Was verdient ihr & seid ihr zufrieden?

  • Im Landtag in NRW, also in Düsseldorf arbeitet eine Seniorin, die 1940 geboren ist.
    Sie arbeitet in einem Abgeordnetenbüro auf Steuerzahlerkosten.

    Die ist sicherlich auch zufrieden.

    Ich habe den Thread ein paar Leuten in der Yogagruppe gezeigt.
    Hier einige Rückmeldungen:

    Studierter Textil-Ingenieur , 47 Jahre, nach Studium und Arbeitslosigkeit seit 17 Jahren als Quereinsteiger bei einer Bundesbehörde, Angestellter mit Jahresbrutto 75.000 Euro, ist zufrieden.

    Pfarrerin, 34, 50 % Anstellung, 35.000 Euro brutto, zufrieden

  • Solange sich AN bei AG unter Konkurrenz bewerben muss, ist er ggü AG im Nachteil. Die AV Verhandlungen finden nicht auf Augenhöhe statt. Kurzum, mit der Forderung nach fairem Lohn kann AN ganz schnell ohne jelichen Lohn dastehen. Das nützen AG systematisch zum Lohndumping aus.

    Der Arbeitsmarkt ist nicht transparent und ohne Transparenz keine Fairness.

  • Dann kann es nicht passieren, dass innerhalb der Stellenkategorie krasse Unterschiede existieren.

    Angebot und Nachfrage halt... hat ein Unternehmen hunderte Bewerbungen auf eine Stelle, hat der AN schlechtere Bedingungen bei der Verhandlung.

    Ist hingegen Arbeitnehmer-Markt, kann er mehr verlangen, als vielleicht ein zukünftiger Kollege vor 5 Jahren bei seiner Einstellung verhandelt hat.

    Es ist fast wie im richtigen Leben, deswegen heißt das hier auch Erde und nicht Paradies.

  • Ich würde eher sagen, er sollte bei der Gehaltsverhandlung das verlangen, was er für seine Leistung als angemessen ansieht. Wenn der AG das dann auch bezahlt passt doch alles. Er bekommt den Wert, den er selbst für seine Leistung festgelegt hat.

    Warst du schon einmal in dieser Situation?

    Die erste Gehaltsverhandlung findet bei der Bewerbung statt und das Ergebnis wirkt lange nach.

    Das hängt dann ziemlich davon ab aus welcher Position man kommt. Wer sich aus ungekündigter Stelle bewirbt, um sich zu verändern/verbessern, wird das so tun wie du schreibst.

    Wer aus der Arbeitslosigkeit kommt und die Stelle dringend braucht ist in einer schwachen Verhandlungsposition und verkauft sich meist deutlich unter Wert. Selbstverständlich nutzt das der AG im Sinne der Kostenminimierung.

    Für den AG ist das bequem, vor allem weil er regelmäßig den Bewerber zum ersten Angebot zwingt, bevor er sich selbst überhaupt dazu äußert, nach dem Motto: " Was hätten Sie sich denn vorgestellt?". Das zwingt den Bewerber schon in die Defensive.

    Ich kenne beide Situationen aus eigener Erfahrung und mittlerweile auch die auf der anderen Seite des Tisches.

  • In meiner alten Firma wurde ich von Anfang an von einem Kollegen regelmäßig gefragt, was ich verdiene 😄 als ich nach 2 Jahren gegangen bin habe lch es ihm und den anderen gesagt. Danach haben sie alle einen viel besseren Verhandlungsspielraum gehabt.

    Die hatten dort alle gelernt und waren nie wo anders und dann standen sie da mit einem viel zu geringen Verdienst und der wurde über die Jahre immer mal ein bisschen angehoben….nicht wirklich gut aber immerhin wurden alle an der kurzen Leine gehalten

  • Das kann ich gut nachvollziehen. Ich würde sagen, dass unser Haushaltsnettoeinkommen mit ca. 9k€ schon ganz gut ist (ich 41, Frau 36), aber der Freundeskreis um uns herum teilweise deutlich mehr verdient. Da sind Gehälter von 150k€ und darüber keine Seltenheit und ich frage mich dann immer, was ich falsch gemacht habe :D

    Du hast Dir die falschen Freunde ausgesucht 😉

  • Ich würde eher sagen, er sollte bei der Gehaltsverhandlung das verlangen, was er für seine Leistung als angemessen ansieht. Wenn der AG das dann auch bezahlt passt doch alles. Er bekommt den Wert, den er selbst für seine Leistung festgelegt hat.

    Mega gute Idee. Einfach sagen wieviel man gerne hätte und dann bekommt man das auch. Und wenn der eine AG das nicht zahlt einfach zum nächsten und in der Übergangszeit (50Jahre) beim Vermieter anrufen und sagen man zahlt die Miete erst wenn man einen AG gefunden hat der die Wunschsumme zahlt.

  • Mega gute Idee. Einfach sagen wieviel man gerne hätte und dann bekommt man das auch. Und wenn der eine AG das nicht zahlt einfach zum nächsten und in der Übergangszeit (50Jahre) beim Vermieter anrufen und sagen man zahlt die Miete erst wenn man einen AG gefunden hat der die Wunschsumme zahlt.

    Sowas lernt man nicht in der Schule

  • Ja, ich war mehrfach in meinem Leben in dieser Situation. Einige Male habe ich mich aus ungekündigter Position beworben, einige Male hatte ich bereits gekündigt oder war arbeitslos. Immer gab es für mich aber eine Messlatte: Ich definiere meinen Preis. Wenn die Wunschstelle für diesen Preis nicht zu bekommen war und es auch keine Möglichkeit gab, innerhalb einer festgelegten Frist vertraglich auf das Gehalt zu kommen, gab es für mich 2 Optionen: Abzusagen oder das geringere Gehalt zu akzeptieren. Aber das war dann MEINE Entscheidung und entweder habe ICH dann schlecht verhandelt oder die Firma kam wirklich an ihre Grenzen. In über 30 Berufsjahren, bei 7 Arbeitgebern kam mir nie der Gedanke in den Sinn, dass mich ein AG "über den Tisch gezogen hat " denn letztendlich habe ich entschieden, zu welchem Preis ich meine Zeit, meine Energie und meine Leistungskraft "verkaufe".

  • Mega gute Idee. Einfach sagen wieviel man gerne hätte und dann bekommt man das auch. Und wenn der eine AG das nicht zahlt einfach zum nächsten und in der Übergangszeit (50Jahre) beim Vermieter anrufen und sagen man zahlt die Miete erst wenn man einen AG gefunden hat der die Wunschsumme zahlt.

    Grundlegend gilt für mich: Ich nenne meinen Preis, der sich aus meiner Qualifikation, meiner Erfahrung, Skills etc. ergibt und ich entscheide, ob ich ein evtl. niedrigere Angebot annehme oder nicht. Das ist dann aber meine Entscheidung. Hätte der AG mehr bezahlt, habe ich schlecht verhandelt, zu niedrig gepokert oder zu früh zugesagt. Das ist dann aber meine Verantwortung, schließlich zwingt mich niemand einen Job anzunehmen.

  • Das kann ich gut nachvollziehen. Ich würde sagen, dass unser Haushaltsnettoeinkommen mit ca. 9k€ schon ganz gut ist (ich 41, Frau 36), aber der Freundeskreis um uns herum teilweise deutlich mehr verdient. Da sind Gehälter von 150k€ und darüber keine Seltenheit und ich frage mich dann immer, was ich falsch gemacht habe :D

    Hast du denn etwas falsch gemacht?

    Reicht euer Geld denn nicht?

    9 k sind doch hervorragend, wenn man für ein zufriedenes Leben 8.500 Euro benötigt.

    Hingegen können 150 k in die Armut führen, wenn man für Villa, Autos nund Angestellte 180 k benötigt, Boris Becker hat uns das ja eindrucksvoll gezeigt.

    Ich habe monatlich ca. 6 k zur Verfügung, gebe davon ca. die Hälfte aus. Davon kann ich mir alles leisten, was mir wichtig ist.

    Und mit dem Begriff "Gerechtigkeit" wäre ich in unserem Land sehr vorsichtig. Richtig gerecht ist es ja nicht, dass hier selbst der größte Faulpelz luxuriöser lebt, als die meisten schwer arbeitenden Menschen in vielen "Schwellenländern".

  • Es kommt sehr drauf an wie man das für sich definiert. Bei mir auf der arbeit beschweren sich oft alle das ein nichtsnutz ne bessere Lohngruppe hat. Mir ist das latte, solange ich in meinem Tarif so eingruppiert bin, wie es meine Kenntnisse erlauben. Ich muss zufrieden sein und solange das passt ist es mir eigentlich egal das andere Glück haben.

    Ist allerdings in transparenten Tarifverträgen auch sehr viel schöner. Klare Struktur und dann hat man alle Argumente.

    Ist in vielen Berufen anders und da kommt es nahezu rein auf Verhandlungsgeschick und skills an. Da ist 'Gerechtigkeit' auch einfach nicht machbar.

    Ich gehöre hier mit zu den Niedriglöhnern, aber freue mich das es hier so viele in sehr gut bezahlte Jobs geschafft haben. Ich komme bisher ganz gut klar also so what. Hab da meistens den positiven Neid. Klar hätte ich gerne 1k, 5k, 50k, 200k, mehr im Monat, aber sehe den Sinn nicht danach zu gieren das andere haben. Das funktioniert aber auch fast nur wenn es einem selbst gut geht.

  • Es kommt sehr drauf an wie man das für sich definiert. Bei mir auf der arbeit beschweren sich oft alle das ein nichtsnutz ne bessere Lohngruppe hat. Mir ist das latte, solange ich in meinem Tarif so eingruppiert bin, wie es meine Kenntnisse erlauben. Ich muss zufrieden sein und solange das passt ist es mir eigentlich egal das andere Glück haben.

    Ist allerdings in transparenten Tarifverträgen auch sehr viel schöner. Klare Struktur und dann hat man alle Argumente.

    Ist in vielen Berufen anders und da kommt es nahezu rein auf Verhandlungsgeschick und skills an. Da ist 'Gerechtigkeit' auch einfach nicht machbar.

    Ich gehöre hier mit zu den Niedriglöhnern, aber freue mich das es hier so viele in sehr gut bezahlte Jobs geschafft haben. Ich komme bisher ganz gut klar also so what. Hab da meistens den positiven Neid. Klar hätte ich gerne 1k, 5k, 50k, 200k, mehr im Monat, aber sehe den Sinn nicht danach zu gieren das andere haben. Das funktioniert aber auch fast nur wenn es einem selbst gut geht.

    das hast du sehr schön geschrieben.

    Auch ich verdiene bei weitem nicht so viel was hier die meisten Leute angegebenen haben.

    Aber anstatt neidisch zu sein, sehe ich das mehr als Ansporn um mich selber zu challangen um Wege zu finden wie ich mich zukünftig optimieren kann

  • Hast du denn etwas falsch gemacht?

    Reicht euer Geld denn nicht?

    9 k sind doch hervorragend, wenn man für ein zufriedenes Leben 8.500 Euro benötigt.

    Hingegen können 150 k in die Armut führen, wenn man für Villa, Autos nund Angestellte 180 k benötigt, Boris Becker hat uns das ja eindrucksvoll gezeigt.

    Nein, ich würde nicht sagen, dass ich etwas "falsch" gemacht habe, aber die Möglichkeiten/Voraussetzungen wären sicherlich da gewesen heute auch da zu stehen.

    Ich denke, das hat auch immer viel mit der "hedonistischen Tretmühle" zu tun. Vor Jahren hätte ich wahrscheinlich noch gesagt, das Geld was ich heute zur Verfügung habe, wäre ein Traum.

    Heute denke ich wieder, es dürfte gerne mehr sein, wenn nach Rate für die ETW, sonstigen Fixkosten, den Sparraten, Sicherheitsbaustein nicht mehr wirklich was übrig bleibt.

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