Sind Kinder zu teuer?

  • Wer keine Kinder hat, ahnt zuerst nicht, was ihm fehlt.

    Im Alter wird er merken, daß etwas fehlt, deutlich mehr als Urlaube, Autos oder eigene Immobilien.

    Wie bereits jemand schrieb, unbezahlbar.

    Von pauschalen Aussagen halte ich wenig. Die Vorstellung „mit Kindern gleich gutes Leben, ohne Kinder gleich schlechtes Leben“ ist stark vereinfachend und wirkt überholt.

    Selbst für mich als Familienmensch lässt sich beim Thema Lebenszufriedenheit keine allgemeingültige Tendenz erkennen.

    Es existieren erfüllte Großfamilien, die Sinn und Zufriedenheit aus Kindern und Enkeln ziehen. Gleichzeitig gibt es zahlreiche Familien, in denen Konflikte dominieren und familiäre Anlässe regelmäßig belastend verlaufen.

    Ebenso gibt es Großeltern mit engem Kontakt zu ihren Enkeln. Aber auch solche, die trotz vorhandener Familie soziale Isolation erleben.

    Ein erfülltes Leben ist nicht zwingend an Elternschaft gebunden. Sinnstiftung kann auch durch berufliche Tätigkeit, ehrenamtliches Engagement, soziale Beziehungen oder die Einbindung in eine Gemeinschaft entstehen.

    Umgekehrt garantiert Familie allein weder Glück noch Lebenszufriedenheit.

    Oder, um es mit den Worten von monstermania in Bezug auf die TER von ETFs zu sagen: Die Mehrkosten hast du garantiert. Ob du am Ende tatsächlich mehr herausholst, ist hingegen ungewiss. Ich habe mich sowohl beim ETF als auch beim Thema Kinder bewusst für die Mehrkosten mit dem Ziel auf ein „Mehr“ entschieden. Ich kann aber auch jeden verstehen, der sich dagegen entscheidet.

  • Äh, nein!

    Bei diesen „Stützen-Familien“ wird in der Realität nicht „alles“ bezahlt aber im Detail ist alles komplett „umsonst“, das viele Familien einfach wie selbstverständlich zahlen müssen.

    Kindergarten-Gebühren, die hier in Baden-Württemberg vielfach eine erschreckende Höhe erreicht haben.

    Kosten aller schulischen Aktivitäten außerhalb und innerhalb wie: Ausflüge, Klassenfahrten, Studienfahrten. Mittagsverpflegung an den Schulen.

  • Wer keine Kinder hat, ahnt zuerst nicht, was ihm fehlt.

    Im Alter wird er merken, daß etwas fehlt, deutlich mehr als Urlaube, Autos oder eigene Immobilien.

    Wie bereits jemand schrieb, unbezahlbar.

    Wie oft müssen meine Frau und ich, die sich bewusst gegen Kinder (dafür Hunde) entschieden haben diesen Spruch anhören.

    Ich bin jetzt 41 und mir hat in den letzten 10 bis 15 Jahren (ungefähr der Zeitraum in dem alle um uns herum Kinder bekommen haben) absolut nichts gefehlt oder es gab keine Momente, wo ich dachte, "ach, das wäre jetzt aber schöner mit Kindern". Und ich glaube auch nicht, dass sich das noch ändert. Das ist in keiner Weise abwertend gegenüber Familien mit Kindern gemeint!

    Natürlich ist das Risiko im Alter da, dass man vereinsamt. Aber die Garantie, dass man eine "funktionierende" Familie hat, wo die Kinder die Eltern später regelmäßig besuchen etc., gibt es eben auch nicht.

    Über die finanziellen Aspekte braucht man denke ich nicht reden, das war aber kein Grund für unsere Entscheidung.

  • Ich habe mich sowohl beim ETF als auch beim Thema Kinder bewusst für die Mehrkosten mit dem Ziel auf ein „Mehr“ entschieden.

    Zumindest bei Kindern kannst Du das als Mann i.d.R. nicht allein entscheiden. ;)

    Bei mir war es irgendwie 'schlechtes Timing'. Als ich seinerzeit an Kinder dachte, war meine damalige Partnerin im Studium und wollte noch kein Kind. Heute hat Sie mit Ihrem Mann einen Sohn.
    Und als ich meine heutige Partnerin kennen lernte war das Thema Kinder bei Ihr schon durch.
    Und nun geht es gedanklich eher um das Thema Enkel.:D

  • Von pauschalen Aussagen halte ich wenig. Die Vorstellung „mit Kindern gleich gutes Leben, ohne Kinder gleich schlechtes Leben“ ist stark vereinfachend und wirkt überholt.

    Ja, das ist zu vereinfacht. Aber klar ist, dass man mit Kindern deutlich weniger Freiheiten hat als ohne und das ist in einer Zeit, in der gerne von Selbstverwirklichung geredet wird. Dazu kommt eben die finanzielle Dimension, die anders ist als früher. In der Generation meiner Eltern war gar nicht die Erwartung, dass die Frau großartig arbeiten geht. Heute machen die ganz selbstverständlich auch Karriere und damit ist das Thema viel relevanter.

    Und da muss ich einfach sagen, es ist nicht einfach allem gerecht zu werden. Arbeit, Hobbys, Kind...man kann nicht 3 Dinge gleichzeitig priorisieren. Und mit einem Kind ist das ja noch deutlich einfacher als mit 2 oder 3...

  • Bei diesen „Stützen-Familien“ wird in der Realität nicht „alles“ bezahlt aber im Detail ist alles komplett „umsonst“, das viele Familien einfach wie selbstverständlich zahlen müssen.

    Kindergarten-Gebühren, die hier in Baden-Württemberg vielfach eine erschreckende Höhe erreicht haben.

    Kosten aller schulischen Aktivitäten außerhalb und innerhalb wie: Ausflüge, Klassenfahrten, Studienfahrten. Mittagsverpflegung an den Schulen.

    Wenn Du nicht argumentieren willst, dass es Bürgergeld/Grundsicherungsempfängern besser geht als Dir, dann weiß ich nicht, was der Beitrag jetzt bezwecken will. ?(

    Wenn Du aber sagen willst, dass es Bürgergeld/Grundsicherungsempfängern besser geht als Dir, dann kann ich Dir hier und jetzt aufgeben. :rolleyes:

  • Als ich mich für Kinder entschieden habe, habe ich nicht einen einzigen Gedanken an die Wirtschaftlichkeit oder Finanzierbarkeit verschwendet. Ich wollte einfach nur Kinder. Ich kann Menschen nicht verstehen, die da irgendeine Rechnung aufmachen, gerade in Deutschland ist das ja wohl nicht nötig.

    Kinder sind doch kein Renditeobjekt (eine Zeitung hatte so getitelt).

    Ich kenne allerdings auch vier (!) Pärchen (wo mindestens ein Elternteil Beamter ist), die sich sicherlich nicht nur, aber mutmaßlich auch aufgrund des üppigen Kinderzuschlages ab dem dritten Kind für ein drittes Kind entschieden haben.

    Finanziell finde ich es überhaupt kein Problem, Kinder zu haben, man bekommt schließlich Kindergeld. Ich kann trotz zwei Kindern immer noch ordentlich was ansparen. Unsere Bank hat den Hauskredit so berechnet, dass man ihn auch mit nur einem Gehalt abzahlen könnte, falls mal jemand wegen Kinderbetreuung ausfällt. Also auch kein Problem, mit nur einem Gehalt kämen wir also auch noch gut über die Runden.

  • Ich kenne allerdings auch vier (!) Pärchen (wo mindestens ein Elternteil Beamter ist), die sich sicherlich nicht nur, aber mutmaßlich auch aufgrund des üppigen Kinderzuschlages ab dem dritten Kind für ein drittes Kind entschieden haben.

    Finde ich persönlich etwas "naja". Ich würde dieses Geld, welches ich aufgrund eines Kindes bekomme auch nur für das Kind ausgeben. So machen wir es zumindest. Kindergeld wird ausschließlich für Bedarfe des Kindes verwendet.

  • Ich kenne allerdings auch vier (!) Pärchen (wo mindestens ein Elternteil Beamter ist), die sich sicherlich nicht nur, aber mutmaßlich auch aufgrund des üppigen Kinderzuschlages ab dem dritten Kind für ein drittes Kind entschieden haben.

    Finde ich moralisch auch sehr schwierig, aber ich kenne auch niemanden in meinem Umfeld, der nicht auf das Kindergeld "draufzahlt".

    Alleine die Mehrkosten für die größere Immobilie frisst das Kindergeld im Zweifelsfall um ein Mehrfaches auf.

  • Finanziell finde ich es überhaupt kein Problem, Kinder zu haben, man bekommt schließlich Kindergeld

    Die 250€ Kindergeld decken die Mehrkosten doch nichtmal im Ansatz. Alleine für den Kindergarten (mit Betreuungszeiten wie in meiner Jugend) geht schon mehr als die Hälfte ab. Dazu Wohnraum, Kleidung, Essen... und die restlichen Euro sind locker weg. Da müssen wir noch gar nicht über Verdienstausfälle oder den Skikurs reden.

  • Natürlich ist das Risiko im Alter da, dass man vereinsamt. Aber die Garantie, dass man eine "funktionierende" Familie hat, wo die Kinder die Eltern später regelmäßig besuchen etc., gibt es eben auch nicht.

    Stimmt, das ist nicht garantiert. Was aber garantiert ist, ist dass Ihr nie Besuch oder Unterstützung von Kindern oder Enkeln bekommt wenn ihr es mal braucht.

    Sehe gerade im Bekannten und Familienkreis, wie wichtig bei den alleinstehenden auf einmal die lieben Nichten und Neffen wurden.

  • Mit den 259 Euro Kindergeld kommt man nicht weit mit einem Schulkind und Jugendlichen.

    Die 250€ Kindergeld decken die Mehrkosten doch nichtmal im Ansatz. Alleine für den Kindergarten (mit Betreuungszeiten wie in meiner Jugend) geht schon mehr als die Hälfte ab. Dazu Wohnraum, Kleidung, Essen... und die restlichen Euro sind locker weg. Da müssen wir noch gar nicht über Verdienstausfälle oder den Skikurs reden.

    Kleidung: im Kleinkindalter bekommt man alles günstig auf Kleiderbasaren. Hosen, Shirts, Pullis, alles für niedrige einstellige Beträge. Schuhe und neue Kleidung für ältere Kinder kosten natürlich mehr, aber man kauft auch nicht jeden Monat was neues und kann es auch oft weiterverkaufen.

    Essen: Ich tracke das zwar nicht, aber so viel Mehrkosten können es eigentlich nicht sein. Wir kochen ohnehin jeden Tag für uns, da scheint es kaum ins Gewicht zu fallen, wenn wir etwas mehr Fischstäbchen, Lasagne oder Suppe machen. Außerdem spart man sich als Eltern das Außer-Haus-Essen im Restaurant, weil man da überhaupt keine Zeit mehr für hat.

    Kindergarten kostet bei uns nichts ✌️.

    Klassenfahrt kostet dieses Jahr 138€, also gerade mal 4,4% des Kindergeldes.

    Schulbedarf für zwei Kinder (Hefte, Bücher, Stifte) hat uns aufs Jahr nicht mehr als 250€ gekostet, wenn man mal von den Einmalanschaffungen (Schulranzen) absieht.

    Sportverein: 8€ / Monat.

    Bei Wohnkosten für Kinder wird der Rahmen vermutlich wirklich gesprengt, daran hatte ich gar nicht gedacht. Wären ca. 160€ fürs Kinderzimmer bei unseren Quadratmeterpreisen.

    Ich sollte vielleicht mal wirklich tracken, was Kinder kosten, ist doch ganz interessant.

    Ja der Verdienstausfall ist der wirkliche Kostenpunkt, aber für mich immer noch kein Grund sich gegen Kinder zu entscheiden.