Was verdient ihr & seid ihr zufrieden?

  • Ich denke, das hat auch immer viel mit der "hedonistischen Tretmühle" zu tun. Vor Jahren hätte ich wahrscheinlich noch gesagt, das Geld was ich heute zur Verfügung habe, wäre ein Traum.

    Heute denke ich wieder, es dürfte gerne mehr sein, wenn nach Rate für die ETW, sonstigen Fixkosten, den Sparraten, Sicherheitsbaustein nicht mehr wirklich was übrig bleibt.

    Das kann ich gut nachempfinden. Ich sorge mich zusätzlich immer um die sogenannte Lifestyle Inflation. Allerdings weniger meinetwegen, sondern eher wegen meiner Familie. Finanziell habe ich nie so unbeschwert gelebt, wie als Junggeselle mit Teilzeitanstellung und günstigem WG-Zimmer. Insofern bin ich sicher, dass ich auch mit deutlich weniger zufrieden sein könnte. Ob das bei meinen Kindern und meiner Frau auch so wäre? Da bin ich mir nicht so sicher. Es fällt uns jedenfalls nicht schwer, das Familieneinkommen gut unters Volk zu bringen und mehr ausgeben würden wir sicher auch schaffen, ohne uns groß anzustrengen ^^

  • Das ist halt das Interessante was ich mir hier auch denke…

    Ich hab mit meinem Brutto 4200€ Durchschnittsgehalt am Monatsende noch 1400€ über mit denen ich nicht weis was machen und sparen kann. Ich könnte theoretisch auch jeden oder jeden 2. Monat einen fetten Urlaub machen. Das ist doch gut, da fehlts mir doch an nichts und ich hab gewisse Freiheiten.

    Wenn dann hier Leute aber das doppelte oder teils noch viel mehr verdienen dann haben die am Monatsende nach meinem Gefühl wohl auch nicht wirklich mehr über. Mir scheint die Lifestyle Inflation schlägt da meist hart zu. Oder was machen die Leute mit dem Geld? Ich mein allein ein Haus kostet eben ordentlich - macht aber auch eben viel Arbeit! Meine gut dimensionierte 2 Zimmer Wohnung hat Full Service, Hecken, Flurlichter, Flur kehren, Schnee schippen, Mülltonnen - ich muss absolut nichts machen und auch meinen gelben Sack nicht selbst mit dem Auto irgend wo hin fahren wie so manch einer.

  • Müllabfuhr habe ich auch.😉


    Diese Lifestyle Inflation ist nicht zu unterschätzen.
    Das doofe ist wenn da nicht mitmacht läuft irgendwann das Depot über. 😳

    Ich frage mich auch immer was die Leute mit ihrem Geld machen…..die laufenden Kosten gering halten, keine überdimensionalen Fahrzeuge und Wohnungen und mit wenig zufrieden sein. Fertig. Schon bleibt was zum Sparen übrig und Geld für Quatsch ist auch noch da.

  • Hier meldet sich nochmal der arme Rentner von oben,der interessiert diese Diskussion verfolgt.

    Ich komme aus der DDR und wir hatten in unserer Familie nie viel Geld.

    Vater Meister Industrie,Mutter meist Hausfrau ,3 Kinder.Das Geld war immer knapp.

    Ich als Ältester mußte die alten Klamotten von Bekannten auftragen,beide Eltern haben geraucht und gern gefeiert.Ab 14 bin ich jede Ferien arbeieten gegangen um mir auch mal was kaufen zu können.

    So was prägt Einen.Deshalb hab ich immer drauf geschaut mein Geld zusammen zu halten.

    Nach der Wende gut verdient als Ingenieur,Haus gebaut und 2 Kinder groß gezogen denen es sehr gut geht mit eigenen Häusern und gutem Einkommen.

    Jetzt zählt wie Elgob schon sagte nur noch Eines;Gesundheit.

    Aber das kommt erst im Laufe des Lebens.

    D.

  • Unabhängig von der schlichten Tatsache, daß es - im wahrsten Sinne des Wortes - oftmals einen erheblichen Unterschied gibt, zwischen dem, was jemand "verdient" - und dem, was jemand tatsächlich als Verdienst/Einkommen "erhält" ...

    Um im Profisport beispielhaft nur mal Stabhochsprung und Golf herauszugreifen - beides hoch technisch anspruchsvolle Sportarten mit hohem Trainingsaufwand: Top 10 Weltrangliste beim Stabhochsprung dürfte gerade so für ein sechsstelliges bis mittleres sechsstelliges Jahreseinkommen reichen - Top 10 beim Golf dürfte 50, 100 oder noch mehr Millionen per annum generieren. Golf hat ein weltweites (auch TV-) Publikum (insbesondere USA, Japan, Korea, UK, Skandinavien, Kanada, Australien usw.) mit entsprechenden globalen Vermarktungsmöglichkeiten - für Stabhochsprung interessiert sich in Relation dazu kaum jemand.

    Gleiches Gehalt für gleiche Leistung.

    Eigentlich ist das ziemlich einfach.

    Ob das wirklich so einfach ist ... ?

    Klingt fast so als spielen Verhandlungs-/Vermarktungsgeschick im Einzelfall (aber auch Angebot/Nachfrage sprich Knappheiten, generierte Wertschöpfung usw.) keine Rolle ...


    Schon lange her, könnte aber heute immer noch so sein (auch, wenn die besagten Gagen selten bis gar nicht öffentlich kommuniziert werden)

    Als mal in einer PK nach den exorbitanten Einkommen der Händler der Bank gefragt wurde (nicht selten das 20, 30fache oder noch mehr der Vorstandsbezüge), war die Antwort:

    "Bringen Sie mir 50 oder 100 von diesen Leuten - dann gehen deren Gehälter samt Boni sofort runter".

    Konnte oder wollte der Fragende aber nicht ...


    Der Illusion, daß es in Sachen "Verdienst" irgendwie oder gar vollumfänglich "gerecht" zugehen könnte, bin ich noch nie verfallen.

  • Wenn dann hier Leute aber das doppelte oder teils noch viel mehr verdienen dann haben die am Monatsende nach meinem Gefühl wohl auch nicht wirklich mehr über. Mir scheint die Lifestyle Inflation schlägt da meist hart zu. Oder was machen die Leute mit dem Geld? Ich mein allein ein Haus kostet eben ordentlich - macht aber auch eben viel Arbeit! Meine gut dimensionierte 2 Zimmer Wohnung hat Full Service, Hecken, Flurlichter, Flur kehren, Schnee schippen, Mülltonnen - ich muss absolut nichts machen und auch meinen gelben Sack nicht selbst mit dem Auto irgend wo hin fahren wie so manch einer.


    Neben dem Umstand, das Lebenshaltungskosten regional doch sehr unterschiedlich sein können, spielt die Haushaltsgröße natürlich eine Rolle. Wenn man mit dem doppelten Einkommen die vierfache Anzahl an Personen durchbringen muss, relativiert sich das hohe Einkommen etwas. Und wenn man halbwegs konsequent nach der 50:30:20-Regel lebt, bleibt nichts übrig und man hat ja trotzdem anständig etwas zur Seite gelegt.

    An sich ist die Lifestyle Inflation kein Problem, wenn sich das Einkommensniveau halten lässt. Und eine höhere Sparquote lässt sich auch realisieren, aber die Frage ist auch: Wofür? Wir fahren eine Sparquote von deutlich über 20% (wobei sich die Geister scheiden, was man alles in die Sparquote reinzählt). Das ist aber eher meinem Bedürfnis geschuldet, den Lebenswandel nicht ausufern zu lassen, als dass es mit Blick auf die Altersvorsorge nötig wäre. Sparen, Investieren und Vorsorgen sind ja auch kein Selbstzweck.

  • Da hast du schon recht aber als Single muss ich eben auch alles allein zahlen, würde man zu zweit wohnen (ohne Kinder) könnte man sich die Wohnkosten aufteilen und hätte viel mehr Geld übrig.

    Lifestyle Inflation bedeutet halt das man auch viel mehr sparen muss, bzw. ganz andere Sparvermögen braucht. Sparen ist ja kein Selbstzweck, deswegen finde ich es so schade das da immer nur von Altersvorsorge und Rentenlücke geredet wird. Das ist unsexy.


    Würde ich 10-20% sparen und ordentlich Lifestyle Inflation haben, hab ich viel größere Ausgaben, muss immer voll Arbeiten und sparen. Ich hab da lieber gemäßigte, sinnvollere statt unnötig hohe Ausgaben, spare über 50% und kann frühzeitig meine Arbeitsstunden drastisch reduzieren und in vorzeitige Rente gehn wann ich es will und nicht wann der Staat sagt.

  • Ich frage mich auch immer was die Leute mit ihrem Geld machen…..die laufenden Kosten gering halten, keine überdimensionalen Fahrzeuge und Wohnungen und mit wenig zufrieden sein. Fertig. Schon bleibt was zum Sparen übrig und Geld für Quatsch ist auch noch da.

    Darf ich festhalten, dass ich diese Haltung zumindest teilweise paradox finde?
    Fast alle hier im Thread dürften in Wertpapiere (ETF, Fonds, teilweise Einzelaktien) investieren, da sie gewisse überdurchschnittliche Rendite erwarten, andere haben Jobs die nur dann sicher sind, wenn die Konjunktur in Deutschland halbwegs läuft.

    Aber wie soll das Wirtschaftswachstum (und damit das Steigen der Aktienkurse) funktionieren, wenn alle so denken und leben würden? Natürlich ist Sparen zu einem gewissen Teil wichtig, aber wenn's zum Selbstzweck ohne Sinn wird, dann finde ich das, bezogen auf die Gesamtwirtschaft, problematisch, da einfach Geld aus dem Wirtschaftskreislauf entzogen wird.

  • Da hast du schon recht aber als Single muss ich eben auch alles allein zahlen, würde man zu zweit wohnen (ohne Kinder) könnte man sich die Wohnkosten aufteilen und hätte viel mehr Geld übrig.

    Lifestyle Inflation bedeutet halt das man auch viel mehr sparen muss, bzw. ganz andere Sparvermögen braucht. Sparen ist ja kein Selbstzweck, deswegen finde ich es so schade das da immer nur von Altersvorsorge und Rentenlücke geredet wird. Das ist unsexy.


    Würde ich 10-20% sparen und ordentlich Lifestyle Inflation haben, hab ich viel größere Ausgaben, muss immer voll Arbeiten und sparen. Ich hab da lieber gemäßigte, sinnvollere statt unnötig hohe Ausgaben, spare über 50% und kann frühzeitig meine Arbeitsstunden drastisch reduzieren und in vorzeitige Rente gehn wann ich es will und nicht wann der Staat sagt.


    Gut, das hängt von der finanziellen Gesamtsituation ab und nicht nur vom verfügbaren Monatseinkommen. Und auch vom Lebensentwurf.

    Es soll ja auch Menschen geben, die quasi bewusst auf eine heftige Lifestyle Deflation im Alter zusteuern, weil YOLO. Wäre jetzt auch nicht mein Vorgehen 😉

  • Ich frage mich auch immer was die Leute mit ihrem Geld machen…..die laufenden Kosten gering halten, keine überdimensionalen Fahrzeuge und Wohnungen und mit wenig zufrieden sein. Fertig. Schon bleibt was zum Sparen übrig und Geld für Quatsch ist auch noch da.

    Das Frage ich mich auch oft, inbesondere bei Freunden und Bekannten die schon wesentlich länger arbeiten und deutlich mehr verdienen. Ich habe in Lifestyl Teilzeit (mehr Zeit für Gesundheit, politisches Enagement, faire Verteilung der Haushaltsarbeit) weiterhin eine Sparquote von ca. 30% trotz Neuvertragsmiete. Ich konnte damals allerdings auch z.b. Schuldenfrei ins Berufsleben starten und habe keine Verpflichtungen und ein solides Akademikergehalt im unteren Mittelfeld. Niemals käme ich auf die Idee mich über die Steuerlast aufzuregen, Steuersenkungen würden bei mir einfach sinnlos ins ETF Depot gestapelt ^^

    Hier kann finde ich Finanztip noch wachsen beim Thema bewussteres konsumieren. Dadurch hat man mehr Geld OHNE das nach einer kurzen Umgewöhnung die Lebensqualität abnimmt. Diese steigt sogar durch mehr finanziellen Spielraum an. Und ich lebe keineswegs frugalistisch allerdings klar ehr leicht privilegiert

  • Ich habe seit Jahren relativ konstante Ausgaben von ca. 2000€ im Monat, d.h. ob ich jetzt 3000€ oder 4000€ netto verdiene macht für mich eigentlich keinen Unterschied bei der Zufriedenheit.

    Von daher habe ich einfach angefangen meine Lebensszeit zu optimieren, indem ich schrittweise mehr Teilzeit arbeite :)

  • Jeder kann ja mit seinem Geld machen, was er will. Wobei ich wohl für manche zu beobachtende Verhaltensweisen zu sparsam erzogen worden bin.

    Ich kenne Leute die geben jeden Monat mehrere 100€ für Abos aus: Netflix, Spotify, Amazon, irgendwas mit Fußball, Office, Cloud. Gigantische Summen für Handyverträge.

    Ein Nachbar holt sich alle 3 Jahre den neusten Mercedes E Kombi. Der steht dann nur in der Garage bis auf die Urlaubsfahrt 1x im Jahr. Und ab und zu zum waschen. Wirklich genutzt wird nur der Firmenwagen und der Wagen der Frau.

    Die Menschen sind da halt oft nicht rational. Aber Geld für Vermögensaufbau ist nicht übrig.

  • Bin 36, arbeite im öD als Verwaltungsmitarbeiter und bin derzeit nach EG12, Stufe 4 eingruppiert. Sind, wie man ja leicht nachschauen kann, ca. 5.7 k brutto und mit Jahressonderzahlung ca. 73 k Jahresbrutto.

    Seit dem 01.01. bin ich von einer stv. Amtsleitung zum Amtsleiter aufgestiegen. Die Stelle ist nach EG 15 bewertet. Da ich jedoch kein Masterstudium habe, werde ich noch Qualifizierungslehrgänge absolvieren müssen und wahrscheinlich in zwei Jahren danach eingruppiert.

    Ich bin sehr zufrieden, da ich selber niemals mit der Möglichkeit dieser Stelle und eines solchen Gehaltes gerechnet hätte.


  • Ob das wirklich so einfach ist ... ?

    Klingt fast so als spielen Verhandlungs-/Vermarktungsgeschick im Einzelfall (aber auch Angebot/Nachfrage sprich Knappheiten, generierte Wertschöpfung usw.) keine Rolle ...

    Heute spielt das natürlich eine Rolle, was genau das Problem ist.

    Wie oben jemand schrieb, ist der Bewerber/Arbeitnehmer immer in der schlechtern Position, weil er das Gehalt von vergleichbaren Mitarbeitern in der Firma nicht kennt, aber mit einer Gehaltsvorstellung in Vorleistung gehen muss.

    Es wäre doch toll, wenn die Unternehmen den Gehaltsrahmen in der Stellenausschreibung angeben müssten. Dann besteht wenigstens ein bisschen Chancengleichheit in der Verhandlung.

  • Hinsichtlich der Seniorin sollte man darauf hinweisen, dass bei ihr der Verdacht besteht, sie sei mehr im Liegestuhl daheim, müsse von ihrem Mann gepflegt werden und sei nicht wirklich im Landtag unterwegs. Den Vorgang können die Mitleser ja googlen.

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