Rentner-Depot /Geldanlage im Alter

  • Hallo zusammen,

    gerne würde ich die Frage stellen wie am besten eine Geldanlage für Rentner ausschauen könnte. Ich bin jetzt 65 und Rentner. Die Rente inkl. die meiner Frau beläuft sich auf 3.600€. Von der Rente gehen monatlich 1.100 für Miete/Strom weg.

    Aktuelle Anlage Situation:

    DKB Depot:

    - 10.000€ St.Str.SP.MS.ACWIM UC ETF (IE00B3YLTY66) - (50€ Sparplan besteht noch immer)

    - 2.000€ AMU.PRIME ALL Country WLD ETF (IE0003XJA0J9)

    Finanzen.net

    10.000€

    Infinion, Siemens Energy und Hynix Aktien womit ich täglich so Handel.

    Tagegeldkonto:

    Comdirekt: 100.000€


    Die größte Frage wäre ob ich bei den ETF´s evtl. auf Ausschüttende umsteigen soll und was wir mit dem Geld auf dem Tagegeldkonto am besten machen.


    Für Vorschläge und HIlfestellungen wäre ich dankbar. Ich bin also kein reicher Rentner wie man sieht.

  • Die größte Frage wäre ob ich bei den ETF´s evtl. auf Ausschüttende umsteigen soll und was wir mit dem Geld auf dem Tagegeldkonto am besten machen.

    Bei den ETFs ist es angesichts des bisherigen Depotwerts ziemlich schnuppe, denn die Beträge bei Ausschüttern dürften sich im Pommes-plus-Mayo-Bereich bewegen. Bei höherem Depotwert finde ich in der Auszahlphase Ausschütter sehr praktisch und handhabe das inzwischen auch selbst so.

    Depot mit rund 45 % Einzelaktien ... wäre mir zu heiß. Hatte ich anfangs allerdings auch und habe draus gelernt.

    Das Tagesgeld ist recht großzügig bemessen, denn anscheinend habt Ihr keine "Rentenlücke", oder doch?

  • Hallo Meingeld , hier meine Empfehlungen kurz und knapp zusammengefasst:

    Von den beiden ETFs würde ich einen weglassen, bspw. den Amundi und nur den SPDR ETF behalten. Je einfacher das Portfolio strukturiert ist, desto besser.

    Den Handel mit Einzelaktien würde ich komplett einstellen, diese vollständig verkaufen und den Erlös in den Aktien-ETF investieren.

    Thesaurierender ETF oder ausschüttender ETF: Geschmackssache, im Ruhestand kann ein ausschüttender ETF Vorteile mit sich bringen. Es gibt den SPDR ETF auch in einer ausschüttenden Variante (IE000DD75KQ5)

    Tagesgeldkonto: Dein Hauptgegner ist die Inflation. Daher würde ich einen Teil des Tagesgeldes ebenfalls in den Aktien ETF investieren. Entscheidend ist dann die Verteilung zwischen diesen beiden (also zwischen Aktien-ETF und Tagesgeld). In deinem/eurem Alter halte ich eine Aktienquote von wenigstens 30%, besser sogar 40-60% für angemessen und vertretbar. Unterhalb von 20-30% Aktienquote wird es langfristig schwer die Inflation auszugleichen und einen realen Kapitalerhalt zu erzielen.

  • Die größte Frage wäre...

    ...für mich, ob die 3.600€ Renten Netto sind und ob Ihr mit dem Geld problemlos über die Runden kommt. Scheint ja so zu sein, das der 50€ Sparplan ja weiter läuft.

    Frage wäre ob ich bei den ETF´s evtl. auf Ausschüttende umsteigen soll und was wir mit dem Geld auf dem Tagegeldkonto am besten machen.

    Welchen Vorteil siehst Du bei einem ausschüttenden ETF?
    Die Frage ist, welche Ausgaben bei Euch in absehbarer Zeit anstehen?
    Ansonsten kann man mit 100.000€ eine ganze Menge anfangen (z.B. Reisen so lange man das noch kann).
    Andere Menschen lassen das Geld einfach liegen, weil Sie Angst haben später mal das Pflegeheim nicht mehr zahlen zu können. Was seid Ihr für ein Typ?

    Ich bin also kein reicher Rentner wie man sieht.

    3.600€ Hausthaltseinkommen und > 100K€ auf der hohen Kante. Damit mögt Ihr nicht Reich sein (was ist überhaupt reich?), aber damit steht Ihr sicherlich besser da wie viele andere Rentner.

    PS: Du bist 65. Deine Frau scheint in einem ähnlichen Alter zu sein. Wie habt Ihr Euer Geld denn bisher verwaltet?
    Warum glaubst Du, dass Andere Menschen hier besser wüssten, was Ihr mit Euren Ersparnissen machen könnt?

  • Bei den ETFs ist es angesichts des bisherigen Depotwerts ziemlich schnuppe, denn die Beträge bei Ausschüttern dürften sich im Pommes-plus-Mayo-Bereich bewegen. Bei höherem Depotwert finde ich in der Auszahlphase Ausschütter sehr praktisch und handhabe das inzwischen auch selbst so.

    Depot mit rund 45 % Einzelaktien ... wäre mir zu heiß. Hatte ich anfangs allerdings auch und habe draus gelernt.

    Das Tagesgeld ist recht großzügig bemessen, denn anscheinend habt Ihr keine "Rentenlücke", oder doch?

    Wobei das Tagesgeld bei der Comdirect ja vermutlich zu 0,75% p.a. angelegt ist.

    Da würde ich doch vorschlagen, zwar die Einzelaktien loszuwerden, insgesamt aber per ETFs mehr in Aktien zu gehen und (mindestens) ein defensives "Pantoffel-Portfolio" einzurichten:

    25% bis 40% IE00B3YLTY66
    75% bis 60% Tagesgeld (statt 82%)

    Die Sparrate läuft ja auch noch – die könnte man dann ja wieder aufs Tagesgeld umlenken.


    EDIT Habe übersehen, dass tagesgeldgehoppt wird. Dann wäre meine Alternative ein Geldmarktfonds: DWS Money Market Fund, den könnt ihr bei der Comdirect kostenlos handeln. Falls ihr da noch kein Depot habt, eröffnet ihr eines, evenutell gibt es noch eine Prämie.

  • Wenn das mit den Einzelaktien ein Hobby ist, warum nicht? Solange es Freude macht.

    Euer Tagesgeld ist üppig bemessen. Ein Viertel in den ETF? Könnte ja wie geschrieben dann ein Ausschütter sein.

    Ganz vernünftiger Artikel zur Aktienquote im Alter:

    https://www.focus.de/finanzen/angst…11ace4b669.html

    Falls ihr das Tagesgeld für einen ruhigen Schlaf braucht, was völlig legitim ist - es gibt z.B. die Gefa-Bank, die immer ordentliche Verzinsung bietet (2,11% aktuell). Ist ein Tipp von Finanztip. Oder die max. 12 Monate Neukundenaktion von der Bank of Scotland (3%).

  • ...für mich, ob die 3.600€ Renten Netto sind und ob Ihr mit dem Geld problemlos über die Runden kommt. Scheint ja so zu sein, das der 50€ Sparplan ja weiter läuft.

    Die 3.600€ sind tatsächlich Netto.

    Wobei das Tagesgeld bei der Comdirect ja vermutlich zu 0,75% p.a. angelegt ist.

    Es war für 3.6%. Angelegt und läuft nun für 2.2% weiter.

    Da würde ich doch vorschlagen, zwar die Einzelaktien loszuwerden, insgesamt aber per ETFs mehr in Aktien zu gehen und (mindestens) ein defensives "Pantoffel-Portfolio" einzurichten:

    25% bis 40% IE00B3YLTY66
    75% bis 60% Tagesgeld (statt 82%)

    Die Sparrate läuft ja auch noch – die könnte man dann ja wieder aufs Tagesgeld umlenken.


    EDIT Habe übersehen, dass tagesgeldgehoppt wird. Dann wäre meine Alternative ein Geldmarktfonds: DWS Money Market Fund, den könnt ihr bei der Comdirect kostenlos handeln. Falls ihr da noch kein Depot habt, eröffnet ihr eines, evenutell gibt es noch eine Prämie.

    Ich schaue mir mal die beiden ETF-Aktien an, danke für den Tip.

    Geldmarkt ETF bei einem sehr günstigen Broker?

    Darüber habe ich auch bereits nachgedacht. Da ich ja bei Finanzen.net bin würde ich dies auch hier machen. Hier müsste man halt schauen welche7r infrage käme.

    Allen schon einmal vielen Dank für die vielen Tipps, Hinweise und Erläuterungen.

  • Dann wäre meine Alternative ein Geldmarktfonds: DWS Money Market Fund, den könnt ihr bei der Comdirect kostenlos handeln.

    Falls das bei der Comdirect möglich ist, halte ich das für eine top Lösung. Ich nutze diesen Geldmarktfonds selbst bei der Deutschen Bank. Denn diesen kann man dort ebenfalls "über die Kapitalanlagegesellschaft" gebührenfrei kaufen und verkaufen. Der Zins orientiert sich am 1-Monats-Euribor, derzeit also etwa 2,2% p.a.

    DWS ESG Euro Money Market Fund, ISIN LU0225880524

    EDIT: alternativ Xtrackers II EUR Overnight Rate Swap DBX0AN, der geht immer :)

  • Falls das bei der Comdirect möglich ist, halte ich das für eine top Lösung. Ich nutze diesen Geldmarktfonds selbst bei der Deutschen Bank. Denn diesen kann man dort ebenfalls "über die Kapitalanlagegesellschaft" gebührenfrei kaufen und verkaufen. Der Zins orientiert sich am 1-Monats-Euribor, derzeit also etwa 2,2% p.a.

    DWS ESG Euro Money Market Fund, ISIN LU0225880524

    Das ist natürlich eine Möglichkeit, hatte ich bisher so gar nicht gesehen. Danke Dir.

  • Macht Euch Gedanken über Eure Wünsche und Träume. Vielleicht könnt ihr mit dem Geld auf dem Konto noch was besseres anfangen als es zu hegen und zu pflegen. Es muss ja nicht gleich was riesig großes sein und hängt natürlich stark davon ab, was Euch Spaß macht. Noch seid Ihr "Jungrentner"! Alt und gebrechlich kommt früh genug. Für ein Boot wird es wohl nicht reichen, aber warum nicht jeden Monat ein kleines Event zelebrieren? Spontan fallen mir ein: Theaterbesuch, verlängertes Wochenende, Wanderung, Eselwanderung, fein Essen gehen oder oder oder ...

    Ansonsten schließe ich mich meinen Vorrednern an.

    1) einen ausschüttenden Geldmarktfonds für 70-80 % des Kapitals
    2) Den Rest in einen breit aufgesetzten ausschüttenden ETF stecken

    Das ist dann auch gut übersichtlich, falls das später Deine Holde verwalten müsste.

  • Die Frage ist halt wie am besten mit den 100.000 umgehen bzw. anlegen.

    Ohne dass ihr für euch wisst, was ihr (ansatzweise wann) mit dem Geld machen wollt, wird das schwierig und als außenstehender unmöglich.

    Von "soll vererbt werden" über "wird hoffentlich erst in >15 Jahren für die Pflege benötigt" bis hin zu "soll uns den Ruhestand verschönern, os lange wir noch gesund sind" ist da alles drin.

    Ich würde mir bei 2,2% dauerhaft aufs Tagesgeld schon ernsthaft überlegen, ob ich das Geld wirklich in einen Geldmarkt-ETF stecken wollte. Bzw. persönlich würde ich es nicht tun. Das kann man immer noch machne, wenn die Bank/der Broker die Zinsen massiv senkt.

    Wenn das Geld nicht genutzt werden soll (ggf. in 15-20 Jahren für Pflege) dann würde ich große Teile einfach in einen weltweiten ETF stecken. Da ich eher FTSE Indizes mag, in den FTSE All-World oder, wenn es auch um Dividenden geht, in den FTSE All-World High Dividend. Oder einen von Deinen in der ausschüttenden Variante.

    Sind Teile des Gelder zeitnah (die kommenden 5-10 Jahre) für Ausgaben eingeplant, dann würden diese bei mir auf dem TG des Brokers landen oder bei Dir halt bei Comdirekt bleiben.

    Und wäre das (Day)Trading nicht mein Hobby, würde ich alle Einzelaktien in den ETF umschichten.

  • Das dann nicht bei der Comdirect, wegen der. Aber der DWS Money Market müsste kostenlos gehen, ich handle da einen anderen DWS-Fonds.

    Bin gerade nicht sicher was du meinst :/

    Aber grundsätzlich kann man sagen, dass Geldmarktfonds und -ETFs eine gute Alternative zu Tagesgeld sind, vor allem wenn man keine Lust auf Tagesgeldhopping hat. Die Wahl des jeweiligen Produktes hängt aber stark davon ab wie häufig an- und verkauft wird und wie die jeweilige Bank dabei die Gebühren handhabt. Bei der Deutschen Bank ist deshalb der DWS ESG Euro Money Market Fund eine gute Wahl wenn man unterjährig hier und da Geld entnehmen oder zusätzlich einzahlen möchte. Für die dauerhafte Anlage insbesondere größerer Beträge würde ich eher auf DBX0AN oder DBX0T8 setzen.

  • Bei der Deutschen Bank ist deshalb der DWS ESG Euro Money Market Fund eine gute Wahl wenn man unterjährig hier und da Geld entnehmen oder zusätzlich einzahlen möchte.

    Kann ich absolut bestätigen. Das mache ich bei der Deutschen Bank genauso.
    Total bequem. Einmal im Jahr Ausschüttung, ich gebe meine Bestände aber immer kurz davor zurück.
    Ich habe keine Lust, da dann ein minus zu sehen.

  • Ich bin also kein reicher Rentner wie man sieht.

    Das sehe ich etwas anders, wir vergessen immer das "unsichtbare Kapital", die Rente. Gehen wir einfach mal davon aus du/ihr lebt noch 25 Jahre. Also nur mal um eine Zahl zu nennen, ich wünsche euch natürlich noch 100 glückliche Jahre :) Die Rentenformel für diesen Zeitraum ist wie folgt:

    3600 € x 12 / 4% = 1.080000 €, Glückwunsch im Club der unsichtbaren Millionäre.

    1.080000 (Rente) + 122000 (Euer Kapital) = 1.202000 €

    Du siehst euer Kapital macht in dieser Rechnung lediglich rund 10% aus. Nun, was macht man mit dieser Info, und da ist ja jeder anders gestrickt. Die einen sagen, dann lege ich das Kapital zu 100% in einen ausschüttenden Aktien ETF, event. 10 % davon als Puffer im Tagesgeld, wie auch immer.

    Andere rechnen erst gar nicht mit der unsichtbaren Rente, ist auch ok, m.M. aber ein Fehler, denn die ist ja da, nur eben wissen wir nicht ob wir morgen sterben oder noch 40 Jahre oder mehr existieren. Muss man ja mal so sagen, ich bin jaaaaa auch nicht mehr so der jüngste mit 56.

    Ich denk mal laut, so wie ich es wohl mehr oder weniger handhaben werde. Monatliche Ausschüttungen wären mir recht, man kann sie verkonsumieren, verschenken, wieder anlegen etc.pp. Ein verlängertes Wochenende hier, dem Sohn/der Tochter mal die ein oder andere Autokredit Rate finanzieren, ja und mal ne Allianz Aktie kaufen, warum denn nicht. monstermania hat das schon auf den Punkt gebraucht, warum leckt der Hund sich die Eier, weil er es kann!!!

    Die beiden ETF würde ich verkaufen, Thesaurierer im Rentenalter, joh, kann man machen, aber es ist doch wesentlich entspannter wenn doch im Quartal oder besser noch monatlich Ausschüttungen kommen. Dann kann man immer noch entscheiden - Klopapier - oder Aktien.

    Dann hast du mit dem Tagesgeld um die 112000 €. Einen Teil davon in einen Geldmarktfonds wie hier schon einige schrieben, den anderen Teil (oder auch in Teilen) entweder in :

    - Gefa Auszahlplan, https://www.gefa-bank.de/produkt/auszahlplan/ monatliche Auszahlung

    - L&G Global Quality Dividends UCITS ETF USD Dis WKN: IE0005AJA0P1 monatliche Auszahlung

    Das ist erst mal genug Input, mit deinen Aktien musst du wissen was du machst, du bist alt genug ^^

    Bin gespannt wie du dich am Ende entscheidest und Glückwunsch zum Unruhestand!!!!!

  • Beim Tagesgeld bei comdirect an die 100 000 Euro Haftungs-Grenze denken. Es ist zwar eher nicht davon auszugehen, das diese Bank pleite geht, aber sicher ist sicher.
    Ich bin ebenfalls in Rente, wobei meine Frau noch halbtags arbeitet. Unser Vermögen ist ca in 40/60 Risiko- und Sicherheitsteil investiert.


    Bei der Volkswagenbank lagern sowohl Tagesgeld- als auch eine Festgeldtreppe, die monatlich eine Stufe klettert. Bei AriDeka sind noch Vermögenswirksame Leistungen angelegt, Hydrogen ist mal als ein Spielzeug-Themen-ETF gestartet und wird derzeit nicht mehr bespart. Overnight ist der GeldmarktETF und die anderen 3 sind Ausschütter ETF's, wobei der kleinste, der Superdividends, die Sparrate vom Hydrogen draufgeschlagen bekommen hat. Derzeit werden alle Ausschüttungen auch in diesen reinvestiert.

  • Den Punkt mit den Einzelaktien und dem täglichen Handel würde ich noch deutlicher unterstreichen. Infineon und Siemens Energy – gerade Siemens Energy hat ja in den letzten Jahren ordentlich Achterbahn gefahren, das ist nichts für ruhigen Schlaf im Ruhestand. Wenn man täglich tradet, braucht man auch die mentale Energie dafür, und irgendwann fragt man sich ob der Aufwand wirklich Mehrwert bringt oder man einfach Spaß am Spielen hat. Ich hab selbst lange Zeit Einzelwerte getradet, bis ich mal ehrlich nachgerechnet hab – nach Transaktionskosten und dem Zeitaufwand war der ETF in der gleichen Zeit einfach besser gelaufen. Bei 65 mit einer stabilen Rente, wo keine echte Lücke besteht, ist das Risiko mit 10.000€ in drei Einzelwerten eigentlich unnötig. Den Erlös einfach in den bestehenden SPDR zu stecken macht das Ganze deutlich ruhiger.