Habt ihr eine BU?

  • Und noch mal, ich habe mich früher nicht drum geschert, wahrscheinlich würde ich das heute etwas anders handhaben, aber zum Glück kam der Fall nie zum tragen und heute ist es in meinem Alter halt einfach zu teuer, zumal in einem Notfall jetzt auch die GRV/BG schon mal deutlich mehr zahlen würde als in jungen Jahren.

    In welchen Notfällen zahlt denn die GRV? Kennen Sie die - leider sehr engen - Voraussetzungen und die niedrigen Beträge? Damit kann man leider weder in jungen Jahren noch mit 58 ernsthaft rechnen!

    Dr. Schlemann unabhängige Finanzberatung GmbH
    Von Finanztip empfohlene Spezialisten für Berufsunfähigkeit und private Krankenversicherung | Angaben gem. § 15 VersVermV, § 12 FinVermV: https://schlemann.com/erstinformationen | Beiträge in der Finanztip Community erstelle ich mit größtmöglicher Sorgfalt, jedoch ohne Gewähr für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität. Deren Nutzung erfolgt auf eigene Gefahr.

  • Bin doch sehr erstaunt, wieviele Personen hier keine BU (ggf. mehr -> bspw. Ruhestand) haben.


    Tatsächlich würde mich auch äußerst das Warum ? interessieren.

    Meine Frau hat eine BU, wurde aber nie angepasst und passt eigentlich nicht mehr zum Einkommen.

    Ich habe keine BU, weil ich als Versicherter für die Versicherung nicht in Frage gekommen bin.

    Für unsere Tochter werden wir bei Beginn der Ausbildung sicher eine BU abschließen.

    Wir hatten Glück und Erfolg: Aufgrund unserer aktuellen Einnahmen- und Vermögenssituation ist eine BU nicht mehr so wichtig, so dass ich auch überlege, 5-10 Jahre vor ordentlichem Renteneintritt mit meiner Frau über eine Kündigung ihrer BU nachzudenken.

    Finanzschlumpf‘s Senf 😅

  • Ich hatte mich da mal eingelesen und da war zu lesen das zum Beispiel eine BU auf eine evtl. Grundsicherung angerechnet wird und wenn die nicht ensprechend hoch ist so fast gar nix bringt (sollte mindestens 80% vom Netto betragen).

    Ja, die GRV würde bei Arbeitsunfähigkeit zahlen, das ist ein Notfall, warum sollte die die Zahlung der Rente verweigern ?

    Übrigens, ich will hier niemand von einer BU abraten, nicht das das falsch rüber kommt. Nur bei mir ist der Zug ja abgefahren, interessiere mich trotzdem für das Thema und vor allem ob das dann alles problemlos von statten geht.

  • Ich habe eine BU und meine BU zahlt aufgrund einer Erkrankung.

    Bei der Beantragung habe ich eine auf BU-Leistungsfälle spezialisierte Versicherungsberaterin eingeschalten. Ich musste von der Versicherung aus zu einem Gutachter. Außer ein paar Diskussion bzgl. dem Zeitpunkt des Leistungsfall war das aber alles problemlos. Die BU lief zum Leistungszeitpunkt aber auch schon 12 Jahre.

    Realisitisch betrachtet wird die BU bis zum Renteneintritt zahlen.

    ap­ro­pos Krankengeld:
    Das Krankengeld der GRV gibt es ja nur für 72 bzw 78 Wochen.

    Mischu Ja, eine BU muss schon eine gewisse Höhe haben. Sie soll ja auch deinen Lebensstandard sichern. Ggf. geht von der BU ja auch noch Beiträge für die Krankenkasse ab.

  • Ich habe auch eine Berufsunfähigkeitsversicherung, obwohl ich einen Bürojob habe (würden viele sagen). Der Grund dafür ist für mich ganz einfach: Mein Humankapital ist mein größter Vermögensblock und den möchte ich zu einem gewissen Grad abgesichert haben.

    Bei Berufsunfähigkeit denken die meisten an Sachen wie "Fahrradsturz" (Beispiel von weiter oben), aber tatsächlich sind die inneren Krankheiten (z.B. Psyche, Nervenkrankheiten, Herz-Kreislauf, ...) die Hauptursachen für eine Berufsunfähigkeit. Wer behauptet, dass er das vorbeugen und einschätzen kann, dass er es niemals bekommt, ... Bei Unfällen - du musst sie nicht verursachen. Dich kann auch jemand umfahren.

    In meiner Zeit im Rettungsdienst habe ich so einiges gesehen. Von verschleppter Grippe, welche irreversible Hirnschäden verursacht hat und damit die Person für ihren Rest des Lebens ans Bett gefesselt ist, bis hin zu schweren Unfällen bei denen Personen Gliedmaßen o.ä. verloren haben (z.B. weil einer überholt hat und den Gegenverkehr übersehen...) über Schlaganfälle / Herzinfarkt bei jüngeren Menschen. Niemand ist davor geschützt und wer glaubt ihn treffe es nicht, ... Weiterhin nehmen die psychischen Erkrankungen rapide zu - wobei ich das Gefühl habe, dass das von der Politik und Gesellschaft weiterhin als "Lappalie" abgetan wird.

    Ich hatte mich da mal eingelesen und da war zu lesen das zum Beispiel eine BU auf eine evtl. Grundsicherung angerechnet wird und wenn die nicht ensprechend hoch ist so fast gar nix bringt (sollte mindestens 80% vom Netto betragen).

    Die BU-Rente sollte sinnvollerweise auch eine gewisse Höhe haben. Die meisten machen das nicht, weil damit der monatliche Beitrag eben steigt. Meine BU-Rente ist so gewählt, dass ich mit Erwerbsminderungsrente + BU-Rente (nach Steuern) meine Fixkosten problemlos tragen kann, mir dennoch sowas wie Urlaub leisten könnte und weiterhin einen kleinen Beitrag für Altersvorsorge finanziert. Die BU-Rente endet mit 67 Jahren und da möchte ich keinesfalls in der Altersarmut landen...

    Wenn ich mir meine Beiträge inkl. Dynamik über die Laufzeit meinem Humankapital gegenüberstelle, ist das in Relation ein überschaubares Verhältnis.

    Viele vergessen es: Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist eine Risikoversicherung. Wie deine Haftpflicht oder Vollkasko fürs Auto.

    Ja, die GRV würde bei Arbeitsunfähigkeit zahlen, das ist ein Notfall, warum sollte die die Zahlung der Rente verweigern ?

    Das Krankengeld endet nach 72 Wochen und ist nur 60% vom letzten Brutto. Danach Erwerbsminderungsrente.

    Ein Artikel von Finanzfluss: Thema BU von Finanzfluss

    Nur bei mir ist der Zug ja abgefahren

    Anstatt einer BU und du dich trotzdem gegen manche Risiken absichern willst, könnte sowas wie eine Unfallversicherung eine Möglichkeit sein.


    In meinem Umfeld kenne ich viele, bzw. die meisten, die keine Berufsunfähigkeit haben - meistens weil "brauch ich eh nicht" oder "kostet doch eh nur". Letztendlich muss es jeder für sich entscheiden, denn jeder fühlt und sieht Risiko anders.

  • Ja, die GRV würde bei Arbeitsunfähigkeit zahlen, das ist ein Notfall, warum sollte die die Zahlung der Rente verweigern ?

    Die GRV zahlt nicht bei Arbeitsunfähigkeit (im aktuellen Job), sondern bei Erwerbsunfähigkeit (in irgendeinem Job). Das ist ein großer Unterschied! Und selbst dann nur Kleckerbeträge.

    Meine BU-Rente ist so gewählt, dass ich mit Erwerbsminderungsrente + BU-Rente (nach Steuern) meine Fixkosten problemlos tragen kann, mir dennoch sowas wie Urlaub leisten könnte und weiterhin einen kleinen Beitrag für Altersvorsorge finanziert.

    Aus dem genannten Grund bitte nicht die Erwerbsminderungsrente einkalkulieren. "Kleiner Beitrag für Altersvorsorge" dürfte - wie der Name schon sagt - zu gering sein.

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  • Interessant wäre mal zu wissen wer eine BU bezieht und ab welchen Alter das war und ob das ganze unproblematisch ablief.

    Und dazu dann bitte auch die 100% korrekte Antwort, wie ehrlich alle Fragen im BU-Antrag beantwortet wurden.

    Bin doch sehr erstaunt, wieviele Personen hier keine BU (ggf. mehr -> bspw. Ruhestand) haben.

    Dsa sieht man doch an den Antworte, genauso wie an den üblichen Fragen hier im Forum dazu:

    - entweder, man kümmert sich mit Handwerk zu spät darum end es wird so teuere, dass man es nicht zahlen möchte

    - man geht davon aus, dass man als Schreibtischtäter sowieso nicht in einen BU Fall kommen kann

    - oder man geht davon aus, dass der BU-Fall erst später im Leben eintritt und man dann durch konsequentes Ansparen des (theoretischen) BU-Beitrages genügen Rücklagen hat.

    sollte mindestens 80% vom Netto betragen

    Was ich für viel zu allgemein halte, aber ich halte auch nichts von einer 50:30:20 "Finanzstrategie".

    Ich hätte, außer ganz am Anfang meines Berufslebens, keine 80% meines Nettos benötigt.

    Entweder, ich werde "nur" BU, dann finde ich mit der Zeit immer noch etwas, um mind. als Nebenerwerb meine Einkünfte aufzubessern. Ich hätte niemals (nur BU, nicht EU) 20-30 Jahren Faul auf dem Sofa gesessen.

    Außer, ich wäre EU geworden. Dann zahlt die GRV zusätzlich eine EM-Rente, im Alter gibt es die dadurch beitragsfrei angepasste Rente.

    Zusätzlich hätte ich im EU Fall eine Zusatzabsicherung durch die BAV meines AG gehabt.

    Bzgl. der Ausgangsfrage: da feht die Antwortmöglichkeit, die Micha-1 angesprochen hat, ggf. auch noch in der Zwischenform:
    Meine BU, die ich seit 1999 hatte und zum Glück nie benötigt habe, befindet sich in der Kündigung durch mich. Der BU-Fall, für den ich eine Absicherung haben wollte, kann die Jahre vor der Rente schlicht nicht mehr eintreten.

  • Das Thema beschäftigt mich auch gerade, ich habe eine alte BU kombiniert mit einer Altersversorgung , abgeschlossen im Jahr 2006. Es ist lediglich eine BU von 1.000 € versichert. Da ich jetzt im ÖD arbeite, habe ich mich entschlossen diesen Vertrag stillzulegen.

  • Ich habe seit 25 Jahren eine BU, die nicht nur dynamisch jedes Jahr gewachsen ist, sondern die ich auch außerplanmäßig zweimal wegen starker Gehaltssprünge aufgestockt habe (war nach dem Vertrag ohne neue Risikoprüfung möglich).

    Die Versicherungssumme würde mir bis 65 ungefähr den heutigen Lebensstandard (inkl. Altersvorsorge) sichern.

    Den hohen Beitrag zahle ich gerne, denn ich möchte im Krankheitsfall weder meine Ersparnisse aufbrauchen noch auf Bürgergeld angewiesen sein.

    Krankheiten sind nicht vorhersehbar.

    Eher würde ich die Auto- und Hausratsversicherungen kündigen (und das Auto gleich mit verkaufen).

    Ich habe daneben auch eine freiwillige Pflegezusatzversicherung abgeschlossen, weil ich auch im Alter nicht auf Almosen angewiesen sein und gut essen möchte.

  • Ich finde das ein spannendes Thema, denn obwohl auf die BU als absolut wichtige Versicherung immer hingewiesen wurde, habe ich nie eine abgeschlossen. Und das aus dem Gefühl heraus, dass ich die nicht brauche, rational hab ich darüber aber nie richtig nachgedacht. Jetzt mit 61 werde ich das nicht mehr machen, selbst wenn jetzt was passiert, sollte ich einigermaßen gut über die Runden kommen.

  • Ich finde das ein spannendes Thema, denn obwohl auf die BU als absolut wichtige Versicherung immer hingewiesen wurde, habe ich nie eine abgeschlossen. Und das aus dem Gefühl heraus, dass ich die nicht brauche, rational hab ich darüber aber nie richtig nachgedacht. Jetzt mit 61 werde ich das nicht mehr machen, selbst wenn jetzt was passiert, sollte ich einigermaßen gut über die Runden kommen.

    Ja ich denke auch, dass ich es mit fast 58 jetzt mehr oder weniger ausgesessen habe..

    Mal kalkulieren ob ich von der Substanz bis zur Rente kommen würde, könnte klappen.

  • Ja, die GRV würde bei Arbeitsunfähigkeit zahlen, das ist ein Notfall, warum sollte die die Zahlung der Rente verweigern ?

    Volle Erwerbsminderung liegt vor, wenn auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt keine Leistungsfähigkeit von mehr als 3 Stunden täglich besteht. Die Betonung liegt auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt.

    Die nächste Hürde wäre die Erfüllung der versicherungsrechtlichen Voraussetzungen.

    Es gibt viele Stellen im Verfahren, an denen es scheitern kann.

  • Ich habe eine BU-Versicherung und sie auch schonmal in Anspruch nehmen müssen. Damals hat sie mir tatsächlich finanziell den...gerettet. ich zahle auch weiterhin ein und hoffe natürlich, sie nie wieder zu brauchen. :)

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