rund 5 Milliarden Euro kommen.

    Ein Blick nach Österreich, wo Gewinne aus Kryptowährungen inzwischen besteuert werden, zeigt aber, dass die daraus erzielten Steuereinnahmen im starken Marktjahr 2024 vergleichsweise gering ausfielen. Übertragen auf deutsche Verhältnisse läge das potenzielle Steueraufkommen – bei Anwendung der Kapitalertragsteuer – im Bereich von rund 100 Millionen Euro, also keine 5 Milliarden.

    Was ja auch logisch ist. Betrachtet man einmal Bitcoin, so wird dieser in der Regel als Sparinstrument genutzt, sprich Halter planen gar keine Gewinne zu veräußern. Dementsprechend gibt es auch keine Einnahmen für den Staat. Alles wiedermal sehr stümperhaft durchdacht. Zumal es bei einer solchen Gesetztesänderung deutlich weniger Anreize geben würde, im Vergleich zum IST-Zustand, sich Kryptowährungen anzuschaffen. Dies würde ebenfalls die geplanten Steuereinnahmen deutlich mindern.

    Hinzu kommt, dass Menschen, die über Jahre hinweg bewusst Risiko eingehen, privat vorsorgen und eigenständig Kapital aufbauen, zunehmend stärker steuerlich belastet werden. Kann man nur hoffen, dass es diese Änderungen so nicht umgesetzt werden.

    Das wertvollste Produkt, das man sich mit Geld kaufen kann, ist ein leerer Kalender.

    Einmal editiert, zuletzt von Einundzwanzig (7. Mai 2026 um 01:38)

  • Die Mehreinnahmen oder Minderausgaben werden absichtlich Schön gerechnet. Im Sozialsystem ließ sich ja auch ein zweistelligen Milliardenbetrag sparen und jetzt wird sogar draufgezahlt. Scheint heute wichtig zu sein für die Legitimation

  • Zitat

    Betrachtet man einmal Bitcoin, so wird dieser in der Regel als Sparinstrument genutzt, sprich Halter planen gar keine Gewinne zu veräußern

    Wenn du mit dieser Argumentation recht hättest, bräuchte man gar nicht gegen eine Steuer zu argumentieren, da diese ja dann eh nie anfällt.


    Ein Sparinstrument wird allerdings nur von jenen nie veräußert deren andere Ressourcen ausreichen um Güter zu kaufen die sie brauchen oder aus sonstigen Gründen erwerben wollen und die daher auf ihrem Bitcoinspeicher sitzen können und/oder wollen.

    Gibt natürliche und juristische Petsonen die das so handhaben, aber wenn Bitcoin nie die Besitzer wechselte, wäre es ein totes Ding auf dem zu sitzen auch keinen Wert mehr hätte.


  • Nach aktuellen Diskussionen liegt offenbar bereits ein Gesetzentwurf vor, der vorsieht, Gewinne aus Bitcoin und anderen Kryptowährungen unabhängig von der Haltedauer der Einkommensteuer zu unterwerfen. Für Anleger könnte das je nach persönlichem Steuersatz bedeuten, dass auf Kursgewinne künftig bis zu 42 % Steuern anfallen würden.

    Das Ganze soll für Kryptobestände greifen, die nach dem 31.12.2025 erworben wurden.

    Oha!

    Wenn das echt so kommt, ist es vorbei mit BTC. Da kauft doch Niemand mehr Bitcoin wenn er so hoch besteuert wird. Und die Kurse werden dann eben auch fallen wenn Niemand mehr kauft und es einfach kein Interesse mehr gibt.

  • Wenn das echt so kommt, ist es vorbei mit BTC.

    Deutscher Steuern werden ja nicht auf der ganzen Welt verhängt. Selbst wenn es wegen der Steuern ein paar deutsche Bitcoiner weniger gibt wird das nicht das Ende des Bitcoins bzw. Krypotwährungen sein. Was langfristig gut ist und einen Nutzen für die Menschen hat wird sich durchsetzen. Ob das allerdings für Kryptowährungen zutrifft wird die Zukunft zeigen.

    In 10 Jahren wissen wir mehr.....

  • Die kotzen mich einfach nur noch an mit ihrer ewigen Gängelei zu mehr Einnahmen.

    Die brauchen sich kein bisschen über den stetigen AFD Zuwachs wundern.

    Bemerkenswert reflektierten Beitrag. Bitte welcher Grund spricht gegen eine Besteuerung? Mal bissl mit Substanz. Ich bin absolut nicht der Meinung von 21, jedoch erklärt er sie. So ne Stammtischparole raushauen gehört hier einfach nicht hin....

    Das die afd eine Wirtschaftspolitik gegen 95% ihrer Wähler macht ist bekannt. Aber irgendwo fehlt mir hier der Kontext.

  • Oh, die Kurse steigen also nur, wenn weiter fleißig geschürft und gekauft wird? Klingt dann doch wieder nach Schneeballsystem. Ich sehe das ja eh schon lange so und hab deswegen auch kein Stück dieser Fakewährung! ;)

    Ich finde es gibt Argumente dafür aber auch dagegen. Am Ende bleibt es spekulativ. Man kann eine gute Rendite mit Bitcoin machen oder im schlimmsten Fall alles verlieren.

    Ist aber z.B. bei Kunstwerken ähnlich. Wenn sich niemand mehr für Picasso interessiert, bekommst du auch keine dreistelligen Millionenbeträge mehr dafür..

    Ich bin weder Finanzprofi noch gebe ich Anlageberatungen.
    Meine Beiträge sind als Impulse zu verstehen, um sich selbst zu informieren.

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