Steuerreform 2027

  • Das verstehe ich nicht.

    Ich schon.

    Sie wurde wiederholt zur Vorsitzenden gewählt, wiederholt als Kanzlerkandidatin in Wahlen geschickt.

    Die Union ist tendenziell viel eher als Kanzler- (in dem speziellen Fall Kanzlerin-)"Wahlverein" angelegt sprich irgendwie und Hauptsache den Regierungschef stellen - denn als heftig diskutierende und intern streitende sog. "Programmpartei" bzw. "Weltanschauungspartei", deren gesamtes politisches Handeln auf einem festen ideologischen Leitgedanken basiert.

    Die Union dürfte sich eher als breite Volkspartei verstehen, die verschiedene Strömungen unter einen Hut bringt und tendenziell eine eher pragmatische Herangehensweise (inkl. möglichst geräuschlosem Machterhalt - siehe oben) praktiziert.

    Was ja auch viele Wähler ganz ähnlich sehen (pragmatischer Ansatz und gute generierte Ergebnisse bei möglichst wenig Streit innerhalb der gewählten Partei) ...


    Um einen meiner ältesten und besten Freunde (ehemals Professor in Sachsen) mit einer dortigen Volksweisheit zu zitieren:

    "Mir ist eigentlich ziemlich egal, wer da ganz oben den Kasper gibt - aber Loofen muß es !"


    Die wirkliche und signifikante Abwendung von der Union begann bei diversen einstigen Unions-Wählern - und auch parteiintern - demzufolge auch erst mit der Wahrnehmung, daß hierzulande immer weniger läuft und/oder in eine (aus ihrer Sicht) ganz falsche Richtung läuft.

    Und das alles, weil sie allein die CDU entkernt hat

    ?

    Daneben hatte die "gewesene Bundeskanzlerin" wesentlichen bis entscheidenden Anteil an der Erosion des Markenkerns der Union

    !

    und die Mitglieder das angeblich gar nicht wussten und erst recht nicht wollten?

    Siehe oben Kanzlerwahlverein usw.

    Ich war bisher der Ansicht, dass das Parteiengesetz sehr hohe Anforderungen an die innerparteiliche Demokratie stellt und Entscheidungen mehrheitlich getroffen werden.

    Sorry, aber noch Ferneres von der Realität in Sachen politische Parteien habe ich nur selten gelesen.

    Oder wie eine geschätzte Kollegin zu sagen pflegte:

    "Wer derart naiv ist und das glaubt - der glaubt vermutlich auch, daß Zitronenfalter wirklich Zitronen falten"

    Ein konkretes Beispiel aus Dutzenden (erlebt im Rahmen der sog. Eurorettung): Habe selbst mitbekommen, wie Kritikern innerhalb einer Partei mit dem Verlust von Posten, dem Vorsitz von Ausschüssen, dem Streichen von Wahllisten, dem Streichen von Presselisten als Interviewpartner etc. pp. im Vier- oder Mehraugengespräch explizit gedroht wurde - bis hin zur klaren Andeutung, daß bei "unerwünschtem" sprich "falschem" Abstimmungsverhalten und/oder Verlautbarungen in der Öffentlichkeit oder Presse, sie ihre "Parteikarriere vergessen können" ... ("also, wenn Sie in der Partei noch was werden wollen ...)

    Ganz abgesehen von den ansonsten typischen Rivalitäten, Ränkespielen, Seilschaften usw. und der altbekannten Steigerung "Feind-Todfeind-Parteifreund" ...


    Mögen Dir solche "Rendezvous mit der Realität" erspart und Dir Dein guter Glaube (siehe oben) erhalten bleiben ...

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  • Je mehr ein Arbeitnehmer leidet und Angst hat, desto höher ist der Profit eines Unternehmens. Ich dachte wir wären in der sozialen Marktwirtschaft schon etwas weiter, war wohl ein Trugschluss, alle wollen wieder zurück zu Angst und Schrecken. Und hier feiern das einige auch noch ab, Unglaublich !

  • Mit Sicherheit haben die Kollegen im Ausland mehr Angst ihren Job zu verlieren.

    Ich bin fest überzeugt das dort keiner wegen Kopfschmerzen oder Rücken zu Hause bleibt. Hier ist das normal.

    Das würde ich so nicht verallgemeinern wollen.

    Vielmehr erlebe ich eine sehr viel höhere Frustration bei den inländischen Kollegen.

    Aber darauf kommt es ja scheinbar nicht an.....

  • Schön. Du hast also das Stöckchen gefunden und bist gesprungen.

    Wenn das Deine Sichtweise ist ...

    Für meinen Teil habe ich mir die Mühe gemacht, um einen gewissen Einblick zu ermöglichen und einen Realitätsbezug herzustellen.

    Dann wäre noch die Frage, warum du dich so darüber aufregst.

    Wenn ich mich wirklich mal "aufrege" (um Deine Fehldeutung zu übernehmen) - was extrem selten vorkommt - sieht das völlig anders aus. Ich glaube nicht, daß Du das erleben möchtest.

    Es gibt eine Menge anderer Parteien, die man wählen kann.

    Vielen Dank für diese mir bislang unbekannte und wertvolle Information.

    Von der Union hatte ich mich als Wähler gedanklich spätestens 2012 verabschiedet.

  • Wenn ich das richtig gelesen habe, soll der Arbeitnehmerpauschbetrag um 200 € erhöht werden und das Kindergeld um 13 bis 2027 oder 2028. Der Grundfreibetrag soll auch angehoben werden. Ich will jetzt nicht sagen, dass das nichts ist, aber die Erhöhung des Grundfreibetrages und die Erhöhung des Kindergeldes gab es auch regelmäßig in der Vergangenheit. Die Erhöhung des Arbeitnehmerpauschbetrages um 200 € sorgt effektiv für 20-30 € mehr pro Jahr (wenn überhaupt). Gerade bei denen, die am stärksten davon profitieren sollten. Gleichzeitig wird der Bonus auf Handwerkerrechnungen von 20 auf 15% gestrichen. Da ist dann schnell der Bonus des Arbeitnehmerpauschbetrages weg (und mehr). Als ich das Video der Pressekonferenz gesehen hatte, war ich noch im Gedanken "ok die kriegen ja scheinbar doch mehr hin als gedacht". Mit ein bisschen mehr background erscheint mir das als Augenwischerei. Was ich trotzdem positiv finde: Es wurde sich sehr schnell geeinigt, auch wenn über das Endergebnis zu Recht diskutiert und kontrovers in Frage gestellt werden kann: Die Regierung ist an der Stelle grds. funktionell (was ich in den letzten Wochen so nicht wahrgenommen hatte). Vermutlich haben die Fehlentscheidungen von Katherina Reiche viel mehr (negativen) Effekt, als durch anderweitige Reformen aufgefangen werden könnte.

  • Alles was bisher bekannt ist, ist irgendwie ein schlechter Witz.

    - Steuerentlastung für einen Single Mensch gerade mal irgendwas mit 180€ im Jahr

    - Attest ab 1. Tag


    Sprich, da wird nicht wirklich was günstiger, das ist alles ein Witz und der mickrige Steuerfreibetrag gehört in die Region von paar tausend Euro!

    Ich hab auch was gegen die ganzen dauernd krank machenden Mitmenschen, ja, das ist echt schlimm aber die Lösung ist für den A…. Ich bin fast nie krank und wenn, dann meist nur 1-3 Tage, da will ich dann aber ganz sicher nicht direkt zum Arzt rennen und dort rumgammeln wenn ich gerade Dünnpfiff habe oder mir der Schädel wegen Migräne fast platzt. Das ist doch bescheuert. Was besseres fällt denen echt nicht ein?


    P.S. Ist die geplante Crypto Steuer Änderung jetzt eigentlich vom Tisch?

  • Die Regierung ist an der Stelle grds. funktionell

    Jedenfalls, wenn es einem gelingt sich ein den tatsächlichen Erfordernissen nicht ansatzweise adäquates - sprich homöopathisches - Reförmchen - schön zu reden ...

    Vermutlich haben die Fehlentscheidungen von Katherina Reiche viel mehr (negativen) Effekt, als durch anderweitige Reformen aufgefangen werden könnte.

    Eine der ganz wenigen Protagonisten innerhalb der Regierung, die sich zumindest einen Rest an Ordnungspolitik und marktwirtschaftlicher Ausrichtung bewahrt hat ...

    Ansonsten hat "Wokemania" in diesen hierzulande "hochgutmenschlichen Zeiten" und "hypermoralistisches Gutmenschentum" längst und sukzessive für eine signifikante Asymmetrie gesorgt: In der Sozialen Marktwirtschaft - ursprünglich mal das eigentliche Erfolgsmodell Deutschlands - ist der erste Aspekt immer mehr zu Lasten des zweiten Aspekts übergewichtet worden. Für die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Standorts und damit die Basis des wirtschaftlichen Wachstums eine fatale Entwicklung.

    Klar, die 12%-Partei namens SPD sagt, was gemacht werden soll, und der Fritz und seine Union nicken das ab, weil der Fritz Kanzler bleiben möchte.

    Ziemlich pointiert - aber mit ganz erheblichem Realitätsbezug.

    De facto wählt eine Mehrheit schon länger konservativ und rechts der Mitte - bekommt aber regelmäßig eine Politik präsentiert weit links der Mitte ...

  • Ein ganz wesentlicher Punkt - konkrete Maßnahmen zur Senkung von Staatsausgaben - fehlt meines Wissens komplett.

    Dann hast du das Ergebnispapier der Bundesregierung nicht vollständig gelesen oder, verständlicherweise, auf den hinteren Seiten schon die Lust verloren.

    Konkret - haha, sorry für den schlechten Witz - geht es um Nr. 31 auf Seite 11:

    Zitat

    31. Es gilt, die Digitalisierungsrendite bei allen Behörden zu heben. Insofern besteht auch bei grds. allen Bundesbehörden und der mittelbaren Bundesverwaltung das Ziel einer konsequenten 8%-Personaleinsparung. Bei der 8% Personaleinsparung wird es nur in sehr begrenztem Umfang Ausnahmen geben z.B. für kritische Infrastruktur und Sicherheitsbehörden. Allerdings soll auch in diesen Bereichen bei der Verwaltung (Overhead) eingespart werden, in den Vollzug soll nicht eingegriffen werden.

    Für die mittelbare Bundesverwaltung gilt diese Maßgabe, sofern der Bund Einfluss auf den Haushalt der Behörde/Institution hat oder Haushaltsmittel stellt. Die Personalreduzierungen sollten mit Modernisierungsanstrengungen in der Bundesverwaltung verbunden werden, zum Beispiel Zentralisierung von Aufgaben, Flexibilisierung des Laufbahnrechts für Bundesbeamte sowie Prüfung der Einführung eines ziel- und wirkungsorientierten Haushaltswesens. Alle Behörden, bei denen ein direkter Durchgriff des Bundes möglich ist, prüfen im Wege der Aufgabenkritik, inwiefern sie shared services nutzen können (bspw. im Personalmanagement) und inwiefern Zusammenlegungen und Abschaffungen von Geschäftsbereichsbehörden möglich sind.


    Das würde sogar ich als öDler zunächst eigentlich gut und richtig finden. Besser und richtiger wäre natürlich, es nicht stumpf mit dem Rasenmäher zu machen, sondern gezielter auch nach den Aufgaben (= Ausgaben) zu schauen. Vielleicht sind 8% in manchen Häusern zu viel, in anderen viel viel zu wenig?

    Und wieso gefällt das nur eigentlich?

    Tja, da gibt es, gut ein Jahr alt, einen Artikel bzw. Bericht des Bundesrechnungshofes zur sog. Stellenschere - dem Anteil unbesetzter Stellen:

    Zitat

    Der Anteil unbesetzter Stellen liegt inzwischen konstant über 10 % der vorhandenen Stellen. Bedenklich ist insbesondere, dass die Zahl der Behörden, bei denen über 10 % der Stellen unbesetzt sind, seit dem Jahr 2020 weiter angestiegen ist. Inzwischen betrifft das fast jede zweite Behörde.

    (Quelle - Bericht 2025)

    Frage an die Politikwissenschaftler: Wenn 10% der Stellen jetzt eh schon keine Ausgaben verursachen, und man streicht 8%, wieviel spart man dadurch bitte in der Jahresrechnung (= echte Zahlen), nicht im Haushalt (= politischer Wunschzettel), konkret ein?

    Und wieviele neue Stellen braucht man wohl, um die neue Wohnungsbaugesellschaft zu bilden und das Berichtsentlastungsgesetz zum Bürokratieabbau zu schreiben und zu evaluieren?

  • Mich stört die Abschaffung der telefonischen Krankschreibung als Symbol des Misstrauens auch,

    Aber man kann auch ein bisschen Druvk rauslassen, was nämlich immer noch erlaubt sein wird, ist die Krankschreibung vom Video-Arzt, was die meisten GKVs (Barmer, DAK, TK…) und viele PKVs anbieten.

    Ich selbst nutze das jetzt schon seit Jahren, eigentlich immer schon am ersten Tag und es funktioniert gut und reibungslos. Also kein verschnupftes, verhustetes oder sonstig verkniffenes Rumsitzen in Wartezimmern, sondern einfach kurz mit Handy oder iPad zum Video-Doc. Inkl. AU und evtl. Rezepte.

  • P.S. Ist die geplante Crypto Steuer Änderung jetzt eigentlich vom Tisch?

    Da sie vorher heiss diskutiert wurde und jetzt nicht genannt wurde, gehe ich erstmal davon aus, dass sie nicht kommt.

    Ich kenne kein Dokument zu dieser Steuerreform, in der sie genannt wäre.

    Ich würde erst einmal abwarten. Ich kann mir eher vorstellen, dass das Ganze verschoben wird und der Aufwand im Verhältnis zum möglichen Ertrag aktuell zu gering ist, als dass man sich intensiv damit beschäftigt. Vom Tisch ist das Thema aber ganz sicher nicht.

    Was ist eigentlich mit der Zucker-, Alkohol- und Tabaksteuer? Meines Wissens wurde dort ebenfalls noch nichts Konkretes beschlossen. Korrigiert mich gerne, wenn ich falsch liege. Falls das so ist, dürfte die Kryptosteuer wohl eher im Zuge dieser Themen wieder auf die Agenda kommen.

    Das wertvollste Produkt, das man sich mit Geld kaufen kann, ist ein leerer Kalender.

  • Sovereign

    Du hälst die Lobbypolitik, die erneuerbare Energien torpediert und auf sündhafte teure Gaskraftwerke setzt und ein katastrophales neues Gesetz eingeleitet hat, für "ordnungspolitisch" und "marktwirtschaftlich orientiert"? Das mag jetzt (mindest) so unsachlich sein, wie dein Beitrag, aber jemand, der das Wort woke benutzt, haut meist in keine belastbare Kerbe und dessen Meinung ist oft von Populismus getragen. Katherina Reiche macht schädliche Politik für Deutschland.

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