Geldgespräche mit meiner Frau...

  • Ich habe meine Interessen und meine Frau hat ihre. Ich werde mich in meinem Leben nicht mehr für Pflanzen oder Tiere interessieren und meine Frau wird in ihrem Leben kein Interesse mehr an Politik oder Finanzen gewinnen. Und das ist auch absolut in Ordnung. Schlimmer wärs doch, wenn es wichtige Punkte gäbe, die keinen von uns beiden interessieren.

    Man lebt in einer Familie/Partnerschaft, beide haben unterschiedliche Interessen - gut. Warum sollen sich beide um die gleichen Sachen (z.B. Finanzen/Anlage) kümmern, wenn der Grundkonsens stimmt.
    Solange beide zusammen sind, klappt es. NAch Trennung (Tod oder Scheidung) muß sich der Einzelne spätestens das aneignen was er/sie zuvor vernachlässigt hat.

    Wie wäre es mit dem Finanztipbuch als Einstieg? Kein Mensch sollte sich in diesen Zeiten finanziell abhängig machen.

    Wenn der Partner keine Lust/Freude an dem Thema hat, wird das schnell zu Altpapier.

  • Es geht um 15 EUR, du hättest auch etwas davon. Wer ist schon allwissend.

    Klingt für mich danach, dass es manchen gut zupass kommt, wie gewohnt alleine entscheiden zu können;)

    Mit 67/70 Jahren stellt man große Sachen nicht mehr um. Was 40 Jahre funktioniert hat schmeißt man nicht so einfach um. Warum umgewöhnen? wenns funktioniert.
    Wozu braucht es ein Buch wo es doch das Internet gibt, das aus verlässlichen Quellen auch gute Antworten hat. (Finanzpo**o) war noch nie mein/unser Ding.

    Klingt für mich danach, als wenn hier eine "Feministin" unbedingt Frau auf Finanzen drücken will, da man ja alles eigenständigt machen muss... ;)

  • Fred_ Kannte eine ansonsten eigenständige ältere Frau, die in diesem Alter nach über 50 Jahren Finanzenferne ausserhalb des Haushaltsbuchs nach dem Tod ihres Mannes und ihrer Tochter einen Betreuer einstellen musste. Keine Ahnung von Papierkram, bis hin zu Angst, den Briefkasten zu öffnen.

    War so nicht geplant. Seitdem seh ich einiges anders. Wenn du das als Feminismus abqualifizierst, nicht mein Problem.

  • bewo Es hat auch etwas damit zu tun, was für jemand "Sparen" bedeutet und wie ein Thema angesprochen wird. Wenn es nach Komplikationen klingt?

    Wie wäre es mit dem Finanztipbuch als Einstieg? Kein Mensch sollte sich in diesen Zeiten finanziell abhängig machen.

    Wie Themen angesprochen werden ist natürlich wichtig, da gebe ich dir Recht.

    Insgesamt bin ich aber meist ehrlich.

    Ich hab meiner Frau gesagt, dass sie als Beamtin ~70% Pension bekommt. Ca 10% ihres Gehalts geht als Tilgung ins Haus.

    Sprich sie hat jetzt nur 90% zur Verfügung und später 80%. Mit kleinem Extra: Zinsen werden wir keine mehr zahlen müssen.

    Entsprechend muss sie sich eigentlich keine Gedanken ums Thema Geld machen. Beamte haben es da einfach einfacher.

    Das Buch würde sie nicht lesen. Gib ihr ein Buch, in dem es wissenschaftlich und analytisch um die richtigen Zusammensetzungen von Pferdefutter geht. Aber ein Buch, in dem es um solche Themen geht würde wahrscheinlich noch am gleichen Tag bei Vinted reinstellen 😅

  • Ich hab meiner Frau gesagt, dass sie als Beamtin ~70% Pension bekommt. Ca 10% ihres Gehalts geht als Tilgung ins Haus.

    Sprich sie hat jetzt nur 90% zur Verfügung und später 80%. Mit kleinem Extra: Zinsen werden wir keine mehr zahlen müssen.

    Entsprechend muss sie sich eigentlich keine Gedanken ums Thema Geld machen. Beamte haben es da einfach einfacher.

    Je nach Alter würde ich mich da keinen Illusionen hingeben und ihr das auch nicht „versprechen“.

    Ich habe (in Ö) viele geplatzte Erwartungen an die aufgrund von Versprechungen bei Eintritt in den öffentlichen Dienst erwartete Pensionshöhe gesehen.

    Besser als die der Nichtbeamten allemal, aber ob sich eine junge Beamtin gar nicht mit einer Pensionslücke beschäftigen muss wage ich zu bezweifeln. Vielleicht ist das Thema aber nach dem Ableben der Babyboomer wieder anders und man kann wieder auf den „Vertrauensschutz“ vertrauen.

  • Es gibt viele Gründe, warum Frauen sich weniger mit der Geldanlage beschäftigen als Männer. Das geringere Einkommen von Frauen führt dazu, dass einfach weniger "übrig" bleibt. Während Männer nicht nur brutto mehr verdienen sondern netto gleich noch mal mehr, weil sie sich die bessere Steuerklasse sichern. Und dann noch die Sache mit der Teilzeit. Frauen arbeiten fast zur Hälfte in Teilzeit, während Männer nur zu 12 %. Auch deshalb bringen sie mehr Geld nach Hause. Windeln wechseln ist halt wenig lukrativ. Mit mehr Geld beim Gehaltseingang liegt es nahe, dass Mann sich mehr um Finanzen kümmert als Frau. Man kann nur Geld investieren was man übrig hat.

    Aber kein Grund zur Verzweiflung, denn ewig ist der Wandel. Auch wenn Frauen tendenziell ihr Finanz Wissen unterschätzen holen sie auf. Mit dem Anstieg der Erwerbstätigkeit bei Frauen, wächst auch das finanzielle Selbstbewusstsein.

    "Gemessen an der Bevölkerung besitzen 22,2 Prozent der Männer, aber nur 12,3 Prozent der Frauen Aktien, ETFs oder Fonds, wie Zahlen des Deutschen Aktieninstituts zeigen. Diesen Unterschied bezeichnet man auch als Gender Investment Gap."

    Wer sich für die Zahlen interessiert wird beim DAI fündig. Frauen investieren demnach deutlich weniger als Männer in Aktien, aber sie haben eine doppelt so hohe Steigerungsrate. Ebenfalls sehr erfreulich - wenn auch hier nicht das Thema - ist der Zuwachs an Aktionären im Osten von Deutschland.

    https://www.dai.de/fileadmin/user…ieninstitut.pdf

  • Ziemlich hanebüchen finde ich, welche Gründe hier im Thread teilweise dafür angeführt werden, warum sich Frauen angeblich seltener mit Finanzen beschäftigen. In vielen asiatischen Ländern ist es genau umgekehrt: Dort haben Frauen beim Thema Geld häufig das Sagen und zwar trotz (oder gerade wegen) gesellschaftlicher Rahmenbedingungen, die deutlich restriktiver sind als bei uns.

    Deshalb halte ich es für wenig überzeugend, fehlendes finanzielles Engagement primär mit „äußeren Umständen“ zu erklären. Wenn hochwertige Finanzseminare angeboten werden, ist der Frauenanteil oft gering. Wenn gut bezahlte Stellen ausgeschrieben werden, bewerben sich deutlich weniger Frauen. Auch Studiengänge mit hoher Einkommensperspektive werden überwiegend von Männern gewählt. Gleichzeitig wird bei finanziellen Schwierigkeiten nicht selten die Gesellschaft oder zugespitzt „der Mann“ verantwortlich gemacht.

    Das wirkt inkonsequent. Der naheliegendere Grund ist schlicht fehlendes Interesse. Das ist zunächst wertneutral, sollte aber ehrlich benannt werden. Problematisch wird es erst dann, wenn aus mangelndem Interesse später Anspruchshaltungen entstehen. Finanzielle Kompetenz ist keine Frage des Geschlechts, sondern der Prioritäten und sie wäre für viele Frauen ausgesprochen sinnvoll.

  • Ich hab meiner Frau gesagt, dass sie als Beamtin ~70% Pension bekommt.

    Sagt der Staat denn das Gleiche?

    Ernsthafte Frage aus Erfahrung. Pensionshöhe (und tlw. -eintritt) ist bei vielen Beamten einfach zu berechnen, aber bei gar nicht so wenigen auch abhängig von der Frage, wann man denn ins Beamtenverhältnis eingestiegen ist, und was an etwaigen anerkennungsfähigen vorherigen Zeiten a) gegeben ist, und b) auch tatsächlich anerkannt ist. Das wurde in unserer Behörde bei Verbeamtungen in den 80ern sagen wir mal sehr hemdsärmlig gemacht, was zur Folge hatte, das diverse Beamte, die im letzten Jahrzehnt in Pension gingen, plötzlich mit schmerzenden Abschlägen da standen. Fragen dazu z.B. hat man vorher als Beschäftigter gearbeitet, in vergleichbarer Position, hat man daraus noch Rentenansprüche, hat man diese ausbezahlen lassen, wurden diese Zeiten auf die ruhegehaltfähige Dienstzeit in irgendeiner Form berücksichtigt, sind etwaige Mutterschutzmodelle richtig berücksichtigt...

  • Ich fühle den Ausgangspost. Bei uns treffen "Ich informiere mich selbst und suche nach dem besten Angebot" auf "Meine Freundin arbeitet bei der Volksbank und ich fühle mich da gut aufgehoben, wollen wir nicht alles aus einer Hand nehmen"?

    Taxation is not charity. It is not voluntary. As we shrink the state and make government smaller, we will find that more and more people are able to take care of themselves.

    Grover Norquist

  • Sagt der Staat denn das Gleiche?

    Ernsthafte Frage aus Erfahrung. Pensionshöhe (und tlw. -eintritt) ist bei vielen Beamten einfach zu berechnen, aber bei gar nicht so wenigen auch abhängig von der Frage, wann man denn ins Beamtenverhältnis eingestiegen ist, und was an etwaigen anerkennungsfähigen vorherigen Zeiten a) gegeben ist, und b) auch tatsächlich anerkannt ist. Das wurde in unserer Behörde bei Verbeamtungen in den 80ern sagen wir mal sehr hemdsärmlig gemacht, was zur Folge hatte, das diverse Beamte, die im letzten Jahrzehnt in Pension gingen, plötzlich mit schmerzenden Abschlägen da standen. Fragen dazu z.B. hat man vorher als Beschäftigter gearbeitet, in vergleichbarer Position, hat man daraus noch Rentenansprüche, hat man diese ausbezahlen lassen, wurden diese Zeiten auf die ruhegehaltfähige Dienstzeit in irgendeiner Form berücksichtigt, sind etwaige Mutterschutzmodelle richtig berücksichtigt...

    Richtig. Und da braut sich mit den vereinfachten Quereinstiegen in den letzten Jahren einiges zusammen.

    Taxation is not charity. It is not voluntary. As we shrink the state and make government smaller, we will find that more and more people are able to take care of themselves.

    Grover Norquist

  • Ziemlich hanebüchen finde ich, welche Gründe hier im Thread teilweise dafür angeführt werden, warum sich Frauen angeblich seltener mit Finanzen beschäftigen. In vielen asiatischen Ländern ist es genau umgekehrt: Dort haben Frauen beim Thema Geld häufig das Sagen und zwar trotz (oder gerade wegen) gesellschaftlicher Rahmenbedingungen, die deutlich restriktiver sind als bei uns.

    Das wirkt inkonsequent. Der naheliegendere Grund ist schlicht fehlendes Interesse. Das ist zunächst wertneutral, sollte aber ehrlich benannt werden. Problematisch wird es erst dann, wenn aus mangelndem Interesse später Anspruchshaltungen entstehen. Finanzielle Kompetenz ist keine Frage des Geschlechts, sondern der Prioritäten und sie wäre für viele Frauen ausgesprochen sinnvoll.

    Fehlendes Interesse fällt nicht vom Himmel. Das hat was mit Sozialisierung und Vorbildern zu tun. Wenn dann noch weniger verfügbares Geld hinzu kommt, wird es schwierig sich zu entwickeln.

    Wenn Du den Vergleich mit Asien suchst, kann ein Blick in die Geschichte einige Unterschiede erklären. Im Gegensatz zu Europa oder beispielsweise Indien, waren Frauen in Südostasien vor der Kolonialisierung finanziell meist autark. Im konfuzianisch geprägten China war es dann schon wieder um einiges patriarchalischer. Auch in Japan sieht es nicht besonders gut aus in der Hinsicht.

    Es ist nun mal ein Fakt, dass gesellschaftliche Änderungen ihre Zeit brauchen. Als ich jung war, hatte ich ein einprägsames Erlebnis als ich mich für den Kauf einer Waschmaschine interessierte. Der Verkäufer hat mich ungelogen nach Hause geschickt. Mit meinem Mann dürfte ich gerne wiederkommen. Erst ab 1977 durften Frauen in Deutschland auch ohne Zustimmung ihres Ehepartners arbeiten gehen. Das sind noch nicht mal ganz 50 Jahre her. Bei der Heirat ging früher sehr häufig das Vermögen der Frau auf den Mann über. Meine Schwiegermutter war beispielsweise als Erbe nicht vorgesehen. Erst als ihr einziger Bruder im Krieg gestorben ist, durfte sie dann doch noch erben. Ich denke ihr alle werdet ähnliche Fälle in Euren Familien finden können.

    Das soll keine Entschuldigung sein oder die Aufforderung, das nicht zu ändern. Es soll lediglich erklären, dass Frauen die positiven Vorbilder für ihre persönliche finanzielle und berufliche Entwicklung fehlen. Unsere Großmütter und Urgroßmütter hatten in aller Regel wirtschaftlich nichts zu sagen und dieses Verhaltensmuster regiert bis in die heutige Zeit hinein.

    Mein Dank gilt in dem Punkt meinem Großvater, einem einfachen Mann, der seine Frau in der Weltwirtschaftskrise auf die Hebammenschule geschickt hat und meiner Mutter später eine für damalige Verhältnisse gute Ausbildung gegönnt hat.

  • Zumindest chinesische Frauen investieren am häufigsten in Betongold, Gold oder Bankeinlagen.

    Damit dürfte sich die Frau des TE ja auch besser identifizieren als mit Aktien-ETFs.

    Der Unterschied dürfte also sein, dass die Chinesinnen die Entscheidungshoheit über die Familienfinanzen haben und so konservativ anlegen können wie sie das für richtig halten, ohne deshalb in einem Finanztipforum von anlegenden Männern durch den „Lung jing gezogen“ gezogen zu werden.

  • Fehlendes Interesse fällt nicht vom Himmel. Das hat was mit Sozialisierung und Vorbildern zu tun. Wenn dann noch weniger verfügbares Geld hinzu kommt, wird es schwierig sich zu entwickeln.

    Das ist richtig. Gleichzeitig macht man es sich in der Diskussion aber auch oft zu einfach. Niedrige Einkommen fallen nicht vom Himmel, sondern sind die direkte Konsequenz der Berufswahl. Als Florist würde ich mein aktuelles Gehalt nicht bekommen. Und mit Teilzeit springt eben deutlich weniger raus. Schaut man in die Statistik, dann ist die Begründung Kinder auch viel zu kurz gegriffen. Die Quote der Teilzeit-Frauen ohne Kinder ist auch deutlich erhöht. Ehrlich gesagt fallen mir in meinem direkten Umfeld keine Männer ein, die in jungen Jahren ohne Familie Teilzeit arbeiten würden. Frauen aber einige...Begründung "das Geld reicht auch so", man nimmt lieber mehr Freizeit. Klar...wenn man die Altersvorsorge hinten runterfallen lässt, dann reicht das. Eigentlich müsste man bei Teilzeit aber mehr in die AV investieren und nicht weniger.

    Es ist leicht, eine Gruppe als Opfer äußerer Umstände dastehen zu lassen. Sonderlich zielführend ist das aber nicht. Jeder hat Einfluss auf sein eigenes Leben und wer sich für einen schlecht bezahlten Beruf entscheidet, muss auch mit den Konsequenzen leben können.

  • Fehlendes Interesse fällt nicht vom Himmel. Das hat was mit Sozialisierung und Vorbildern zu tun. Wenn dann noch weniger verfügbares Geld hinzu kommt, wird es schwierig sich zu entwickeln.

    ....

    Es soll lediglich erklären, dass Frauen die positiven Vorbilder für ihre persönliche finanzielle und berufliche Entwicklung fehlen. Unsere Großmütter und Urgroßmütter hatten in aller Regel wirtschaftlich nichts zu sagen und dieses Verhaltensmuster regiert bis in die heutige Zeit hinein.

    Das sogenannte „fehlende-Vorbilder-Argument“ sowie der Verweis auf Sozialisierung wirken in diesem Zusammenhang weit hergeholt. Die heutige Generation junger Frauen hat sich in nahezu allen Bereichen des Lebens vollständig von früheren Generationen abgekoppelt. Lebensstil, Berufsvorstellungen, Mobilität, Reisen, Kommunikation, Konsumverhalten, Partnerschaftsmodelle, Familienplanung, Seksualität (x geht nicht) und Selbstbild unterscheiden sich fundamental von denen ihrer Mütter und Großmütter. Aber sie schaffen es nicht einen Fondssparplan aufzusetzen oder weniger zu konsumieren als sie verdienen, weil es die Mutter und Großmutter auch nicht konnte? Ausgerechnet in diesem einen Bereich?:/ Überzeugt mich gar nicht.

    Wenn es um den Umgang mit Geld geht benötigt es Vorbilder, während sie sich bei der digitalen Nutzung, sozialen Medien und neuen Lebensentwürfen, die sich ihre Großeltern nicht mal vorstellen konnten, selbstverständlich eigenständig orientieren?:/

    Angesichts der heutigen Zugänglichkeit von Informationen appelliere an individuelle Selbstverantwortung. Ich bin an einem Punkt angekommen, an dem ich pauschale Erklärungen wie „die Gesellschaft ist schuld“ nicht mehr akzeptiere. Die moderne Frau möchte in allen Bereichen gleichberechtigt vorne mitspielen. Sobald es jedoch um Geld geht, wird plötzlich wieder auf das Bild des hilflosen Frauenbildes vergangener Zeiten zurückgegriffen. Sorry, aber diese Argumentation akzeptiere ich nicht.

    Ich denke auch nicht, dass die Geschichte Asiens etwas erklärt. Das Gegenteil ist der Fall. Vor allem im Osten sind Themen wie Aktien, Fonds (auch Indexfonds!) heute gesellschaftlich deutlich präsenter als bei uns, insbesondere auch bei Frauen. Das hat weniger mit kulturellen Traditionen, sondern vielmehr mit Pragmatismus und politischer Rahmensetzung. Die kapitalmarktorientierte Geschichte vieler asiatischer Länder ist deutlich jünger und weniger tief verwurzelt als in Deutschland. Trozdem begegnet man dem Kapitalmarkt dort mit wesentlich weniger Skepsis. Bei beiden Geschlechtern. Noch vor wenigen Jahrzehnten existierte in weiten Teilen Asiens kaum eine ausgepägte Kapitalmarktkultur und Bargeld war das dominierende Zahlungsmittel, sowohl für Männer als auch für Frauen. Innerhalb relativ kurzer Zeit hat sich das grundlegend verändert. Aauch weil politische Akteure entsprechende Anreize und Förderprogramme geschaffen haben. In Deutschland hingegen wird Kapitalbesitz gesellschaftlich oft noch immer mit Misstrauen betrachtet, teils sogar als etwas moralisch Fragwürdiges. Nicht falsch verstehen: Kultur ist auf jeden Fall ein Grund, taugt jedoch nicht als dauerhafte Ausrede.

    Heute hat jede und jeder die Möglichkeit, sich umfassend zu informieren und die Dringlichkeit finanzieller Vorsorge ist bekannt (das pfeifen seit Jahrzehnten die Spatzen von den Dächern). Ich habe es satt, immer wieder dieselben Pseudo-Ausreden zu hören. Es ist an der Zeit, Selbstverantwortung klar einzufordern und auch offen auszusprechen: Jeder Einzelne ist für seine finanzielle Situation verantwortlich. Nicht die Gesellschaf, nicht äußere Umstände. Verantwortung zu externalisieren scheint in diesem Land inzwischen fast zur Gewohnheit geworden zu sein.

Passende Ratgeber für Dich

Von Finanztip-Experten fundiert recherchiert

Was Finanztip ausmacht
Finanztip Bewertungen