Mal davon abgesehen, dass der internationale Goldhandel offenbar selbst eine gewaltige Papierblase darstellt (das von dir genannte Verhältnis von 1:100 zwischen physischem Gold und Papiergold scheint dich erstaunlicherweise nicht weiter zu beunruhigen). Ich wäre jedenfalls gespannt, was passiert, wenn im Ernstfall ein größerer Teil der Anleger gleichzeitig „sein Gold“ einfordert.
Unabhängig davon ist für mich weiterhin nicht nachvollziehbar, wie du aus dem Marktwert von Xetra-Gold und EUWAX Gold II schließt, dass deutsche Privatanleger insgesamt 22–25 Milliarden Euro in Papiergold investiert haben. Daher noch einmal die Frage: Hast du dafür eine belastbare Quelle? Oder sind das einfach Vermutungen? Allein die Größe dieser beiden ETCs heranzuziehen, dürfte als empirischer Nachweis kaum ausreichen.
Ich glaube, du den den Goldmarkt nicht verstanden. An der Comex gibt es keine Anleger, nur Händler. Was passiert da, wenn jeder für sein Papiergold die Ware einfordert? Als erstes würde wohl der Goldhandel an der Comex ausgesetzt und danach dürfte der Goldpreis stark steigen.
Xetra Gold und Euwax 2 Gold müssen für jedes ausgegebene Zertifikat physisches Gold hinterlegen. Wenn ich also einen Anteil Xetra Gold kaufe, dann wird dafür eine Unze physisches Gold hinterlegt. Das Verhältnis von Papier zu Gold ist hier genau 1:1. Und da in diese ETCs praktisch nur Privatanleger investieren, darf man daraus schließen, dass die Größe dieser ETC ungefähr die Investition der Privatanleger in Papiergold ist.