Ich komme nicht zurück, wie ich es der "Moderation" bereits per E-Mail geschrieben habe.
Die letzte Sperrung hat mich wieder einmal getroffen (so war das von der "Moderation" ja auch beabsichtigt), und ich habe mir überlegt, wie ich darauf reagiere. Noch während der Sperrung habe ich die Mail an die vorgeschriebene E-Mail-Adresse geschickt, daß man mein Konto löschen möge, und in dieser Mail auch wieder meine Beweggründe erläutert. Darauf hat die "Moderation" erstaunlicherweise sogar reagiert, nämlich indem sie die Sperre verkürzt hat. Eine Erklärung gab es natürlich nicht, Götter handeln, aber sie erklären nicht.
So einfach ist das aber nicht, das macht nichts wieder gut.
Wenn man eine Tasse behalten will, muß man immer aufpassen, daß sie nie herunterfällt. Läßt man sie nur ein einziges Mal fallen, so zerspringt sie, und man kann sie dann nicht mehr reparieren. Das gilt auch für die Beziehungen zwischen Menschen. Wenn man sie zerbricht, kann man sie meistens nicht mehr reparieren. Selbst dann, wenn es hinterher irgendwie weitergeht, wird es nie mehr so sein wie vorher.
Als damals Nutzermoderatoren gesucht wurden, habe ich mich bewußt aus der Diskussion herausgehalten und mich somit auch nicht bereiterklärt, diese Arbeit zu übernehmen, obwohl ein Vielnutzer mit langer Online-Zeit für technische Aufgaben geradezu prädestiniert wäre. Als damals bereits mehrfach Vorbestrafter wollte ich aber nicht Gratis-Arbeitnehmer, besser Gratis-Arbeitabnehmer, sein.
Ich bin Querdenker im alten Sinne, also einer, der sich seine eigenen Gedanken macht und das, was ihm von anderen vorgedacht wird, nicht unreflektiert hinnimmt, sondern hinterfragt. Nicht selten komme ich dabei zu anderen Schlüssen als andere Leute und vertrete die dann, auch gegen den Mainstream. Damit macht man sich keine Freunde, hier nicht und im echten Leben auch nicht. Mit den Wölfen zu heulen ist immer der einfachere Weg.
Ich bin Demokrat durch und durch - und die "Moderation" ist das nicht. Die Meinungsfreiheit in einem öffentlichen Medium ist für mich ein sehr hohes Gut, das nur in echten Extremfällen eingeschränkt werden darf, etwa dann, wenn einer zu Straftraten aufruft oder dieselben vertritt.
Die "Moderation" sieht das anders. Sie sperrt und zensiert mit lockerer Hand, ihr oberstes Prinzip ist die Erziehung ihrer Mitmenschen nach ihren überzogenen woken Vorstellungen, denen niemand außerhalb ihrer Blase wirklich gerecht werden kann. Wie allen Blasenbewohnern ist ihnen das nicht gewärtig. Sie glauben irrig, es sei doch nur normal, wie sie denken, und außerdem dienten sie ja dem Guten, also könne doch überhaupt keiner etwas dagegen haben. Irren ist menschlich, und die "Moderation" ist diesbezüglich im Irrtum.
Ein wesentliche Voraussetzung für ein gedeihliches Zusammenleben in einer Demokratie ist Toleranz: Andere Leute nach ihrer eigenen Fasson selig werden lassen und nicht die eigene Überzeugung anderen aufzwingen wollen. Der den Satz geprägt hat, war ein König und kein Demokrat, heute wäre er vielleicht einer.
Bezüglich Toleranz ist die "Moderation" dieses Forums - wie alle Wokies - ausgesprochen schwach auf der Brust.
Bei der Suche nach Nutzermoderatoren hat einer geschrieben, ich sei für diese Tätigkeit charakterlich nicht geeignet. Mal abgesehen von dem Übergriff (Wie kann man so etwas über einen Menschen schreiben, den man überhaupt nicht kennt?) hatte er damit verblüffenderweise recht, allerdings anders, als er das glaubte. Als zutiefst demokratisch gesinnter Mensch könnte ich mich in ein Team, das erheblich undemokratische Züge zeigt, eher nicht einordnen. Ich wäre grundsätzlich gegen Sperrungen, ich wäre grundsätzlich gegen Zensur, ich wäre grundsätzlich für Laufenlassen und stünde somit in der "Moderation" dieses Forums mit meiner gegenteiligen Auffassung allein.
Für technische Dinge (etwa das Löschen von Dpppelpostings) bedarf es keiner speziellen charakterlichen Eignung. Wenn es aber darum geht, Macht über andere auszuüben, dann sehr wohl.
Für die Geschäftsleitung von Finanztip hat das Forum wohl keine große Bedeutung. Es gehört sich für eine Webpräsenz wie die ihre, daß man ein Forum hat, also hat man eben eins. Wichtig ist, daß es wenig kostet, vor allem, daß es wenig Personalressourcen beansprucht. Also soll die Praktikantin das machen, ohne jede passende Ausbildung, ohne jegliche Aufsicht. Sie macht das schon irgendwie, keiner kümmert sich darum.
Das war mal anders hier im Forum. Früher hat die Moderation (Franziska) mitgelesen und mitgeschrieben und sicherlich manche Entgleisung geschmeidig abgebogen. Das war vor meiner Zeit, aber wenn man zurückliest, sieht man, daß der Ton hier im Forum damals, vermutlich dadurch, ein anderer war. Aber das würde halt Personalkosten verursachen, die die Geschäftsleitung wohl nicht aufwenden möchte. So gehen die alltäglichen Gehässigkeiten im Ton üblicherweise durch, aber es wird gleich dreingeschlagen, wenn jemand einen Mitforisten meldet.
Für die eigentliche Moderation, also die geschickte Lenkung einer Diskussion, die aus dem Gleis gerät, bedarf es es der Erfahrung und des Fingerspitzengefühls, das man gerade als junger Mensch nicht so ohne weiteres hat. Richtig knifflig wird es dann, wenn Macht ausgeübt werden soll, ohne das es leider auch in einem demokratischen Staat nicht geht. Hierbei wäre wie im echten Leben ein abgestuftes Verfahren hilfreich. Die Polizei nennt es "Gefährderansprache", also erstmal deutlich zu machen, daß das Auge des Gesetzes wacht, dann eine gelbe Karte, bevor man schließlich die rote zückt. Aber das dauert natürlich und macht mehr Arbeit als der kurze Prozeß.
Daher gilt dieses demokratische Prinzip hier im Forum auch nicht, hier gibt es gibt ausschließlich rote Karten, die dazu bereits bei minimsten vermeintlichen Übertretungen gezückt werden und dann wie Donars Blitze aus heiterem Himmel kommen.
In einem Rechtsstaat gibt es klare Vorgaben für die Ausübung staatlicher Gewalt: Wird jemanden ein Vergehen vorgeworfen, muß dieses klar und konkret benannt werden. Eine Phrase wie "Höflichkeit und Respekt sind in diesem Forum stets gern gesehen" erfüllt diese Vorgabe nicht. Vor jeder weiteren Maßnahme muß dem Betroffenen Gehör gewährt werden. Ein Urteil muß überprüfbar sein, bevor es umgesetzt wird. Ankläger, Richter und Vollstrecker dürfen nicht die gleiche Person sein. Niemand darf in eigener Sache tätig werden. All das ist in diesem Forum nicht vorgesehen, daher darf man es mit Fug und Recht als rechtsstaatsfreie Zone bezeichnen.
Ja, dieses beschriebene Unrechtsverfahren ist auch in vielen privaten Foren üblich. In Ordnung ist es auch dort nicht, aber das private Forum ist eben Privatsache, während dieses Forum hier Teil einer gemeinnützigen Stiftung ist. Eine solche ist deutlich strenger an gesellschaftliche Vorgaben gebunden als ein Privatmann in seinem privaten Bereich.
Es wäre sicherlich zuviel verlangt, in einem Forum eine regelrechte Rechtsprechung aufzubauen, daß aber 1. die Supersensibilität der "Moderation" auf ein normales Maß reduziert wird (sprich: daß in Zukunft Augenmaß zählt), 2. jedes "Delikt" eindeutig genannt wird, 3. vor jeder roten Karte zwingend eine gelbe kommen muß (die in angemessener Zeit verfällt und auf die der Angeschuldigte auch antworten kann) und 4. kein Moderator in eigener Sache tätig werden darf, das kann man jederzeit auch im Finanztip-Forum umsetzen. Man könnte für Sperren auch vorgeben, daß sie im 4-Augen-Prinzip erfolgen müssen.
Allein wenn der Sperrgrund ausdrücklich genannt werden müßte, würde das die Willkür dämpfen.
Dann müßte ein Nutzermoderator nämlich schreiben:
Du hast geschrieben: "Der Versicherungsbote ist Deine Lieblingspostille". Dieses Äußerung ist beleidigend und verstößt gegen die Forenregeln, deswegen zensierte ich diesen Satz und sperre Dich für zwei Tage.
Wenn dies hinterher bekannt würde, hätte der "Moderator" einen Shitstorm am Hals, und das völlig zu Recht. Das weiß er vorher und unterläßt daher den Unsinn.
Xenia hat sich immer hinter folgender Phrase versteckt "Respekt und Höflichkeit sind hier im Forum gern gesehen." Hätte sie die Formulierung nennen müssen, an der sie (oder der Petzer) Anstoß nahm, hätte man prüfen können, ob ihre Reaktion angemessen ist.
Bisher gibt es diese Vorgaben in diesem Forum nicht, deswegen herrscht hier im Forum solche Willkür der "Moderation".
Und nein, das umzusetzen wäre kein großer Aufwand, aber es würde dieses Forum ganz erheblich näher an übliche demokratische Richtlinien rücken.
Wenn man schon am Ändern ist, könnte man festlegen, wie man in Zukunft mit der Forenzensur umgeht. Auch hier wäre der wichtigste Punkt, die aktuelle Supersensibilität auf ein angemessenes Maß zurückzudrehen. Nicht jeder externe Link ist zwingend werblich und sollte daher weggenommen werden. Ohne Links wäre das ganze Internet wertlos. Jeder ist Herr seiner eigenen Daten: Was soll daran verwerflich sein, wenn einer mit seinem bürgerlichen Namen unterschreibt? Warum muß man das wegnehmen? Wer partout werben will, schreibt halt seinen Unternehmensnamen in den Nutzernamen, dann kann es nicht wegzensiert werden.
Zensur ist die Unterdrückung fremder Meinungsäußerungen. Im demokratischen Staat Deutschland ist sie aus gutem Grund schon im Grundgesetz verboten. Auch diesbezüglich sollte Toleranz herrschen: Strafrechtlich relevante Inhalte dürfen nicht nur weg, sondern sie müssen sogar weg - das ist aber rechtlich keine Zensur! Eindeutige Werbung kann auch weg - aber schon larvierte Werbung erkennt eine so aufmerksame Nutzerschaft wie diese hier selber. Das muß eine "Moderation" dann aber auch zulassen und nicht wie in meinem Fall den Nutzer, der den Werbetrick erkennt und nennt, wegsperren und den Hinweis "Vorsicht Werbung!" wegzensieren.
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