Wie geht Ihr mit Geld/Vermögen um in der Ehe/Partnerschaft?

  • mal angenommen, ich bin ganz stinknormal verheiratet in Zugewinngemeinschaft, und beide hatten bei Eheschliessung keine Kinder oder Vermögen oder Schulden aus vorherigen Beziehungen, welchen Grund hätte ich für separate Kontoführung?

    Dafür spricht imho aktuell nichts - insbesondere wenn Ihr Euch immer einig seid bei Ausgaben etc. was scheinbar der Fall ist, wenn Ihr schon in der Entnahmephase seid und es bis hierhin geschafft habt, gemeinsam diesen Weg zu gehen (ich bin jetzt davon ausgegangen, dass ihr nicht die frisch verheirateten dreißigjährigen Lottomillionäre seid- verzeih, falls ich falsch liegen sollte ;)).

  • In meiner letzten Beziehung gab es ein gemeinschaftskonto auf dieses hat jeder die Hälfte der Lebenshaltungskosten eingezahlt + Urlaub. Der Rest war getrennt und mir war egal was sie mit ihrem Geld macht und ihr was ich mit meinem mache.

    Für mich die einzig wahre Aufteilung und was anderes würde ich auch nicht mehr wollen. Selbst dann wenn sie Millionen hat will ich da kein Cent von

  • Man kann es auch so machen, dann man Anfang des Jahres die wirklichen Fixkosten für das Jahr ermittelt und dann auf den Monat umlegt. Das System haben mit Joshi und Brunhilde aus dem Yogakurs erklärt.
    Die haben jährlich 6000 Euro richtige Fixkosten und Brunhilde hat einen Dauerauftrag über 250 Euro Anfang des Monats von ihrem Girokonto eingerichtet.

  • Man kann es auch so machen, dann man Anfang des Jahres die wirklichen Fixkosten für das Jahr ermittelt und dann auf den Monat umlegt. Das System haben mit Joshi und Brunhilde aus dem Yogakurs erklärt.
    Die haben jährlich 6000 Euro richtige Fixkosten und Brunhilde hat einen Dauerauftrag über 250 Euro Anfang des Monats von ihrem Girokonto eingerichtet.

    Würde empfehlen Vorkasse zu machen und entsprechend 7% Zins auf den vorgestreckten Betrag zu legen.

  • Wir, seit 40 Jahren verheiratet und kurz vor der Rente, haben getrennte Konten und Depots. Ich habe Vollmacht für seine Konten. Er für meine nicht.

    Keine Ahnung, warum das so ist, hat sich einfach so ergeben, war nie wirklich ein Thema. Jeder bezahlt, was er einkauft, größere Anschaffungen tätigt i. d. R. er, weil er wesentlich mehr verdient und höhere Ansprüche hat.

    Ich lege mein Geld hauptsächlich in ETF´s an, er setzt auf gemanagte Fonds, da werden wir uns in diesem Leben auch nicht mehr annähern.

    Da ist es schon ok, dass wir das ein weinig trennen.

  • Verheiratet, zwei Kinder. Seit den Kindern ist alles etwas anders. Wir haben jeder sein eigenes Konto und ein Gemeinschaftskonto für Miete, Einkauf etc. Jeder zahlt den gleichen Betrag ein.

    Seit "Sie" die Einkommenseinbußen hat, gleiche ich die Differenz zur Hälfte des Gesamteinkommens aus. Halte ich für gerecht, da sie neben dem Einkommensverlust auch Rentenpunkte verliert und so mehr ETF sparen kann. Zukünftig ist eventuell geplant, dass beide in Teilzeit gehen.

    Ganz aktuell gibt es eine Abfindung aus ihrer vorherigen Tätigkeit. Wir wissen leider nicht, wie wir möglichst gerecht damit umgehen sollen. Diese ist schließlich auch für Leistungen aus den Jahren vor den Kindern.

    Für Tipps bin ich dankbar :P

  • Wir wissen leider nicht, wie wir möglichst gerecht damit umgehen sollen. Diese ist schließlich auch für Leistungen aus den Jahren vor den Kindern.

    Irgendwie bin ich da bei der (indirekten) Aussage von R. Schonwieder

    Unter der Annahme, dass ihr in einer Zugewinngemeinschaft lebt, ist es m.W.n. vollkommen egal, ob das während der Ehe zugeflossenen Vermögen aus Leistungen vor der Ehe entstanden ist oder später. Das Geld fließt jetzt, während der Ehe zu.

    Oder rechnest Du auch die "Übereinkünfte" aus Deiner ggf. bessere/anderen Ausbildung und/oder Gehaltsverhandung vor der Ehe irgendwie zu Deinen finanziellen Gunsten um?

    Sonst musst Du wohl den Betrag auf die Anzahl der Beschäftigungsjahre verteilen, dabei ggf. noch Gehaltserhöhungen/Karrieresprünge berücksichtigen und Dir am Ende ausdenken, ob der AG selbst bei gleichbleibedem Lohn eine identische Abfindung pro Beschäftigungsjahr gezahlt hätte.

    Oder ob es bei Kündigung durch den AG vor Eheschließung überhaupt eine Abfindung gegeben hätte. Machmal steigt diese prozentual mit der Beschäftigungdauer und wird auch erst ab einer gewissen Länge bezahlt. Solltet Du ihr vor der Schwangerschaft die zusätzliche Zeit "ermöglicht" haben, damit sie sich dort eine Karriere mit bessere Bezahlung aufbauen konnte, mag man auf die Idee kommen, dafür auch einen Ausgleich zu wünschen.

    mal angenommen, ich bin ganz stinknormal verheiratet in Zugewinngemeinschaft, und beide hatten bei Eheschliessung keine Kinder oder Vermögen oder Schulden aus vorherigen Beziehungen, welchen Grund hätte ich für separate Kontoführung?

    Du/Ihr hättest offensichtlich keine davon. Ihr habt wohl eine ähnliche Einstellung zum Geld (auch, bzw. insb. was Ausgaben für die eigenen Hobbies betrifft) sowie über die Rücklagen fürs Alter und deren Entsparen.

    Während der Entnahme erspart es einen allenfalls die jeweilige Kontovollmacht, falls einem Partner mal etwas passieren sollte.

    Man muss nicht immer gleich an Trennung/Scheidung denken, wenn man getrennte Finanzen haben möchte.

  • Erst einmal finde ich es toll, dass hier viele eine Einblick gewähren. Da zeigt sich auch wie unterschiedlich Paare an die Sache ran gehen - danke dafür!

    Ein Richtig gibt es da nicht. Solange beide zufrieden sind ist alles gut.

    Spannend werden solche Themen vor allem dann, wenn es zu einer Trennung kommt (da hier der Begriff Zugewinngemeinschaft gefallen ist). Das ist aber ein Thema für sich - was aber auch nicht unwichtig ist. Sowas sollte aber geklärt, wenn die Stimmung gut ist. Bei einem Rosenkrieg schafft das Klarheit.

    Ich kann das Modell der getrennten Konten auch dann verstehen, wenn ein Ungleichgewicht vorliegt derart, dass der eine mehr verdient und der andere Partner zusätzlich schlecht mit Geld umgehen kann (Kaufsucht oder ähnliches). Aber das war hier ja bislang kein Thema :thumbup:. Da habe ich auch sehr viel Glück mit meiner Frau, dass sie sehr vernünftig ist.

    Man muss nicht immer gleich an Trennung/Scheidung denken, wenn man getrennte Finanzen haben möchte.

    Absolut richtig (auch wenn wir es anders handhaben) und bei einer normalen Zugewinngemeinschaft wären ja getrennte Konten auch nicht von Bedeutung.

  • Bei uns ist es ein 3-Kontenmodell. Jeder hat sein Konto und dann ein Gemeinschaftskonto für die Haushaltsführung.
    Da wird anfangs etwa gleich verdient haben, teilen wir uns die Lebenskosten 50/50. Inzwischen trage ich freiwillig etwas mehr zur Miete bei, da meine Partnerin Ihre Stunden reduziert hat.

    Ist aber ehrlicherweise auch die Frage, ob das so wirklich richtig ist?:/ Schließlich ist es ja zunächst mal die alleinige Entscheidung meiner Partnerin gewesen Ihre Stunden zu reduzieren.
    Wenn ich meine Stunden reduzieren würde, würde ich ja auch nicht zu meinem Partner kommen und sagen: Ich brauche jetzt mehr Geld, weil ich sonst meine Sparrate nicht mehr halten kann. :/
    Komplexes Thema. Zumal meine Partnerin auch immer mal wieder Ihr Kind finanziell unterstützt (mit größeren Beträgen).

    Spätestens wenn meine Partnerin in Rente geht, werden wir nochmal über die Kostenaufteilung reden müssen.

  • Ich denke man muss es immer im Gesamten betrachten. Solange man sich wohl fühlt, ist doch alles in Ordnung.

    Macht Sie vielleicht dafür mehr im Haushalt?

    Sind Ihre Arbeitsstunden vielleicht "stressiger" als Deine, weil der Beruf belastender ist?

    usw.

    Meine Frau arbeitet auch weniger als ich, aber macht sicherlich mehr für die Kinder / Haushalt. Ihre Arbeitsumgebung ist vielleicht auch stressiger als meine (im Mittel).

    Wenn Beruf/Haushalt/Kinderbetreuung (ungewichtet) als "Arbeitszeit" zusammenfassen würde, dann sind wir wahrscheinlich sehr ausgeglichen.

    Aber wie Du schon sagtest: es ist ein komplexes Thema :)

  • Ich bin (noch) nicht verheiratet und wir nutzen auch das 3 Konten Modell. Jeder hat einen DA auf das Gemeinschaftskonto laufen, von dem alle laufenden, gemeinsamen Kosten bedient werden. Im Falle größerer Anschaffungen wird auch mal von beiden Seiten zusätzlich eingezahlt, wenn das Konto gut im Plus steht, werden auch Restaurantbesuche oder Urlaube (teils) davon bezahlt.


    So hat jeder noch genug für sich selbst übrig. Da wir beide aber recht genügsame Menschen sind, wird die Mehrheit des verbleibenden Einkommens angelegt..

  • Wir sind verheiratet, haben zwei Kleinkinder, und fahren, seit wir verheiratet sind, ein anderes Modell, das wir von meinen Eltern übernommen haben.

    Wir haben ein Gemeinschaftskonto, auf dem alle unsere Einkünfte landen. Dann hat jeder ein eigenes Girokonto, auf dem monatlich ein kleines Taschengeld landet, mit dem dann jeder machen kann, was er will.

    Tagesgeld, Festgeld, ETFs laufen dann gemeinschaftlich und gehören uns beiden. Ebenso das Haus.

    Weil unsere Einkommen ungleich verteilt sind und meine Frau sich karrieremäßig für die Kinder zurück genommen hat, finden wir die Regelung beide fair. Im Falle einer Scheidung wäre sie aber dennoch benachteiligt, weil man Berufserfahrung und Karriere nur bedingt nachholen kann. Auch das spricht dafür, dass sie gleichberechtigt an meinem Einkommen teilhaben kann.

    Soweit, so stimmig - für uns.

    Schwieriger ist es bei der Frage, wer sich um Geldangelegenheiten kümmert. Das bin meist ich, weil es mich mehr interessiert und auch Freude bereitet. Weil es aber so ein elementares Thema ist und wir sehr unterschiedlichen Mentalitäten im Umgang mit Geld haben, fühle ich mich damit oft unwohl. Neben dem Interesse und der Freude empfinde ich es nämlich auch als Verantwortung und die sollten wir gemeinsam tragen.

    Unsere sehr schöne Lösung dafür: Wir lesen jetzt zusammen das Buch von Saidi und reflektieren das bezogen auf unsere Situation. Das macht Spaß und wir schaffen eine gemeinsame Wissensbasis. Ich trete nicht als der Lehrer auf, sondern wir beschäftigen uns gemeinsam mit der Materie.

    Es gibt zugegebenermaßen auch schwache Momente, in denen ich mir wünschte, jeder würde sich selbst um seine Finanzen und um seine Altersvorsorge kümmern :D Aber dann frage ich mich auch, was uns das bringt, wenn dann einer im Alter gut aufgestellt ist und der andere nicht. Auch unser Leben im Ruhestand wollen wir ja gemeinsam verbringen und gestalten.

  • blayfex Am Anfang jeder ein Giro und eine gemeinsame "Kasse". War uns dann nach kurzer Zeit zu umständlich. Wir haben schnell erkannt, dass wir zum Glück gleiche Vorstellungen vom Umgang mit Geld haben und unsere Ausgangspositionen ähnlich waren. Also alles in einen Topf und gut.

    Aber jeder muss mit seinen Eckdaten die für sich beste Lösung finden ........

  • Wir hatten vor den Kindern komplett getrennte Finanzen und haben die Fixkosten 50:50 geteilt.

    Seit Kind 1 und den entsprechenden finanziellen Einbußen auf Seiten meiner Frau, werden alle Einnahmen und Lebenshaltungskosten in einem Topf verrechnet. Was am Ende übrig bleibt wird 50:50 geteilt und auf das jeweilige eigene Girokonto geschoben.

    Ich würde mich allerdings freuen, wenn sie das Geld auch mal sinnvoller anlegen würde, anstatt immer nur TG und FG.

  • Wir sind seit über 33 Jahren zusammen und seit gut 10 Jahren verheiratet. Ich erwirtschafte ca 75% des Einkommens , sie über die Rente die restlichen 25%.

    Fast alle Fixkosten Immokredit, hausgeld, Versicherungen mache ich. Zusätzlich auch noch die Urlaube. Sie kauft immer fleißig ein und bunkert ihr Geld. Vor kurzem habe ich doch glatt mitbekommen, dass sie fast genauso viel Geld angehäufelt hat wie ich. Tolle Überaschung😜

    Bei großen Anschaffungen schieben wir das Geld immer etwas zusammen, wer gerade mal etwas mehr auf dem Giro hat.

    Ich mache viel mit Geldanlagen, sie leider nur mit Festgeld bzw. Tagesgeld.

    Da wir zum Glück keine finanziellen Nöte haben, lassen wir es erstmal so.

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